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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Die Bewerbungsfrist für ein Auslandssemester in Australien an der Universität Potsdam ist jedes Jahr der 1. Juni. Dabei ist es egal, ob man sich für das Sommer- oder Wintersemester des darauffolgenden Jahres bewirbt. Da ich ein absoluter Sommermensch bin und warmes Wetter liebe, habe ich mich bewusst für das Wintersemester 2025/26 entschieden. So konnte ich nach Ende des Semesters noch den australischen Sommer zum Reisen nutzen.

Meine Vorbereitungen starteten entsprechend früh, ungefähr im April 2024. Ein wichtiger Teil der Bewerbung war der Nachweis der Englischkenntnisse. Aufgrund der Anforderungen meines Masterstudiengangs in Potsdam habe ich mich für den TOEFL-Test entschieden, für den man sich online anmelden kann. Die Kosten lagen bei etwa 190 €, wurden in meinem Fall aber teilweise von der Universität übernommen.

Nach dem Abschicken der Unterlagen bekam ich eine Einladung zu einem Auswahlgespräch mit dem International Office sowie einem weiteren Bewerber. Ich war ziemlich aufgeregt, habe mich aber gut vorbereitet und mir vor allem klar gemacht, warum ich nach Australien und speziell nach Sydney möchte. Das kann ich wirklich jedem nur empfehlen. In meinem Fall hat es funktioniert, denn ein paar Wochen später kam die Zusage.

Danach hieß es erstmal warten, bis sich die Macquarie University meldete. Da ich mich für das australische Session-2-Semester (Mitte Juli bis Anfang Dezember 2025) beworben hatte, dauerte es etwas länger. Im März 2025 kam dann das sogenannte Letter of Offer, das ausgefüllt und zurückgeschickt werden musste. Anschließend erhielt ich das Certificate of Enrollment (CoE), das man für die Beantragung des Studentenvisums braucht. Für die Macquarie University reicht kein Work-and-Travel-Visum aus, stattdessen benötigt man das Student Visa (Subclass 500). Dieses kostet umgerechnet etwa 900 € und kann komplett online beantragt werden. Das Ausfüllen war unkompliziert und die Bestätigung kam bei mir recht schnell.

Außerdem muss man während des Aufenthalts krankenversichert sein. Auf Empfehlung der Uni habe ich mich bei Medibank versichert. Die Anmeldung ist im Letter of Offer gut erklärt und relativ einfach. Die Versicherung lief bei mir bis zum Ablauf des Studentenvisums Anfang Februar, was super praktisch ist, falls man nach dem Semester noch reisen möchte. Ich selbst musste die Versicherung zwar nicht nutzen, habe aber mitbekommen, dass nicht alle Krankenhäuser Vertragspartner sind. Teilweise muss man erst selbst zahlen und kann sich die Kosten später zurückerstatten lassen, wofür man meines Wissens allerdings ein australisches Bankkonto braucht.

Zusätzlich habe ich mich für das Semester in Deutschland beurlauben lassen. Ob das sinnvoll ist, muss jede*r für sich entscheiden, da man in dieser Zeit kein Semesterticket hat und keine Prüfungsleistungen in Deutschland ablegen darf. Wer schon im Januar zurückkommt, sollte sich gut überlegen, ob sich eine Beurlaubung wirklich lohnt.

Ein weiterer stressiger Punkt in der Vorbereitung war die Organisation der Prüfungen in Deutschland. Ich musste frühzeitig mit den Dozierenden sprechen, um Klausuren vorzuziehen, mündliche Prüfungen zu vereinbaren oder Leistungen so zu planen, dass sie auch aus Australien abgegeben werden konnten. Bis auf eine Veranstaltung hat das bei mir ganz gut geklappt. Zu empfehlen ist es aber, die Veranstaltungen schon so zu wählen, dass man Stress vermeidet und frühzeitig auf die Dozierenden zugeht.

Ich bin bewusst so angereist, dass ich pünktlich zur Orientation Week da war. Falls man allerdings wichtige Klausuren hat, die sich nicht verschieben lassen, kann man meiner Meinung nach auch ein paar Tage der Orientation Week verpassen. Zwar lernt man dort viele Leute kennen, aber einige Veranstaltungen wiederholen sich und auch zu Semesterbeginn gibt es noch viele Möglichkeiten, neue Kontakte zu knüpfen. Besonders empfehlenswert sind die Club Stalls im Central Courtyard, bei denen sich zahlreiche Studierendeclubs vorstellen.


Studienfach: 

Aufenthaltsdauer: 07/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Macquarie University

Gastland: Australien

Studium an der Gastuniversität

Ich habe drei Veranstaltungen belegt, was an der Macquarie University 30 Credit Points entspricht. In meinem Masterstudium in Potsdam wurden mir davon 18 Leistungspunkte angerechnet. Als internationaler Studierender kann man seine Kurse grundsätzlich relativ frei wählen. Einige Studierende aus Europa nutzten das, um komplett fachfremde Kurse zu belegen.

