Projektverbund "Digitalisierungsbezogene und digital gestützte Professionalisierung von Sport-, Musik- und Kunstlehrkräften"
Projektteam: Prof. Dr. Andreas Brenne, Dr'in Antje Winkler, Katharina Brönnecke, Maja-Dierich-Hoche, Niklas Washausen, Christine Woditschka
Förderung: BMBF, NextGenEU
Laufzeit: 2023 - 2026
Ziel des Verbundvorhabens DigiProSMK ist die Entwicklung einer nachhaltigen bundesländerübergreifenden Struktur für eine zukunftsorientierte, digitalisierungsbezogene und digital gestützte Professionalisierung von Lehrkräften in den Fächern Sport, Musik und Kunst. Auf diese Weise befördert der Verbund einen fach- und mediendidaktisch hochwertigen sowie digital gestützten Unterricht.
Die kooperierenden Hochschulen nehmen damit ihre Verantwortung wahr, Erkenntnisse aus Lehre und Forschung in die 3. Phase der Lehrkräftebildung zu transferieren und dauerhaft Strukturen der Zusammenarbeit in allen beteiligten Bundesländern zu entwickeln bzw. nachhaltig zu unterstützen. Die Arbeit des Projektverbundes gliedert sich dabei in drei Schwerpunkte, welche in der konkreten Ausgestaltung inhaltlich wie strukturell verknüpft sind:
1. Professionalisieren von Lehrkräften in den Fächern Sport, Musik und Kunst für digitale Medien
Im ersten Schwerpunkt wird das Ziel verfolgt, fachspezifische, fächerübergreifende und überfachliche digitalisierungsbezogene Kompetenzen zu entwickeln sowie die Digitalisierung und fachliche Implikationen als Unterrichtsgegenstand in Sport, Musik und Kunst zu thematisieren. Der bewusste und professionelle Medieneinsatz (z. B. virtuelle Realitäten) soll durch Reflexionen der Medienarrangements zur Professionalisierung von Lehrkräften genutzt werden.
2. Professionalisieren von Lehrkräften in den Fächern Sport, Musik und Kunst mit digitalen Medien
Im zweiten Schwerpunkt wird angestrebt, Wahrnehmungs- und Entscheidungsprozesse von Sport-, Musik- und Kunstlehrkräften durch digitale Technologien zu fördern sowie Wahrnehmungsprozesse bei Schüler:innen applikationsgestützt zu visualisieren und zu analysieren. Gemeinsam mit Lehrkräften generiert der Projektverbund in einem ko-konstruktiven Prozess darüber hinaus digitale Lehr-Lern-Module für die Professionalisierung von Fachlehrkräften.
Im Sinne der Professionalisierung mit digitalen Medien wird zudem das Ziel verfolgt, digitale Medien zu nutzen, um Lehrkräfte der Fächer Sport, Musik und Kunst für den didaktisch reflektierten und damit lernwirksamen Einsatz digitaler Medien im Fachunterricht zu befähigen. In beiden Schwerpunkten, dem Lernen mit als auch dem Lernen über Medien wird berücksichtigt, dass elementare fach- und medienübergreifende Stützstrategien in den Bereichen Selbstreguliertes Lernen (SLR) und Medienbildung sowie die lernförderliche Gestaltung digitaler Lernmaterialien essenziell sind.
3. Transfer, Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung
Im dritten Schwerpunkt wird eine systematische Vernetzungsstrategie entwickelt. Entsprechend dem Konzept der partizipativen Transfer- und Implementationsforschung ist hierbei eine länderübergreifende Kooperation geplant, welche die Landesinstitute als nachhaltiges Fundament der systematischen Fortbildungsentwicklung und -implementation vorsieht. Dadurch wird die länder- und phasenübergreifende Kooperation sämtlicher Akteur:innen, die in die Organisation des Lehrens und Lernens in einer digitalen Welt involviert sind, gestärkt. Alle Fortbildungsformate werden in einem formativen Prozess in der Fortbildungspraxis und in Kooperation mit Landesinstituten, Fortbildungszentren und Lehrkräften erprobt und im Sinne der Design-Based Research weiterentwickelt (Formative Evaluation).
