Ein Stipendium. Viele Gesichter.

Die Universität Potsdam hat innerhalb der letzten Jahre knapp 300 Stipendien an engagierte und leistungsstarke Studierende vergeben. Doch wer sind diese Stipendiatinnen und Stipendiaten und was heißt es überhaupt, gefördert zu werden? Jeden Monat wird hier eine Stipendiatin oder ein Stipendiat der Universität Potsdam vorgestellt.


Alexander Biederstädt
Foto: privat
Alexander wird seit Oktober 2020 von der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO gefördert.

Alexander Biederstädt, Bachelor of Education Geographie und Sport

Alexander Biederstädt ist Stipendiat der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO. Dabei war der Weg ins Lehramtsstudium wegen finanzieller Bedenken nicht immer so klar. Nun verwirklicht er nicht nur seinen Traum, künftig Sport- und Geografielehrer zu sein. Dank des Stipendiums kann er sich auch im Vorstand seines Sportvereins engagieren und Kindern die Freude am Leistungssport Ringen näherbringen.

Hallo, mein Name ist Alex und ich studiere an der Universität Potsdam Geographie und Sport auf Lehramt. Wie sich schon vermuten lässt, stellt der Sport einen großen Bestandteil meines Lebens dar und so betreibe ich in meiner Freizeit den Leistungssport Ringen. Auf Turnieren und in der Regionalliga stehe ich für den 1. Luckenwalder Sportclub auf der „Matte“. Dank der Förderung der Evangelischen Schulstiftung kann ich mich neben meiner Karriere im Sport und der Trainertätigkeit nun auch im Vorstand des Vereins engagieren. Das Ziel ist es, den Kindern und Jugendlichen insbesondere zu Zeiten der Pandemie einen Ort zu schaffen bzw. aufrechtzuerhalten, an welchem sie Spaß an der Bewegung und einen Ausgleich zum Alltag haben.

Doch war der Weg an die Universität nicht immer so klar. Durch finanzielle Bedenken startete ich 2018 zuerst eine Ausbildung, welche ich dann nach einem Jahr abbrach. Ich wollte nun doch den Traum des Lehrers verfolgen und startete mein Studium. Nun befinde ich mich im 4. Semester des Bachelors und die Abschlussarbeit ist in Planung, um in den Master wechseln zu können. Das Stipendium hilft mir dabei, die Doppelbelastung von Sport und Unialltag besser zu strukturieren bzw. zu bewältigen.

Alexander Biederstädt
Foto: privat
Alexander wird seit Oktober 2020 von der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO gefördert.

Elena Gensch
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Elena wird seit Oktober 2020 von der Volkswagen AG gefördert.

Elena Gensch, Bachelor of Science IT Systems Engineering

Was haben das Malen von Acrylbildern und mathematische Knobeleien gemein? Beide Leidenschaften kann man sehr gut im Studiengang „IT Systems Engineerig“ vereinen, findet Elena Gensch. Die Stipendiatin des Potsdamer Universitätsstipendiums entdeckte bereits in Kindergarten und Schulzeit ihre Vorliebe für Malen und Zeichnen sowie systematisches mathematisches Arbeiten. Heute setzt sich Elena neben dem Studium dafür ein, dass Glück und Erfolg weniger von der sozialen Herkunft abhängen. Dazu hat sie in Potsdam einen Standort des Vereins „Studenten bilden Schüler e.V.“ gegründet. Das Universitätsstipendium Potsdam des Förderers Volkswagen AG hat ihr dabei geholfen, Gleichgesinnte und Unterstützung u.a. für dieses Projekt zu finden.

Im Rahmen eines Kunstprojekts im Kindergarten habe ich mein erstes Acrylbild gemalt. Seitdem sind Malen und Zeichnen ein wichtiger Bestandteil in meinem Leben, im letzten Herbst habe ich zusätzlich die Fotografie für mich entdeckt. Zum anderen konnte ich meiner Begeisterung für systematisches, mathematisches Arbeiten bei MINT-Wettbewerben und Sommerakademien nachkommen. Während einer solchen Veranstaltung wurde mein Interesse am Studiengang 'IT Systems Engineering' geweckt. Da ich der Meinung bin, dass für die Lösung eines algorithmischen Problems Kreativität aber auch Spaß am Knobeln gefragt sind, sah ich hier die Chance, meine Neigung für Kunst und Mathematik zu verbinden. Und was gibt es Schöneres, als Leidenschaft zum Beruf zu machen?

