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Veranstaltungen im Jahr 2017

30. August 2017: Besuch der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Vertretung in Deutschland

Beim Besuch der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO, International Labour Organization), Vertretung in Deutschland, am 30.08.2017 in Berlin nahm eine Gruppe von knapp zehn Personen teil. Die Direktorin der deutschen Vertretung der ILO Frau Dr. Annette Niederfranke begrüßte die Gruppe und gab uns eine Einführung in die Thematik. Danach brachte der wissenschaftliche Mitarbeiter Herr Malte Drewes den Teilnehmerinnen zunächst viele wissenswerte Informationen über die Geschichte, die Strukturen und die Mitgliedstaaten der ILO nahe. Sie ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, ihr Hauptsitz befindet sich in Genf. Eine Besonderheit dieser Organisation ist, dass nicht nur Regierungen in ihr vertreten sind, sondern auch die Sozialpartner (Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften). Deutschland wird auf gewerkschaftlicher Seite durch den DGB und für die Arbeitgeberverbände durch die BDA repräsentiert. Die gesamte Darstellung des Aufbaus, der Gremien und Aufgabenfelder der ILO (z.B. Vereinigungsfreiheit, Verbot von Zwangsarbeit und Kinderarbeit, Entgeltgleichheit bei gleicher Arbeit und Chancen von Frauen) wurde durch viele Graphiken unterstützt. Im Anschluss ergab sich die Gelegenheit, unterschiedliche Punkte zu vertiefen, und es blieb Zeit für die Beantwortung teils umfangreicher Fragen. Für die vielfältigen interessanten Eindrücke bedanken wir uns bei Frau Dr. Niederfranke und Herrn Drewes.

 

08. Juni 2017: Berufsbildervortrag „Frauen im Recht – Juristinnen im Arbeitsrecht"

Am zweiten BBV im Jahr 2017 mit dem Thema Arbeitsrecht nahmen insgesamt über 15 Personen teil. Die Referentinnen gewährten Eindrücke von ihren Berufen in unterschiedlichen Bereichen des Arbeitsrechts:

-        Mirjam Alex, Juristin, ver.di Berlin

-        Dietlinde-Bettina Peters, Richterin am Arbeitsgericht Brandenburg/Havel

-        Kristin Steinbring-May, Juristin, Bundesministerium für Arbeit und Soziales

            Moderation: Dr. Roswitha Schwerdtfeger, Fakultätsgeschäftsführerin

Frau Alex schilderte ihre beruflichen Stationen, sie war zuvor u.a. als Rechtsanwältin beschäftigt und hat sich danach auf arbeitsrechtliche Themen spezialisiert. Die Aufgaben bei ihrer jetzigen Tätigkeit als Juristin im Bundesvorstand von ver.di erfordern vielfältige und vertiefte arbeitsrechtliche Kenntnisse auch im kollektiven Arbeitsrecht wie zum Beispiel im Tarifvertrags- und Betriebsverfassungsrecht. Zudem schätzt Frau Alex die inhaltliche Bandbreite ihrer Aufgaben, bei denen sie auch mit rechtspolitischen Fragen befasst ist.

Frau Peters beschrieb kurz die Abläufe eines Verfahrens beim Arbeitsgericht. Sie ging auf Besonderheiten im Vergleich zu allgemeinen zivilrechtlichen Prozessen ein, etwa die Teilnahme von ehrenamtlichen Richtern bei Kammerterminen. Sie berichtete von ihrem beruflichen Werdegang mit einer vorherigen Tätigkeit in der Personalabteilung eines Unternehmens. Als Arbeitsrichterin hat Frau Peters u.a. mit Streitigkeiten über Fragen der Eingruppierung, des Kündigungsschutzes und des Betriebsverfassungsrechts zu tun. Sie bietet zusätzlich auch Seminare zu Themen des kollektiven Arbeitsrechts an.

