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Übersicht: Forschungsthemen im Arbeitsbereich

Bezugsnormorientierungen von Lehrkräften in inklusiven Lehr-Lernkontexten

Forschungen zum Lehren und Lernen im Kontext schulischer Inklusion sind ein mittlerweile fest etablierter Strang der deutschen Bildungsforschung. Neben der empirischen Betrachtung spezifischer Unterrichtsmerkmale lassen sich auch eine Reihe personenbezogener Merkmale identifizieren, deren Betrachtung im Zusammenhang mit Gelingensbedingungen von Inklusion sinnvoll erscheinen.

Bezugsnormorientierungen von Lehrkräften sind ein Beispiel für solche personenbezogenen Kriterien, die insbesondere im Rahmen der schulischen Leistungsbeurteilung von bildungswissenschaftlichem Forschungsinteresse sind. Bezugsnormen gelten dabei als Referenzsysteme, um (Schüler*innen-) Leistungen als solche wahrnehmen und bewerten zu können. Im Arbeitsbereich interessieren wir uns insbesondere für die konzeptionelle Beschaffenheit und Strukturen der Bezugsnormorientierungen von Grundschullehrkräften in inklusiven Lernsettings sowie deren Zusammenhänge mit der Motivation, dem Lernen und Leisten von Schüler*innen. 

Ausgewählte Publikationen:

Tanneberger, J., Jaeuthe, J., Kempert, S.,  Spörer, N. (2023). Bezugsnormmuster von Lehrkräften inklusiver Lehr-Lernkontexte. Vortrag auf der 10. Jahrestagung der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung, 28.Februar - 2. März, Essen, Deutschland.

Tanneberger, J., Spörer, N. & Kempert, S. (2022). Bezugsnormorientierungen von Lehrkräften im inklusiven Kontext: Ein gutes Beispiel für ein formatives Modell? Vortrag auf der 9. Jahrestagung der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung, 9.-11. März, Bamberg, Deutschland.

Effekte von Zwei- und Mehrsprachigkeit und ihre Relevanz für schulisches Lernen

In einer Reihe von Forschungsvorhaben wird der Zusammenhang von (zuwanderungsbedingter) Mehrsprachigkeit und kognitiver Entwicklung adressiert. Für verschiedene, schulisch relevante Inhalte wie Mathematik oder das Erlernen einer weiteren Fremdsprache wird geprüft, ob und in welcher Weise Mehrsprachigkeit eine Ressource darstellt, die über die grundsätzliche Beherrschung der Zweitsprache hinausgeht.

Ausgewählte Publikationen:

Edele, A., Kempert, S., & Schotte, K. (2018). Does competent bilingualism entail advantages for the third language learning of immigrant students? Learning and Instruction, 58, 232-244. https://doi.org/10.1016/j.learninstruc.2018.07.002

Maluch, J. T. & Kempert, S. (2017). Bilingual profiles and third language learning: the effects of biliteracy, manner of learning, sequence of acquisition, and language use practices. International Journal of Bilingual Education and Bilingualism, 1-13. DOI: 10.1080/13670050.2017.1322036

Maluch, J. T., Neumann, M., & Kempert, S. (2016). Bilingualism as a resource for foreign language learning of language minority students? Empirical evidence from a longitudinal study during primary and secondary school in Germany. Learning and Individual Differences, 51, 111-118.

Saalbach, H., Gunzenhauser, C., Kempert, S., & Karbach, J. (2016). Der Einfluss von Mehrsprachigkeit auf mathematische Fähigkeiten bei Grundschulkindern mit niedrigem sozioökonomischem Status. Frühe Bildung, 5 (2), 73-81.

Maluch, J. T., Kempert, S., Neumann, M., & Stanat, P. (2015). The effect of speaking a minority language at home on foreign language learning. Learning and Instruction, 36, 76-85.

Kempert, S. & Hardy, I. (2015). Children's scientific reasoning in the context of bilingualism. International Journal of Bilingualism, 19 (6), 646-664.

Kempert, S. & Hardy, I. (2012). Effekte von früher Zweisprachigkeit auf das deduktive Schließen im Grundschulalter. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 44 (1), 27-39.

Kempert, S., Saalbach, H. & Hardy, I. (2011). Cognitive benefits and costs of bilingualism in elementary school students: The case of mathematical word problems. Journal of Educational Psychology, 103 (3), 547-561.

 

Die Rolle der Sprache für schulisches Lernen einschließlich Möglichkeiten ihrer Förderung

In einer Reihe von Publikationen wird der Forschungsstand zum Zusammenhang von Sprache und schulischer Entwicklung aufbereitet und zusammengefasst. Dabei wechselt der Fokus zwischen Befunden auf Ebene von großangelegten Studien der empirischen Bildungsforschung einerseits und Befunden psychologischer und sprachwissenschaftlicher Studien andererseits. Zudem fallen in dieses Feld auch Ansätze zur Förderung sprachlicher Fähigkeiten im Vor- und Grundschulalter.

