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Veranstaltungen im Jahr 2012

27. Oktober 2012: Einstiegstraining zum „Umgang mit Konflikten“

Überall dort, wo Menschen miteinander kommunizieren, kann es zu Missverständnissen und Konflikten kommen: am Arbeitsplatz bzw. im Studienalltag ebenso wie im privaten Bereich. Hiervon wussten die Mentorinnen und Mentees, die am 27.10.2012 am Einstiegstraining zum Konfliktmanagement teilnahmen, genügend Beispiele zu berichten.

Gemeinsam mit der Seminarleiterin Dipl.-Psych. Julia Lehnhof erarbeiteten sie schrittweise die Grundlagenkenntnisse, die erforderlich sind, um mit schwierigen Situationen angemessen umgehen zu können. Sie lernten unter anderem die vier Kommunikationsebenen einer Botschaft kennen und diese zu interpretieren. Neben der Klärung von Begrifflichkeiten sprach die Gruppe auch eingehend über die vielfältigen Gründe und Motive, die für die Entstehung einer Konfliktsituation im zwischenmenschlichen Miteinander ursächlich sein können.

Bei der bloßen Wissensvermittlung blieb es aber nicht. Julia Lehnhof lieferte nicht nur viele Anregungen und Hilfestellungen, wie man einen Konflikt konstruktiv lösen oder diesem idealerweise vorbeugen kann, sondern bot den Teilnehmerinnen regelmäßig auch die Gelegenheit, im Rahmen von Rollenspielen typische Alltagssituationen zu simulieren. Ein persönlicher Test zeigte schließlich, welchem Kommunikationstyp die Mentorinnen und Mentees zuzuordnen sind und in welchen Bereichen ihrer Kommunikation Entwicklungspotential besteht.

13. Oktober 2012: Bewerbungstraining für Mentees

Am 13.10.2012 luden wir die Mentees zu unserem mittlerweile traditionellen Bewerbungstraining mit Dipl.-Psych. Julia Lehnhof ein. Einen ganzen Tag lang befassten sich die Teilnehmerinnen mit diesem wichtigen Thema. 

Nach einer kurzen Einführung besprachen Julia Lehnhof und die anwesenden Mentees ganz ausführlich jede einzelne Station des Bewerbungsverfahrens,von der Stellensuche bis zum Bewerbungsgespräch. Es ging vor allem darum, eigene Stärken und Fähigkeiten zu erkennen und diese dem potentiellen Arbeitgeber überzeugend zu präsentieren. Gearbeitet wurde während des Trainings auch mit aktuellen Stellenanzeigen und eigenen Bewerbungsunterlagen, die die Mentees mitbrachten und die nun gemeinsam analysiert wurden. So konnten die Mentees die theoretischen Kenntnisse auch ganz praktisch einüben und erhieltenzugleich Anregungen für weitere Bewerbungsverfahren.

Sonderprogramm anlässlich des Besuches der ungarischen Austauschstudenten

Seit diesem Jahr bietet die Universität Szeged/Ungarn in Kooperation mit der Juristischen Fakultät der Universität Potsdam ungarischen Absolventen der Rechtswissenschaften die Möglichkeit, den zweijährigen Aufbaustudiengang „Deutsches Recht: Die Deutsche Rechtsschule mit Ausbildung zum Fachübersetzer“ zu absolvieren. Der Studiengang ergänzt die juristische Ausbildung in Ungarn und erhöht die Wettbewerbschancen der Absolventen auf dem ungarischen und europäischen, insbesondere deutschen Arbeitsmarkt um ein Vielfaches. In der Zeit vom 23.07. bis 01.09.2012 waren nun die ersten 10 Studenten dieses Studienganges in Potsdam, um an einem vorbereitenden Intensivsprachkurs teilzunehmen. Ziel des Sprachkurses ist es, auf die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH) Stufe II vorzubereiten.

