Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Das Erasmus+ Programm bietet Studierenden die Möglichkeit, an den am Programm teilnehmenden Universitäten innerhalb der EU zu studieren. Die Vorbereitung und Bewerbung ist sehr einfach gestaltet. Nachdem man sich unter https://potsdam.moveon4.de im International Office Portal registriert hat, kann man kinderleicht die Bewerbung bearbeiten. Unter https://www.uni-potsdam.de/de/international/outgoing/studium/erasmus/downloads.html ist das Wichtigste übersichtlich präsentiert. Zu der Gasthochschule habe ich persönlich vorweg keinen Kontakt aufgenommen und habe mich lediglich über die Universität Potsdam für das Auslandssemester beworben. Auch bedarf es für die Gasthochschule keine weiteren Unterlagen als jene, die schon die Bewerbung für das Erasmus+ Programm fordert.


Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 08/2022 - 12/2022

Gastuniversität: Sciences Po Lyon

Gastland: Frankreich

Studium an der Gastuniversität

Das Angebot an der Gastuniversität unterscheidet sich. Als internationaler Student kann man wählen, ob man den normalen Vorlesungen beiwohnen möchte, die auch von den französischen Studenten besucht werden, oder ob man am DFES (Diploma of French European Studies) teilnehmen möchte. Ich habe and dem DFES Programm teilgenommen. Es gab sechs Module zur Auswahl, zusätzlich zu einem Sprachkurs. Insgesamt sollen 30 ECTS erreicht werden, um das Diploma zu erhalten. Ein Kurs entspricht 5 ECTS. Die Vorlesungen gehen immer zwei volle Stunden, was manchmal nervt, wenn der Raum zwischen den Vorlesungen gewechselt werden muss. Die Anmeldung zu dem Programm erfolgt über einen Link, den man in der Einführungswoche zugeschickt bekommt, wo man zeitgleich angeben muss, welche Module man belegen möchte. Eine weitere Belegung der Module ist nicht notwendig. Mit Ausnahme vom Sprachkurs sind alle Module gleich aufgebaut gewesen. Ein Vorlesungsblock, unterstützt von einer PowerPoint und am Ende des Semesters erfolgt die Leistungsabfrage häufig durch ein Essay. Es besteht auch die Möglichkeit sich durch einen Vortrag bewerten zu lassen. Der Sprachkurs befasste sich auch im Semester mit Übungen und Leistungsabfragen. Die Sciences Po Lyon ist eine kleine Universität mit verhältnismäßig wenigen Studierenden und nur einem Campus. Da jeder der einheimischen Studierenden auch ein Auslandsjahr machen muss, sind internationale Studierende gerne gesehen und erwünscht, auch als Informationsquellen. Es besteht die Möglichkeit auf einen persönlichen Buddy, der dir vor Ort hilft, dich in die Universität und die Stadt einzuleben. Natürlich gab es auch gut erreichbar ein International Office, offen für jede Frage der internationalen Studierenden. Es gibt eine kleine Ecke mit Standcomputern, für alle zugänglich, die einen Universitätsaccount haben. Sehr viel angenehmer ist aber die Bibliothek. Sie erstreckt sich über drei Etagen mit unterschiedlichen Themen. So gibt es neben normalen Arbeitsplätzen am Tisch auch bequemere Sitzecken und Couches. Die Bibliothek öffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Zu den anderen ausländischen Studierenden hatte man sehr schnell Kontakte geschaffen. Seit Beginn an gab es eine WhatsApp-Gruppe für alle internationale Studierenden, wo, in der Anfangszeit umso mehr, große Treffen vereinbart wurden. Diese Kennlerntreffen nahmen mit der Zeit natürlich ein wenig ab, jedoch hat sich das BDI (Bureau des Internationaux) wöchentlich um Aktivitäten bemüht, an denen internationale und einheimische Studierende teilnehmen konnten. Auch über die Sportteams der Universität konnte man den Kontakt zu den einheimischen und internationalen Studierenden aufnehmen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor dem Auslandsaufenthalt hate ich sehr lange keinen Kontakt mit der französischen Sprache und demnach fehlte mir auch die Vertrautheit und Gewohnheit mit der Sprache. Durch den Alltag und den Kurs in der Uni konnte man, sofern vorhanden, Wissen wieder auffrischen und viel Neues dazu lernen. Was ich aber dazu sagen muss, ist, dass vier Monate zum Verinnerlichen einer Sprache nicht genügen. Es dauert ein wenig, um sich erst einmal einzuleben und sich an die Sprache heranzuwagen, weshalb ich eigentlich einen Aufenthalt über 2 Semester empfehlen beziehungsweise beim nächsten Mal vorziehen würde.

