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Rundgang über den Brauhausberg im November 2025

  • Foto des Turms
    Foto: larue
    Der Turm des ehemaligen Landtagsgebäudes. Im Vordergrund der ausgebrannte Sitzungssaal.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Zur Zufahrt des ehemaligen Landtagsgeländes gelangt man von der Albert-Einstein-Straße über eine Brücke. Unter der Brücke verläuft die B2 in Richtung Templiner Eck/Michendorf.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Die Zufahrt zum ehemaligen Landtagsgelände mit dem Pförtnerhäuschen direkt hinter der Brücke.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Blick vom Tor nach rechts. Der Anbau mit dem Sitzungssaal an der Ostseite des historischen Baus ("Südflügel") stammt von 1952. Auf dem Gelände saß bis zur Wende die SED-Bezirksleitung. Der Sitzungssaal ist im August 2023 ausgebrannt.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Der Verwaltungseingang im Südflügel stammt aus DDR-Zeiten.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Hinter dem Rolltor der Hauptzufahrt. Die weißen Baracken sollen abgerissen werden.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Auf dem Weg von der Hauptzufahrt in den Hof des ehemaligen Landtags. Der vorgesetzte Flachbau stammt von 1980 und beherbergte Teile der Kantine.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Auf dem Weg von der Hauptzufahrt in den Hof des ehemaligen Landtags. Andere Perspektive mit Blick auf den ausgebrannten Landtagssaal.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Blick in die entgegengesetzte Richtung. Im Vordergrund der Flachbau der Kantine und im Hintergrund die weißen Baracken.
  • Foto des Turms
    Foto: larue
    Blick vom Innenhof auf den Turm. Durch die Fenster wird das zentrale Treppenhaus beleuchtet. Im 4. Obergeschoss mit den drei Fenstern befindet sich ein größerer Arbeitsraum.
  • Foto des abgebrannten Sitzungssaals
    Foto: larue
    Blick auf den ausgebrannten Sitzungssaal des ehemaligen Landtags.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Blick auf den Hof hinter dem ehemaligen Landtagsgebäude.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Blick auf den Hof von der gegenüberliegenden Seite. Derzeit wird das Gebäude entkernt.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Auf dem Innenhof des Geländes. Man kann drei verschiedene Bauphasen erkennen: Links den historischen Bau von 1902, in der Mitte einen Verbindungsbau von 1934 und rechts den Südflügel-Anbau von 1952.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Auf dem Innenhof mit Blick in Richtung Stadt. Zu erkennen sind auch hier drei Bauphasen: Links der Nordwest-Anbau von 1975, in der Mitte der Nordwest-Risalit von 1966 und rechts der historische Bau von 1902.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Blick auf den Nordwest-Anbau von 1975. Auf dem Gelände stehen viele Bäume. Bei der Neubebauung sollen viele von ihnen erhalten bleiben.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Blick über den künftigen Campus. Im Innenhof sollen mehrere neue Gebäude entstehen.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Auf dem Gelände stehen noch einige alte Baracken und Garagen aus DDR-Zeiten. Sie werden im Zuge des Campusbaus abgerissen.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    In einer solchen Baracke fanden bis zum Jahr 2000 die mündlichen Prüfungen im Ersten Staatsexamen statt. Schon damals kein würdiger Ort, heute völlig heruntergekommen.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Auch dieses Gebäude wird demnächst abgerissen.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Das Areal ist derzeit noch weitläufig. Der spätere Campus wird allerdings recht dicht bebaut sein.
  • Foto der Außenanlagen
    Foto: larue
