Globalgeschichte

Übersicht
Foto: Marcia Schenck

Die Professur für Globalgeschichte an der Universität Potsdam besteht seit 2020 und ist der Geschichtswissenschaft Afrikas als integralem Bestandteil der Globalgeschichte verpflichtet.

Globalgeschichte wird hier vor allem als Verflechtungsgeschichte verstanden. Unsere Welt wächst rapide zusammen, Englisch wird zu „Globish“ und nie zuvor konnten so viele Menschen so preiswert reisen – doch wachsen auch der Ethno-Nationalismus und das Bedürfnis der Abgrenzung von einer von vielen als zu komplex empfundenen Welt. Die Globalgeschichte geht über eurozentrische, nationalstaatliche Ansätze hinaus und erforscht historische Globalisierungsprozesse und -ideen. Sie zeigt sowohl auf der Makro- als auch auf der Mikroebene differenziert auf, wie Verbindungen aber auch Trennungen entstehen, wie Erdteile zusammenwachsen, aber auch Entfremdungsprozesse einsetzen. Globalgeschichte bietet die Möglichkeit, unsere Rolle als Weltbürger historisch zu reflektieren und uns bewusster in unserer Gegenwart zu positionieren.

Afrikas reiche Geschichte ist Zeugnis der großen Leistungen afrikanischer Gesellschaften aber auch der jahrtausendealten Verbindungen und Austauschprozesse mit dem Rest der Welt. Der Kontinent befindet sich im ständigen Wandel, dessen Ursachen und Folgen hier kritisch und historisch reflektiert werden.

Afrikahistoriker wirken daran mit, ein wissensgeschichtlich ausgewogenes Verständnis der Geschichte des Kontinents zu entwickeln und neue Methoden und Archive zu erschließen. So sind mündliche Quellen und deren innovative Auswertung ein wichtiger Teil ihres Methodenrepertoires, von dem auch Globalhistoriker profitieren.

Viele Herausforderungen liegen noch vor der Globalgeschichte sowie auch vor der Afrikanischen Geschichte – so können, auch gemeinsam, neue Archive erschlossen und methodische Probleme bewältigt werden. Die Forschungsgebiete der Professur umfassen Afrikanische- und Globalgeschichte mit Schwerpunkten auf der Migrationsgeschichte und auf Fluchtprozessen, der Arbeitsgeschichte, der Bildungsgeschichte, Oral History sowie der Geschichte internationaler Organisationen auf dem afrikanischen Kontinent.

Mit innovativen Lehrformaten bringt die Professur Studierende aus verschiedenen Ländern mit und ohne Fluchthintergrund zusammen, um Globalgeschichte zu lernen und durch eigene Forschungsprojekte zu produzieren.

Newsletter

Mailingliste der Professur für Globalgeschichte

wir vom Team der Professur Globalgeschichte laden Sie ein, mit uns im Kontakt zu bleiben! 

Über die Mailingliste der Professur für Globalgeschichte geben wir unter anderem Neuigkeiten aus der Professur bekannt, teilen Einladungen für Veranstaltungen der Professur, berichten über die Arbeiten von Studierenden unserer Kurse (z.B. aus dem ‚Queer Histories of Berlin Seminar‘, wo die Studierenden eine interaktive Karte erstellt haben, oder den ‚Global History Dialogues Project‘ Blog mit Oral History Forschungsarbeiten aus aller Welt), und halten Sie über Neuerscheinungen und öffentliche Veranstaltungen außerhalb der Universität Potsdam auf dem Laufenden. 

Hier können Sie sich einschreiben(und ausschreiben)

Wir freuen uns, Sie in der Global History Community willkommen zu heißen!

Ihr Team der Professur Globalgeschichte

 

 

Neuerscheinung - The Right to Research

Die Professur Globalgeschichte freut sich, die Veröffentlichung des Sammelbandes The Right to Research: Historical Narratives by Refugee and Global South Researchers als Teil der McGill-Queen's Refugee and Forced Migration Studies Series bekannt zu geben.  Der von Marcia C. Schenck und Kate Reed herausgegebene Band enthält neun Beiträge von Forscher:innen aus Flüchtlings- und Aufnahmegemeinschaften welche in Afrika, Europa und dem Nahen Osten leben.

Joanna Tague, Professorin an der Denison University und Autorin von Displaced Mozambicans in Postcolonial Tanzania: Refugee Power, Mobility, Education, and Rural Development empfiehlt das Buch mit den Worten:

“This ambitious and exciting volume makes a critical intervention in the processes of historical silencing and upsets conventional understandings of historical scholarship. The book reminds us that refugees have not been afforded the right to write history; this is a powerful, poignant, rightfully challenged assertion, and this assertion is timely - if not now, when?”

