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Willkommen am Lehrstuhl für Organisations- und Verwaltungssoziologie


Aktuelle Informationen

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Neue Forschungsgruppe von der DFG bewilligt


Recht – Geschlecht – Kollektivität. Prozesse der Normierung, Kategorisierung und Solidarisierung (FOR 2265/0)

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat am 4. Juli 2017 in seiner Sommersitzung im Rahmen der DFG-Jahresversammlung in Halle (Saale) die Forschungs­gruppe »Recht – Geschlecht – Kollektivität. Prozesse der Normierung, Kategorisierung und Solidarisierung« bewilligt. An der Forschungsgruppe sind die Humboldt-Universität zu Berlin (HU), die Freie Universität Berlin (FU), die Technische Universität Berlin (TU) sowie die Universität Potsdam (UP) und die Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder (EUV) beteiligt.

Die interdisziplinäre Forschungsgruppe fragt nach dem Zusammenhang von Recht, Geschlecht und Kollektivität. In den Vordergrund gerückt werden die Austauschprozesse, Wechselwirkungen, Widersprüche und Ambiguitäten, die dort ent­stehen, wo alltagsweltliche, institutionelle und rechtliche Praktiken aufeinandertreffen. Gefragt wird nach den konstituierenden und regulierenden Funktionen, die den spezifischen Modi, Praktiken und Mobilisierungsformen des Rechts zukommen, und in welcher Weise Geschlechternormen und -verhältnisse in die untersuchten Kollektive und Dimensionen der Kollektivität hineinwirken. In sechs Teilprojekten werden Kollektive, Vorstellungen von Kollek­tivität und Prozesse der Kollektivierung in ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung analysiert und dabei unterschiedliche Dimensionen der Ko-Evolution von Recht, Geschlecht und Kollektivität in den Blick genommen. Mit der Perspektive auf Kollektive einer mittleren Ebene lotet die Forschungsgruppe unterschiedliche Aggregatzustände und Intensitäten von Kollektivität aus – von eher losen sozialen Bewegungen über manifeste soziale Gruppen wie Hausgemein­schaften und Wohnkollektive bis hin zu Vereinen und (politischen) Organisationen, von denen wichtige Impulse in Hinblick auf neue Formen der Teilhabe und Sozialität auszugehen scheinen. Die Forschungsgruppe zielt erstens auf einen theoretischen Mehrwert für die empirische Rechtsforschung und die Geschlechterforschung ab und will zweitens einen eigenständigen Beitrag zum Verständnis der Bedeutung von Kollektivität in spätmodernen Gesellschaften im transnationalen Zusammenhang leisten.

Antragsteller/innen (in alphabetischer Reihung): Prof. Maja Apelt, UP; Prof. Susanne Baer, HU; Prof. Beate Binder, HU (Sprecherin); Prof. Sabine Hark, TU; Prof. Eva Kocher, EUV; Prof. Martin Lücke, FU.


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Aktuelle Forschungsprojekte

Projekt "Bodyrules"

Das Projekt "Bodyrules" wird im Rahmen des Forschungsprogramms "Migration und gesellschaftlicher Wandel" Themenfeld II: "Diversität und institutioneller Wandel durch Zuwanderung" gefördert.

Forschungsleitende Frage des Verbundprojektes ist, wie Organisationen in einer durch Zuwanderung diverser werdenden Gesellschaft auf sich ändernde soziale Normen reagieren. In eine vergleichende Analyse werden Organisationen einbezogen, die von solch einem Wandel besonders berührt sind und für die der Umgang mit dem menschlichen Körper besonders relevant ist: Krankhäuser, Schulen und Schwimmbäder. Dabei spiegelt der Umgang mit dem menschlichen Körper zentrale soziale Normen des Umgangs innerhalb und zwischen den Geschlechtern wider. Diese können über Kulturen und Religionen hinweg variieren. Organisationsregeln etwa zur Badebekleidung, ärztlichen Untersuchung oder zum koedukativen Sportunterricht reflektieren soziale Normen im Umgang mit dem Körper. Das Projekt untersucht, wie diese sozialen Normen sich in den formalen, wie informalen Organisationsregeln widerspiegeln, bzw. durch diese beeinflusst werden, inwiefern die Organisationsregeln eine wachsende kulturelle und religiöse Diversität in Deutschland berücksichtigen und welche Prozesse von Ein- und Ausschluss, d. h. auch welche Konflikte sich daraus ergeben bzw. wie diese bearbeitet werden. Das Projekt basiert zentral auf qualitativen Fallstudien in ausgewählten Organisationen. Das Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft wird hierbei Fallstudien in drei Kliniken durchführen: Der Urologie, der Geburtsmedizin und der Dermatologie. Für die Praxisanwendung sollen eben solche Organisationsregeln, aber vor allem Wege der Entwicklung von Organisationsregeln identifiziert werden, die maximal inklusiv und gleichzeitig minimal konfliktfördernd wirken.

 

Teilprojekt "Männerbünde"

An der Universität Potsdam, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, ist das Teilprojekt "Männerbünde Militär und Feuerwehr – politische Interessengruppen und rechtliche Interventionen" angesiedelt. Dieses wird von Prof. Dr. Maja Apelt, Professorin für Organisations- und Verwaltungssoziologie, geleitet.

Thema des Teilprojekts ist, wie das Antidiskriminierungsrecht in männerbündischen Organisationen (Militär und Feuerwehr) interpretiert, angewendet oder auch ignoriert und dabei verändert wird. Analysiert wird dabei insbesondere, welche Akteure auf welche Weise und mit welchen Positionen daran beteiligt sind. Das Projekt verknüpft dabei rechts-, organisations- und geschlechtersoziologische sowie feldtheoretische Ansätze. Methodisch sollen Einzelfallanalysen durchgeführt werden, die qualitative Organisationsforschung und Situationsanalyse miteinander verknüpfen. Dem Projekt liegt dabei die These zugrunde, dass formale Gesetze machtvoll sind und institutionelle Felder beeinflussen, umgekehrt unterliegt die Umsetzung der Gesetze den institutionellen Logiken der Felder.


Aktuelle Veröffentlichungen

Apelt, Maja; Senge, Konstanze (Hrsg.) (2015): Organisation und Unsicherheit. Wiesbaden: Springer VS.


DFG-Graduiertenkolleg WIPCAD

Der Lehrstuhl ist Partner im Graduiertenkolleg "Wicked Problems, Contested Administrations: Knowledge, Coordination, Strategy" (WIPCAD).

WIPCAD