Ich habe mich bewusst für Kurse entschieden, die fachlich zu meinem Studium passen und die ich mir anrechnen lassen konnte. Was mir vorher allerdings nicht klar war: Manche Veranstaltungen werden sowohl für Bachelor- als auch für Masterstudierende angeboten. Die Prüfungen unterscheiden sich zwar, die Vorlesungen sind aber identisch. In einem Kurs führte das dazu, dass ich mich etwas unterfordert fühlte, da viele Inhalte Wiederholungen waren.

Mein Tipp daher: Bei der Kurswahl genau schauen, auf welchem Niveau die Veranstaltung angeboten wird. Für einige Kurse brauchte ich außerdem sogenannte Waiver, um bereits erbrachte Leistungen nachzuweisen. Diese konnte ich problemlos über das Studierendenportal eStudent beantragen, meist waren sie nach wenigen Tagen genehmigt. Die komplette Organisation rund um Kurse und Einschreibung läuft über dieses Portal, auch wenn es am Anfang etwas dauert, bis alles freigeschaltet ist. Ich habe mich am Anfang super gewundert, dass alles so lange dauert, aber das ist wie gesagt normal. Bei Fragen könnt ihr euch zum Glück per Mail an deren Hilfsportal wenden, welches auch innerhalb eines Tages antwortet.

Die Qualität der Lehrveranstaltungen war sehr unterschiedlich. In zwei Software Kursen bestanden die Prüfungsleistungen aus zwei Coding Assignments und einer Klausur. Einer der Kurse war super organisiert, mit guten Vorlesungen, hilfreichen Tutorien, viel Material zum Selbstlernen und fairen Prüfungen. Der andere Kurs war leider deutlich schlechter organisiert, die Tutorien waren wenig hilfreich und teilweise sogar fachlich falsch. Auch der Umfang der Coding Assignments schwankte stark und war teilweise ziemlich zeitaufwendig.

Die dritte Veranstaltung war ein Businesskurs, bei dem man eine Klausur, einen individuellen Report und einen Gruppenreport schreiben musste. Der Dozierende und die Tutor*innen waren sehr engagiert und immer ansprechbar. Der Kurs war allerdings deutlich anspruchsvoller als die anderen, vor allem der Schreibaufwand sollte nicht unterschätzt werden.

Alle Vorlesungen und Tutorien fanden in Präsenz statt, wurden aber meist auch gestreamt oder aufgezeichnet. Insgesamt würde ich sagen, dass das Studium entspannter als in Deutschland war und man mehr Freizeit hatte. Trotzdem gibt es Phasen, besonders vor dem Mid-Session Break und am Ende des Semesters, in denen es nochmal richtig stressig wird.

Der Campus der Macquarie University ist wirklich schön und modern. Es gibt viele gute Lernplätze und Orte, um sich mit Freund*innen zu treffen. Besonders die Bibliothek und das Gebäude 1 Central Courtyard (1CC) eignen sich super zum Lernen. Eine klassische Mensa gibt es nicht, stattdessen einen Food Court mit internationalem, vor allem asiatischem Essen. Preislich liegt man bei etwa 8–12 € pro Mahlzeit. Die technische Ausstattung ist insgesamt gut, allerdings gibt es kein frei zugängliches Compute-Cluster, was für mich als Computer-Science Student für manche Kurse ganz praktisch gewesen wäre.

Soziale Kontakte und Wohnen

In der Orientation Week lernt man sehr schnell viele neue Leute kennen, da eigentlich alle offen für neue Kontakte sind. Allerdings nehmen überwiegend internationale Studierende teil, Australier*innen sieht man dort eher selten. Das liegt unter anderem daran, dass die Macquarie University einen sehr hohen Anteil internationaler Studierender hat und viele Australier bereits feste Freundeskreise haben. Wer gezielt Einheimische kennenlernen möchte, sollte sich Studierendenclubs, aus meiner Erfahrung vor allem Sportclubs, anschließen.

Ich habe mich zu Beginn beim Rugby-Team der Uni angemeldet. Da es im Winter in Sydney allerdings viel geregnet hat, fiel das Training häufig aus. Deshalb habe ich mir zusätzlich einen Handballverein an der University of Technology Sydney (UTS) gesucht. In beiden Teams habe ich viele Australier*innen unterschiedlichen Alters kennengelernt und schnell Anschluss gefunden. Zum Abschluss des Semesters durfte ich sogar für die Auswahl von New South Wales bei den Australian State Championships spielen, was definitiv eines der Highlights meines Aufenthalts gewesen ist.

Ich habe nicht auf dem Campus gewohnt, da ich mir kein Zimmer teilen wollte und die Einzelzimmer dort mit etwa 900 € im Monat sehr teuer sind. Stattdessen habe ich über Flatmates ein Zimmer in North Ryde gefunden, nahe der Uni, für etwa 600 € im Monat. Ich lebte in einem Haus mit Garten mit überwiegend internationalen Studierenden. Es war eher eine Zweck-WG, was mich persönlich aber nicht gestört hat.

