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Promotionsvorhaben

Zeitzeugenhologramme im Geschichtsunterricht. Eine experimentelle Feldstudie zur Untersuchung der Rezeption eines digitalen interaktiven Zeugnisses im Geschichtsunterricht

80 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz sehen wir uns mit der schwindenden Zahl der Zeitzeug:innen des Holocausts konfrontiert. Die Fragen danach, welche Mittel uns zur Verfügung stehen, ihre Erzählungen zu sichern und für kommende Generationen zu bewahren, werden immer dringlicher.

Einen innovativen Lösungsansatz stellt das Hologramm des Projekts Lernen mit digitalen interaktiven Zeugnissen (LediZ) dar. Das Projekt der LMU in München hat 2018 den Zeitzeugen Abba Naor für die Anfertigung eines Hologrammes gewinnen können. Das dem Hologramm zugrunde liegende, 1000 Fragen umfassende Interview wurde in eine Spracherkennungssoftware eingearbeitet. Rezipient:innen können dem Hologramm Fragen stellen, woraufhin die Antworten mit Hilfe eines Algorithmus abgespielt werden. Das Hologramm von Abba Naor kann in einer 3D-Version und in einer 2D-Version befragt werden (Ballis, Barricelli & Gloe 2019, S. 412ff).

Das Forschungsvorhaben widmet sich der Frage, wie Schüler:innen die verschiedenen medialen Realisierungsformen des Hologramms wahrnehmen. Betrachtet werden drei verschiedene mediale Formen: Lassen sich Unterschiede in der Wirkung des 3D- und 2D-Hologramms und eines Videos von Naors Erzählung bei den Schüler:innen feststellen? Aufgrund dessen steht die Rezeptionsebene im Fokus und geht der Frage nach: Wie beeinflussen die verschiedenen medialen Formen von Zeitzeug:innen über den Holocaust die Emotionen, die wahrgenommene Authentizität und das historische Denken von Schüler:innen im Geschichtsunterricht? Inwiefern sind sich die Schüler:innen der Wirkung verschiedener Medienformen von Zeitzeugenerzählungen bewusst?