Es ist mir wiederum bewusst, dass in der heutigen Zeit kaum ein Lebensbereich ohne den Einsatz von Informationssystemen auskommt. Jedoch gehen die Effekte der digitalen Transformation mit einer wachsenden Intransparenz einher. Denn algorithmische Prozesse sind von außen kaum einsehbar, weshalb ich den Wunsch habe, die digitale Welt zu verstehen und mitzugestalten. Mein Studium bietet mir dafür herausragende Möglichkeiten.

In unserer Gesellschaft wird aber die Chance auf Glück und Erfolg noch stark durch die eigene Herkunft und den sozialen Status beeinflusst. In der COVID-19-Pandemie haben sich Ungleichheiten im Bildungsbereich weiter zugespitzt. Deshalb habe ich mich im September letzten Jahres dazu entschlossen, einen Standort des Vereins Studenten bilden Schüler e.V. zu gründen. Studenten bilden Schüler ist eine bundesweite, in über 40 Universitätsstädten vertretene, gemeinnützige Initiative. Ihr Ziel ist es, mit kostenloser Nachhilfe und Freizeitgestaltung für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche durch Studierende einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit zu leisten. Viele Kinder aus bildungsfernen Familien brauchen Vorbilder, dies gilt umso mehr in einer Zeit, in der die Belastung in den Familien wie jetzt während der COVID-19-Pandemie steigt.

Durch das Universitätsstipendium hatte ich die Möglichkeit, andere motivierte Studierende kennenzulernen und Unterstützung für die Standortgründung gefunden. Wir sind im letzten Jahr als Team zusammengewachsen und freuen uns über die vielen Fortschritte. Die Vermittlung von Nachhilfe und die Betreuung der Lernpartner läuft nun einwandfrei. Auch ich unterstütze einen Schüler über die Nachhilfeplattform und es gibt mir viel, einem jungen Menschen den Alltag ein Stück weit zu erleichtern.

Den regen Austausch auf den Stipendiatenstammtischen genieße ich sehr: Denn der Fokus liegt neben Fachvorträgen und dem gemeinsamen Umgang auch darauf, wie wir uns gegenseitig im Studium und bei ehrenamtlichen Projekten helfen können. Ich bedanke mich sehr bei meinen Förderern für die Chancen, die mir das Deutschlandstipendium eröffnet!

Elena Gensch
Foto: privat
Elena wird seit Oktober 2020 von der Volkswagen AG gefördert.

Joana Bergsiek
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Joana wird seit Oktober 2019 von der Volkswagen AG gefördert.

Joana Bergsiek, Master of Science IT Systems Engineering

Regelmäßige Hackathons bereichern Joanas Leben seitdem sie bei „jugendhackt“ mit nur ein paar Java-Kenntnissen vor vielen Jahren ins kalte Coding-Wasser sprang. Heute ist sie Informatik-Master-Studentin am Hasso-Plattner-Institut. Den Hackathons ist sie treu geblieben – als Tutorin, aber auch als Teilnehmerin, da sie durch weitere Programmierevents nicht nur über das Studium hinausgehende Fähigkeiten wie Bildprozessierung aufbaut, sondern auch Soft Skills wie Pitchen und Netzwerken kennenlernt. Das Universitätsstipendium Potsdam des Förderers Volkswagen AG erlaubt es ihr, ihre Leidenschaft ohne finanzielle Sorgen ausleben zu können.