    Auf der Stadtseite vor dem ehemaligen Landtag. Erste Vorbereitungen sind bereits im Gange. Man erkennt im Hintergrund gut den Übergang vom historischen Gebäudeteil von 1902 zu einem späteren Anbau. Es handelt sich um den 1966 errichteten Nordwest-Risaliten. Er verdeckt den dahinter befindlichen Nordwest-Anbau von 1975.
  • Foto vom Turm des historischen Gebäudes.
    Am Turm befindet sich der historische Haupteingang. Der Eingangsbereich soll der Porta Stupa/Porta Palio in Verona nachempfunden sein. Oben am Turm erkennt man noch die Umrisse des runden Parteisymbols der SED. Durch den Eingang gelangt man in das zentrale Treppenhaus des Gebäudes.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Das Treppenhaus im historischen Gebäudeteil von 1902. In den unteren Geschossen aufgrund der Sicherungsmaßnahmen ein dunkler, unwirtlicher Bereich.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Dieses Zimmer befindet sich im Turm direkt über den Eingangsportal auf der Stadtseite. Hinter dem Portikus versteckt sich über dem Portal der einzige Balkon des Gebäudes. Künftig mit Sicherheit ein sehr repräsentativer Raum.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Blick aus dem Treppenhaus im Turm in einen Flügel des historischen Baus von 1902. Das Gebäude ist vergleichsweise schmal. Der Flur hat links Fenster zur Stadtseite. Rechts sind die Büros.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Und der Blick in die andere Richtung. Diesmal sind rechts die Fenster zur Stadt und links die Büros.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Das Treppenhaus im Turm auf der gleichen Etage, diesmal mit Blick in Richtung Hof. Man kann bereits die imposante Abschlusstreppe erahnen.
  • Das große Treppenhaus
    Foto: larue
    Das zentrale Treppenhaus mit dem wunderschönen Aufgang zum obersten Geschoss. Die kleine Treppe im Hintergrund führt weiter nach oben auf den Turm. Die ägyptische anmutende Wandbemalung stammt von den Dreharbeiten des Kinofilms "Der phönizische Meisterstreich" von Wes Anderson (Dreharbeiten im Frühjahr 2024). Auf der Treppe lieferten sich Benicio del Toro und Benedict Cumberbatch gegen Ende des Films eine heftige Rangelei.
  • Foto von der Turmtreppe
    Foto: larue
    Auf den Turm führt derzeit nur eine enge Treppe.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Weiter oben im Turm. Dieser Raum wurde zu DDR-Zeiten vor allem für "technische Geräte" genutzt.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Blick vom Turm in Richtung Hauptbahnhof. Der Fußweg über das Leipziger Dreieck und vorbei am Minsk dauert etwa acht Minuten. Gerade auf dem letzten Stück geht es ordentlich bergauf.
  • Foto mit Blick das Havelland
    Foto: larue
    Blick vom Turm in Richtung Caputh und Werder. Rechts sieht man in der Ferne die Havel und die Eisenbahnbrücke über den Templiner See.
  • Foto mit Blick auf das Stadtzentrum
    Foto: larue
    Blick vom Turm in Richtung Breite Straße im Stadtzentrum von Potsdam. Links die Neustädter Havelbucht.
  • Foto mit Blick auf das Stadtzentrum
    Foto: larue
    Das Stadtzentrum ist geprägt vom Turm der Garnisionkirche (links), der Nikolaikirche (rechts) und dem ehemaligen Interhotel, heute Hotel Mercure (mittig). Im Vordergrund neue Wohnhäuser in der Speicherstadt am Ufer der Havel.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Das neue Landtagsgebäude im Stadtschloss auf dem Alten Markt befindet sich in Sichtweite.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Im Inneren des Turms.
  • Fotos des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Der Dachstuhl auf dem historischen Gebäude. Es handelt sich nicht mehr um das aufwendige Originaldach, sondern um ein einfaches Zeltdach. Um mehr Platz zu schaffen, soll das Dach etwas angehoben werden.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Ein Zimmer im obersten Stock des historischen Gebäudes von 1902 mit Blick in Richtung Stadt. Die Außenfassade dieses Stockwerks hat die Anmutung eines Fachwerkhauses.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    In den Nischen des Turms finden sich stadtseitig zwei fünfeckige Räume. Dieser wurde zuletzt offenbar als Küche genutzt.
