Das 20. Jahrhundert war auch eine Zeit der „politischen Hungersnöte“, mit denen Staaten eine „feindliche“ Bevölkerung in die Knie zwingen wollten. Der Holodomor („Hungermord“), die größte Hungersnot in der Geschichte Europas, ist ein erschütterndes Beispiel dafür. Unter Stalin führten die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft, die Beschlagnahme von Getreide und am Ende jeglicher Lebensmittel in der Ukraine zum Hungertod von etwa vier Millionen Menschen. Die Ausstellung des Mykola-Haievoi-Zentrums für moderne Geschichte der LMU München zeigt Vorgeschichte, Verlauf und Nachwirkungen sowie die Erinnerung und künstlerische Verarbeitung des Holodomor, um dieses in Deutschland fast vergessene Menschheitsverbrechen ins Bewusstsein zu rücken.
Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Alexander Wöll (UP) und Dr. Franziska Davies (ZZF), moderiert von Dr. Gerhard Gnauck, Mykola-Haievoi-Zentrums für moderne Geschichte der LMU München / UKU Lviv.