"Das Coolste an der Informatik waren für mich schon immer die Lernerfahrungen. Zu sehen, wie der eigene Code erstmals in einer neuen Sprache, Technologie oder Problemstellung läuft, ist ein belohnendes Gefühl. Sich neuen Herausforderungen zu stellen machte mir demnach stets Spaß. Deswegen warf ich mich bei „jugendhackt“, einem Hackathon für Jugendliche, vor vielen Jahren ins kalte Wasser - mit allein ein paar Java-Kenntnissen im Gepäck. Doch was man konnte oder nicht, spielte wenig Rolle: Mit unserem neu entdeckten Freund und Helfer Club Mate codeten wir die nächsten zwei Tage und Nächte durch, während wir uns als Gruppe gemeinsam Webseitenprogrammierung mit Datenbankanbindung beibrachten. Die Atmosphäre war großartig, die vorher unbekannten Menschen wurden zu Freunden und als unsere Webseite endlich lief, wurden jubelnd die Fäuste gehoben. Danach kam ich wiederholt zu den nächsten Events, bis schließlich mein Informatik-Studium am Hasso-Plattner-Institut begann.
Mittlerweile bin ich aufgrund meines Alters gelegentlich als Tutorin bei „jugendhackt“ tätig, um meine positiven Erfahrungen weiterzugeben. Mit dem Alter öffneten sich für mich jedoch ganz neue Hackathons, von denen es in Berlin und Umgebung eine großartige Anzahl gibt. So habe ich inmitten von Übungen, Vorträgen und Klausuren beispielweise Schlangenskelette in Virtual Reality explorierbar gemacht oder an einer Sitzplatz-Anzeige für öffentliche Verkehrsmittel durch Sensoren getüftelt. In meinem letzten Hackathon, „Coding Da Vinci Niedersachsen“, der sich durch seine Dauer von mehreren Wochen und der Nutzung offener Kulturdaten auszeichnet, lernte ich auch Bildprozessierung kennen. Aus knapp 1500 historischen Siegelbildern, die alle unterschiedlich gut erhalten sind und viel überschüssiges Wachs enthalten, extrahierte ich die Motive mit OpenCV. Das fertige Projekt, welches die extrahierten Motive in fabrizierbare 3D-Modelle für das eigene Verzieren der Briefe umwandelt, ist auf www.fabseal.de zu finden.
Mit vielen der Themen kam ich in meinem Bachelor kaum in Berührung, weswegen die Hackathons eine hervorragende Möglichkeit für mich sind, meinen Horizont zu erweitern. Besonders Soft-Skill-Kompetenzen, wie erfolgreiches Pitchen oder Connections aufzubauen, erfährt man so in der Praxis. Jetzt im Master angekommen, will ich diese Fähigkeiten auf jeden Fall vertiefen.
Die Zeit für die ganzen Projekte konnte ich mir nur dank des Deutschlandstipendiums nehmen. Vielen lieben Dank an alle Fördernden und Organisierenden, dass sie mir die Chance geben, meine Leidenschaft ohne finanzielle Sorgen ausleben zu können."

Joana Bergsiek
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Joana wird seit Oktober 2019 von der Volkswagen AG gefördert.

Pia Wolffram
Foto: privat
Pia wird seit Oktober 2020 von der Volkswagen AG gefördert.

Pia Wolffram, Bachelor of Science Informatik/ Computational Science

Pias Faszination gilt der Interaktion zwischen Gesellschaft und Raum - Mensch und Umwelt. Im Verlauf ihres Geografie-Studiums stellte sie dabei fest, dass diese Themen zunehmend durch Digitalisierung beeinflusst sind: Städte werden zu Smart Cities, mit dem E-Ticket geht es von A nach B, verfügbare Carsharing-Autos werden getrackt sowie Daten gesammelt und im Anschluss in Form von sämtlichen Maps visualisiert. Grund genug also, nach ihrem Geografie-Bachelor einen Bachelor in Computational Science anzustreben. Das Stipendium in Kooperation mit der Volkswagen AG ermöglicht es ihr, im Rahmen des Studiums u.a. digitale Sharing-Services genauer zu untersuchen.