 Aktuelles

Neuerscheinung - Monografie

Die neue, open access Monografie von Professorin Schenck wurde soeben in der Reihe Transnational History von Palgrave Macmillan veröffentlicht. Unter dem Titel Remembering African Labor Migration to the Second World: Socialist Mobilities between Angola, Mozambique, and East Germany stützt sie sich auf mehr als 260 lebensgeschichtliche Interviews und deckt komplexe und widersprüchliche Erfahrungen und transnationale Begegnungen auf. Das Buch zeigt eine Reihe von Dualitäten auf, die in den Erinnerungen der ehemaligen Arbeitsmigrant:innen aus Angola und Mosambik nebeneinander existieren: der Staat und das Individuum, die Arbeit und der Konsum, die Integration und die Ausgrenzung, der Verlust und der Gewinn, die Vergangenheit in der Vergangenheit und die Vergangenheit in der Gegenwart und Zukunft. Indem das Buch diese Dualitäten diskutiert, wird das Leben afrikanischer Migrant:innen, zwischen der Dritten und der Zweiten Welt umrissen. Besuchen Sie die Website des Buches und laden Sie es kostenlos herunter! Das Buch wird im nächsten Jahr auch durch den Verlag Imprensa de Ciências Sociais auf portugiesisch verlegt werden.

Professorin Marcia Schenck und das Team der Professur für Globalgeschichte verbrachten die Tage zwischen dem 24. und 26. August auf einer Schreibklausur in den Blankenburger Bergen. Zwischen individuellen Arbeitssitzungen und kollektiven Feedbackgesprächen konnten die Teammitglieder auch in den umliegenden Wäldern wandern oder in den Gärten des Klosters Michaelstein arbeiten, um sich inspirieren zu lassen.

Auszeichnung für Freiräume – Potsdamer Historikerin Prof. Marcia Schenck erhält Fellowship des Historischen Kollegs

https://www.uni-potsdam.de/de/nachrichten/detail/2021-11-01-auszeichnung-fuer-freiraeume-potsdamer-historikerin-prof-marcia-schenck-erhaelt-fellows

Urkunde

Fakultätspreis der Philosophischen Fakultät

Professorin Marcia C. Schenck erhielt den auf Studierendenevaluationen basierenden Fakultätspreis der Philosophischen Fakultät für hervorragende Lehre 2020/21.

Cover

Der Sammelband Navigating Socialist Encounters. Moorings and (Dis)Entanglements between Africa and East Germany during the Cold War von Eric Burton, Anne Dietrich, Immanuel Harisch und Marcia C. Schenck herausgegeben ist open access erschienen.

Dieser Band verankert die afrikanische Geschichte fest in der Globalgeschichte, indem er die Verbindungen zwischen afrikanischen und ostdeutschen Akteuren und Institutionen während des Kalten Krieges beleuchtet. Mit einem besonderen Fokus auf Handlungsmacht und afrikanische Einflüsse auf die DDR (und umgekehrt) beleuchtet der Band persönliches und institutionelles Handeln, reziproke kulturelle Transfers, Migration, Entwicklung und Solidarität.

Sind Sie am Thema Flucht und Geflüchtete interessiert? Dann schauen Sie doch auf Africa is a Country nach, denn dort erscheint gerade eine englischsprachige Blog-Serie, Histories of Refuge, die sich mit verschiedensten Aspekten von Flucht in der afrikanischen Geschichte befasst. Die Beiträge stammen von den Mitgliedern des Workshops "Rethinking Refuge: Processes of Refuge Seeking", den Professorin Schenck im Juni 2019 im Forum für Transregionale Studien in Berlin organisierte. Es publizieren: Madina Thiam, Christoph Kalter, Lazlo Passemiers, Rose Jaji, Keren Weitzberg, Alfred Tembo, Jochen Lingelbach, Aderito Machava, Njung George, und Anita Vukovic. Prof. Schencks Beitrag über die 1969er Flüchtlingskonvention der Organisation der Afrikanischen Einheit ist bereits erschienen.

Professorin Schenck hat ein netzwerkübergreifendes Projekt H-Africa "Refugees in African History" über Geflüchtete in der afrikanischen Geschichte initiiert, welches Sie zusammen mit ihrem Redaktionsteam, bestehend aus Keren Weitzberg (H-Afrika), Jochen Lingelbach (H-Migration) und Johanna Wetzel, gestaltet und pflegt. Dieses Querschnittsnetzwerk verbindet H-Afrika mit H-Migration, um Forschenden den zielgerichteten Austausch über die komplexe Geschichte der Flüchtlingssuche in Afrika zu ermöglichen, und dient als Online-Raum zur Sammlung von Informationen über Forschung und Lehre und für Diskussionen über Flüchtlinge in der afrikanischen Geschichte. Calls for Papers, Konferenzankündigungen, Lehrpläne, Archivtipps und vieles mehr können Sie hier finden und teilen. Bitte senden Sie Ressourcen, die Sie auf dem Netzwerk teilen möchten, gerne an africanrefugeesmail.h-netorg