Forschungsprojekt V DAAD-Projekt Service-Learning-Angebot
UP Network for Sustainable Teacher Education 2.0
Allgemeines Vorhaben
In der zweiten Förderphase (2025–2029) zielt das Projekt „UP Network for Sustainable Teacher Education 2.0“ darauf ab, die internationale und interdisziplinäre Lehrkräftebildung an der Universität Potsdam zu stärken. Der Fokus liegt dabei auf dem Ausbau nachhaltiger Hochschulpartnerschaften, der Entwicklung gemeinsamer Lehrformate sowie der Förderung interkultureller Lernangebote. Die Maßnahmen umfassen Studierenden- und Dozierendenmobilität, digitale Lehrformate sowie Weiterbildungsangebote zu Diversität und Future Skills.
Auf Basis dieser übergeordneten Maßnahmen entstehen unterschiedliche Teilprojekte, die die Konzepte in konkreten Lehr- und Lernformaten umsetzen. Eines dieser Teilprojekte ist im Bereich der inklusiven Deutschdidaktik angesiedelt und befasst sich mit Sprachbildung und -förderung im mehrsprachigen/inklusiven Kontext (Deutschdidaktik im inklusiven Kontext und Didaktik DaF/DaZ).
Das Teilprojekt „Service Learning – Bühne frei!“ verbindet theaterpädagogische Methoden mit konkreter Leseförderung. Dabei werden zwei eng miteinander verknüpfte Ziele verfolgt: die Verbesserung der Lesekompetenz von Schüler:innen im Alter von 10 bis 14 Jahren und die Stärkung des sozialen Miteinanders in inklusiven Lerngruppen.
Die Schulung der Lehramtsstudierenden der Universität Potsdam und der University of Education, Winneba (Ghana) in den Bereichen Leseforschung, Theaterpädagogik und szenische Inszenierung ist Teil des Programms. Die erarbeiteten Inhalte werden auf der digitalen Lernplattform Open.UP bereitgestellt. Dabei werden Theaterskripte zur Förderung der Leseflüssigkeit und des Leseverständnisses eingesetzt. Hierfür werden Rollen angepasst bzw. doppelt besetzt, Lesecoaches eingesetzt und Szenen als Lesetheater aufgeführt. Das Potsdamer Inklusionsdidaktische Unterrichtsmodell bildet die didaktische Grundlage und wird für internationale Kontexte adaptiert. Die Theaterstücke behandeln die Themen Ausgrenzung und Diskriminierung an Schulen und regen dazu an, nach Lösungen für mehr Inklusion zu suchen. Studierende werden durch Online-Vorlesungen, eine internationale Ringvorlesung und einen Theater-Workshop begleitet. In der Praxisphase erhalten sie wöchentliches Online-Coaching.
Gegenwärtiger Stand des Projekts
Projektreise nach Ghana (Februar 2026)
Im Februar 2026 reisten Prof. Dr. Winnie-Karen Giera und Karen Kölling von der Universität Potsdam zur University of Education, Winneba (UEW), um bestehende Kooperationen zu vertiefen und neue Partnerschaften einzugehen.
Zentrale Gesprächspartner waren Vertreter:innen der Universitätsleitung wie Vice-Chancellor Stephen Jobson Mitchual und Pro-Vice-Chancellor Prof. Esther Yeboah Danso-Wiredb sowie Vertreter:innen mehrerer Fakultäten, darunter Fremdsprachenbildung (Faculty of Foreign Languages Education (FFLE)), Kreative Künste (School of Creative Arts) und Theaterwissenschaft (Department of Theatre Arts). Mit dem Centre for International Programmes wurden Perspektiven für gemeinsame Mobilitätsformate und Publikationen diskutiert. Im Department of Special Education wurden Möglichkeiten einer gemeinsamen Betreuung von Promotions- und Postdoc-Projekten im Bereich Sonderpädagogik erörtert.