Um den künftigen Fachübersetzern auch einen Einblick in das deutsche Rechtssystem zu geben, organisierte das Juristinnen Mentoring Potsdam gemeinsam mit einigen Mentees drei verschiedene Veranstaltungen für sie. Den Auftakt bildete ein Kennenlerntreffen am 01.08.2012, bei dem die Mentees sich und die Juristische Fakultät vorstellten und auch die juristische Ausbildung in Deutschland erläuterten, insbesondere mit all ihren Besonderheiten in Potsdam.

In der darauffolgenden Woche besuchten wir am 07.08.2012 die Gedenkstätte Lindenstraße 54/55, die an die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert erinnert. Das barocke Stadtpalais, in der die Gedenkstätte untergebracht ist, erlebte in den letzten 200 Jahren eine wechselvolle Nutzungsgeschichte. Zuletzt wurde es als Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR genutzt. Bis zum Jahr 1989 waren dort annähernd 7.000 Frauen und Männer den menschenrechtswidrigen Haftbedingungen und den Verhörmethoden der Staatssicherheit schutzlos ausgeliefert. Bei einem Rundgang über das Gelände und durch das Gebäude beschrieb der Zeitzeuge Hartmut Richter sehr eindrücklich die damaligen gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in der DDR und den Haftalltag.

Anschließend saßen wir im Café „La Maison du Chocolat“ im Holländischen Viertel  bei einer heißen Schokolade gemütlich zusammen. Wir tauschten zunächst unsere Eindrücke von der Veranstaltung aus, unterhielten uns danach aber über verschiedene andere berufliche und private Themen.

Den Abschluss unserer Veranstaltungsreihe bildete der Besuch des Amtsgerichts Potsdam. Hier nahmen wir an zwei mündlichen Verhandlungen in Strafsachen teil. In einer Sache fand sogar eine Zeugenvernehmung statt, was für alle Studenten sehr spannend war. In der Kantine werteten wir die beiden Verhandlungen aus und beantworteten die Fragen der Austauschstudenten. Auch verglichen wir den Ablauf des ungarischen und des deutschen Strafverfahrens miteinander, was zu zum Teil interessanten Ergebnissen führte.

Wir danken allen Mentees, die zum Gelingen der Veranstaltungen beigetragen haben, sehr herzlich. Den ungarischen Studenten wünschen wir alles Gute für den bevorstehenden neuen Ausbildungsabschnitt!

11. Juli 2012: Besuch der JVA für Frauen in Berlin - Semesterabschluss

17 Mentorinnen und Mentees freuten sich schon vor dem eigentlichen Termin auf diese Semesterabschlussveranstaltung. Am 11.07.2012 war es dann endlich soweit: Wir besuchten die Justizvollzugsanstalt für Frauen in Berlin-Lichtenberg. Sie ist die Haupt- und Aufnahmeanstalt der JVA für Frauen Berlin und verfügtüber insgesamt 105 Haftplätze. Im Seminarraum begrüßten uns der Anstaltsleiter Matthias Blümel sowie seine Stellvertreterin Staatsanwältin Claudia Köhler. Bei Kaffee, Tee und Keksen sprachen sie zunächst über ihre Aufgaben und berichteten über den Haftalltag sowie die familiären und sozialen Hintergründe der Frauen. Ihr Anteil beträgt im gesamten Bundesgebiet lediglich 3 %.

Während des anschließenden Rundganges durch die Anstalt erhielten wir einen ersten Eindruck vom Leben der hier inhaftierten Frauen. Herr Blümel und Frau Köhler zeigten uns die Gemeinschafts- und Besucherräume, eine nicht belegte Einzelzelle, den besonders gesicherten Haftraum, den Innenhof mit Gärtnerei und verschiedene Freizeit- und Schulungsräume. In letzteren werden die Frauen auf den Besuch weiterführender Berliner Schulen vorbereitet. Neu war für uns, dass die Inhaftierten nicht nur von den zahlreichen Bildungs- und Freizeitangeboten profitieren, sondern jede von ihnen auch einer allgemeinen Arbeitspflicht unterliegt. Hierfür erhält sie dann einen geringen Lohn, der regelmäßig für zusätzliche Einkäufe zweimal im Monat verwendet wird.