"Bevor ich im Winter 2019 mit dem Studium in Informatik / Computational Science begonnen habe, habe ich einen Bachelor im Fach Geographie absolviert. In der Geographie dreht es sich oftmals um die Interaktionen zwischen Gesellschaft und Raum - zwischen Mensch und Umwelt. Und genau diese Themen haben mich seither fasziniert. Neben geopolitischen Themengebieten habe ich mich im Rahmen von Exkursionen nach Zentralamerika und Ghana sowie einigen Studienarbeiten auf „urbane Räume“ fokussiert. Der Grund? Wir leben in einer immer schneller und sich zunehmend digitalisierenden Welt, in der stetig neue Konzepte entwickelt werden.

Meine Abschlussarbeit habe ich über die libanesische Hauptstadt Beirut geschrieben, in der sich räumliche Entwicklungen zeigen, die den internationalen Trend der Stadtentwicklung widerspiegeln. (Digitale) Infrastruktur wird zunehmend für gesellschaftliche Gruppierungen geschaffen, die sich diese leisten und nutzen können. Dadurch werden Städte zu Smart Cities, mit dem E-Ticket geht es von A nach B, verfügbare Carsharing-Autos werden getrackt sowie Daten gesammelt und im Anschluss in Form von sämtlichen Maps visualisiert. Und genau dort befindet sich die Schnittstelle zwischen der Geographie und der Informatik. Dabei gilt mein großes Interesse nicht nur der Frage, wo und wie diese Dienste genutzt werden, sondern insbesondere wem diese dienen.

Der Studiengang Informatik / Computational Science verschafft mir nun nicht nur das technische Wissen, welches mich in meinem Wunsch nach einer gerechteren Stadt, einen Schritt näherbringt. Vielmehr hat er mir aufgrund der mathematischen und theoretischen Grundlagen auch eine völlig neue Erfahrung des Lernens und Studierens geboten. Auf diesem Wege ist das Stipendium in Kooperation mit der Volksagen AG eine große Unterstützung. Darüber hinaus freue ich mich schon auf weitere Einblicke in die Arbeit von digitalen Services wie „WeShare“ oder „MOIA“. "

Pia Wolffram
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Pia wird seit Oktober 2020 von der Volkswagen AG gefördert.

Charlene Arendt
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Charlene wird seit Oktober 2020 von der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO gefördert.

Charlene Arendt, Master of Education Inklusionspädagogik

Nach einigen Jahren als Köchin entschied sich Charlene Arendt für ein Lehramtsstudium der Inklusionspädagogik an der Universität Potsdam. Auch wenn es eine große Veränderung für sie bedeutete, bereut sie es nicht diesen Schritt gewagt zu haben. Ihr Praxissemester an einer Schule für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung hat ihr gezeigt, dass viele dieser Kinder nicht immer ausreichend Verständnis von ihren Mitmenschen erhalten. Ihr Ziel ist es, ebendieses Verständnis entgegenbringen und vermitteln zu können. Gemeinsam mit der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO unterstützt die UP Charlene in der letzten Etappe ihres Studiums mit einem Universitätsstipendium, damit sie sich neben ihrem außeruniversitären Engagement auf ihre Masterarbeit konzentrieren kann.