Erstmals wurden auch Gespräche mit dem Institute of Education der University of Cape Coast geführt. Den Abschluss der Reise bildete ein Besuch der German International School Accra (GISA). Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Schule wurde dort eine Festansprache gehalten und bestehende Kontakte zu Schulen vor Ort weiter gestärkt.
Durchgeführte Lehr- und Fortbildungsangebote:
Während des Aufenthalts fanden verschiedene Lehrveranstaltungen und Workshops statt, u. a.:
- Ein Gastvortrag von Prof. Dr. Giera im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Launch of Departmental Theatre Colloquium Series” des Departments of Theatre Arts zum Thema dramapädagogischer Ansätze in der Bildung.
- Lehrveranstaltungen in DaF-Kursen (Niveau A1 bis B1) mit Inhalten zu Forschungsmethoden, Inklusion, Lesekompetenz und körperbasiertem Lernen, ergänzt durch praktische Übungen mit Texten zu Mobbing.
- Ein theaterpädagogisches Seminar für Kunst-, Musik- und Theaterstudierende zu Embodied Learning und dramapädagogischen Unterrichtsmethoden.
- Eine Lehrkräftefortbildung zum Aussprachetraining mittels körperbasierter, theaterpädagogischer Methoden im DaF/DaZ-Unterricht.
- Eine Lehrveranstaltung zu qualitativer und quantitativer Forschung sowie Design-Based Research (DBR) für Promovierende und Masterstudierende.
Weitere Details können im Bericht unter internationale Kooperationen nachgelesen werden.
An wen richtet sich das Angebot?
Das Teilprojekt richtet sich an mehrere Gruppen und verbindet Hochschullehre, schulische Praxis und internationale Kooperation:
Lehramtsstudierende der Universität Potsdam und der University of Education, Winneba erhalten eine theoretische und praktische Grundlage in Leseforschung, Theaterpädagogik und szenischer Inszenierung. Sie werden durch Online-Vorlesungen, eine internationale Ringvorlesung und einen Theater-Workshop qualifiziert. In der Praxisphase wird die Umsetzung durch ein wöchentliches Online-Coaching begleitet.
Schüler:innen im Alter von 10–14 Jahren in inklusiven Lernsettings in Deutschland und Ghana profitieren unmittelbar von den entwickelten Unterrichtsformaten, die Leseflüssigkeit, Leseverständnis und soziale Teilhabe gleichermaßen fördern.
Lehrkräfte und Schulleitungen erhalten über Fortbildungsangebote Einblick in theaterpädagogische Methoden und sprachsensiblen Fachunterricht.
Forschende und Promovierende beider Partneruniversitäten profitieren von gemeinsamen Forschungsformaten, Betreuungsstrukturen und dem Austausch zu Methoden wie Design-Based Research.
UP Network for Sustainable Teacher Education 1.0
Allgemeines Vorhaben
Als Lehrkraft gilt es, die unterschiedlichen Sprachniveaus innerhalb immer heterogener werdenen Lerngruppen zu erkennen und zu berücksichtigen. Somit gelingt es, fachliche Lernprozesse angemessen zu begleiten. Wie die Kultusministerkonferenz bereits 2019 in ihrer Publikation „Bildungssprachliche Kompetenzen in der deutschen Sprache stärken“ verdeutlicht, ist die Förderung bildungssprachlicher Kompetenzen als Querschnittsaufgabe für alle Fächer zu verstehen. In der Ausbildung von Lehrkräften soll somit die sprachsensible Gestaltung des Fachunterrichts in den Fokus rücken.
Das Projekt verbindet zwei bedarfsorientierte Studienangebote, die an unterschiedlichen Phasen im Lehramtsstudium anknüpfen:
- ein Seminarangebot zum sprachsensiblen Fachunterricht im Rahmen des Praxissemesters Master Lehramt (im Ausland)
- ein digitales Service-Learning-Angebot zur Sprachbildung und -förderung von Studierenden für Schüler:innen der mit dem ZeLB kooperierenden Deutschen Auslandsschulen.