Während und auch nach der Führung stellten die Teilnehmerinnen viele Fragen, die insbesondere die besondere Situation von Frauen mit Baby bzw. Kleinkind und den Umgang der JVA mit Drogen betrafen. Herr Blümel erwähnte auch die Dreharbeiten für den kürzlich in den deutschen Kinos angelaufenen Dokumentarfilm „Meine Freiheit, deine Freiheit“. Die Regisseurin Diana Näcke portraitiert darin zwei junge Frauen, die den Großteil ihres Lebens im Gefängnis verbrachten, und begleitet beide auf ihrem schwierigen Weg in die Freiheit.

Bei einem gemeinsamen Mittagessen im Anschluss tauschten wir unsere Eindrücke aus.

14. Juni 2012: Berufsbildervortrag „Frauen im Recht – Juristinnen im Familienrecht“

Dass das Familienrecht alles andere als ein „softes“ Rechtsgebiet ist, bewiesen im Rahmen des Berufsbildervortrages „Juristinnen im Familienrecht“ am 14.06.2012 unsere drei Referentinnen Elke Bührer, Sabine Hufschmidt und Corina Schramm. Die Fakultätsgeschäftsführerin Frau Dr. Roswitha Schwerdtfeger führte durch den Abend und moderierte auch die anschließende Diskussions- und Fragerunde.

Zunächst schilderte die Familienrichterin Frau Elke Bührer ihren beruflichen Werdegang. Dabei ging sie vor allem auf ihre Richtertätigkeit in Niedersachsen ein. Derzeit arbeitet sie im Wege der Abordnung als Referentin im Bundesministerium der Justiz (BMJ) und beschäftigt sich dort mit allen Fragen rund um das Thema Versorgungsausgleich. Aufgrund ihrer praktischen Erfahrungen sowohl als Richterin als auch als Referentin einer Bundesbehörde konnte sie die Vor- und Nachteile beider Tätigkeiten ganz praktisch aufzeigen. Dabei betonte sie die Familienfreundlichkeit beider Berufsbilder sowie die verschiedenen Möglichkeiten der Teilzeitarbeit. Frau Bührer machte den anwesenden Studentinnen anhand ihrer eigenen Biografie zudem Mut, nicht stets den klassischen und kürzesten Weg zu wählen, um ans Berufsziel zu gelangen. Auch Nebenjobs und anderweitige Ausbildungen können den eigenen Erfahrungsschatz enorm erweitern. Sie selbst arbeitete während des Studiums viel nebenbei und sammelte dabei Erfahrungen, die ihr nun als Richterin bei der Beurteilung von Sachverhalten und bei der Entscheidungsfindung sehr helfen.  

Anschließend erklärte Frau Sabine Hufschmidt die Gründe, wie es zu der ungewöhnlichen Kombination „Rechtsanwältin und Mediatorin“ kam. Nach dem ersten Staatsexamen ließ sie sich parallel zum Rechtsreferendariat zunächst zur Familienmediatorin ausbilden. Nach dem zweiten Staatsexamen konnte sie sich mit der Gründung ihrer eigenen Kanzlei in Bad Homburg dann endlich ihren Traum erfüllen, als Rechtsanwältin und Mediatorin zu arbeiten. Diese erweiterte Frau Hufschmidteinige Zeit später um ein Büro am Standort Berlin. Seit dem Jahr 2002 ist sie Lehrbeauftragte der Universität Potsdam und rief hier im Jahr 2010 das Zertifikatsstudium „Mediation“ ins Leben, für das sie seither als Akademische Leiterin und Ausbilderin tätig ist. Als Rechtsanwältin ist Frau Hufschmidt stets bestrebt, gerichtliche Prozesse zu verhindern und stattdessen mit einer gewissen Hartnäckigkeit, aber auch mit viel Feingefühl einen Kompromiss zwischen den streitenden Parteien zu erzielen.

