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Alles auf einen Blick: Mit diesen Grundlagen arbeiten wir in der Lehre

Auf dieser Seite finden Sie gebündelt hilfreiche Informationen zum Thema inklusiver Unterricht. Somit können Sie sich einen Überblick darüber verschaffen, mit welchen Konzepten, Modellen und Materialien wir in unseren Seminaren arbeiten.

Grundlagen unserer Lehre im Bereich des inklusiven Unterrichtens 


Wie können Lehramtsstudierende in der Förderpädagogik erfolgreich basale Kompetenzen wie Lese- und Schreibfähigkeiten in einem inklusiven Unterricht diagnostizieren und vermitteln? Dies ist eine zentrale Frage in unseren Lehrveranstaltungen. Wir verfolgen daher das übergeordnete Ziel, Ihnen als Studierende grundlegende Konzepte, Materialien, Methoden und Modelle zu vermitteln. Sie sollen Ihnen 

  • erstens eine fachlich und empirisch fundierte Orientierung verschaffen und 
  • zweitens eine praxisorientierte Grundlage für die Planung, Gestaltung und Reflexion Ihres Unterrichts geben. 

Unser Fokus liegt dabei auf dem Unterricht in der Sekundarstufe I (Klasse 5-10, in Brandenburg Klasse 7-10). Im Folgenden möchten wir Ihnen einen Überblick geben, an welchen grundsätzlichen Inhalten sich unsere Lehrveranstaltungen orientieren:


Potsdamer Inklusionsdidaktisches Unterrichtsmodell (PIMODE)

Für die Planung, Gestaltung und Reflexion von inklusiven Lehr- und Lernangeboten im Unterricht stellt für uns das Potsdamer Inklusionsdidaktische Unterrichtsmodell (PIMODE) die zentrale Grundlage dar. Das PIMODE wurde in den Jahren 2021-2024 in Zusammenarbeit von Forschenden, Lehrkräften, Fortbilder:innen, Ausbildungscoaches, Schulleitungen und Studierenden entwickelt und bildet die wichtigsten Aspekte einer inklusiven Unterrichtsgestaltung ab. 

Hilfreiche Links/Literatur:


Design-Based-Research

Unsere Arbeit in Unterrichtsprojekten und an praxisorientierten Publikationen basiert auf dem methodologischen Rahmenkonzept des Design-Based-Research (DBR). Mithilfe dieses Ansatzes greifen wir Problemfragen aus der Schulpraxis auf und bearbeiten diese gemeinsam mit Praxispartner:innen wie Studierenden, Lehrkräften und Ausbildungscoaches. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit werden u.a. Unterrichtsmaterialien in Zyklen entwickelt, evaluiert und angepasst. Beispiele für Forschungs- und Unterrichtsprojekte nach dem Design-Based-Research-Ansatz sind “Fair Debattieren und Erörtern” sowie “Stopp Mobbing! Ein Theaterprojekt”

Hilfreiche Links/Literatur:


Komplexer Unterricht

Aus unserer Sicht sind Normen und Rituale im Unterricht eine basale Grundlage für ein erfolgreiches gemeinsames Lernen in heterogenen Lernsettings. Denn nur wenn der Rahmen für ein soziales Miteinander in einer Klasse gegeben ist, können Ihre inklusiven Unterrichtskonzepte wirken. Mit Bezug zu Normen und Ritualen im Unterricht orientieren wir uns am Ansatz des “Komplexen Unterrichtens”. Komplexer Unterricht ist ein pädagogisch-didaktischer Ansatz kooperativen Lernens, der unter Bezugnahme auf soziologische Theorien und Konzepte entwickelt wurde, um allen Schüler:innen Zugang zu hochwertigen Lernprozessen zu ermöglichen.


Gestaltung von differenzierten Lernangeboten und Lernräumen 

Für die Realisierung eines inklusiven Unterrichts sind für uns die Gestaltung von differenzierten Lernangeboten und Lernräumen besonders wichtig. Beispielsweise entwickelten wir in unseren Unterrichtsprojekten sogenannte “Lernbuffets”, die den Schüler:innen die Möglichkeit bieten, ihre sprachlichen Fähigkeiten auf verschiedenen Niveaustufen zu trainieren. Materialien für solche Lernbuffets wurden unter anderem im Projekt “Fair Debattieren und Erörtern” entwickelt. Des Weiteren arbeiten wir neben dem PIMODE mit Modellen und Konzepten, die Lehrkräften und Didaktiker:innen dabei helfen, inklusiven Unterricht zu planen, zu gestalten und zu reflektieren. Dazu gehört u. a. der RTI-Ansatz und die ReMi-Modelle. 