Frau Steinbring-May hob hervor, dass sie viele interessante Einblicke in ein anderes Rechtssystem durch ihren Auslandsaufenthalt in Australien erhalten hat. Ihren Berufseinstieg hatte sie als angestellte Rechtsanwältin bei einer größeren Kanzlei im Bereich Arbeitsrecht. Sie hat sich dort auch mit Fragen des kollektiven Arbeitsrechts und dem Spezialgebiet des kirchlichen Arbeitsrechts beschäftigt. Seit diesem Jahr ist Frau Steinbring-May als Juristin beim BMAS beschäftigt, wo sie sich mit sozialrechtlichen Themen befasst. Sie betonte die gute Vereinbarkeit ihres derzeitigen Berufs mit ihrer Familie.

In der Diskussions- und Fragerunde bot sich den Interessierten die Möglichkeit, mehr über bestimmte Themen zu erfahren und sich mit Anmerkungen oder Fragen zu konkreten Aspekten an einzelne Referentinnen zu wenden.

Wir danken den Referentinnen und der Moderatorin herzlich für die Teilnahme an der Veranstaltung und die aufschlussreichen und interessanten Vorträge und Informationen zu vielfältigen Berufsfeldern und die zusätzlichen Einblicke in der Diskussions- und Fragerunde.

 

17. Mai 2017: Besuch des Notariats Damke

Zum Besuch des Notariats Damke in Potsdam traf sich am 17.05.2017 eine Gruppe von knapp zehn Personen, die meisten davon JurMeP-Teilnehmerinnen. Notarin Frau Damke und Frau Notarassessorin Dr. Woitge beschrieben ihren beruflichen Werdegang und erklärten anschließend, welche Aufgaben im Notariat anfallen und inwiefern sich ihre Tätigkeiten von denen in einer Rechtsanwaltskanzlei unterscheiden. Sie gewährten einen umfangreichen Einblick in das notarielle Berufsbild, u.a. auch in Besonderheiten in den Bundesländern zu Regelungen des Notarberufs sowie Funktionen der berufsständischen Vereinigungen z.B. bei der Ausbildung der Notarfachangestellten. Die gute Organisation ihres Büros ist für Frau Damke eine wesentliche Grundlage für die Vereinbarkeit ihres Berufs mit der Erziehung ihrer Kinder. Frau Dr. Woitge erklärte, dass sie als Notarassessorin beispielsweise Vertretungen für erkrankte Kollegen übernehme und eine Anwärterzeit besteht, bis sie sich auf eine freie Notarstelle bewerben und vom Land bestellt werden kann. Detailliert schilderten beide Berufsträgerinnen, aus welchen Rechtsgebieten sie überwiegend Fälle bearbeiten, wie etwa aus dem Familien-, Erb-, Vertrags- und Schenkungsrecht teils auch mit Bezügen zum internationalen Privatrecht, dem Immobilien- und Grundschuldrecht sowie dem Unternehmens- und Gesellschaftsrecht. Sie verdeutlichten die Vielfalt ihrer beruflichen Tätigkeit durch eine große Zahl anschaulicher und interessanter Praxisbeispiele wie einer Adoption, einer Patientenverfügung und einer Übertragung von Gesellschaftsanteilen etc. Herzlich danken wir Frau Damke und Frau Dr. Woitge für ihre kurzweiligen und gut strukturierten Vorträge und dafür, dass sie sich so viel Zeit für die Veranstaltung genommen haben.

 

