Tallinn – Erasmus+-Hospitationserfahrung
Im Rahmen des Erasmus+-Programms hatte ich Ende April die Gelegenheit, an einer Hospitation an der International School of Tallinn in Estland teilzunehmen. Während meines Aufenthalts konnte ich Unterricht in verschiedenen Altersstufen beobachten – vom Kindergarten bis zur 10. Klasse – sowie in einer ebenso großen Vielfalt an Fächern. Ein Schwerpunkt meiner Beobachtungen lag selbstverständlich auf dem Englischunterricht, daneben hospitierte ich jedoch auch in den Bereichen Unternehmertum, Estnisch, Kunst und Informationstechnologie.
Estland gilt weltweit als Vorreiter im Bildungsbereich, insbesondere aufgrund seines innovativen Einsatzes digitaler Technologien. Die Schule bot faszinierende Einblicke darin, wie Technologie das Lernen unterstützen kann, ohne dabei ein ausgewogenes Unterrichtsklima zu beeinträchtigen. Interessanterweise hatte die Schule trotz ihres Rufs als digitale Vorreiterschule ein Handyverbot eingeführt, das die aktive Beteiligung und Interaktion der Schülerinnen und Schüler förderte.
Ein besonders wertvoller Aspekt des Besuchs war die Möglichkeit, mit Lehrkräften, Schulleitungen und anderen Erasmus+-Teilnehmenden über die Praxis des Unterrichtens und des schulischen Lebens ins Gespräch zu kommen. Diese Gespräche ermöglichten tiefere Einblicke in Unterrichtsgestaltung, pädagogische Führung sowie den Schulalltag in Estland. Darüber hinaus konnte ich mich mit Kolleginnen und Kollegen fachlich austauschen, Rückmeldungen zu Unterrichtsstunden geben und unterschiedliche pädagogische Ansätze diskutieren.
Ebenso bereichernd war die Begegnung mit Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen sowie der Austausch über ihre Bildungserfahrungen. Die Hospitation vermittelte zahlreiche praktische Anregungen und neue Perspektiven, die ich künftig in meinen eigenen Unterricht integrieren und mit angehenden Grundschullehrkräften teilen möchte. Insgesamt war die Reise eine äußerst wertvolle Fortbildungserfahrung, die mein Verständnis von internationaler Bildung erweitert und meine Überzeugung gestärkt hat, wie wichtig das Lernen von anderen Kulturen und Bildungssystemen ist.
Kontakt: Joanna Thompson
Veröffentlicht: 24.06.2026