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Quelle: Rowohlt

Buchtipp September 2021

Schneller lesen – besser verstehen

Schmitz, Wolfgang
2009, Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, 247 Seiten
ISBN 978-3-499-62378-3
Signatur in der Bereichsbibliothek Golm, Haus 18:  AK 39666 SCHMI

„Wenn Sie nur 25% schneller lesen (bei mindestens gleich hohem Textverständnis natürlich), gewinnen Sie zwei Arbeitswochen pro Jahr. Zwei Arbeitswochen! Und Sie werden rasch feststellen, dass eine 25%ige Steigerung keine Zauberei, sondern eher ein bescheiden angesetztes Ziel ist.“[1]

„Schneller lesen – besser verstehen“ richtet sich an Menschen, die ihre Lesefähigkeit verbessern wollen. Das Buch basiert auf dem ProRead-Kurs, der von Dr. Stan Rodgers entwickelt und international unter dem Namen „Improved Reading“ vermarktet wird.

Beim wissenschaftlichen Schreibprozess greifen Lesen und Schreiben stark ineinander. Haben Sie sich auch schon einmal von der Menge an Sekundärliteratur erschlagen gefühlt, die Sie für das Verfassen eines wissenschaftlichen Textes lesen wollten? „Schneller lesen – besser verstehen“ kann Ihnen helfen, bei der Literaturrecherche zielgerichteter und schneller vorzugehen, sodass Sie mehr Zeit und Energie für das Schreiben haben.

Schmitz präsentiert in seinem Buch zunächst die drei Haupt-Lesefehler: „Subvokalisieren“, „Regression“ und „enger Blickfokus“. Im Anschluss stellt er Techniken vor, um diesen entgegenzuwirken und so das Lesetempo zu steigern. Außerdem führt er in die flexiblen Lesestrategien Scanning, Skimming und Paragraphing ein, die nicht nur einzeln nutzbar sind, sondern auch in Kombination. Die Techniken und Strategien können bereits bei der Lektüre eingeübt werden, da das Buch einen Theorieteil und einen Praxisteil besitzt, die ineinandergreifen. Im Theorieteil befinden sich kleine Zahnrad-Symbole, die zu Übungen im Praxisteil überleiten. Dabei lässt sich das Buch ganz nach Lesevorliebe lesen: Wie vom Autor vorgeschlagen, oder auch nur einen der beiden Teile, oder erst den einen und dann den anderen Teil.

Der Theorieteil ist auf humorvolle und kurzweilige Art geschrieben, sodass die Lesemotivation stetig aufrechterhalten wird. Die Übungen im Praxisteil sind zwar eher routinehaft als abwechslungsreich angelegt, da der Fokus darauf liegt, sich neue Gewohnheiten anzueignen, dennoch kam ich auch beim Absolvieren des Praxisteils manchmal ins Schmunzeln.

Wie gut Schmitz’ Techniken und Strategien bei Ihnen funktionieren, können Sie während der Lektüre durch die „Effective Reading Rate“, die Messgröße für die Lesequalität, überprüfen. Am Ende des Buches befindet sich ein Ergebnisbogen für die Aufgaben des Praxisteils, in dem Sie ihre „Effective Reading Rates“ eintragen und vergleichen können. Aus meiner Sicht lohnt es sich, die Übungen durchzuführen, denn zu Beginn der Lektüre lag meine „Effective Reading Rate“ bei 23, während sie sich nach der Lektüre bei 48 befand, wobei schon nach dem zweiten Praxisteil eine erste starke Steigerung nachzuweisen war.

Rezensiert von Kristin Nicolaus, August 2021

[1] Schmitz, Wolfgang: Schneller lesen – Besser verstehen. S. 19.

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Quelle: Rowohlt