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Rundgang über den Brauhausberg im Juli 2026

  • Blick auf den Südflügel
    Foto: larue
    Nach den aktuellen Planungen soll die Juristische Fakultät den sog. „Südflügel“ des ehemaligen Landtagsgebäudes beziehen. Dieser Gebäudeteil wurde in den 1950er Jahre für die SED Bezirksleitung errichtet. Dort sollen die Lehrstühle und Professuren sowie die Verwaltungsbereiche der Fakultät untergebracht werden. Das Studienbüro wird im Erdgeschoss angesiedelt.
  • Reichsarchiv 1930
    Foto: Bundesarchiv, Bild 102-16890 | Georg Pahl
    Das Reichsarchiv auf dem Brauhausberg im März 1930. Der historische Bau aus der Kaiserzeit war noch nicht überformt und auch der "Luisenturm" hatte noch seine ursprüngliche Gestalt. Früher war an der Stelle des Südflügels eine Fecht- und Reithalle. Unter der Brücke fuhr damals die Straßenbahn zum Templiner Eck.
  • Reichsarchiv nach 1934
    Foto: Alte Postkarte von GrussausPotsdam.de | Kunstverlag Robert Hügel, Berlin SW 29, http://www.grussauspotsdam.de/ebene3_listing.php?idcards=2379 (hochskaliert mit KI)
    Die südlichen Gebäude der alten Kriegsschule wurden in den 1930er Jahren abgerissen und durch einen mächtigen Stahlskelettbau ersetzt. Der Baukörper wirkt moderner als der heutige Südflügel, im Ensemble mit dem Bestandsbau aber etwas überdimensioniert und fehlplatziert. Gut zu erkennen ist die damalige Hofzufahrt durch den rechten Querflügel. Sie soll wiederhergestellt werden. Der prachtvolle Luisenturm wurde um 14m gekürzt und um eine schlichtere Haube ergänzt. In der Nacht von Potsdam wurde der Südflügel bis auf den Verbindungsbau ganz rechts durch einen Bombenangriff völlig zerstört.
  • Brauhausberg aus der Luft
    Foto: JUF Media
    Das Gebäude im Sommer 2026, also mehr als 90 Jahre später. Die Brücke ist noch vorhanden, aber die Straßenbahntrasse ist der B2 gewichen. Der im Krieg beschädigte Turmkopf wurde nochmals verändert, wenn auch eher geringfügig, und der Südflügel ist in gänzlich anderer Kubatur neu errichtet worden. Von dem Bau aus den 1930er Jahren ist lediglich ein schmaler Querbau als Verbindungsflügel zum historischen Gebäude erhalten.
  • Bauphasenplan Brauhausberg
    Bild: ROOMWiT, Petra Kind, José Velez, Juliane Albrecht
    Der Bauphasenplan verdeutlich die verschiedenen Bauabschnitte. Der blau eingezeichnete Kantinenanbau soll vollständig zurückgebaut werden.
  • Hofzufahrt aus dem 1930er Jahren
    Foto: larue
    Die alte Hofzufahrt aus den 1930er Jahren wurde nach dem Krieg zugemauert. Zur besseren Erschließung des Areals soll sie als Fußgängerzugang künftig wieder geöffnet werden. Grund: Das zentrale Treppenhaus unter dem Turm hat auf der Hofseite nur eine kleine Tür. Für die zu erwarteten Fußgängerströme ist diese nicht geeignet. Durch die alte Zufahrt können die Studierenden auf dem Fußweg vom Hauptbahnhof ohne größeren Umweg direkt in den Hof zu den übrigen Campusgebäuden gelangen.
  • Durchfahrt von der Hofseite aus
    Foto: larue
    Die zugemauerte Durchfahrt auf der Hofseite.
  • Raum in der Durchfahrt
    Foto: larue
    Dieser unscheinbare Raum befindet sich unmittelbar in der wiederzuöffnenden Durchfahrt. Die Decke wurde bereits entfernt und man kann oben gut den gemauerten Rundbogen erkennen. Über den Raum spannen sich mächtige Betonträger, die bezeugen, dass es sich früher tatsächlich um eine Durchfahrt handelte.
  • Verwaltungseingang zum Südflügel
    Foto: larue
    In den Südflügel gelangt man klassischerweise über den ehemaligen Verwaltungseingang mit drei Flügeltüren.
  • Wache im Verwaltungseingang
    Foto: larue
    Nur die beiden linken Außentüren dienten zuletzt als Eingang, während sich hinter der rechten Tür eine recht brachial in den Eingangsbereich gezimmerte Wache verbirgt.