Wohn- und Lebenssituation

Die Unterkunft hat sich in meinem Fall eher zufällig über eine Freundin gefunden. Jedoch wird man von der Gastuniversität auch auf Vermittlungsseiten hingewiesen und natürlich kann man sich auch für eine Studentenwohnung bewerben. Ich hatte meine Wohnung in Villeurbanne, wie viele andere Studenten, wie sich später herausstellte. Mit der Metro brauchte ich in etwa 30 Minuten zur Universität. Auch die Tram war ein sehr effektives Transportmittel. Die Metro und auch Tram fahren in einen sehr angenehmen Takt, sodass man maximal 10 Minuten warten musste und zu Stoßzeiten kam die Metro mitunter alle 2 Minuten. Ich war 4 Monate da und hatte mir für den Zeitraum kein extra Bankkonto angelegt. Das hat mich in meinem Alltag nicht behindert. Das einzige Nachteilige war, dass die Metro kurz nach Mitternacht nicht mehr fuhr und dann erst wieder um 4:30 Uhr morgens. Auch bei der Krankenversicherung musste ich mir keine Sorgen machen. Ich habe mich vor dem Auslandsaufenthalt informiert und Bescheid gegeben und damit war das Thema dann durch. Was die Lebenshaltungskosten angeht, wurde ich ein wenig überrascht. Es ist ziemlich teuer, in Frankreich einkaufen zu gehen. Ich hatte monatliche Ausgaben für Lebenskosten von ungefähr 300 Euro. Die Wochenenden habe ich häufig dafür genutzt, die Umgebung und andere Städte kennenzulernen. Annecy und Grenoble sind sehr empfehlenswert. Außerdem gab es jeden Sonntag einen Wochenmarkt am Ufer der Rhone, der mit dem Angebot einen immer wieder überrascht hat. An den warmen Abenden saß man gerne am Ufer und hat sich mit Freunden getroffen.

Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 08/2022 - 12/2022

Gastuniversität: Sciences Po Lyon

Gastland: Frankreich


Rückblick

Im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, dass meine Wohnung zentraler gelegen wäre. Nicht nur, dass man nachts unbeschwerter etwas unternehmen kann, wenn die Wohnung in Gehnähe ist, sondern auch wegen der Metro. Morgens und am Nachmittag ist die Metro brechend voll und es wird gequetscht. Was sich aber immer lohnt, ist das Técély Ticket, mit dem man alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann (https://www.tcl.fr/en/fares). Wie schon gesagt, würde ich einen längeren Aufenthalt empfehlen, wenn der Fokus im Lernen der Sprache liegt. Auch muss gesagt sein, dass es in Lyon viel geregnet hat und häufig bewölkt war. Demnach würde ich ein Sommersemester bevorzugen. Insgesamt lässt es sich dort aber gut leben und genießen. Es macht Spaß, neues Essen auszuprobieren und neue Leute kennenzulernen. Durch Wochendesausflüge, Konzertbesuche oder Barabende vergeht die Zeit schneller als man glaubt und ich erinnere mich gerne daran zurück.

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