01. März 2017: Besuch der Bundeszentrale für politische Bildung

Am 01.03.2017 besuchte eine JurMeP-Gruppe die Bundeszentrale für politische Bildung, Kommunikations- und Medienzentrum, in Berlin. Zunächst erläuterte Herr Prof. Dr. Gernot Wolfram, welche Angebote die Bundeszentrale z.B. in Form von Veranstaltungen, Medien und Materialien zur Verfügung stellt. Er betonte, dass die Bundeszentrale den Anspruch hat, bei der Darstellung von Inhalten vielfältige Perspektiven zu berücksichtigen. Zugleich ging er auf die Funktion des wissenschaftlichen Beirats und dessen Zusammensetzung ein. In seinem Vortrag zum Thema „Demokratie – Herausforderungen für Deutschland und die EU“ sprach er über die Gefahr einfacher und populistisch reduzierter Antworten auf komplexe Fragen. Er erörterte auch die Verantwortung der Medien bei der Darstellung von Zusammenhängen. Für die Zusammenarbeit in der EU sei zum Teil eine genauere Kenntnis der – vor allem auch neueren – Mitgliedstaaten und ihrer Kultur wichtig. Es bot sich während des Vortrags stets die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder Themen zu diskutieren. Wir bedanken uns bei Herrn Prof. Wolfram für die Einblicke in die Bundeszentrale für politische Bildung und den aufgelockerten Vortrag.

 

19. Januar 2017: Berufsbildervortrag „Frauen im Recht – Juristinnen im Strafrecht“ mit anschließendem kleinen Neujahrsempfang

Der erste BBV im Jahr 2017 war mit insgesamt knapp über 30 Personen gut besucht. Die drei Referentinnen gaben aus ihrer jeweiligen Perspektive Einblicke in Berufe mit fachlichem Bezug zum Strafrecht:

-        Prof. Dr. Anna H. Albrecht, Juniorprofessorin für Strafrecht, Universität Potsdam

-        Nicole Bédé, Strafverteidigerin in Berlin

-        Ramona Tolksdorf, Staatsanwältin in Berlin

            Moderation: Dr. Roswitha Schwerdtfeger, Fakultätsgeschäftsführerin

Frau Nicole Bédé ging zunächst auf ihren beruflichen Lebensweg ein. An ihrer Tätigkeit als Strafverteidigerin, die nicht bereits frühzeitig im Studium geplant war, schätzt sie die Unabhängigkeit bei der Mandatsbearbeitung. Neben vertieften strafrechtlichen und strafprozessualen Fachkenntnissen beurteilt sie das professionelle Auftreten vor Gerichten als sehr wichtig.

Frau Prof. Dr. Anna H. Albrecht erläuterte anhand von Graphiken, welche fachlichen Voraussetzungen für ihre Tätigkeit als Juniorprofessorin bestehen und welche unterschiedlichen akademischen Berufsmodelle bis zu einer Professur existieren. Sie sprach auch die Bandbreite ihrer Aufgaben in der universitären Forschung, Lehre und Selbstverwaltung an.

Frau Tolksdorf betonte, dass sie sich schon im Studium sehr für das Strafrecht interessierte. Sie schilderte kurz Stationen ihres beruflichen Werdegangs und erklärte, wie ihr üblicher Arbeitsalltag als Staatsanwältin aussieht und für welche strafrechtlichen Fachgebiete sie in ihrem Dezernat zuständig ist. Sie beschrieb zudem, wie die Staatsanwaltschaft aufgebaut ist und wie die Zusammenarbeit mit der Polizei im Ermittlungsverfahren abläuft.

Im Verlauf der Diskussions- und Fragerunde konnten Interessierte bestimmte Gesichtspunkte vertiefen und konkrete Fragen an die Referentinnen richten. Neben einzelnen Fragen zum akademischen Berufsweg, zur Mandats- oder Aktenbearbeitung bei der Strafverteidigung oder Staatsanwaltschaft und zum Umgang mit schwierigen und emotional belastenden Fällen wurden auch die Chancen für Berufseinsteiger und die Familienfreundlichkeit thematisiert.

Bei den Referentinnen und der Moderatorin bedanken wir uns für die informativen und authentischen Vorträge, die vielen Eindrücke von den unterschiedlichen Berufen und die   interessante Fragerunde.

Wie in der Vergangenheit wurde der anschließende kleine Neujahrsempfang vom Verein der Freunde und Förderer der Juristischen Fakultät und von der Buchhandlung Schweitzer Sortiment großzügig unterstützt. Er bot den Teilnehmern die Möglichkeit, sich bei Häppchen und Getränken noch weiter austauschen.