  • Blick auf den Turm
    Foto: larue
    Die Fachwerkzeile am historischen Gebäudeteil von 1902 mit dem fünfeckigen Turmzimmer.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Ein weiterer Flur im historischen Gebäudeteil von 1902.
  • Fotos des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Im historischen Gebäude von 1902 gibt es zahlreiche größere Räume. Dieser befindet sich im 4. Obergeschoss direkt über dem zentralen Treppenhaus.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Arbeitsräume auf der Hofseite. Offenbar aus Kostengründen sind die Fenster, anders als die Fassade suggeriert, oben gar nicht abgerundet.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Ein großes Zimmer mit Blick auf den Innenhof und den ausgebrannten Sitzungssaal.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Blick auf den ausgebrannten Sitzungssaal.
  • Fotos des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    In diesem Raum befand sich die Haustechnik für den ehemaligen Sitzungssaal. Das Dach ist beim Brand 2023 eingestürzt.
  • Fotos des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    In diesem Raum befand sich die Haustechnik für den ehemaligen Sitzungssaal. Das Dach ist beim Brand 2023 eingestürzt.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Ein Detail der historischen Fassade des Baus von 1902. Durch den Anbau zu DDR-Zeiten befand sich der kleine Portikus später in dem Raum für die Betriebstechnik.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Blick in den Sitzungssaal. Er wurde bis Herbst 2013 vom Brandenburger Landtag genutzt. Im August 2023 ist ein Feuer ausgebrochen und hat den Saal und das Dach völlig zerstört.
  • Fotos des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Blick aus dem östlichen Treppenhaus in den Innenhof.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Im ganzen Gebäude blättert die Farbe ab.
  • Fotos des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Blick aus dem östlichen Treppenhaus in das historische Gebäude. Auf dem mittleren Deckenträger kann man sozialistische Deckenmalereien erkennen.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Deckenbemalung nach dem Geschmack der SED.
  • Fotos des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Überall finden sich Schäden von Vandalismus.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Ein anderes Stockwerk mit Blick in das östliche Treppenhaus. Links kommt man über einen Verbindungsbau von 1934 in den Südflügel von 1952 mit dem Sitzungssaal.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Ein Flur im historischen Gebäude von 1902. Zur besseren Orientierung hatte die Flure zuletzt verschiedene Wandfarben.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Ein früherer Küchenraum. Im linken Fenster kann man die gelbe Rutsche des Blu und die Fassade des Holiday Inn am Leipziger Dreieck erkennen.
  • Foto des Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Das nördliche Treppenhaus. Im Nordwest-Anbau von 1975 herrscht strenge Funktionalität. Von der Großzügigkeit des historischen Baus von 1902 keine Spur. Die Flure sind eng, die Zimmer klein.
  • Foto im Gebäudeinneren
    Foto: larue
    Ein Zimmer im nordwestlichen Teil des Gebäudes. In diesem Flügel waren von 2016-2018 Geflüchtete untergebracht.
  • Bauphasenplan
    Bild: ROOMWiT, Petra Kind, José Velez, Juliane Albrecht
    Der Plan verdeutlicht die verschiedenen Bauphasen vom Kaiserreich bis zur DDR-Zeit. Was der Plan nicht zeigt: Selbst der noch vorhandene historische Baukörper von 1902 wurde mehrfach überformt, vor allem das Dach.

