Vernetzung aller Phasen der Lehramtsausbildung
Arbeit mit Partner:innen aus allen drei Phasen der Lehramtsausbildung
Für erfolgreiche Lehr- und Lernprozesse in der Schule ist die enge Zusammenarbeit aller Phasen der Lehramtsausbildung relevant. Hierzu zählen 1.) die universitäre Ausbildung im Rahmen des Lehramtsstudiums (Universität Potsdam), 2.) der Vorbereitungsdienst an den Pädagogischen Zentren sowie 3.) die Lehrkräftefort- und Weiterbildung (beide angesiedelt am Landesinstitut Brandenburg für Schule und Lehrkräftebildung, LIBRA).
Diese Zusammenarbeit wird in den Vernetzungstreffen verwirklicht, welche unter Beteiligung der Juniorprofessur für Deutschdidaktik im inklusiven Kontext zweimal im Jahr stattfinden. Dazu zählen die Vernetzungstreffen im Fach Deutsch, in der Förderpädagogik und das überfachliche Vernetzungstreffen. Das überfachliche Vernetzungstreffen sowie für das im Fach Deutsch werden von universitärer Seite von Prof. Winnie-Karen Giera in Zusammenarbeit mit Thomas Linke (LIBRA) koordiniert. Die Koordination des Vernetzungstreffens Förderpädagogik liegt in der Verantwortung von Dr. Felix Fricke (Universität Potsdam) und Kerstin Beyreuther (LIBRA). In allen Formaten werden zu vorher abgestimmten Themenschwerpunkten Expertise in Form von Input- und Barcampsessions zwischen den drei Phasen ausgetauscht. Hierdurch erfolgt ein Wissens- und Erkenntnistransfer zwischen allen drei Phasen der Lehramtsausbildung.
Vernetzungstreffen im Fach Deutsch
Besteht seit: 2024.
Ansprechpersonen/Initiator:innen:
- Universität Potsdam: Prof. Dr. Winnie-Karen Giera, winnie-karen.gierauuni-potsdampde
- LIBRA: Thomas Linke, Thomas.LinkeuLIBRA.Brandenburgpde
Das Vernetzungstreffen Deutsch bringt zweimal im Jahr Beteiligte aller drei Phasen der Lehramtsausbildung für das Fach Deutsch zusammen. Das Thema des jeweiligen Vernetzungstreffens wird im Vorfeld unter den Teilnehmenden abgestimmt. Im Zeitraum von 2024 bis 2026 wurden u.a. folgende Schwerpunktthemen vertieft:
- schriftliche Unterrichtsplanung
- Lesekompetenz
- Literaturunterricht
- Orthografie
- zentrale Prüfungen und Bildungsmonitoring
Das nächste Vernetzungstreffen findet am 09.09.2026 an der Universität Potsdam im Rahmen der Fachwoche „Viele Sprachen im internationalen DACHL-Austausch“ statt und fokussiert das Thema “Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht”. Die Fachwoche wird durch das Team "Viele Sprachen" des innovativen Lehrprojekts "Deutsch in mehrsprachigen Grundschulklassen unterrichten" organisiert.
Vernetzungstreffen in der Förderpädagogik
Besteht seit: 2024.
Ansprechpersonen:
- Universität Potsdam: Dr. Felix Fricke, felix.frickeuuni-potsdampde
- LIBRA: Kerstin Beyreuther, Kerstin.BeyreutheruLIBRA.Brandenburgpde
Das Vernetzungstreffen Förderpädagogik bringt zweimal im Jahr Beteiligte aller drei Phasen der Lehramtsausbildung für die Förderpädagogik zusammen. Dabei sind alle Förderschwerpunkte vertreten, die Studierende an der Universität Potsdam vertiefen können. Dazu gehören die Förderschwerpunkte Lernen, Sprache, geistige Entwicklung sowie emotional-soziale Entwicklung. Das Thema des jeweiligen Vernetzungstreffens wird im Vorfeld unter den Teilnehmenden abgestimmt. Im Zeitraum von 2024 bis 2026 wurden u.a. folgende Schwerpunktthemen vertieft:
- Pädagogische Diagnostik
- Modelle für den adaptiven Unterricht
- Übergänge zwischen erster und zweiter Phase für alle Förderschwerpunkte
- schriftliche Unterrichtsplanung in der Förderpädagogik
Überfachliches Vernetzungstreffen
Besteht seit: 2026.