Hilfreiche Links/Literatur:

Response-to-Intervention-Ansatz (RTI)

Reckahner Modelle zur inklusiven Unterrichtsplanung (ReMi) - basale Zugänge des Lernens


Lesekompetenzmodell nach Rosebrock und Nix

Im Bereich Lesekompetenz orientieren wir uns auf fachlich-theoretischer Ebene am Lesekompetenzmodell nach Rosebrock und Nix. Das Modell gliedert Lesekompetenz in drei verschiedene Bereiche, die Prozessebene, die Subjektebene und die soziale Ebene. Diese Darstellung berücksichtigt somit nicht nur das eigentlich Lesen als sprachliche Handlung, sondern auch alle damit verbundenen Einstellungen der Schüler:innen zum Lesen sowie das Sprechen über gelesene Texte (Anschlusskommunikation). Wie das Modell von der Theorie in der Schulpraxis umgesetzt werden kann, zeigte das Projekt “Stopp Mobbing! Ein Theaterprojekt”.

Des Weiteren verweisen wir auf bereits bestehende Materialien in der Lehrkräftebildung, die für die Länder Berlin und Brandenburg entwickelt worden sind und die Leseförderung von Schüler:innen unterstützen können. 

Hilfreiche Links/Literatur:

Überblick über das Lesekompetenzmodell von Rosebrock und Nix

Einführungsvideo zum Leseband 

Leseband im Land Brandenburg

Handreichungen Lesestrategien LISUM


Self-Regulated-Strategy-Development (SRSD)

Für die Gestaltung von Schreibförderung in heterogenen Klassen stellt für uns der Unterrichtsansatz Self-Regulated-Strategy-Development (SRSD) ein ganzheitliches Konzept dar. Der SRSD-Ansatz beinhaltet ein Bündel an Maßnahmen und Strategien, mit denen Lehrkräfte in allen Fächern und Altersstufen die Förderung von Schreibkompetenzen wirksam in ihren Unterricht integrieren können. Zu den zentralen Elementen des SRSD-Ansatzes zählen insbesondere das Arbeiten mit kriterienorientierten Checklisten, das Modellieren, das Memorieren sowie das kollaborative und kooperative Schreiben. Wie dieser Ansatz in der Unterrichtspraxis konkret ausgestaltet werden kann, zeigt das Projekt “Fair Debattieren und Erörtern”

Hilfreiche Links/Literatur:


Diagnostik

Im Bereich des Diagnostik können sowohl Lernprozesse als auch Lernprodukte der Schüler:innen genutzt werden, um Einstellungen und Kompetenzen im (schrift-)sprachlichen Bereich zu erfassen. Lernprozesse können z.B. durch Fragebögen, Positionslinien oder Lerntagebücher als Reflexionstools erfasst werden, um das Kompetenzerleben der Schüler:innen zu eruieren. Lernprodukte im Rahmen einer Performanz-Situation lassen sich durch standardisierte und nicht-standardisierte Verfahren erfassen. Im Bereich der Lesediagnostik arbeiten wir u.a. mit dem Salzburger-Lese-Screening (SLS 2-9) und dem Lesegeschwindigkeits- und -verständnistest (LGVT). Beide Diagnostikinstrumente befinden sich im Handapparat der Juniorprofessur. Kontaktieren Sie uns gern, wenn Sie diese Tests bei uns einsehen möchten (siehe unten). 

Für die Schreibdiagnostik haben wir auf Basis von über 1000 Schüler:innentexten im Projekt “Fair Debattieren und Erörtern” ein Kodiermanual entwickelt, um Schreibkompetenzen ganzheitlich erfassen zu können. 

Hilfreiche Links/Literatur:

Kontakt | Prof. Dr. Winnie-Karen Giera

Inhaberin Juniorprofessur

Kontakt | Dr. Lucas Deutzmann

Akademischer Mitarbeiter