Preise und Ehrungen

Dr. Isabell Böhm
Foto: privat

Dr. Isabell Böhm erhielt für ihre Dissertation zur Staatsklimahaftung den diesjährigen Justizpreis Berlin-Brandenburg – Carl Gottlieb Svarez. Die Juristin setzte sich in ihrer Doktorarbeit mit den sogenannten Klimaklagen auseinander. „Dr. Isabell Böhm geht der hochmodernen Rechtsfrage nach, ob sich Deutschland sowie die Europäische Union staatshaftungsrechtlichen Ansprüchen geschädigter Bürger oder Unternehmen aussetzen, wenn sie internationale Klimaziele nur mangelhaft verwirklichen“, erklärt der Erstbetreuer der Arbeit Prof. Dr. Marcus Schladebach von der Universität Potsdam. „Sowohl das deutsche als auch das europäische Staatshaftungsrecht werden durch die ausgezeichnete Untersuchung von Dr. Böhm zeitgemäß weiterentwickelt und in erheblichem Maße bereichert.“

Berlin und Brandenburg verleihen den Svarez-Preis für herausragende juristische Dissertationen seit 2011 im Wechsel. Die Auszeichnung ist mit 5.000 EUR dotiert und nach dem preußischen Justizreformer Carl Gottlieb Svarez (1746-1798) benannt.

Dr. Isabell Böhm
Foto: privat

Prof. Dr. Frank Scherbaum steckt ein Mikro an.
Foto: Ute Freund

Prof. Dr. Frank Scherbaum hat die Ehrendoktorwürde des staatlichen Vano Sarajishvili Konservatoriums in Tiflis für seine Verdienste zur Erforschung der traditionellen georgischen Vokalmusik erhalten.
Der ehemalige Lehrstuhlinhaber für Allgemeine Geophysik am Institut für Geowissenschaften entwickelte gemeinsam mit Daniel Vollmer eine Methode, bei der Muskelvibrationen am Hals von Sängerinnen und Sängern aufgezeichnet werden. Diese „Seismologie am menschlichen Körper“ erwies sich als zentral für die computergestützte Analyse von Gesangsstimmen. Denn damit konnten die Wissenschaftler ein sehr altes Problem der experimentellen Musikethnologie – die Trennung der Stimmen von Sängerinnen und Sängern polyphoner Musik – auf sehr einfache Weise lösen. Die wissenschaftlichen Ergebnisse erweitern das sehr junge Forschungsgebiet der „Computational Ethnomusicology“ um den georgischen Gesang, der zum Weltkulturerbe zählt. Das Projekt wird seit 2015 von der UP Transfer GmbH und seit 2017 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.
 

Prof. Dr. Frank Scherbaum steckt ein Mikro an.
Foto: Ute Freund

Dr. Pascal Rudolph
Foto: Xiaoyan Hu

Dr. Pascal Rudolph erhielt den Promotionspreis der Gesellschaft für Musikforschung und gewann den Aufsatz-Wettbewerb der Gesellschaft für Musiktheorie. Für seine Dissertation „Präexistente Musik im Film. Klangwelten im Kino des Lars von Trier“ wurde ihm bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung in Berlin der Promotionspreis 2022 verliehen. In seiner Arbeit geht Rudolph der Frage nach, wie Filmschaffende mit Musik arbeiten, die es bereits vor den Filmen gab. Bei der Eröffnung des Kongresses der Gesellschaft für Musiktheorie am selben Tag in Salzburg wurden die Preise für den Aufsatz-Wettbewerb 2022 vergeben. Pascal Rudolph gewann den ersten Preis für seinen Text „Bogen-Kreis-Spirale. Formanalytische Denkmodelle im musiktheoretischen Diskurs“. Dr. Rudolph ist akademischer Mitarbeiter an der Professur für Musikwissenschaft der Universität Potsdam.

Dr. Pascal Rudolph
Foto: Xiaoyan Hu

Prof. Dr. med. Gerhard Eschweiler, Universitätsklinikum Tübingen, PD. Dr. Christine Thomas, Klinikum Stuttgart, Prof. Dr. med. Michael Rapp, Universität Potsdam; Rainer Hattenberger Vorstand Schöller-Stiftungen, Prof. Dr. med Thomas Hillemacher, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie am Klinikum Nürnberg und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Schöller-Stiftung.
Foto: Rudi Ott/Klinikum Nürnberg

Prof. Dr. med. Dr. phil. Michael A. Rapp ist zusammen mit PD Dr. med. Christine Thomas vom Klinikum Stuttgart und Prof. Dr. med. Gerhard W. Eschweiler vom Universitätsklinikum Tübingen mit dem Dr. Theo und Friedl Schöller-Preis 2022 ausgezeichnet worden. Bis zur Hälfte aller hochbetagten Patientinnen und Patienten ist nach einem stationären Eingriff in einer Klinik von einem Delir, also einer akuten Verwirrtheit, betroffen. Das dreiköpfige Forschungsteam von der Universität Potsdam, dem Klinikum Stuttgart und dem Universitätsklinikum Tübingen untersuchte, wie dieses Risiko nach einer Operation gesenkt werden kann. Den mit 22.000 Euro dotierten Preis verleiht das Zentrum für Altersmedizin des Klinikums Nürnberg gemeinsam mit der Dr. Theo und Friedl Schöller-Stiftung für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Altersmedizin.