Ausgewählte Publikationen:

Paetsch, J. & Kempert, S. (2022). Längsschnittliche Zusammenhänge von Wortschatz, Grammatik und Leseverständnis mit mathematischen Fähigkeiten bei Grundschulkindern mit nicht-deutscher Familiensprache. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 1–18.

Kempert, S., Schalk, L., & Saalbach, H. (2019). Sprache als Werkzeug des Lernens: Ein Überblick zu den kommunikativen und kognitiven Funktionen der Sprache und deren Bedeutung für den fachlichen Wissenserwerb. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 66, 176-195, DOI: http://dx.doi.org/10.2378/PEU2018.art19d

Kempert, S., Edele, A., Rauch, D., Paetsch, J., Darsow, A., Wolf, K., Maluch, J., & Stanat, P. (2016). Die Rolle der Sprache für zuwanderungsbezogene Ungleichheiten im Bildungserfolg. In: C. Diehl, C. Hunkler & C. Kristen (Hrsg.), Ethnische Ungleichheiten im Bildungsverlauf: Mechanismen, Befunde, Debatten (S. 157-241). Wiesbaden: VS Verlag

Kempert, S., Götz, R., Blatter, K., Tibken, C., Artelt, C., Schneider, W., & Stanat, P. (2016). Training early literacy related skills. Which contribution does a musical training make to phonological awareness development? Frontiers in Psychology, 7: 1803

 

studiVLK - Studentische Vertretungslehrkräfte in Schulen: eine Untersuchung der Effekte sozialer Unterstützung auf die Entwicklung professioneller Kompetenzen im Rahmen der selbstgesteuerten beruflichen Sozialisation

In Anbetracht des akuten Lehrkräftemangels sowie des individuellen Wunsches nach vermehrter Praxiserfahrung während des Lehramtsstudiums, gehen Studierende immer häufiger einer nebenberuflichen Tätigkeit an einer Schule nach. Diese Nebentätigkeit stellt für die Lehramtsstudierenden einen vorgezogenen Berufseinstieg dar und unterscheidet sich vom regulären Berufseinstieg, z.B. im Praxissemester oder im Vorbereitungsdienst, darin, dass es keine einheitlichen Vorgaben für die Aufgaben gibt, die sie in der Schule übernehmen, und keine systematische Betreuung durch Mentor*innen in der Schule gewährleistet wird. Zahlreiche empirische Befunde weisen indes darauf hin, dass ein gelungener Berufseinstieg essentiell für einen positiven Verlauf des Berufslebens sind. Vor diesem Hintergrund ist bislang ungeklärt, welche konkreten schulischen Tätigkeiten Studierende im Rahmen ihrer Nebentätigkeit ausüben und wie sie von ihren Kolleg*innen in der Schule unterstützt werden. Diesen Fragen möchten wir im Forschungsprojekt studiVLK nachgehen, indem wir die Effekte eines nicht-institutionalisierten Berufseinstieges auf die professionelle Kompetenzentwicklung studentischer Vertretungslehrkräfte untersuchen.

Ausgewählte Publikation:

Meyer, A., Richter, E., & Kempert, S. (2024). Student teachers as in-service teachers in schools: The moderating effect of social support in the relationship between student teachers’ instructional activities and their work-related stress. Teaching and Teacher Education146, 104633. https://doi.org/10.1016/j.tate.2024.104633

Zusammenhänge von Interesse und Lernen unter Berücksichtigung des Arbeitsgedächtnisses und des Vorwissens

Interesse stellt eine günstige Ausgangsbedingung für Lernprozesse dar. Am Arbeitsbereich erforschen wir den Zusammenhang von Interesse und Lernen im Inhaltsbereich des frühen naturwissenschaftlichen Sachunterrichts. Hier fokussieren wir affektiv-motivationale sowie kognitive Effekte der Berücksichtigung von individuellen Interessen bei der Vermittlung von Lerninhalten in der Grundschule.

Weitere Informationen:

DFG-Projekt IMAL1

Ausgewählte Publikationen:

Laufs, A.-K. & Kempert, S. (2021). Außerschulische Interessen als Ressource für die individualisierte Vermittlung der Variablenkontrollstrategie in der Grundschule. Unterrichtswissenschaft. Online- Vorveröffentlichung. DOI: 10.1007/s42010-020-00092-6

Laufs, A.-K. & Kempert, S. (2021). Individualisierte Vermittlung von Lerninhalten: Welchen Nutzen hat der Einbezug außerschulischer Interessen für den Lernerfolg? In N. Böhme, B. Dreer, H. Hahn, S. Heinecke, G. Mannhaupt & S. Tänzer (Hrsg.): Mythen, Widersprüche und Gewissheiten der Grundschulforschung: Eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme nach 100 Jahren Grundschule(Jahrbuch Grundschulforschung, Bnd. 25, S. XXX). Wiesbaden: Springer VS.