ED-DIVERSE – Diversitätsorientierte Organisationsentwicklung in der Notaufnahme
Das Projekt wird im Rahmen des Innovationsfonds des gemeinsamen Bundesausschusses zur Förderung von Versorgungsforschung gefördert.
Laufzeit: 01.01.2026 – 31.12.2028
Projektpartner/innen:
Konsortialführung: Institut für Medizinsoziologie und Rehabilitationswissenschaften; Prof. Dr. Liane Schenk (Projektleitung),
Konsortialpartner: Universität Potsdam, Professur für Organisations- und Verwaltungssoziologie; Prof. Dr. Maja Apelt (Projektleitung), Teresa Löckmann (Projektmitarbeit) Methodische Leitung: Notfallmedizinische Versorgungsforschung, Notfall- und Akutmedizin (Prof. Dr. Anna Slagman)
Klinische Expertise/ Koordination der Notaufnahmen: Notfall- und Akutmedizin, Zentrale Notaufnahmen, Campus Charité Mitte (CCM) und CVK (Campus Virchow-Klinikum) (Prof. Dr. Martin Möckel)
Inhalt:
Demographischer Wandel und Migration führen zu einer zunehmenden Diversität von Patient:innen und Gesundheitspersonal in Notaufnahmen. Zugleich begünstigen strukturelle Belastungen wie Personalknappheit und Zeitdruck Versorgungsungleichheiten. Studien zeigen, dass insbesondere Geschlecht, zugeschriebene Ethnizität und Körpergewicht diagnostische und therapeutische Entscheidungen beeinflussen.
ED-DIVERSE untersucht in fünf Berliner Notaufnahmen systematisch, wie diese Diversitätsmerkmale Entscheidungsprozesse in zentralen Situationen prägen. Grundlage ist ein Mixed-Methods-Design, das quantitative Patient:innenbefragungen mit teilnehmenden Beobachtungen der Versorgungsabläufe und qualitativen Interviews kombiniert. Die Ergebnisse werden anschließend in Workshops mit Gesundheitspersonal und Vertreter:innen der Selbsthilfe reflektiert und weiterentwickelt.
Ziel des Projekts ist es, geschlechts- und diversitätsbezogene Disparitäten in der Notaufnahmeversorgung systematisch zu analysieren, die zugrunde liegenden sozialen, organisationalen und systemischen Mechanismen zu rekonstruieren sowie partizipativ konkrete Instrumente und Aktionspläne für eine diversitätsorientierte Organisationsentwicklung zu entwickeln. Langfristig soll eine strukturell verankerte, diversitätssensible Organisationsentwicklung angestoßen werden, die Behandlungsprozesse in Notaufnahmen nachhaltig verbessert.

