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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ich habe mich für ein Erasmus Semester beworben, da ich schon immer gerne mal im Ausland wohnen wollte. Gerade Italien hat mich da sehr gereizt, da ich zum einen schon ein bisschen italienisch gesprochen habe, und zum anderen mir die Kultur und der „Italian way of living“ sehr zusagte. Tatsächlich hatte ich eine für Physik eine große Auswahl an italienischen Gastunis. Ich habe mich dann am Ende für Turin entschieden, da die Kurse am interessantesten klangen. 

Die Bewerbung bei Erasmus ging sehr einfach für mich, da es in der Physik deutlich mehr Plätze als Interessierte gibt. Die „Bewerbung“ bei der Gastuni war leider durch Probleme erst Ende August möglich, also wenige Tage bevor es für mich losging.

Dies war jedoch kein Problem, weil es sich hierbei nur um eine Formalität handelte. 

Die Eigentliche Kontaktaufnahme mit Erasmus-Koordinator und Professor*innen gestaltete sich sehr leicht über E-Mail, meist erhielt ich eine Antwort nach bereits wenigen Minuten. 


Studienfach: Physik B.Sc

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Università di Torino

Gastland: Italien

Studium an der Gastuniversität

Das Studium in der Vorlesungszeit war relativ entspannt. Der Hauptgrund dafür war, dass es in Italien unüblich ist Übungszettel auszugeben, was im Physik Studium in Deutschland aber Gang und gebe ist. So war ich mehr aufs Selbststudium angewiesen. 

Die Sprache viel mir leicht, da ich alle bis auf einen Kurs auf Englisch hatte. In dem einen Kurs, den ich auf Italienisch hörte, war es schwer zu folgen: Durch das englische Skript aber durchaus machbar. Die Prüfungen konnten allesamt auf Englisch erledigt werden. 

Die Dozent*innen waren immer sehr entgegenkommend, wenn etwas unklar war oder es anderweitige Probleme gab. 

Fachlich würde ich die Vorlesungen als etwas theoretischer einschätzen. So ist es nicht unüblich gewesen, dass der/die Dozent*in einen 90min Tafelvortrag gehalten hat. 

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden 

Aller Anfang ist schwer: So viel es mir in den ersten Wochen nicht leicht Anschluss zu finden. Jedoch gab es sehr viele Aktivitäten des Erasmus Student Networks. Auch wurde sehr viel in den verschiedenen Erasmus WhatsApp Gruppen organisiert, wo man sich auch immer anschließen kann. Einen Guten Kontakt zu Italiener*innen zu finden war nicht so leicht: durch Vorlesungen tägliches Besuchen der Mensa freundete ich mich auch mit ein paar Locals an. 

Insgesamt habe ich durch das Erasmus-Semester aber sehr viele neue Freunde gefunden, die unglaublich lieb sind und mein Leben sehr bereichern. 

Sprachkompetenz vor und nach dem Aufenthalt 

Schon bereits vor meinem Aufenthalt habe ich zwei italienisch Kurse des Zesko besucht, sodass ich vor dem Erasmus ungefähr ein B1 Level hatte. Dieses konnte ich während des Erasmus festigen und ausbauen. Gerade beim Sprechen habe ich durch das Erasmus sehr viel Sicherheit gewonnen. Italinier*innen sind meistens auch immer sehr geduldig und freuen sich, wenn man italienisch mit ihnen spricht. 

Wohn- und Lebenssituation 

Der Wohnungsmarkt in Turin ist im Allgemeinen sehr angespannt. So ist es gerade für Studis meist sehr schwer eine preislich akzeptable Unterkunft zu finden. Öffentliche Wohnheimsplätze für internationale studierende gibt es keine, jedoch hat die Uni Notunterkünfte, die man im absoluten Notfall bekommen könnte. Es ist ratsam früh auf die Suche nach einer Wohnung zu gehen. Dabei empfehle ich Cerco Allogio, dieser Anbieter ist nicht nur staatlich lizensiert, sondern partnert auch mit die Unis in Turin (weniger Provision). 

Wenn man einmal in Turin ist und sich ein bisschen auf Facebook Marketplace umschaut, ist es allerdings auch möglich ohne Vermittlung eine Wohnung zu finden. 

Ich habe eine Miete von 460€ bezahlt was ziemlich durchschnittlich ist. 

Finger weg von Wohnungen im Barriera di Milano, dort wurden mehrere meiner Freunde ausgeraubt. 

Turin als Stadt ist sehr zu empfehlen. Es gibt nicht nur viele historische Bauwerke sonder auch sehr viele nette Bars und Clubs. Im Allgemeinen ist Turin eine sehr studentische Stadt mit mehr als 60k Studierenden an Unito und Polito zusammen. 

Auch besonders zu empfehlen sind Tagestrips in die Berge: Wandern, Skifahren, Klettern ist alles möglich. Die Berge sind bei klarer Sicht auch teil der Skyline von Turin. 

Ein weiteres Highlight sind meiner Meinung nach die Museen. Zum Beispiel gibt es das Ägyptische Museum (2. Größtes der Welt), das Lavazza Muesum, und die Galleria d’Italia Torino. Mit dem Abonnemento Museei, kommt man in alle Museen des Piemont (auch Paläste etc.) kostenlos rein. Für unter 25 kostet dies nur 30€ im Jahr! 

Der Public Transport in Turin ist grundsätzlich in Ordnung, da es ein großes Angebot gibt. Nur sollte man sich davon verabschieden zu sehr auf die Fahrpläne zu schauen, da diese in der Regel sowieso nicht eingehalten werden. Eine Ausnahme bildet hier jedoch die Metro, die fast immer pünktlich ist. Die Tickets für den ÖPNV sind mit 2€ auch sehr erschwinglich. Diese können entweder in den Tabacchi oder mit der EC-Karte auch im Verkehrsmittel gekauft werden. Ein monatliches Abonnement für 25€ existiert auch. 

Fahrrade fahren in Turin ist grundsätzlich auch möglich. Es gibt tatsächlich auch gut Radwege (via Nizza z.B.). Allerdings sollte beachtet werden, dass Autos in Italien wenig Rücksicht auf Radfahrende nehmen. 

Studienfach: Physik B.Sc

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Università di Torino

Gastland: Italien

Rückblick

Das Erasmus Semester in Turin war für mich eine sehr schöne Erfahrung, bei der ich viel über die italienische, aber auch andere Kulturen gelernt habe. Gerade der Umgang mit Studierenden aus ganz Europa hat mich dabei sehr geprägt. 


Italien

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