Ziel der akademischen Lehre an der Universität Potsdam ist es, Studierende zur forschenden, wissenschaftlichen Arbeit und zum kritischen Umgang mit wissenschaftlicher Information zu befähigen. Um dies zu erreichen, ist die Lehre untrennbar sowohl mit individueller Forschung als auch mit Forschungsschwerpunkten der Universität Potsdam gekoppelt. Dieses Ziel setzt auf Seiten der Studierenden den engagierten Einsatz für ihr Studium innerhalb und außerhalb der Lehrveranstaltungen voraus. Mit dem Leitbild Lehre bestimmt die Universität Potsdam grundlegende Werte hinsichtlich Lehre und Studium. Es weist für Lehrende und Studierende ein hohes Maß an Verbindlichkeit auf, indem es sich in den Curricula der Studienprogramme widerspiegelt und den Mitgliedern der Universität Orientierung gibt.

1. Forschungsorientierung

Die Universität Potsdam bereitet ihre Studierenden durch wissenschaftliche Bildung und Ausbildung auf vielfältige Tätigkeiten in der Gesellschaft vor. Dies wird durch eine akademische Lehre erreicht, die die Grundlagen und Fortschritte von Forschung vermittelt. Dazu gehören fundiertes fachliches Wissen, Kenntnis der wesentlichen Methoden und übergreifende Kompetenzen.

1.1 Forschungsprozesse werden erlebbar gemacht.
Die Orientierung an der Forschung beginnt im Bachelorstudium, das bereits Forschungselemente beinhaltet. Ab dem ersten Semester wird an der Universität Potsdam neben der Vermittlung fachlichen Wissens auch beleuchtet, wie dieses Wissen durch Forschung geschaffen wurde. Die forschungsorientierte Perspektive gilt dabei ebenso für professionsorientierte Studienprogramme, etwa im Bereich der Lehrerbildung oder der Rechtswissenschaft. In die Lehre werden außeruniversitäre sowie internationale Forschungseinrichtungen, Schulen und Unternehmeneinbezogen.  

1.2 Forschungsorientierte Vertiefungen werden geschaffen.
In  die Studienprogramme können Bereiche zur Vertiefung von Forschungsaspekten für Studierendeintegriert werden. Im Bachelorstudium werden die Studierenden in der Lehre an die eigenständige Forschung herangeführt,  im Masterstudium werden sie angeleitet. Im Promotionsstudium bearbeiten die Studierenden ein eigenständiges Forschungsprojekt, wobei sie sich regelmäßig mit Betreuerinnen und Betreuern sowie Mentorinnen und Mentoren austauschen.


2. Tätigkeitsfeldorientierung und Persönlichkeitsbildung

Viele Berufs- und Tätigkeitsfelder sind durch ständig wechselnde Anforderungen und eine erhöhte Komplexität charakterisiert. Die Universität Potsdam qualifiziert ihre Absolventinnen und Absolventen für anspruchsvolle Tätigkeiten in verschiedenen Karrierewegen sowie für lebenslanges, eigenständiges Lernen. Als einzige lehrerbildende Universität im Land Brandenburg ist sie einer am aktuellen Forschungsstand orientierten Lehrerbildung mit einem hohen Anteil an Praxisphasen verpflichtet.

2.1 Tätigkeitsfeldorientierung und Persönlichkeitsbildung werden fachspezifisch entwickelt.
Bei der (Weiter-)Entwicklung von Studienprogrammen werden potenzielle Tätigkeitsfelder mit ihren Anforderungsprofilen berücksichtigt. Die Studienprogramme vermitteln neben den fachlichen und methodischen auch kommunikative und persönliche Kompetenzen. Zu diesem Zweck könnenprojektorientierte Module genutzt werden,  durch die die Studierenden Fähigkeiten im Hinblick auf zum Beispiel Zeit- und Projektmanagement, Umgang mit digitalen Medien sowie Führungs- und Teamarbeit erlangen. Durch individuelle Beratungsangebote vom Career Service erhalten die Studierenden zusätzlich Einblick in mögliche Tätigkeitsfelder und die Berufspraxis.  

2.2 Die Studierenden der Universität Potsdam werden in ihrer individuellen Entwicklung unterstützt und dabei befähigt, sich mit möglichen Professionen und Tätigkeitsfeldern auseinanderzusetzen.
Die Universität Potsdam zeigt Studieninteressierten bereits vor Studienbeginn und in der Studieneingangsphase neben den Studieninhalten auch Berufs- und Tätigkeitsfelder ihres Wunschstudiums auf. Kritik- und Urteilsfähigkeit werden an der Universität Potsdam aktiv bei den Studierenden entwickelt, so dass sie fachliche, gesellschaftliche und ethische Dimensionen ihres Handelns reflektieren können. Den Studierenden werden beispielsweise durch das Angebot von Studiumplus verschiedene Schlüsselkompetenzen vermittelt.


3. Interdisziplinäre und fachübergreifende Lehre

Viele zukünftige Tätigkeitsfelder der Absolventinnen und Absolventen verlangen sowohl Spezialwissen als auch die Fähigkeit, sich schnell in Inhalte und Arbeitsweisen anderer Wissenschafts- (oder Fach-)disziplinen eindenken zu können. Die Studienprogramme der Universität Potsdam antworten auf diese Erfordernisse mit interdisziplinärer und fachübergreifender Lehre, die auf die Problemorientierung an einem gemeinsamen Gegenstand fokussiert.