Am 19.11.2025 konnten einige Universitätsmitglieder das ehemalige Landtagsgelände auf dem Brauhausberg besichtigen. Auf dem Areal wird innerhalb weniger Jahre ein neuer Campus für die Universität Potsdam errichtet, auf den auch die Juristische Fakultät umziehen soll. Zum Vergrößern auf die Bildergalerie klicken.

Das Areal auf dem Brauhausberg hat eine wechselvolle bauliche Geschichte von der Kaiserzeit über das  Dritte Reich bis zur DDR-Zeit. Die verschiedenen Bauphasen lassen sich in dem entsprechende Plan auf dem letzten Bild in der Bildergalerie gut nachvollziehen.

Königlich-Preußische Kriegsschule

Das Gebäude wurde von 1899 bis 1902 vom Baumeister Franz Schwechten als Königlich-Preußische Kriegsschule errichtet. Kaiser Wilhelm II. legte die architektonische Ausführung im Stil der englischen Cottage-Landhäuser mit Fachwerk und weißgeputzten Feldern fest und ließ Renaissance-Motive verwenden. Für den Haupteingang wählte er die Porta Palio in Verona. Der monumentale neogotische "Luisenturm" mit einer Höhe von 64 m bestimmte das Ensenble und wurde 1904 fertiggestellt.

Reichs- und Heeresarchiv

Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Gebäude in das Reichs- und Heeresarchiv umfunktioniert. Die schiere Menge der Akten machte schnell den Anbau eines Magazins erforderlich, der 1935 abgeschlossen wurde. Im Zuge der Bauarbeiten wurde auch das zuvor kunstvoll gestaltete Dach durch ein einfaches Zeltdach ersetzt. Der Turm wurde um 14 m auf 50 m verkleinert und mit einer einfachen Haube versehen.

Sitz der SED-Bezirksleitung

Der Luftangriff auf Potsdam am 14. April 1945 ("Nacht von Potsdam") zerstörte große Teile des Brauhausbergs. Das Magazingebäude wurde bis auf einen Verbindungsbau völlig zerstört, der Turm und der Nordwest-Flügel des Hauptgebäudes beschädigt. Nach einer kurzzeitigen Nutzung durch das brandenburgische Finanzministerium im Jahre 1948 übernahm die SED den Gebäudekomplex und nutzte ihn zunächst als Sitz der SED-Landesleitung sowie ab 1952 als Sitz der SED-Bezirksleitung. Bereits im August 1950 begann der Wiederaufbau des zerstörten Südflügels, der zuvor als Magazin gedient hatte. Während der DDR-Zeit gab es mehrere Anbauten: 1966 wurde der Nordwest-Risalit errichtet, 1975 der Nordwest-Anbau und 1980 ein Flachbau für die Kantine. Aus der DDR-Zeit stammt auch die Bezeichnung des roten Backsteinbaus als "Kreml von Potsdam". 

Sitz des Brandenburger Landtags

Nach der Wiedervereinigung nutzte der Brandenburger Landtag das Haus als Parlamentsgebäude. Die erste Plenarsitzung fand am 25. September 1991 statt, die letzte am 22. November 2013. Im Winter 2013/2014 zog der Landtag in das neu errichtete Stadtschloss am Alten Markt in Potsdam. 

Kurzzeitige Notunterkunft für Geflüchtete

In der Zeit von Anfang 2016 bis Herbst 2018 diente das Gebäude temporär als Notunterkunft für Geflüchtete. In dieser letzten Umbauphase wurden vor allem Sanitär- und Küchenräume eingebaut. Seit Ende 2018 stand das Gebäude leer.

Großbrand im Seitenflügel

Am 5. August 2023 brach im Südflügel des Gebäudes ein Großbrand aus. Der Dachstuhl stürzte ein und der frühere Plenarsaal wurde zerstört.

Neuer Campus der Universität Potsdam

Am 2. Juni 2025 teilte der Präsident der Universität Potsdam gemeinsam mit Hasso Plattner auf einer Pressekonferenz am Neuen Palais mit, dass für die Universität Potsdam binnen weniger Jahre auf dem Areal des Brauhausbergs der modernste Campus der Bundesrepublik errichtet werden soll. Die beiden ursprünglich in Griebnitzsee beheimateten Fakultäten, die Juristische Fakultät und die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, sollen in ca. fünf Jahren auf den neuen Campus umziehen. Der Beginn der Bauarbeiten ist für 2027 geplant.

Links:

Geschichte des Landtagsgebäudes (Landtag Brandenburg)

Brauhausberg in Potsdam (Wikipedia)

Königlich-Preußische Kriegsschule (Wikipedia)


Die Fotos wurden mit freundlicher Genehmigung der KW-Development angefertigt.