Gegenwärtiger Stand des Projekts
Zwischen dem Wintersemester 2021/22 und dem Wintersemester 2023/24 kooperierten zwei Seminare aus dem DaF/DaZ-Bereich sowie aus der inklusiven Deutschdidaktik in insgesamt sechs Zyklen. Während in einem Seminar eher die Sprachbildung Vorrang hatte, betonte das andere Seminar die Sprachförderung. Beide Seminare beschäftigten sich jedoch mit den Prozessen des Lesens, Sprechens, Schreibens, Präsentierens und Zuhörens. Ziel dieses Seminarprojektes ist es, Schüler:innen im sprachsystematischen sowie sprachpragmatischen Feld des Deutschen in allen Fächern zu unterstützen. Unterrichtsmaterialien des Projektes wurden digital gesammelt und stehen den teilnehmenden Schulen sowie allen weiteren Interessierten als Open-Source-Materialien auf der frei zugänglichen universitären Moodle-Plattform Open.UP zur Verfügung. Zudem besteht bei entsprechendem Interesse die Möglichkeit, nach enger Rücksprache mit den Lehrpersonen und deren Bedarfsermittlung einen Workshop für Lehrkräfte anzubieten, in dem auch die verwendeten Unterrichtsmaterialien reflektiert werden.
Ein Studierendentandem unterbreitete interessierten Schüler:innen oder Lerngruppen ein Service-Learning-Angebot im Bereich der Sprachbildung und -förderung via Zoom. Exemplarisch aufzuführen sind beispielsweise Unterstützungsangebote zum Leseverstehen, zum Schreiben von Texten, zur Anregung mündlicher Unterrichtsinteraktionen, der Vermittlung der Grammatik/Orthografie oder zur Erstellung von Präsentationen in den einzelnen Unterrichtsfächern. Die sprachlichen curricularen Kompetenzen in den einzelnen Jahrgangsstufen wurden dabei im Blick behalten. Diese Unterstützung konnte nach Absprache der Lehrpersonen und Eltern einmalig oder auch in einem kürzeren Zeitraum als Powerkurs mehrmals genutzt werden. Die Lernzeit wurde individuell abgesprochen und soll sich an den Bedürfnissen und Interessen der Schulen und Erziehungsberechtigten orientieren.
Momentan pausiert das Projekt seit dem Sommersemester 2024. Die Kooperation mit den deutschen Auslandsschulen in Kolumbien, Indonesien, Ägypten sowie Brasilien soll weiterhin nachhaltig Bestand haben und wird auch in anderen Projekten des Lehrstuhls gepflegt. Viele Unterrichtsmaterialien der vergangenen Zyklen sind auf Open.UP zu finden: https://openup.uni-potsdam.de/course/view.php?id=251. Im Mittelpunkt dieser der Datenbank stehen 31 verschiedene Studierendenprojekte aus den Fächern Deutsch (Sprechtraining, kreatives Schreiben, Argumentieren und Debattieren, textsortenspezifisches Schreibtraining, Grammatik), Geschichte, Naturwissenschaften sowie überfachliche Produkte. Außerdem sind zahlreiche weitere diagnostische sowie digitale Lern- und Lehrtools verlinkt, die während der Service-Learning-Angebote verwendet wurden. Für ausgewählte Projekte stehen Reflexionen der Angebote zur Verfügung.
An wen richtet sich das Angebot?
Das Angebot richtet sich an Schüler:innen kooperierender Deutscher Auslandsschulen in der Sekundarstufe I/II.
Bei weiteren Fragen werfen Sie einen Blick auf unserem Informationsflyer zum Service-Learning-Angebot für Schulen und auf unseren Informationsflyer zur OpenSource Service-Learning-Datenbank zur Sprachbildung und Sprachförderung.
