Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes
Ich habe bereits im ersten Semester über die Möglichkeiten eines Auslandsaufenthaltes erfahren und bin der Empfehlung, dies im fünften oder sechsten Semester zu absolvieren, gefolgt. Dementsprechend habe ich die Infoabende und auch die Zoom-Calls wahrgenommen, um mich rechtzeitig an den von mir ausgewählten Partner-Hochschulen zu bewerben. Die Hochschulpartnerschaften für jedes Department sind leicht auf der Uni Potsdam Website zu finden. Dafür benötigten wir ein Transkript unserer Leistungen und ein Motivationsschreiben. Der Prozess um das Visum für die U.S.A. War zu diesem Zeitpunkt sehr nervenaufreibend, da sich die politische Situation durch Trump verschärfte. Ein Online-Formular ist auszufüllen, mit dessen Kennnummer man dann einen Termin bei der Amerikanischen Botschaft in Berlin vereinbaren kann. Nachdem ich diesen Termin ergattert hatte wurde mir mein Visum tatsächlich schon einen Tag später ausgestellt. Es war eine Gebühr in Höhe von 180 Euro zu zahlen. Die Krankenversicherung wurde automatisch durch die Annahme an der Gastuniversität vorgenommen und betrug einmalig 750 USD. Für das Studium an einer Universität in den Vereinigten Staaten ist der Nachweis von einigen Impfungen notwendig, wie Hepatitis A und B sowie MMR. Ein entsprechendes Dokument vom Hausarzt musste eingereicht werden.
Studium an der Gastuniversität
Das Studium an der University of West Florida hat mir immens Freude bereitet. Ich habe meinen Fokus auf das Fach Kunst gelegt, da das Angebot dort sehr breit gefächert war. Die Dozent:innen waren sehr aufgeschlossen und verstanden etwas von ihrem Handwerk, ich habe einiges dazu gelernt. Die Kurswahl war manchmal etwas kompliziert, da das System für ausgewählte Kurse eine besondere Zusage erfordert hatte. Allerdings war das mit einer Mail an die Kursleiter:in schnell geklärt. Die Klassen waren sehr klein gehalten und das Lernklima war sehr respektvoll und leicht umgänglich, ich habe wirklich sehr schnell Anschluss gefunden, man wurde wirklich an die Hand genommen. Allgemein sind Amerikaner fast die freundlichsten Menschen, die mir begegnet sind. Hilfsbereit, höflich und sehr inkludierend. Auch an die Dozent:innen konnte ich mich jederzeit sowohl mit persönlichen als auch akademischen Problemen wenden. Es konnte immer eine Lösung gefunden werden. Die University of West Florida ist technisch als auch was Freizeitaktivitäten angeht sehr gut ausgestattet. Es gibt ein Fitnessstudio, ein olympisches Schwimmbad und jede Menge Freizeitclubs und Aktivitäten, mit denen man seine Zeit verbringen kann. Für jeden Geschmack ist etwas dabei, egal ob sportlich, intellektuell, künstlerisch oder abenteuerlich; das Angebot ist wirklich riesig. Ich habe mich beispielsweise einer Volleyball-Mannschaft angeschlossen und viel Zeit im HSCA verbracht, dem Verband der Hispanic Community.
Sozialleben und Unterkunft
Ich habe keinen Platz in einem Dorm auf dem Unigelände bekommen, habe dann aber in einem Apartment-Komplex mit drei anderen Mitbewohnerinnen schnell ein Zimmer mit eigenem Bad erhalten. Küche, Swimming-Pool und kleines Fitnesscenter inklusive. Es gab noch einen weiteren Apartment-Komplex direkt nebenan, die extra für die Studierenden an der Universität ausgelegt sind, die keinen Platz erhalten haben. Die Miete betrug monatlich 800 USD. Der Campus war zu Fuß leicht zu erreichen. Ich konnte durch diese Weise sehr leicht Kontakt mit den einheimischen Studierenden knüpfen, aus denen sich schnell Freundschaften entwickelt haben. Ich wurde dann schnell in deren soziale Kreise mit einbezogen und konnte so immer leichter Kontakte knüpfen. In der Zeit habe ich auch selbst für mich gekocht und eingekauft, meine Lebenserhaltungskosten beliefen sich circa auf 1.100 USD pro Monat, Miete eingeschlossen. Ich habe auch ab und zu geshoppt und kleinere Wochenendtrips gemacht, die habe ich nicht miteinberechnet. Ich muss leider zugeben, dass man in Pensacola ohne Auto oder Zugang zu Autos über Freunde sehr eingeschränkt in seiner Freizeitaktivität ist. Florida als Staat zählt tatsächlich zu den Öko-Hotspots, es gibt eine Menge Tiere, Trails und Orte zu entdecken. Allerdings sind diese nur mit Auto zu erreichen. Uber sind dort leider teuer. Auf dem Uni-Campus gab es auch einen Automaten, mit dem Bargeld abzuheben war. Grundsätzlich kann man aber fast überall mit Karte zahlen. Die Universität hat auch einen Shuttle-Bus, der Studierende entweder über das Campus-Gelände zu den verschiedenen Häusern oder zu den nächstgelegenen Supermärkten fährt.
Durch die wöchentlichen Organisationen des International Office der UWF habe ich Studierende aus aller Welt kennen gelernt: Korea, Japan, Taiwan, Ukraine und Ungarn. Ich habe wunderschöne Unternehmungen und Abende mit diesen Menschen verbracht und auch einen Trip nach Orlando über die Feiertage unternommen. Man kommt so schnell an so unterschiedliche Geschichten und Charaktere, ich bin unglaublich dankbar dafür. Die Freizeitangebote der Universität, vor allem vom International Office helfen unglaublich dabei. Meine Empfehlung (ähnlich wie in der Ersti-Woche an der Uni Potsdam): geht überall hin und nehmt alles mit! Ihr werdet es nicht bereuen. Auch Freunde aus den U.S.A., die mich dieses Jahr in Berlin besuchen kommen, habe ich gefunden. Ich hatte auch vor meinem Aufenthalt keine große Hemmung zu sprechen aber ich muss sagen, dass vor allem was Aussprache/Betonung und Vokabular angeht sich meine Fähigkeiten immens gesteigert haben.
Studienfach: Englisch und Kunst auf Lehramt
Aufenthaltsdauer: 08/2025 - 12/2025
Gastuniversität: University of West Florida
Gastland: USA
Rückblick
Grundsätzlich würde ich jedem empfehlen ein Auslandssemester zu machen, vielleicht sogar besonders außerhalb von Europa. Das persönliche Wachstum, welches ich erfahren habe war in dem Ausmaß nur möglich, weil es außerhalb von mir bekannten Lebensweisen und Umständen lag. Durch den täglichen Kontakt mit der englischen Sprache konnte ich meine Fähigkeiten sehr steigern und es hat mir den Zugang zu den verschiedensten Kulturen und Sprachen geschaffen, dadurch dass man eben einfach mal auf sich selbst gestellt ist (um dann zu merken, dass man es auch allein schaffen kann). Eine Angst oder Art Respekt vor so einem Schritt ist nachvollziehbar, aber glaubt mir, unbegründet. Die Freundschaften, die einzigartigen Erinnerungen und Menschen die ihr trefft sind es allemal wert über den eigenen Schatten zu springen.