Ansprechpersonen/Initiator:innen:
- Universität Potsdam: Prof. Dr. Winnie-Karen Giera, winnie-karen.giera@uni-potsdam.de
- LIBRA: Thomas Linke, Thomas.Linke@LIBRA.Brandenburg.de
Bericht - das erste überfachliche Vernetzungstreffen am 27.05.2026
Wie können wir Schüler:innen in allen Fächern “lesefit” machen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des ersten überfachlichen Vernetzungstreffens am Standort Ludwigsfelde des Landesinstituts Brandenburg für Schule und Lehrkräftebildung (LIBRA). Dort waren alle drei Phasen der Lehramtsausbildung beteiligt: Dazu gehören Dozierende und Forschende der Universität Potsdam (erste Phase), Ausbildungscoaches der Pädagogischen Zentren (zweite Phase) und Fortbilder:innen (dritte Phase). Initiiert und organisiert wurde das Treffen in Kooperation zwischen dem LIBRA und der Juniorprofessur für Deutschdidaktik im inklusiven Kontext/Förderschwerpunkt Sprache und Kommunikation in der Sekundarstufe I (Universität Potsdam). Vonseiten des LIBRA zeichnete sich Thomas Linke (Pädagogischen Zentrum Bernau), vonseiten der Universität Potsdam Prof. Dr. Winnie-Karen Giera für die Organisation des Vernetzungstreffens verantwortlich.
Ziel des Formats ist es, alle drei Phasen der Lehramtsausbildung (s.o.) nachhaltig in einem Präsenzformat zu verknüpfen und deren Expertisen mit Blick auf fächerübergreifende basale Kompetenzen zu bündeln. Den Auftakt markierte bei der ersten Auflage am 27.05.26 das Thema Lesefähigkeiten als Voraussetzung für das fachliche Lernen. Das Treffen wurde durch eine Keynote von Prof. Dr. Birte Friedrich aus der inklusiven Mathematikdidaktik (Universität Potsdam) eröffnet. Ihr Vortrag gab den Teilnehmenden vor Ort einen Überblick, warum die Berücksichtigung von Sprach- und Lesekompetenzen auch für den Erwerb von mathematischen Basiskompetenzen besonders relevant ist. Sie zeigte anhand von Fallbeispielen, wie Sprachkompetenzen im Mathematikunterricht gezielt berücksichtigt werden können.
Nach dieser Keynote verteilten sich die anwesenden Lehrkräfte, Fortbilder:innen und Forschenden auf vier verschiedene Arbeitsgruppen. Jede Arbeitsgruppe fokussierte ein Schwerpunktthema zum Thema Leseförderung in allen Fächern. Im Rahmen der Fokusgruppen-Arbeit wurden folgende Schwerpunktthemen in den Blick genommen:
Fach- und schulübergreifende Umsetzung von Leseförderung
Fach- und schulübergreifende Umsetzung von Lesestrategien
Fachspezifische Lesestrategien- und -techniken
Lesediagnostik in allen Fächern
Zu jedem Thema wurden Lösungsansätze gesammelt, festgehalten und am Ende des Vernetzungstreffens in einer „Erntesession“ im Plenum präsentiert und diskutiert. Die Ergebnisse der Gruppensitzungen und der „Erntesession“ wurden digital gesichert. In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zeigte sich, dass Lehrkräfte verschiedener Fächer und an unterschiedlichen Schulformen in Brandenburg bereits an ergiebige Ressourcen für eine erfolgreiche Leseförderung anknüpfen können.
Beispielsweise wurde im Rahmen des Austauschs die Relevanz des Lesebands hervorgehoben, das seit dem Schuljahr 2023/2024 an über 200 Grund- und weiterführenden Schulen fest im Stundenplan verankert ist. Hier ist eine tägliche verbindliche Lesezeit von mindestens 20 Minuten im Stundenplan vorgesehen, wobei diese Lesezeit unterschiedlich organisiert werden kann.
Zudem bestätigte das Vernetzungstreffen die Notwendigkeit, kontinuierlich Leseangebote auch für Schüler:innen der Sekundarstufe I zu schaffen und nicht davon auszugehen, dass die Lernenden nach Abschluss der Primarstufe bereits über alle grundlegenden Lesefähigkeiten verfügen. Als hilfreiche Maßnahmen für eine fachübergreifende Leseförderung wurde u.a. die stärkere Vernetzung zwischen den einzelnen Fachkonferenzen sowie Anpassungen schulinterner Curricula festgehalten. Zudem hoben die Teilnehmenden auch eine stärkere Miteinbeziehung der Schüler:innen bei der Wahl von Themen und dazugehörigen Texten hervor.
Am Ende des ersten Vernetzungstreffens artikulierten insbesondere die anwesenden Lehrkräfte den großen Wunsch nach einer Neuauflage. In den vergangenen drei Jahren hat sich das Format Vernetzungstreffen bereits im Fach Deutsch und in der Förderpädagogik etabliert (siehe oben). Auch das überfachliche Vernetzungstreffen unterstreicht die Bedeutsamkeit eines regelmäßigen und nachhaltigen Wissenstransfers zwischen allen drei Phasen der Lehramtsausbildung. Das nächste Treffen für 2027 ist bereits in Planung und verspricht erneut wertvolle Impulse für die phasen- und fächerübergreifende Zusammenarbeit in der Lehramtsausbildung.