North Ryde ist ein ruhiger, schöner Stadtteil mit guter Anbindung. Mit der Metro ist man schnell an der Uni und in der Innenstadt. Wer mehr Partyleben sucht, ist auf dem Campus oder in zentralen Stadtteilen besser aufgehoben. In Sydney ist es außerdem völlig normal, auch während des Aufenthalts nochmal umzuziehen. Wichtig ist nur, keinen langfristigen Mietvertrag abzuschließen.

Zu beachten ist außerdem, dass die Macquarie University relativ weit vom Meer entfernt liegt. Je nach Strand dauert die Fahrt oft über eine Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wer viel Zeit am Strand verbringen möchte, sollte einen besser angebundenen Stadtteil wählen und ggf. Vorlesungen online verfolgen.

Transport und Lebenshaltungskosten

Der öffentliche Nahverkehr in Sydney ist insgesamt gut ausgebaut. Die Metro ist extrem schnell, fährt aber hauptsächlich in Richtung Innenstadt. Busse und Züge ergänzen das Netz, sind jedoch oft langsamer. Zu den Stränden kommt man fast ausschließlich mit dem Bus.

Das Verkehrsnetz heißt Opal. Man kann entweder eine physische Karte nutzen oder alles direkt über das Smartphone regeln. Die Fahrpreise sind relativ hoch, allerdings gibt es ein wöchentliches Kostenlimit von 50 AUD, das man bei regelmäßiger Nutzung schnell erreicht. An den Wochenenden (Freitag bis Sonntag) liegt das Tageslimit unter 10 AUD, was Ausflüge besonders günstig macht.

Ich habe mir zu Beginn über Gumtree ein gebrauchtes Fahrrad für 50 AUD gekauft und bin damit fast jeden Tag zur Uni gefahren. Wichtig zu wissen: In Australien gilt die Helmpflicht. Das heißt, neben dem Fahrrad braucht ihr auch noch Helm und Schloss. Da ich Fahrrad fahren liebe, hat es sich für mich auf jeden Fall gelohnt, aber auch preislich konnte ich damit etwas Geld sparen.

Die Lebensmittelpreise sind vergleichbar mit Deutschland. Aldi ist etwas günstiger als Coles oder Woolworths, allerdings haben alle Supermärkte regelmäßig Angebote. Besonders gut gefallen hat mir die Auswahl bei Coles, vor allem beim Obst.

Sehr praktisch ist die Aldi-SIM-Karte: Für 25 AUD bekommt man eine SIM inklusive eines Monats Guthaben. Danach kann man monatlich für 23 AUD aufladen und erhält 12 GB Datenvolumen sowie Inlandsanrufe.

Ich selbst habe während meines Aufenthalts nicht gearbeitet, kenne aber einige Studierende, die Nebenjobs in der Gastronomie oder im Einzelhandel hatten. Fachnahe Jobs, etwa im IT-Bereich, sind deutlich schwieriger zu finden und erfordert etwas mehr Planung.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Da mein Masterstudium bereits auf Englisch stattfindet, hatte ich vor dem Aufenthalt keine Probleme mit Lesen oder Schreiben. Am meisten profitiert habe ich aber beim Sprechen. Dadurch, dass man ständig Englisch spricht, verliert man schnell Hemmungen, was mir denke ich vor allem für Präsentationen und berufliche Situationen sehr geholfen wird.

Studienfach: 

Aufenthaltsdauer: 07/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Macquarie University

Gastland: Australien

Rückblick

Sydney ist für mich eine der schönsten Städte, in denen ich je war. Es gibt unglaublich viel zu entdecken, egal ob Natur, Stadt oder Kultur. Wenn es zeitlich möglich ist, würde ich empfehlen, mindestens einmal umzuziehen, um verschiedene Stadtteile kennenzulernen, denn jeder hat seinen eigenen Charakter. 

Außerdem solltet ihr das Opal-System vor allem an den Wochenenden nutzen: Die Fähre nach Watsons Bay, der Zug in die Blue Mountains oder ein Ausflug nach Palm Beach sind absolut empfehlenswert. Auch die zweiwöchigen Semesterferien und die Zeit nach dem Semester eignen sich perfekt zum Reisen. Australien ist ideal für Roadtrips, die Campingplätze sind oft sehr schön und günstig. Bei gezielter Recherche findet man auch kostenlose Stellen, wie zum Beispiel in den State Forests in NSW. 

Absolute Highlights und klare Must-dos, würde ich sagen, sind für mich die Whitsundays und der Uluru. Da es ziemlich sicher nicht mein letzter Aufenthalt in Australien gewesen sein wird, sieht man sich vielleicht. In diesem Sinne – see ya down under!


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