Skip to main content

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Für mich war von Anfang an klar, dass ich ein Semester im Ausland verbringen möchte. Unsere Universität, die Universität Potsdam, nimmt so wie viele Unis an dem Erasmus-Programm teil, welches ich definitiv weiterempfehlen kann! Mit Soziologie waren die Ziele etwas begrenzt, insbesondere wenn man sich auf Englisch als Sprache verlässt. Welches Gastland man auswählen kann und was für Sprachlevel erforderlich sind, findet man alles auf der Universitätsseite, wo alles über’s Studieren im Ausland steht.

Die Vorbereitung ist der zeitintensivste Teil, und ich würde auch empfehlen da eine gute Portion Zeit zu investieren. Insbesondere das OLA (Online Learning Agreement), welches wir bei unserem Glück online ausfüllen und einreichen konnten, hat einiges an Zeit in Anspruch genommen. Besonders wenn man anstrebt, sich all seine Kurse anrechnen zu lassen. Ich habe die Unis, die ich für mich priorisiert habe, verglichen und mich durch deren Studienprogramme, sowie auch Stärken und Schwächen gelesen. Ebenfalls habe ich mir vorab die Orte online angesehen, in denen sich die Universität befindet. Ich habe mir einen Plan gemacht, welche Kurse ich in der Theorie hier in Potsdam belegt hätte und dann versucht ähnliche im Kurskatalog meiner Gastuni zu finden. Anhand dessen kann man dann gut sein Motivationsschreiben schreiben. Die Austauschkoordinatorin kümmert sich dann um die Nominierung. Von ihr bekommt man auch eine Zu- oder Absage. Die Kontaktaufnahme mit der Gastuniversität war gut zu meistern, da zum einen die Radboud Universiteit eine gute Übersicht über deren Kontakte auf deren Website hat, und zum anderen nach der Nominierung die Universität sich bei dir mit den nächsten Schritten meldet. Ansonsten, wenn alle Stricke reißen, einfach das Erasmus Office der Gastuni kontaktieren und die leiten einen dann weiter. Das Einreichen der meisten Unterlagen im Laufe des gesamten Prozesses erfolgte über das Erasmus+ Portal. Die Infoveranstaltungen und Zoom-Meetings sind sehr hilfreich, über die man rechtzeitig über das Erasmus-Office benachrichtigt wird. Wenn man an diesen teilnimmt, sowie den Schritten folgt, die von der Gastuni mitgeteilt werden, verläuft die Vorbereitung trotz Anstrengung reibungslos.


Studienfach: Ein-Fach Bachelor Soziologie

Aufenthaltsdauer: 09 /2025 – 01/2026

Gastuniversität: Radboud Universiteit

Gastland: Niederlande

Studium an der Gastuniversität

Das Studium an der Uni ist anders als man es hier sonst gewohnt ist. Ein Semester wird in sogenannte Perioden eingeteilt. Das Wintersemester hat in dem Fall Periode 1 & 2, das Sommersemester 3 & 4. Dementsprechend muss man auch die Kurse wählen, da nicht alle in jeder Periode angeboten werden. Mithilfe des Timetable Tools – wozu es auch ein Youtube Tutorial von der Uni gibt – kann man schauen, dass die Kurse sich zeitlich nicht überlappen. Es gibt Vorlesungen, als auch Workgroups (so etwas wie Seminare). Meine Workgroups wie auch vereinzelt Vorlesungen hatten alle Anwesenheitspflicht. Die Vorlesungen haben immer eine 15-minütige Pause, weswegen die Blöcke nicht wie hier 1 1/2h gehen, sondern 1h 45min. Bei den Workgroups gilt dasselbe. Dadurch, dass das Semester quasi in zwei geteilt ist, hat man vom Gefühl her zwei kleine Klausurphasen – je nach dem wie man sich die Kurse legt. Meine Empfehlung hier ist, dass man im Kurskatalog klar nachliest, was für eine Prüfungsleistung am Ende abgefragt wird und wie diese gewichtet ist. Das kann einem am Ende viel Stress sparen. Die Bewertung ist anders – die Skala liegt hier von 0-10. Für ein Bestehen braucht man eine 5,5. Bei Multiple-Choice Klausen wird noch ein sogenannter „Chance-Score“ abgezogen, der von vornherein einen prozentualen Anteil an Punkte abzieht, mit der man nur durch’s Raten bestehen könnte. Daher liegt der prozentuale Anteil, um 5,5 zu erreichen, höher als bei nur 55%. Die Note 9 oder 10 wird selten vergeben – laut einem Dozenten ist diese Note „göttergleich“. Es sei sozusagen perfekt, und perfekt gibt es nicht. Daher sollte man sich selbst nicht so viel Druck machen - Studenten streben meist eine 5,5 oder 6 an und sind damit glücklich, was ich so unterschreiben kann.  Der Aufwand hängt ganz stark von der Kurswahl ab. Die Dozenten waren gut über deren Uni-Mail erreichbar und Dokumente waren alle über deren System „Brightspace“ verfügbar, wo man auch seine Hausarbeiten, Assignments etc. eingereicht hatte. Dort wird man automatisch in die Kurse eingeschrieben, für die man sich beworben hat. Das Studienklima war nicht viel anders als an deutschen Unis. Gruppenarbeiten erfolgten ebenfalls meist mit internationalen Studenten. Zum Lernen gab es am Unicampus einige Möglichkeiten. Meine Fakultät hatte z.B. das Social Science Café, welches ich sehr geliebt habe und wo ich gerne meine tägliche Dosis Koffein geholt, wie auch Uni-Assignments bearbeitet habe. Selbstverständlich gab es auch eine Bibliothek, die auch Drucker zur Verfügung stellt.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Tatsächlich hat sich der Kontakt zu Einheimischen sehr in Grenzen gehalten. Man war sehr in der “international-student-bubble“ und das war auch okay so!