Frau Richterin Corina Schramm, die ebenfalls im Wege der Abordnung im BMJ als Referentin für Familien- und Erbrecht tätig ist, begann ihren Vortrag zunächst damit, den Aufbau und die Aufgaben dieser Bundesbehörde zu beschreiben. Zu letzteren gehört insbesondere die Mitarbeit an Gesetzgebungsvorhaben des Bundes. In Erinnerung ist ihr in diesem Zusammenhang noch immer der Gesetzentwurf zur Änderung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts, der nach dem tragischen Tod des damals zweijährigen Kevin von der Bundesregierung vorgelegt wurde. Frau Schramm war an dessen Erarbeitung maßgeblich beteiligt und berichtete beispielhaft von den Abläufen und Schwierigkeiten in einem solchen Arbeitsprozess. Neben der Erarbeitung von Gesetzentwürfen gehören zu den typischen Aufgaben eines Referenten auch die Bearbeitung von Anfragen des Deutschen Bundestages, die Erteilung von Auskünften im Rahmen von Petitionsverfahren im Deutschen Bundestag sowie das Verfassen von Rede- und anderen Pressebeiträgen für die Ministerin und deren Staatssekretäre. Frau Schramm ging auch auf das Einstellungsverfahren in Bundesbehörden ein und wies schließlich auf die Möglichkeit hin, durch Ableisten eines Praktikums einen Einblick in die Arbeit des BMJ zu erhalten.

Nach den Vorträgen entwickelte sich ein reger Austausch zwischen den Referentinnen und den Zuhörern. Besonderes Interesse zeigten die Studentinnen bei der Frage, wie sich die persönlichen Wertevorstellungen der Frauen mit ihrer beruflichen Tätigkeit vereinbaren lassen.

Es war ein sehr gelungener Abend, den die Anwesenden im „Albers“ ausklingen ließen. Allen Teilnehmerinnen danken wir an dieser Stelle noch einmal recht herzlich für ihre Beiträge.

23. April 2012: Seminar "Die Kunst, Mandanten zu gewinnen – Erfolgshebel Empfehlungsmarketing"

Angesichts der steigenden Zahl an Neuzulassungen von Rechtsanwälten in Deutschland wird es für jeden einzelnen Anwalt zunehmend schwieriger, sich strategisch als Dienstleister am Markt zu positionieren und perspektivisch wettbewerbsfähig zu bleiben. Diese Erfahrung machten bislang auch viele unserer Mentorinnen. Wir luden sie daher ein, sich im Rahmen des Seminars „Die Kunst, Mandanten zu gewinnen – Erfolgshebel Empfehlungsmarketing“ über verschiedene Marketing-maßnahmen zu informieren und neue Impulse zu erhalten, um die eigenen Ressourcen möglichst optimal zu nutzen.

Die Referentin Angela Hamatschek, selbständige Kanzleiberaterin und Autorin eines Praxisratgebers zum Thema Kanzleimarketing,ging hierbei kurz auf drei Teilbereiche ein, die beim Kanzleimarketing unbedingt zu berücksichtigen sind: die grundlegende strategische Ausrichtung der Kanzlei, die Beziehungspflege sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Anschließend konzentrierte sich Frau Hamatschek auf den vierten und wichtigsten Teilbereich des Kanzleimarketing, das sog. Empfehlungsmarketing. Dieses verspricht bei entsprechender Umsetzung ein Wachstumspotential von allein 60 bis 70 %. Frau Hamatschek erläuterte anhand von Beispielen aus ihrer langjährigen Beratungspraxis sehr anschaulich, wie man Mandanten durch Kompetenz, Qualität und Service begeistern kann, um sie an die Kanzlei zu binden und gleichzeitig dazu zu bewegen, diese im Freundes- und Bekanntenkreis weiterzuempfehlen. Auch andere Möglichkeiten, Mandate zu akquirieren, stellte sie kurz vor. Schließlich gab Frau Hamatschek noch hilfreiche Tipps für die Gestaltung verschiedener Werbeträger.
Unsere Mentorinnen nutzten die Gelegenheit, sich mit der Expertin auszutauschen. Wir danken Frau Hamatschek für das spannende Seminar!