3.1 Fachgrenzen werden erkannt und Potenziale interdisziplinärer Zusammenarbeit identifiziert.
Voraussetzung für die Realisierung fachübergreifender Arbeit ist, dass Lehrende interdisziplinäres Potential identifizieren. Für den gemeinsamen Austausch dazu möchte die Universität Räumeschaffen – zeitlich, physisch und digital. Dabei soll der Austausch nicht auf die Universität Potsdam begrenzt bleiben, sondern kann ebenso national und international im Rahmen von Forschungsprojekten geführt werden. Auch bei Mehrfach-Studienprogrammen werden Möglichkeiten der interdisziplinären Lehre zwischen den beteiligten Fächern in größtmöglichem Umfang realisiert.

3.2 Studiengänge der Universität Potsdam können einen Anteil an interdisziplinärer Lehre enthalten.
Lehrende und Studierende können sich in interdisziplinären Projekten engagieren und diese in gemeinsamer Lehre umsetzen. Dies kann auch in internationalen Formaten der Lehre geschehen. Im Rahmen von interdisziplinären Modulen können gemeinsame Problemstellungen aus der Sichtverschiedener Fachdisziplinen beleuchtet werden.


4. Zielgruppenspezifische Lehre

Die Lehre an der Universität Potsdam ist auf die unterschiedlichen persönlichen Umstände und fachlichen Voraussetzungen der Studierenden ausgerichtet. Grundlage für die Wirksamkeit zielgruppenspezifischer Lehre ist die aktive und eigenverantwortliche Mitwirkung der Studierenden. Die Studierenden werden dabei bedarfsgerecht unterstützt und umfassend beraten. Die Lehrenden der Universität Potsdam erkennen die Unterschiedlichkeit der Studierendenschaft an.  

4.1 Innerhalb von Lerngruppen werden zielgruppenspezifische Differenzierungen der Methoden und Lernziele gefördert und langfristig etabliert.
Die divergierenden fachlichen Voraussetzungen der Studierenden werden aufgegriffen. Entsprechend diesen Voraussetzungen werden sie inhaltlich und organisatorisch in ihrem Studium unterstützt. Den Lehrenden werden Weiterbildungen zur praktischen Umsetzung der Binnendifferenzierung innerhalb von Lerngruppen angeboten.

4.2 Der Einstieg in das grundständige Studium wird durch Orientierungsangebote erleichtert und der Übergang in das Masterstudium begleitet.
Die Universität Potsdam bietet Studieninteressierten und Studierenden zahlreiche Angebote zur Unterstützung bei der Orientierung, die über die vorhandenen digitalen Kanäle der Universität sichtbar gemacht werden. Durch Online-Self-Assessments wird den Studieninteressierten die Entscheidung für ein bestimmtes Studium erleichtert. Die Willkommenskultur beim Einstieg in das Masterstudium erleichtert den Übergang. Einführungs- und Brückenmodule ermöglichen insbesondere bei interdisziplinären Masterprogrammen den Zugang auch für Absolventinnen und Absolventen unterschiedlicher Disziplinen und verschiedener Muttersprachen.


5. Studierenden- und Kompetenzorientierung

Damit Studierende lernen,  mit verschiedensten Anforderungen situationsadäquat, verantwortlich und erfolgreich umzugehen, setzt die Universität Potsdam studierenden- und kompetenzorientierte Lehre ein. Fachliches Wissen steht dabei ebenso im Mittelpunkt wie der Erwerb methodischer, sozialer und persönlicher Fertigkeiten und Fähigkeiten. Lehre, Lernziele und Prüfungen werden weiter aufeinander abgestimmt.  

5.1 Studiengänge an der Universität Potsdam mit den Modulen und Lehrveranstaltungen inklusive ihrer Prüfungen sind sichtbar kompetenzorientiert konzipiert.
Studienkommissionen sollen gemeinsam mit den Studiendekaninnen und Studiendekanen fachspezifische Kriterien erarbeiten, anhand derer definiert werden kann, was in den Fakultäten unter Studierenden- und Kompetenzorientierung verstanden wird. Lehrende und Studierende diskutieren, welche Kompetenzen im Rahmen des Studiums erworben werden sollen.  

5.2 Die Lehrenden integrieren Kompetenzorientierung in ihre Lehre und machen sie den Studierenden gegenüber transparent.
Die von den Lehrenden entwickelten Ziele der einzelnen Studiengänge und Module spiegeln sich in einem an der Fachspezifik orientierten, kompetenzorientierten Angebot wider. Einer der Schwerpunkte der hochschuldidaktischen Weiterbildungsmaßnahmen an der Universität Potsdam liegt auf Impulsen in Richtung kompetenzorientierter Lehre.


Vorschläge für Maßnahmen zur Umsetzung des Leitbilds Lehre der Universität Potsdam

Das Leitbild Lehre wurde von Angehörigen aller Statusgruppen der Universität Potsdam in einem partizipativen Verfahren erarbeitet. Es beinhaltet dabei auch mögliche Maßnahmen zur Erreichung der definierten Ziele, die im Folgenden dargestellt werden und die als agile Zusammenstellung zu verstehen sind. Diese Maßnahmen werden zum Teil bereits umgesetzt, andere stellen neue Impulse dar. Sie beziehen sich auf verschiedene Ebenen: von der Umsetzung in den Curricula der Studienprogramme bis hin zu Rahmenbedingungen. Die Realisierung der ausgewählten Maßnahmen wird regelmäßig geprüft.

Link to the English document


Hier finden Sie das Leitbild Lehre der Universität Potsdam (Link to the English document). Es wurde vom Senat der Universität Potsdam in seiner Sitzung am 15. April 2020 beschlossen. Dazu wurde am 17.04.2020 eine Pressemitteilung veröffentlicht.

Allgemeine Informationen zum Leitbild Lehre und dem Entwicklungsprozess finden Sie im Bereich Themen der Arbeitsgruppen und in der Präsentation zum Leitbild Lehre auf Media.UP.

Kontakt: leitbildlehreuni-potsdamde