„Nach dem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung zur Köchin. Mit der Unterstützung meiner Ausbilderin nahm ich erfolgreich an mehreren Kochwettbewerben teil, bei denen ich wertvolle Erfahrungen sammelte. Doch nach einigen Jahren überkam mich der Alltag in diesem Beruf. Anders als einige meiner Kollegen war ich nicht bereit, all meine Zeit in die Arbeit in der Küche zu investieren. Und so entschied ich mich für eine große Veränderung und bewarb mich für ein Lehramtsstudium an der Uni Potsdam. Bereits nach meinem ersten Praktikum konnte ich es kaum erwarten, weitere Erfahrungen zu sammeln. Neben dem Bachelor erhielt ich die Möglichkeit, als studentische Hilfskraft am DiPa-Projekt (Differenzierter Problemlösekompetenzaufbau) von Inga Gebel mitzuwirken. Kurze Zeit später arbeitete ich als Vertretungslehrkraft an einer Schule in Berlin Reinickendorf. Dabei lernte ich einen Schüler kennen, dessen Schicksal mich sehr bewegte. Der nur ein Jahr zuvor aus Rumänien geflüchtete Junge zeigte aggressives Verhalten, für das seine Mitmenschen kein Verständnis aufbrachten.
Im Studium hatte ich zu dem Zeitpunkt bereits gelernt, dass jedes Verhalten einen Grund hat. Deshalb bat ich der Mutter über die Beendigung meiner Tätigkeit hinaus meine Hilfe an. Mittlerweile lebt der Junge mit seiner jüngeren Schwester in einer Einrichtung der stationären Kinder- und Jugendhilfe, in der ich mich seit ihrem Einzug ehrenamtlich engagiere. Mindestens einmal in der Woche fahre ich die Kinder besuchen, um mit ihnen zu Lernen, zu Kochen, Ausflüge zu unternehmen oder einfach für sie da zu sein. Im Sommer letzten Jahres fuhr ich zudem mit dem Jungen in den Urlaub. Die Dankbarkeit der Kinder ist unbezahlbar und hat mir gezeigt, dass es mich sehr bereichert, anderen Menschen zu helfen. Auf der Suche nach einer weiteren Erfahrung und Herausforderung zugleich, absolvierte ich mein Praxissemester an einer Schule für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung. Auch hier lernte ich Kinder kennen, die nicht immer ausreichend Verständnis von ihren Mitmenschen erhalten. Ihnen ebendieses Verständnis entgegenzubringen, bereitet mir so viel Freude, dass ich über das Praxissemester hinaus noch immer an dieser Schule tätig bin.
Das Stipendium, welches anteilig von der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO finanziert wird, verschafft mir die Zeit, die Kinder in der Jugendhilfe auch zukünftig zu unterstützen und mich dennoch auf die letzte Etappe des Studiums, meine Masterarbeit, zu konzentrieren. Zudem bietet es mir die Möglichkeit, meine Interessen, Stärken und Erfahrungen weiter auszubauen.“

Charlene Arendt
Foto: privat
Charlene wird seit Oktober 2020 von der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO gefördert.

Jan Lemcke
Foto: privat
Jan wird seit Oktober 2020 von SAP gefördert.

Jan Lemcke, Masterstudiengänge „Computational Science“ und „Data Engineering“

Jan Lemcke möchte sich den Herausforderungen der Digitalisierung inkl. den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen stellen. Ein wichtiger Schritt für Jan ist deshalb, sich die erforderlichen Methoden und Werkzeuge im Rahmen seines Doppelstudiums an der Universität Potsdam anzueignen, um zukünftig einen Beitrag zur Bewältigung der digitalen Transformation zu leisten. Jan gründete sein eigenes IT-Unternehmen, ist Tutor am Lehrstuhl für maschinelles Lernen und in seiner Freizeit engagiert er sich als Handballtrainer. In seinem Streben wird Jan seit Oktober 2020 im Rahmen des Potsdamer Universitätsstipendiums als Stipendiat von der SAP SE unterstützt.