21. März 2012: Semesterabschluss - Besuch des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr

Unsere erste Semesterabschlussveranstaltung führte uns zum Einsatzführungskommando der Bundeswehr, das sich seit mittlerweile elf Jahren in der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Geltow befindet. Sie ist nach dem Generalmajor und führenden Kopf des militärischen Widerstandes gegen Adolf Hitler benannt, der im Juli 1944 sein Leben opferte.

Nach der freundlichen Begrüßung durch den Stellvertretenden Leiter des Besucherdienstes, Leutnant Claus, und Rechtsberaterin Mareike Wittenberg berichtete Oberstleutnant Langner, Presseoffizier des Einsatzführungskommandos und Sprecher für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan, im Rahmen eines Einführungsvortrages ausführlich über die vielfältigen Aufgaben und Strukturen des Kommandos, das als einzige deutsche Dienststelle alle nationalen und multinationalen Einsätze deutscher Streitkräfte plant und führt. Er gab zugleich einen detaillierten Überblick über die aktuellen Auslandseinsätze der Bundeswehr. Da das Bedürfnis der Öffentlichkeit nach Informationen über das Geschehen in den Einsatzgebieten in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist, wurde beim Einsatzführungskommando eigens ein Presse- und Informationszentrum, kurz PIZ, eingerichtet, das mit moderner Konferenz- und Übertragungstechnik ausgestattet ist und bei Bedarf auch Live-Berichterstattung in alle Welt ermöglicht. Pressestabsoffiziere aus Heer, Luftwaffe und Marine stehen Medienvertretern seither rund um die Uhr für Anfragen zur Verfügung - eine sehr verantwortungsvolle und sensible Aufgabe.

Nach einer kurzen Kaffeepause hielt der Leitende Rechtsberater Herr Heinen einen sehr interessanten Vortrag über die sog. Rules of Engagement und erläuterte die schrittweise Umsetzung des militärischen Auftrages aus dem internationalen Missionsmandat in das nationale Einsatzrecht.

Wir danken allen Beteiligten für den spannenden Nachmittag.

10. Februar 2012: Besuch des Landgerichts (Strafgerichtsbarkeit) und der Staatsanwaltschaft Berlin

Mit einer Gruppe von 14 Mentorinnen und Mentees besuchten wir am 10.02.2012 auf Einladung der Staatsanwältin Jana Behrendt das Landgericht sowie die Staatsanwaltschaft Berlin. Gleich nach der herzlichen Begrüßung durch Frau Behrendt erfuhren wir Interessantes zur Geschichte, zum Aufbau und zu den Zuständigkeiten des Landgerichts, das am Standort Moabit Strafsachen erster und zweiter Instanz verhandelt und in dessen Gebäude in der Turmstraße neben der Staatsanwaltschaft Berlin auch insgesamt 61 Abteilungen des Amtsgerichts Tiergarten untergebracht sind.  Anschließend nahmen wir an einer mündlichen Verhandlung des Amtsgerichts mit Zeugenvernehmung teil. Hier konnten wir den Ablauf einer mündlichen Verhandlung sehr gut mitverfolgen. Es war spannend zu sehen, wie sehr sich doch die universitäre Ausbildung von der strafrechtlichen Praxis unterscheidet. Während der Sachverhalt, der in der AG bzw. Klausur rechtlich zu beurteilen ist, bereits vollständig bekannt ist, geht es in der Praxis meist erst darum, den genauen Tathergang zu ermitteln und einzelne Tatbestandsmerkmale zu beweisen. Dass dies im wirklichen Leben mitunter gar nicht so einfach ist, konnten wir hier gut beobachten. Gefragt sind dabei vor allem die kommunikativen und psychologischen Fähigkeiten des/r jeweils zuständigen Richters/Richterin.