  • Eingangsbereich hinter den Türen
    Foto: larue
    Hinter den historischen Eingangstüren befindet sich ein weiterer „moderner“ Eingangsbereich, der sich ebenfalls nicht recht in den Bau einfügt. Offenbar standen bei der Ausstattung zuletzt Funktionalität und Kosteneffizienz im Vordergrund.
  • Treppenhaus im DDR-Anbau
    Foto: larue
    Das Treppenhaus ist bei Weitem nicht so schön wie im Altbau von 1902. Die Treppe ist zwar breit, aufgrund der geringeren Geschosshöhe wirkt das Treppenhaus insgesamt jedoch ziemlich gedrungen. Zur Hofseite gibt es keinen Ausgang.
  • Treppenhaus im Turmgebäude
    Foto: larue
    Zum Vergleich: das historische Treppenhaus im Turmgebäude
  • Ehemaliger Speisesaal
    Foto: larue
    Hält man sich im Erdgeschoss am Eingang links („Abschlusstrakt“), kommt man in den ehemaligen Kantinenbereich. Die Zwischenwände wurden großzügig entfernt, um für einen größeren Speisesaal Platz zu schaffen.
  • Fachdachanbau von innen
    Foto: larue
    Auf der Hofseite wurde in den 1980er Jahren ein eingeschossiger Anbau errichtet, um noch mehr Platz für die Kantine zu schaffen. Das vergleichsweise junge Alter des Anbaus erkennt man innen z.B. an den Stahlträgern der Dachkonstruktion. Der Anbau wurde recht lieblos an den Südflügel angesetzt. Immerhin sind im Inneren aber noch Teile der alten Gebäudefassade erhalten. Der Anbau soll vollständig zurückgebaut werden.
  • Kantinenanbau von außen
    Foto: larue
    Der Kantinenanbau von außen. Da im Erdgeschoss die Servicebereiche der Fakultät für die Studierenden, insbesondere das Studienbüro, untergebracht sein werden, wird es hier wahrscheinlich einen zusätzlichen Eingang von der Hofseite aus geben.
  • Erdgeschoss im Plenartrakt
    Foto: larue
    Im rechten Flügel des Erdgeschosses („Plenartrakt“) finden sich beiderseits zahlreiche kleinere Arbeitsräume mit jeweils ca. 15 m². Anders als im Kantinentrakt ist hier die ursprüngliche Raumkonzeption weitgehend erhalten. Eine architektonische Besonderheit sind die oberhalb der Türen angebrachten Klappen. Sie können geöffnet werden und lassen dann Licht in den ansonsten engen, dunklen und unwirtlichen Gang. Das Foto ist vom Ende des Ganges mit Blickrichtung zurück zum Eingangsbereich aufgenommen. Da die alte Durchfahrt wieder geöffnet werden soll, wird die bislang bestehende Verbindung zum übrigen Altbau direkt hinter dem Betrachter gekappt.
  • Raum im Erdgeschoss
    Foto: larue
    Ein Blick in einen der kleinen Räume.
  • Treppenhaus im 1. Obergeschoss
    Foto: larue
    Das Treppenhaus im ersten Obergeschoss mit Blick in Richtung Innenhof.
  • Flur im 1. Obergeschoss
    Foto: larue
    Im ersten Obergeschoss gibt es im „Abschlusstrakt“ etwas größere Räume. Die Flügeltüren wurden bereits entfernt. Hier könnte später das Dekanat der Juristischen Fakultät untergebracht werden.
  • Flur im 1. Obergeschoss
    Foto: larue
    Der „Plenartrakt“ auf der anderen Seite ist dagegen wieder kleinteiliger aufgebaut. Auch die Lichtklappen tauchen hier wieder auf. Im Hintergrund ist eine weitere Besonderheit des Baus zu erkennen. Zwischen dem Anbau aus den 1950er Jahren und dem übrigen Gebäude gibt es nämlich einen Höhenversatz von ca. 1,50 m. Der Höhenversatz erschwert die barrierefreie Erschließung des Gebäudes.
  • Flur im historischen Erdgeschoss
    Foto: larue
    Zur Erklärung: Der Höhenversatz beruht auf dem Umstand, dass die älteren Gebäudeteile von 1902 über ein imposantes Erdgeschoss mit einer beachtlichen Deckenhöhe verfügen (hier mit Blick in Richtung des zentralen Treppenhauses unter dem Turm). Es handelt sich um ein Tonnengewölbe. Der Anbau aus den 1950er Jahre griff dieses architektonische Konzept nicht auf, sondern beließ es (wohl nicht zuletzt aus Gründen der Wirtschaftlichkeit) bei einer eher gewöhnlichen Geschosshöhe. Das führt ab dem ersten Obergeschoss zu dem Höhenversatz zwischen beiden Gebäudeteilen.