„Was haben die Gründer von Ecosia und Tesla gemeinsam? Sie sind Pioniere in verschiedensten Ausprägungen der digitalen Transformation und haben mich als große Vorbilder inspiriert, ein Doppelstudium der Bachelorstudiengänge „Informatik/Computational Science“ und „Wirtschaftsinformatik“ an der Universität Potsdam abzuschließen. Im Verlauf meiner Studiengänge habe ich mich auf intelligente Datenanalysen fokussiert und in Zusammenarbeit mit der Firma Bosch.IO GmbH das umwelttechnisch relevante Problem der Prognose des Stromverbrauchs von Produktionsanlagen mit Methoden des maschinellen Lernens im Rahmen meiner Bachelorarbeit bearbeitet. Damit möchte ich einen Teil zum zwingend erforderlichen Wechsel zu einer nachhaltigen Ökonomie beitragen.
Entrepreneurship war ein Modul meines Bachelorstudienganges „Wirtschaftsinformatik“ an der Universität Potsdam. Die Umsetzung in die Praxis erfolgte im Herbst 2020 mit der Gründung meines eigenen IT-Unternehmens. Die mir im Studium vermittelten betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Kenntnisse haben mir dabei sehr geholfen, die Herausforderungen einer Unternehmensgründung zu bewältigen. Es ist für mich immer wieder persönlich spannend, mit Kunden in Kontakt zu treten und deren Erwartungen sowie deren Lebenssituation kennen zu lernen. 
Mein großes Interesse gilt der Arbeit mit jungen Menschen. Als langjähriger Tutor am Lehrstuhl für maschinelles Lernen der Universität Potsdam unterrichte ich mit viel Freude Studierende. Neben meinem Studium bin ich ehrenamtlich in einem Handballverein tätig und habe als Trainer im Rahmen des berlinweit bekanntgewordenen Projektes „Integration durch Sport“ geflüchtete Jugendliche trainiert. Aktuell bin ich Handballtrainer einer Jugendmannschaft im Verein SG Hermsdorf-Waidmannslust. Des Weiteren gilt es auch innerhalb des Handballvereins die digitale Transformation voranzutreiben. Dazu entwickle ich in meiner Freizeit eine Vereinswebanwendung, die sowohl als Informationsanlaufstelle für Eltern, Spieler/-innen und Fans dient als auch die wesentlichen Geschäftsprozesse des Vereins, z. B. Stammdatenverwaltung, intuitiv und effizient abbildet.
Aufgrund der Vielzahl meiner Aktivitäten bin ich sehr froh, Unterstützung vom Universitätsstipendium zu erhalten. Der fachliche und persönliche Austausch mit meinen Mitstipendiaten und mit meinem Förderer SAP SE ist eine absolute Bereicherung für meinen Bildungs- und Lebensweg.“

Jan Lemcke
Foto: privat
Jan wird seit Oktober 2020 von SAP gefördert.

Julia Nauen
Foto: privat
Julia wird von dem Lions Club Potsdam-Sanssouci gefördert.

Julia Nauen, Masterstudiengang „Biochemistry and Molecular Biology“

Julia Nauen ist überzeugt, dass mittels biochemischer und molekularbiologischer Methoden schnell und sicher auf menschlich verursachte Umweltschäden reagiert werden kann. Deshalb will sie mit dem Wissen, welches sie durch ihr Studium an der Universität Potsdam erlangt, einen positiven Beitrag für den Umweltschutz leisten. Das Universitätsstipendium unterstützt sie hierbei und hält ihr finanziell den Rücken frei.

„Biochemie und molekulare Biologie“ klingt für viele Menschen erst mal sehr abstrakt, doch im Grunde ist es einfach nur die Erforschung von Prozessen und Mechanismen, die sich in Lebewesen abspielen. – Wie funktioniert unser Körper? Wie können Pflanzen uns mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen? – In meinem Bachelor-Studium in der Biologie habe ich mich schnell auf die Erforschung der Pflanzen fokussiert und finde es auch in meinem Master noch spannend wie Prozesse in den Organismen stattfinden, die unsere Lebensgrundlage bilden. Nach meinem Bachelor-Abschluss, bereiste ich 3 Monate Malaysia und Sumatra (Indonesien), Länder mit Regenwäldern und einer tierischen und pflanzlichen Diversität bestückt, die man sich als Europäer wohl nicht mehr ausmalen kann. Bekannter Weise wird dieser zur Erlangung wirtschaftlichen Aufstiegs zerstört. Das macht wohl nicht nur mich traurig. Denn nicht nur Diversität im Sinne von Artenvielfalt geht verloren, sondern auch die Basis unseres und nächsten Lebens: Sauerstoff und Nährstoffe.
Ich bin überzeugt, dass man mittels biochemischer und molekularbiologischer Methoden schnell und sicher auf menschlich verursachte Umweltschäden reagieren kann. Böden und Gewässer sind mit Schwermetallen und Düngemitteln kontaminiert, durch emittierte Treibhausgase kommen Trockenperioden auf uns zu und Hitzewellen werden wir dieses Jahr nicht das letzte Mal gesehen haben. Ernteverluste werden das Resultat sein. Gentechnik und daraus folgende gentechnisch veränderte Organismen können eine Alternative darstellen, um menschlich verursachte Probleme, mit denen sich unser Planet zurzeit konfrontiert sieht, zu mindern. Aber nicht nur der Erde kann man Hilfestellungen zur Regeneration leisten, auch den Menschen, indem man Nutzpflanzen gezielt nährstoffreicher und resistenter gestaltet, damit bei einer immer steigenden Weltbevölkerung auch noch der letzte satt wird. Die meisten Nutzpflanzen wurden durch Züchtung schon vielfältig genetisch durcheinander gemixt und entsprechen schon lange nicht mehr natürlichen Varianten: warum nicht gezielt eingreifen statt willkürlich Erbsubstanz zusammenzuwürfeln? Ich glaube daran, dass die Versäumnisse des Menschen reversibel sind und man mittels biochemischer und molekularbiologischer Methoden ein Zeichen setzen und die Situation zum Positiven wenden kann. Daher bin ich froh diesen Studiengang ohne finanzielle Probleme und mit vollem Engagement studieren zu dürfen und bedanke mich herzlich bei meinen Förderer*innen des Lions Club Potsdam-Sanssouci für die Ermöglichung."