Präsentation des Service-Learning-Angebots beim UP-Network-Slam 2023
Video: Das Service-Learning-Angebot in 5 Minuten erklärt und visualisiert ;)
7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 – SLAM! – so lauteten die Startschüsse der insgesamt sieben kreativen und informativen Beiträge, die im Rahmen des UP-Network-Slams 2023 präsentiert wurden. Frei nach dem Motto „Vorträge gehen auch anders!“ stellten die Teilnehmer:innen auf kreative Art und Weise ihre DAAD-Forschungsprojekte vor, die unter dem Dach des Zentrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZeLB) der Universität Potsdam durchgeführt werden. Alle Projekte verbindet die Vision eines interdisziplinären, transnationalen Netzwerks mit Partnerinstitutionen, zu denen Universitäten, deutsche Auslandsschulen und andere Bildungsinstitutionen gehören. Auch der Lehrstuhl für Deutschdidaktik im Inklusiven Kontext beteiligte sich im Rahmen ihres „Forschungsprojekts V: DAAD-Projekt Service-Learning-Angebot“ an diesem innovativen Austauschformat.
Mit einer Zeitbegrenzung von fünf Minuten stellten Prof. Dr. Winnie-Karen Giera und Lucas Deutzmann das Konzept sowie den bisherigen Stand des Service-Learning-Projektes mit Hilfe einer Skizze vor, die Winnie-Karen Giera im Einklang mit den Erklärungen von Lucas Deutzmann während dieser fünf Minuten zeichnete (siehe auch das Video weiter oben). Die beiden Slammer:innen hielten auch Zahlen und Fakten zum Projekt bereit: In fünf Seminarzyklen seit dem WiSe 2021/22 gestalteten 87 Studierende mehr als 40 auf die Lerngruppen zugeschnittene Service-Learning Angebote via Zoom an vier deutschen Auslandsschulen in Jakarta (Indonesien), São Paolo (Brasilien), Bogotá (Kolumbien) und Kairo (Ägypten) und führten diese durch (Stand: WiSe 2023/24).
Nicht nur der Lehrstuhl für Deutschdidaktik im inklusiven Kontext beteiligte sich am UP-Network-Slam, sondern auch die Fachbereiche Bildungswissenschaften, Chemie, Englisch, Französisch, Geografie, Musik, Spanisch und Sport. Nähere Informationen zu diesen Teilprojekten finden Sie auf der Website „UP Network for Sustainable Teacher Education“ des ZeLB (https://www.uni-potsdam.de/de/zelb/forschung-und-entwicklung/daad-projekt). Gerahmt wurde die Veranstaltung durch einen informellen Austausch am Ende der Beiträge, in dem einzelne Aspekte, Fragen und Anmerkungen auch über die Zeitbegrenzung des Vortrages hinaus rege und interessiert besprochen wurden.
Auf dieser Seite können Sie weiter unten mehr über das DAAD-Projekt Service-Learning-Angebot erfahren. Weitere Informationen zu unseren internationalen Kooperationen finden Sie auch hier. Kontaktieren Sie uns gerne bei Fragen oder Anmerkungen (siehe Kontaktbox unten).
Schriftliches Feedback der Teilnehmer:innen des UP-Networkslams (28.06.2023)
- Tolles Konzept mit großem Mehrwert!
- Spitzenmäßige Visualisierung!
- Witzig, dass ein digitales Angebot analog vorgetragen wurde.
- Perfekt abgestimmt zwischen Zeichnen und Erklärung.
- Sehr übersichtlich und verständlich präsentiert!
- Schöne, kreative Verpackung!
- Fühlte sich an wie ein Workshop.
- Tolle Möglichkeit für Studis, Praxiserfahrungen zu sammeln.
- Tolle Skills, liebe Winnie!
- Der Vortrag und die Sketchnotes waren sehr beeindruckend!
Kontakt
Juniorprofessur für Deutschdidaktik im inklusiven Kontext/Förderschwerpunkt Sprache und Kommunikation (Sekundarstufe I)
Prof. Dr. Winnie-Karen Giera
Kontakt
Leitung des Arbeitsbereichs DaF/DaZ-Didaktik