  • Treppenhaus im 2. Obergeschoss
    Foto: larue
    Wieder im DDR-Anbau: Das Treppenhaus im zweiten Obergeschoss, diesmal mit entgegengesetzter Blickrichtung.
  • Kleiner Saal mit Rundkassette
    Foto: larue
    Im „Abschlusstrakt“ des zweiten Obergeschosses gibt es einen größeren Saal mit Rundkassette für Deckenlampen. Hierbei handelt es sich um den ehemaligen Fraktionssitzungssaal („kleiner Saal“).
  • Räume im Stützen im 2. Obergeschoss
    Foto: larue
    Im „Plenartrakt“ des zweiten Obergeschosses sind viele Stützen aufgestellt. Direkt über diesen Räumen befindet sich nämlich der ausgebrannte Plenarsaal. Es bestand zeitweise Einsturzgefahr. Inzwischen ist das Gebäude wieder getrocknet. Die alten Stockflecken an den Wänden zeugen aber noch davon, dass damals Unmengen an Löschwasser in die unteren Stockwerke durchgesickert sind.
  • Treppenhaus im 3. Obergeschoss
    Foto: larue
    Im dritten Obergeschoss endet das große Treppenhaus. An der Decke erkennt man noch erhebliche Verrußungen. Auf dem Foto links ist der Eingangsbereich zum ehemaligen Plenarsaal zu sehen. Beim Brand 2023 ist das Dach komplett eingestürzt.
  • Blick aus dem Treppenhaus in den Plenarsaal
    Foto: larue
    Der Plenarsaal wurde in den vergangenen Monaten von den Schutt- und Brandresten befreit.
  • Blick in den Plenarsaal
    Foto: larue
    Der Boden wurde abgedichtet, so dass sich Regenwasser in Pfützen sammelt, aber nicht mehr in die tiefer liegenden Geschosses durchsickert.
  • Blick in den Plenarsaal
    Foto: larue
    Der Ausblick vom Plenarsaal in Richtung auf den Turm ist spektakulär. Eigentlich fast zu schade, hier wieder ein Dach aufzusetzen.
  • Bühne im Plenarsaal
    Foto: larue
    Im hinteren Teil des Plenarsaals gab es eine Bühne. Zu DDR-Zeiten wurden von hier aus die Reden für die Delegierten der SED gehalten.
  • Blick in den Plenarsaal 2007
    Foto: Lutki | https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Landtag_Brandenburg_2007_Plenarsaal.JPG
    Um sich später abzusetzen, wurde der Plenarsaal zu Zeiten des Brandenburgischen Landtags nicht mehr längs genutzt, sondern quer. Die Bühne blieb erhalten, wurde aber nicht mehr als solche genutzt. Foto vom Tag der offenen Tür im Landtag 2007.
  • Dachgeschoss ohne Dach
    Foto: larue
    Über eine kleine Treppe gelangt man noch ein Stockwerk höher. Das Dach fehlt vollständig. Über die Form des künftigen Daches gibt es derzeit einen Gestaltungswettbewerb. Für die Universität Potsdam ist es sehr wichtig, dass auch das Dachgeschoss mit seinen fast 1.000 m² Fläche später für Lehrstühle und Professuren genutzt werden kann.
  • Blick zum Telegrafenberg
    Foto: larue
    Von oben hat man einen schönen Ausblick in Richtung auf den Telegrafenberg.
  • Blick auf das Dachgeschoss von unten
    Foto: larue
    Der obere Bereich des Querflügels vom Innenhof aus fotografiert. Man erkennt das geöffnete Fenster wieder.
  • Historischer Dachstuhl
    Foto: larue
    Eine weitere Besonderheit ist der Dachstuhl über dem kleinen Fraktionssitzungssaal. Das Gebälk ist sehr filigran, lässt aber auch überhaupt keine Möglichkeit, diesen Teil des Daches sinnvoll zu nutzen.
  • Blick in den Plenarsaal
    Foto: larue
    Wieder zurück im Plenarsaal, diesmal von der anderen Seite. Man sieht jetzt die beiden großen Eingänge in den Plenarsaal, dahinter das fehlende Dach des Querflügels aus den 1950er Jahren und in der Mitte lugt ganz klein der Dachstuhl von eben hervor.
  • Blick in den Plenarsaal
    Foto: larue
    Aus etwas flacherer Perspektive. Aufgenommen am 29.07.2026.
  • Blick in den Plenarsaal 2025
    Foto: larue
    Zum Vergleich: So sah es an dieser Stelle am 19.11.2025 aus.
