Handlungsorientiertes Lernen in der VR-Lackierwerkstatt (HandLeVR)

HandLeVR (im Simulator)
Foto: Raphael Zender

Im Sinne der Kompetenzorientierung in der Berufsbildung ist es notwendig, handlungsorientierte Lerneinheiten mit Lernfortschrittskontrollen zu implementieren. Diese Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz wird auch in Rahmenlehrplänen wie dem des Ausbildungsberufes zu Fahrzeuglackierer*innen gefordert – aber bisher nur unzureichend bzw. ineffizient in Bezug auf die genutzten Ressourcen umgesetzt.

Das zentrale wissenschaftliche Ziel des BMBF-geförderten Projekts HandLeVR (Förderkennzeichen: 01PV18002A, Laufzeit: 01.01.2019 - 31.12.2021) ist zu untersuchen, welchen konkreten Beitrag VR-Technologien bieten, um handlungsorientiertes Lernen in der Berufsausbildung zu ermöglichen und wie diese Technologien didaktisiert werden können, um Lernerfolge sicherzustellen. Methodisch wurde der Ansatz des „Design-Based Research” (DBR) gewählt, um diese theoretische Fragestellung mit dem praktischen Ziel der Optimierung der Lackierausbildung zu vereinen. Das praktische Ziel des Projektes ist der ergänzende Einsatz von VR zur Förderung des handlungsorientierten Erlernens verschiedener Techniken zum Anbringen einzelner Lackschichten auf Kfz-Werkstücken durch Auszubildende. Das zentrale Werkzeug in HandLeVR ist eine VR-Lernumgebung – die VR-Lackierwerkstatt.

Das Einsatzszenario für die VR-Lackierwerkstatt ist fachdidaktisch im Bereich der Berufsausbildung von Fahrzeuglackierer*innen angesiedelt. In Einzel- oder Grup-penausbildungen werden hier unter anderem verschiedene Techniken für den Auftrag von Lacken auf Werkstücke (z.B. Motorhaube eines Fahrzeugs) erlernt und zur Verstetigung immer wieder im Rahmen der dreijährigen Ausbildung geübt.

Diese Übungen werden durch die VR-Lackierwerkstatt einerseits in größerem Umfang möglich, als ökologisch, ökonomisch und gesundheitlich in der Realität sinnvoll. Andererseits werden neue Übungsszenarien denkbar (z.B. exotische Werkstücke oder schwer real erzeugbare Problemsituationen) und somit wird ein Mehrwert in Ergänzung zum etablierten, realweltlichen Training geschaffen.

Je nach Ausstattung und Größe des Ausbildungsbetriebs kann dieser die VR-Lackierwerkstatt mit eigenem VR-Equipment anbieten oder seine Auszubildenden am VR-Systemen in regionalen Berufsbildungszentren (o.ä. Weiterbildungsorten) trainieren lassen.
 

Das folgende Video zeigt die beispielhafte Durchführung einer Lernaufgabe (Stand: Januar 2020):

HandLeVR (im Simulator)
Foto: Raphael Zender

Am Lehrstuhl für Komplexe Multimediale Anwendungsarchitekturen der Universität Potsdam wird das Projekt koordiniert sowie die technische Umsetzung durchgeführt. Weiter Projektpartner sind das Learning Lab der Universität Duisburg-Essen, die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH e.V.) sowie die Mercedes-Benz Ludwigsfelde GmbH.

Stets aktuelle Informationen zum Fortschritt des Projekts sowie weiterführende Informationen erhalten Sie auf der offiziellen Projektwebseite:

Foto von Dr. Raphael Zender

Dr. Raphael Zender

 

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