© FIUMU, Theresa El-Dick/Jan-Christopher Föst 2026
Selbstlernkurs: Körperlichkeit im Kontext digitaler Medienkulturen
Zum Abschluss des Projektes DigiProSMK ist in unserem Fachbereich ein Selbstlernkurs für Kunstlehrkräfte und Multiplikator:innen entstanden. Dieser kann sowohl für die eigene Weiterbildung, Schulungszwecke als auch zum Einsatz im eigenen Unterricht genutzt werden.
Der Selbstlernkurs schult Lehrkräfte und Multiplikator:innen mit abwechslungsreichen Aktivitäten und Materialien für aktualisierte Betrachtungsweisen von und Praktiken rundum den menschlichen Körper in digitalen Kontexten. Durch den erweiterten transformativen Blick auf jugendliche Körperwahrnehmungen und -kulturtechniken mittels des Konzepts des Glitches, werden Lehrkräfte dazu befähigt, die Konstruktion, Normativierungs- und Diversifizierungsprozesse, sowie Hierarchien virtueller Abbilder zu erfassen.
Zentrales Anliegen des Kurses ist es, Konzeptwissen (vgl. Döbeli Honegger 2024) über jugendliche Körperpraktiken und mediatisierte Techniken der Verfremdung, Verzerrung und Interferenz zu erlangen, um Lehrende für durch mediale Infrastrukturen sich wandelnde Jugendkulturen und daraus resultierende Selbstkonzepte, deren emergierende visuelle (Re)Präsentation und Verarbeitung zu verstehen. Hierin finden sich geremixte, aber auch neuartige Bilder, die es in ihrer Verflechtung aus Mitteilungsabsicht, Machart und medial-gesellschaftlicher Kontextualisierung im Kunstunterricht einzubetten gilt.
Lehrende können sich frei zwischen insgesamt sieben Fortbildungsbausteinen navigieren, wobei es zwei fachübergreifende lernvideobasierte Basismodule zur Körperwahrnehmung und Leiberfahrung gibt, die durch weitere zwei fachspezifische Aufbaumodule zu kursbezogenen Künstler:innen-Interviews, als auch niedrigschwellige Tool-Tutorials ergänzt werden und somit den Hauptbestandteil des Kurses verzeichnen. Neben der tieferen Auseinandersetzung mit Körperbildern von Personen des öffentlichen Lebens in Form einer Medienanalyse, gibt es für alle, die mehr Lust auf gestalterische Praxis, eine fortgeschrittene Einheit zur Verfremdung der analysierten Körperbilder und schließlich einen umfassenden Exkurs in das Konzept des Glitches, sowie der Glitch Art als eHandreichung zur Anwendung im eigenen Unterricht. Der Selbstlernkurs lebt von der Interaktion und dem Austausch von Lehrenden untereinander, weshalb es innerhalb der Einheiten oftmals Foren, sowie Kommentarmöglichkeiten gibt, in denen Skizzen, Studien und erste künstlerische Erprobung geteilt und besprochen werden können. Zu guter Letzt sind wir als Kursautor:innen dankbar über jegliches Feedback von Lehrenden und bieten eine weiterführende Literaturliste zur Vertiefung an.
Bei Rückfragen zum Kurs wenden Sie sich gern an: niklas.washausen@uni-potsdam.de
© Lukas Trammer
Fortbildungstag am 27.11.2024
Am 27.November 2024 fand unser Fortbildungstag für Lehrkräfte sowie Multiplikator:innen mit spannenden Workshops zu digitalen Medien & Digitalität im Kunstunterricht statt.
Das Teilprojekt der UP im Fach Kunst setzt sich mit digital gestützten ästhetisch-künstlerischen Lernfeldern auseinander und erprobt postdigitale Gestaltungspraxen im Hinblick auf adäquate Lernszenarien.
Genauso stand die digitale Transformation im Kunstunterricht im Fokus! Von Körperlichkeit über virtuelle Realität, KI und Deepfakes bis hin zu körperbezogenen Gestaltungsexperimenten – die Workshops haben neue Perspektiven auf digitale Kunstpraxis eröffnet.
Ein inspirierender Austausch voller kreativer Impulse! Danke an alle, die dabei waren und den Kunstunterricht der Zukunft mitgestalten. Eine daraus resultierende Netzwerkbildung mit dem Ziel eines festen dialogischen Austauschformates von Theorie-Transfer-Praxis wird angestrebt und befindet sich im Aufbau. Wir freuen uns, zukünftig weitere Angebote offerieren zu können!