Prof. Dr. med. Gerhard Eschweiler, Universitätsklinikum Tübingen, PD. Dr. Christine Thomas, Klinikum Stuttgart, Prof. Dr. med. Michael Rapp, Universität Potsdam; Rainer Hattenberger Vorstand Schöller-Stiftungen, Prof. Dr. med Thomas Hillemacher, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie am Klinikum Nürnberg und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Schöller-Stiftung.
Foto: Rudi Ott/Klinikum Nürnberg

Florian Reuß
Foto: Tobias Hopfgarten

Florian Reuß erhielt den Preis für die beste Masterarbeit im Bereich Bildungstechnologie von der gleichnamigen Fachgruppe der Gesellschaft für Informatik. Verliehen wurde die Auszeichnung auf der 20. Fachtagung Bildungstechnologien (DELFI 2022).
Der Informatiker hat in seiner Masterarbeit am Institut für Informatik der Universität Potsdam nachgewiesen, dass Gamefication dabei helfen kann, auch vergleichsweise trockene Theorie zu lernen. Reuß entwickelte zwei Apps für das Selbststudium der musikalischen Funktionsanalyse, von denen eine stärker mit Mitteln des Gamification arbeitet als die andere. Deren Erprobung in zwei Studien hat gezeigt, dass die Integration spielerischer Elemente die Motivation der Studierenden deutlich steigern kann. „Herr Reuß hat auf beispielhafte Weise demonstriert, wie durch den Einsatz digitaler Medien ein komplexes Thema für Studierende besser zugänglich gemacht werden kann“, sagt Prof. Dr. Ulrike Lucke, die die Arbeit betreut hat und sich selbst in der Digitalisierung der Bildung engagiert.
 

Florian Reuß
Foto: Tobias Hopfgarten

Markus Hecher
Foto: Leighton Hanson

Markus Hecher hat den Dissertationspreis 2021 der European Association for Artificial Intelligence (EurAI) erhalten. Mit dem EurAI Artificial Intelligence Dissertation Award wird die beste Dissertation zum Thema Künstliche Intelligenz in Europa ausgezeichnet. In seiner Dissertation beschäftigte sich der Informatiker mit der Frage, wie sich rechenintensive Probleme besser lösen lassen.
Die Arbeit entstand im Rahmen eines individuellen binationalen Abkommens zwischen der TU Wien und der Universität Potsdam und wurde von Stefan Woltran und Torsten Schaub betreut. Stefan Woltran ist Leiter des Forschungsbereichs Datenbanken und Künstliche Intelligenz an der TU Wien Informatik und Co-Leiter des Center for Artificial Intelligence and Machine Learning (CAIML). Torsten Schaub ist Professor für Wissensverarbeitung und Informationssysteme an der Uni Potsdam sowie Gründer von „potassco solutions“.

Markus Hecher
Foto: Leighton Hanson

Prof. Dr. Katharina Scheiter
Foto: Ernst Kaczynski

Prof. Dr. Katharina Scheiter erhielt für ihre interdisziplinäre Forschung und ihr außerordentliches Engagement in der Wissenschaftskommunikation den Franz Emanuel Weinert-Preis der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs).
„Mit Katharina Scheiter ehren wir eine herausragende Wissenschaftlerin, die durch ihr Wirken zentrale Impulse für das gesellschaftlich wichtige Thema der digitalen Bildung gegeben hat“, sagt DGPs-Präsident Markus Bühner. Der Professorin für Digitale Bildung an der Universität Potsdam wurde der Preis im Rahmen des DGPs-Kongresses in Hildesheim verliehen.

Prof. Dr. Katharina Scheiter
Foto: Ernst Kaczynski

Trägerinnen und Träger der Landeslehr- und Postdoc-Preise mit der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dr Manja Schüle (2.v.l.). In der Mitte: Dr. Kerstin Reibold.
Foto: Tobias Hopfgarten

Die Kognitionswissenschaftlerin Dr. Mireia Marimon Tarter von der Universität Potsdam hat den Postdoc-Preis des Landes Brandenburg 2022 erhalten. Sie wurde damit für ihre Forschung zum Spracherwerb von Kindern ausgezeichnet. Außerdem ging ein Landeslehrpreis 2022 an die Politikwissenschaftlerin Dr. Kerstin Reibold. Sie erhielt die Auszeichnung für ihr Seminar „No Refuge – Grenzregime und Flüchtlingsrechte“.
Beide Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert und werden von der Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle vergeben. Die insgesamt drei Landeslehr- und zwei Postdoc-Preise wurden im Potsdam Museum überreicht.

Trägerinnen und Träger der Landeslehr- und Postdoc-Preise mit der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dr Manja Schüle (2.v.l.). In der Mitte: Dr. Kerstin Reibold.
Foto: Tobias Hopfgarten