  • Dachgeschoss mit Sparren
    Foto: larue
    Auch auf dem Querflügel des ehemaligen Reichsarchivs ("Verbindungsbau") fehlt das Dach. Einige Sparren stehen aber noch.
  • Blick zum Turm
    Foto: larue
    Blick zum Turm.
  • Blick von unten
    Und so sieht das Dach des Querflügels ("Verbindungsbau") derzeit von unten aus.
  • Dachgeschoss des historischen Baus
    Weiter auf dem weitgehend intakten Dach des historischen Baus. Das ursprüngliche Dach wurde in den 1930er Jahren abgerissen und durch ein einfaches und unspektakuläres Zeltdach ersetzt. Die Dachziegel sollen ursprünglich einmal blau gewesen sein. Die Farbe ist aber wegen der schlechten Qualität sehr schnell verblasst.
  • Blick aus einem Dachfenster
    Foto: larue
    Blick aus einem Dachfenster. Man sieht sehr schön, wie der Anbau ohne gestalterische Ambitionen einfach vor das Gebäude gesetzt wurde.
  • Arbeitszimmer des Ministerpräsidenten
    Foto: larue
    Zur Juristischen Fakultät sollen nach den aktuellen Planungen auch noch kleine Bereiche des historischen Baus aus der Kaiserzeit gehören. Eine Besonderheit ist dieser Raum. Es handelt sich um das ehemalige Arbeitszimmer des Brandenburgischen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe.
  • Blick aus dem Fenster des Ministerpräsidenten
    Foto: larue
    Bauschutt-Idylle im ehemaligen Büro des Ministerpräsidenten.
  • Eckbau im 2. Obergeschoss
    Foto: larue
    Die nordöstliche Ecke des historischen Gebäudes von 1902 im zweiten Oberschoss. Links hinter dem Vorsprung nicht zu sehen ist ein Treppenhaus. Es wird spannend sein, wie diese Fläche künftig sinnvoll genutzt werden kann.
  • Ovales Innenfenster
    Foto: larue
    Ein ovales Fenster lässt etwas Licht aus dem Treppenhaus in den Gang.
  • Eckbau im Erdgeschoss
    Foto: larue
    Die Räume im Erdgeschoss des Eckbaus wirken trotz der großzügigen Geschosshöhe nicht einladend, sondern eher kellerartig. Links im Dunkeln liegt die wiederzuöffnende Durchfahrt. Dort wird künftig wieder eine Wand eingezogen.
  • Zimmer im Eckbau
    Die Räume im unteren Eckflügel sind wegen des dichten Bewuchses vor den Fenstern ziemlich dunkel.
  • Raum im Eckbau zur Hofseite
    Foto: larue
    Im gleichen Gebäudeteil, diesmal auf der Hofseite. Die historischen Zwischenwände wurden längst entfernt. Durch die großen Fenster dürften diese Räume durchaus einladend und hell werden.

Am 29.07.2026 hatten einige Mitglieder der Juristischen Fakultät erneut die Gelegenheit, das Gebäude auf dem Brauhausberg zu besichtigen. Im Blickpunkt stand diesmal der “Südflügel” aus den 1950er Jahren, in den die Juristische Fakultät nach den aktuellen Planungen umziehen soll.     

Zum Vergrößern auf die Bildergalerie klicken.

Nach den aktuellen Planungen soll die Juristische Fakultät den sog. „Südflügel“ des ehemaligen Landtagsgebäudes beziehen. Der Südflügel wurde in den 1950er Jahren für die SED-Bezirksleitung errichtet, nachdem der dort zuvor befindliche Magazinbau des Reichs- und Heeresarchivs in der “Nacht von Potsdam” am 14. April 1945 zerstört worden war. Der Südflügel zeichnet sich durch zwei Querflügel aus (sog. „Mittelrisalite“). Der hintere Querflügel ist ein Überbleibsel des ehemaligen Reichsarchivs und wurde in den 1930er Jahren errichtet. Dahinter schließt sich (auf dem Foto verdeckt) der historische Bau von 1902 mit der Front zur Stadt an. Zwischen den beiden Querflügeln, im sog. „Plenartrakt“, befand sich im obersten Stockwerk der namensgebende Plenarsaal des Brandenburger Landtags, der 2023 durch ein Feuer weitgehend zerstört wurde. Im vorderen Gebäudeteil, dem sog. „Abschlusstrakt“, befand sich im Obergeschoss ein kleinerer Fraktionssitzungssaal, der weitgehend erhalten ist. 

Eine Zusammenfassung der historischen Entwicklung des Areals seit der Kaiserzeit und eine weitere Bildergalerie finden Sie im Artikel zum ersten Rundgang im November 2025.


Die Fotos wurden mit freundlicher Genehmigung der KW-Development angefertigt.