Weiter ging es dann in die Abteilung der Staatsanwaltschaft, in der Frau Behrendt tätig ist. Dort sahen wir die Post- und die Geschäftsstelle und schließlich auch das Büro, das sich Frau Behrendt mit einer Kollegin teilt. Zudem hatten wir das Glück, kurz mit der an diesem Tag diensthabenden Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts über ihr spannendes Berufsbild zu sprechen.

Bei einem Kaffee in der Kantine nutzten sowohl die Mentorinnen als auch die Mentees noch einmal die Gelegenheit, Frau Behrendt zahlreiche berufliche und persönliche Fragen zu stellen, die diese geduldig und umfassend beantwortete. Liebe Frau Behrendt: Wir danken Ihnen für den schönen Tag!

19. Januar 2012: Berufsbildervortrag „Frauen im Recht – Juristinnen im Zivilrecht“

In der Reihe der Berufsbildervorträge „Frauen im Recht“ hatten wir im Januar drei Referentinnen aus dem Bereich des Zivilrechts zu Gast. Zunächst berichtete Frau Astrid Grunewald-Feskorn von ihrer Tätigkeit in der Verbraucherzentrale Berlin. Die frühere Anwältin informierte über die zahlreichen Gebiete, in denen die Verbraucherzentrale Rechtsberatung und –besorgung anbietet. Diese reichen von den Bereichen Insolvenz, Energie, Ernährung, Finanzdienstleistung und Reise bis hin zu patienten- und pflegerechtlichen Angelegenheiten, die momentan in die Zuständigkeit von Frau Grunewald-Feskorn fallen. Da bei der Verbraucherzentrale immer eine gewisse Öffentlichkeitsarbeit möglich ist, haben ihre Entscheidungen stets große Wirkung. Die Referentin selbst ist begeistert davon, in ständig wechselnden Projekten und unterschiedlichen Bereichen zu arbeiten.

Anschließend schilderte Frau Rechtsanwältin Yonca Lenz ihren beruflichen Werdegang und beschrieb ihren Arbeitsalltag als selbständige Juristin. Frau Lenz begann nach ihrem Zweiten Juristischen Staatsexamen, mit Hilfe eines Existenzgründungszuschusses im Frauenwirtschaftszentrum Neukölln als Einzelanwältin familienrechtliche Mandate zu bearbeiten. Für das Familienrecht begeisterte sie sich schließlich schon während ihrer gesamten Studienzeit. Seit mehr als zwei Jahren arbeitet sie nun in der Bürogemeinschaft Luxa Schmidt Paetow Sohm. Mit mehreren Kollegen teilt sie sich dort Büro- und Sekretariatskosten, im Übrigen ist jede/r aber für sich selbst verantwortlich.

Als letzte Referentin berichtete Frau Rita Manshausen, Präsidentin und Mediatorin der Amtsgerichte Köpenick und Neukölln, über ihre bisherigen Dienststellen und Tätigkeiten/Zuständigkeiten. Hierbei ging sie besonders auf ihre ersten Dienstjahre als Richterin, ihre Zeit in der Senatsverwaltung für Justiz, ihr Amt als Ständige Vertreterin des Direktors und später selbst als Direktorin des Amtsgerichts Schöneberg näher ein. Im Jahr 2005 wurde Frau Manshausen das Amt der Präsidentin des Amtsgerichts Köpenick übertragen, sechs Jahre später kam noch die Leitung des Amtsgerichts Neukölln hinzu. Als Mediatorin stellte sie zudem die Funktion und Entwicklung der gerichtlichen Mediation dar. Die entsprechende Ausbildung absolvierte sie im Wege der Fortbildung des JPA.

Alle drei Referentinnen sind z.T. mehrfache Mütter, so dass in der folgenden Fragerunde unter anderem viel über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in den unterschiedlichen Berufsbildern gesprochen wurde. Die Mentees und andere Interessierte hatten schließlich die Gelegenheit, den Juristinnen noch persönliche und individuelle Fragen zu stellen.

Die sehr informative und gelungene Veranstaltung wurde diesmal von Frau
Dr. Roswitha Schwerdtfeger moderiert. Allen Teilnehmerinnen danken wir an dieser Stelle noch einmal recht herzlich.