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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Nachdem ich mich entschieden hatte, ein Auslandssemester in Lateinamerika zu absolvieren, informierte ich mich zunächst online über die bestehenden Hochschulpartnerschaften der Universität Potsdam im Studiengang Soziologie. Auf dieser Grundlage bewarb ich mich an zwei Partneruniversitäten, eine in Bogotá und eine in Buenos Aires. Das Bewerbungsverfahren umfasste ein Motivationsschreiben, einen Lebenslauf, ein Empfehlungsschreiben sowie einen Sprachnachweis.

Obwohl meine Bewerbungen relativ kurz nach Bewerbungsschluss eingingen, erhielt ich von beiden Universitäten eine Zusage und entschied mich schließlich für die Universidad Nacional de San Martín (UNSAM) in Buenos Aires. Nach der Zusage kümmerte ich mich um die Beantragung des Studierendenvisums. Dieser Prozess war teilweise etwas kompliziert, wurde jedoch durch die sehr hilfreiche Unterstützung des International Office der UNSAM deutlich erleichtert. Falls die Partneruniversität kein Studierendenvisum verlangt, ist auch eine Einreise mit einem europäischen Pass und einem Touristenvisum möglich.

Für die Einreise waren keine Impfungen erforderlich. Ich entschied mich gegen eine Beurlaubung von der Universität Potsdam, da ich während des Aufenthalts Auslands-BAföG erhielt. Zusätzlich bewarb ich mich erfolgreich um ein Teilstipendium im Rahmen von PROMOS. Außerdem schloss ich eine Auslandskranken- und Reiseversicherung ab. Einen Handyvertrag organisierte ich vor Ort in Argentinien. Meinen Flug buchte ich etwa einen Monat vor Abreise. Ein Rückflugticket war bei der Einreise nicht notwendig, sodass es auch möglich ist, zunächst nur einen Hinflug zu buchen, falls der Rückreisetermin noch nicht feststeht.


Studienfach: Soziologie, Ergänzungsfach Politik und Verwaltung 

Aufenthaltsdauer: 08/2025 - 12/2025

Gastuniversität: Universidad Nacional de San Martín

Gastland:Argentinien

Studium an der Gastuniversität

Ein Auslandssemester an der Universidad Nacional de San Martín kann ich sehr empfehlen. Bereits zu Beginn wurde umfassende Unterstützung angeboten, und es standen jederzeit freundliche und hilfsbereite AnsprechpartnerInnen für organisatorische oder akademische Fragen zur Verfügung. Besonders hilfreich war das Buddy-Programm, durch das jeder Austauschstudierende eine feste Ansprechperson vor Ort hatte.

Ich belegte insgesamt drei Kurse, was der Mindestanzahl entsprach. Die Kurse waren mit etwa 10 bis 30 Studierenden vergleichsweise klein, wodurch eine sehr persönliche und offene Lernatmosphäre entstand. Der Kontakt zu den Dozierenden war sehr nah und auf Augenhöhe. Die Lehrveranstaltungen fanden einmal wöchentlich über vier Stunden statt und bestanden meist aus einem theoretischen Input in der ersten Hälfte sowie einer ausführlichen Diskussion im zweiten Teil. Diese diskussionsorientierte Lehrform empfand ich als besonders bereichernd.

Der Campus der UNSAM ist sehr groß und gut ausgestattet. Es gibt eine Mensa mit günstigem und gutem Essen, eine Bibliothek mit Lernplätzen sowie zahlreiche Freizeit- und Sportangebote. Insgesamt herrscht an der Universität eine sehr angenehme, unterstützende Atmosphäre.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Zu Beginn des Semesters organisierte die UNSAM zahlreiche Orientierungsveranstaltungen, die sowohl der Einführung in den Universitätsalltag als auch dem Kennenlernen anderer internationaler und einheimischer Studierender dienten. Auch während des Semesters fanden im Rahmen des Buddy-Programms regelmäßig Veranstaltungen statt, bei denen der Austausch zwischen internationalen und argentinischen Studierenden gefördert wurde. Darüber hinaus ergaben sich in den Lehrveranstaltungen und im universitären Alltag viele Gelegenheiten, mit einheimischen Studierenden in Kontakt zu kommen, auch außerhalb des Buddy-Programms.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Zur sprachlichen Vorbereitung belegte ich an der Universität Potsdam zwei Spanischkurse und erreichte vor Beginn des Aufenthalts ein B2-Niveau, obwohl für die Bewerbung lediglich B1 erforderlich war. Trotz dieser Vorkenntnisse fiel es mir anfangs schwer, den Lehrveranstaltungen vollständig zu folgen und mich im Alltag sicher zu verständigen, auch aufgrund des argentinischen Akzents. Da nur wenige Menschen Englisch sprechen, ist es jedoch möglich und notwendig, schnell in die spanische Sprache einzutauchen.

Im Laufe des Semesters verbesserte sich mein Sprachverständnis deutlich. Nach dem Aufenthalt habe ich das Gefühl, gut verstehen und kommunizieren zu können, auch wenn ich noch nicht vollständig fließend spreche.

Wohn- und Lebenssituation

Die Wohnungssuche in Buenos Aires kann herausfordernd sein, da Wohngemeinschaften für Studierende weniger verbreitet sind als in Deutschland. Die UNSAM stellt jedoch eine Liste mit Wohnmöglichkeiten ehemaliger Austauschstudierender zur Verfügung. Alternativ bieten sich für den Anfang auch Hostels oder Airbnbs an, um vor Ort nach einer passenden Unterkunft zu suchen.

Ich konnte bereits vor meiner Abreise eine Wohnung im Stadtteil Belgrano finden, die ich mit zwei weiteren Austauschstudierenden teilte. Später zog ich in eine andere Wohngemeinschaft mit internationalen Studierenden. Generell ist es empfehlenswert, eine Wohnung in der Nähe einer Mitre-Zugstation zu suchen, da diese eine relativ zuverlässige Verbindung zum Campus der UNSAM bietet.

In meiner Freizeit verbrachte ich viel Zeit in den zahlreichen Parks der Stadt, ging ins Kino oder nahm an Tanzkursen teil. Buenos Aires bietet ein sehr vielfältiges kulturelles Angebot, und auch das Nachtleben ist sehr lebendig.

Lebenshaltungskosten

Aufgrund der anhaltenden Inflation ist es schwierig, allgemeine Aussagen zu den Lebenshaltungskosten zu treffen. Insgesamt sind diese derzeit etwa mit denen in Deutschland. Lebensmittelpreise sind ähnlich hoch, während kulturelle Veranstaltungen und Dienstleistungen oft günstiger sind. Elektronische Geräte und kosmetische Produkte sind z.B. hingegen teurer.

Studienfach: Soziologie, Ergänzungsfach Politik und Verwaltung 

Aufenthaltsdauer: 08/2025 - 12/2025

Gastuniversität: Universidad Nacional de San Martín

Gastland:Argentinien

Rückblick

Insgesamt kann ich ein Auslandssemester in Buenos Aires und insbesondere an der Universidad Nacional de San Martín sehr empfehlen. Der Aufenthalt bot mir nicht nur eine wertvolle akademische Erfahrung, sondern auch die Möglichkeit, neue Perspektiven kennenzulernen und meine sprachlichen sowie interkulturellen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Besonders empfehlenswert ist es, aktiv den Kontakt zu einheimischen Studierenden zu suchen und sich nicht ausschließlich in der internationalen Austauschblase zu bewegen.


Argentinien

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