Die Intro-Woche würde ich jedem wärmstens empfehlen, da dort die ersten Gruppen und Freundschaften gebildet werden, die sich sehr wahrscheinlich auch durch den Aufenthalt ziehen. Außerdem lernt man durch die geplanten Aktivitäten die Stadt kennen, was auch mehr Spaß macht mit einer Gruppe voller internationaler Studenten. Auch in den Unikursen findet man sich immer mit den internationalen Studenten zusammen. Die niederländischen Studenten halten da eher Abstand und verweilen in ihren Kreisen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Meine Sprachkompetenz hat sich nach meinem Empfinden nicht viel verändert. Ich hatte bereits vor dem Aufenthalt C1-Englisch, weswegen ich auch nicht viele Probleme hatte, mich zu verständigen. Jedoch hatte ich Glück und hatte zwei Briten als Mitbewohner, wodurch sich mein täglicher Sprachgebrauch schon verbessert hat und ich damit mein Vokabular etwas erweitern konnte.

Wohn- und Lebenssituation

Ich hatte mir ein Zimmer gebucht in dem Studentenkomplex „Vossenveld“, bereitgestellt von „sshn“. Man kann sich für deren Unterkünfte bewerben, wo man dann eine Mail bekommt, mit einem Link, wo einem dann die Zimmermöglichkeiten angezeigt werden, die einem noch zur Verfügung stehen. Sshn hat eine gewisse Anzahl an Zimmern für internationale Studenten reserviert – man sollte bei der Buchung nach dem Erhalt des Links schnell sein, da die Zimmer schnell weggebucht werden. Der Wohnungsmarkt in den Niederlanden ist nicht gut, insbesondere für internationale Studenten. Daher würde ich ein Zimmer in einem Studentenkomplex empfehlen! Insbesondere da man so noch weitere Leute kennenlernt.

Ich persönlich habe eine Visa-Karte, was mir die Kartenzahlung ohne Probleme ermöglichte. Dennoch empfehle ich Revolut, da das für Online Bestellungen in den Niederlanden einfacher ist.  Nummer Eins Verkehrsmittel war das Fahrrad. Busse fuhren auch, und das auch recht verlässlich, aber das Fahrrad geht schneller. Ich hatte meins bei Swapfiets geliehen. Bei Marktplaats kann man sich jedoch auch eins für schon 50€ gebraucht kaufen. Um ein Fahrrad kommt man jedoch definitiv nicht herum! Um andere Städte zu besuchen konnte man einfach in den Zug steigen und die Tickets über die NS-App buchen (Tipp: Gruppentickets + direkt ein Return-Ticket sind günstiger!). Die Lebensunterhaltskosten nehmen sich mittlerweile kaum von Deutschland, sind jedoch etwas teurer. Drogerieprodukte werden hier jedoch zu exorbitant hohen Preisen verkauft. Dinge wie Duschgel kann man für einen günstigen Preis auch gut bei Lidl holen oder dem Store „Normal“ im City Centre. Bezüglich Freizeitaktivitäten kann ich das Abo für das Sportcentrum an der Uni empfehlen – man kann da etliche Kurse belegen, wie auch in das Fitnessstudio gehen. In der Stadt gab es vereinzelte Clubs aber der meistbesuchte war meines Erachtens Club Novia und die Bar’s herum. Die Café’s in der Stadt sind sehr schön und ich würde jedem empfehlen so viele wie möglich auszuchecken!

Studienfach: Ein-Fach Bachelor Soziologie

Aufenthaltsdauer: 09 /2025 – 01/2026

Gastuniversität: Radboud Universiteit

Gastland: Niederlande


Rückblick

Wählt die Kurse so schlau wie möglich, sodass man am Ende so wenig wie möglich zu tun hat. Wechselt notfalls einen Kurs und ändert euer OLA. Die Pre-Arrival Services von der Uni sind ein life-saver, ebenfalls der Store „Action“ für die restliche Einrichtung im neuen Zimmer. Nehmt so viele Aktivitäten und Treffen mit wie möglich. Sozialisieren ist das A&O, wobei man sich selbst selbstverständlich nicht vergessen sollte. 

Habt keine Hemmungen andere Studenten anzusprechen – wir sind alle in derselben Situation! Genießt die Zeit so gut es geht, denn es geht wie im Flug vorbei!

Niederlande

Niederlande

Zurück zur Länderseite

Studying abroad

Studium im Ausland

Hier finden Sie alle Informationen zum Studium im Ausland

Financial Aid

Finanzierung & Stipendien

Wie Sie Ihr Auslandsstudium finanzieren können und welche Stipendien Sie erhalten können, erfahren Sie hier