Julia Nauen
Foto: privat
Julia wird von dem Lions Club Potsdam-Sanssouci gefördert.

Valeska Stein
Foto: Michael Carruthers
Valeska wird seit Oktober 2019 durch das Potsdamer Universitätsstipendium gefördert.

Valeska Stein, Masterstudiengang „Linguistik: Kommunikation-Variation-Mehrsprachigkeit“

Valeska Stein studiert im Master „Linguistik: Kommunikation-Variation-Mehrsprachigkeit“. Sie ist begeistert von der Gesprächsanalyse, aber dass sie nicht nur wissenschaftlich, sondern auch direkt mit Menschen arbeiten wollte, war ihr immer klar. Durch ihr Ehrenamt hat sie es geschafft Praxis und persönliches Forschungsinteresse zu verbinden.

„Im Jahre 2014 entdeckte ich meine Leidenschaft für die Betreuung von Menschen mit Demenz und habe mir seitdem ein Ziel gesetzt, kein Mensch soll mehr verstummen, nur weil er unsere Erwartungen an ihn innerhalb eines Gespräches nicht mehr erfüllen kann. Ich möchte Menschen mit Demenz in die Mitte der Gesellschaft rücken und neue Wege aufzeigen, wie wir mit ihnen bis zum Schluss im Gespräch bleiben können. Es kann uns alle irgendwann einmal betreffen und wir müssen jetzt handeln! Bei meiner ehrenamtlichen Betreuung habe ich meinen Schwerpunkt auf die Sprachaktivierung und -aufrechterhaltung gelegt. Besonders dankbar bin ich für die stundenlangen Gespräche mit einer an Alzheimer-Demenz erkrankten Dame und all das was ich aus dieser besonderen Freundschaft mitnehmen durfte. Ohne die jahrelange Beschäftigung mit der Gesprächsanalyse im Zuge meines Studiums, wäre ich heute nicht dort, wo ich jetzt stehe. Mit Begeisterung stelle ich mich jeder Herausforderung in Gesprächen mit Menschen mit Demenz.  In der Praxis gewonnene Daten analysiere ich und nutze die Ergebnisse für eine direkte Verbesserung der Gesprächsführung. Durch die Pflege meines Großvaters während meines Studiums erfuhr ich am eigenen Leibe, wie alleingelassen man sich oft als pflegende Angehörige fühlt. Aus diesem Grund liegt es mir besonders am Herzen neben der Betreuung demenziell Erkrankter auch ihre Angehörigen dabei zu unterstützen eine neue Art von Kommunikation und gemeinsamem Erleben zu entdecken. Auf Instagram schreibe ich über meine Erfahrungen aus der Praxis mit Menschen mit Demenz @kommunikation_bei_demenz. Seit März 2019 besteht zudem meine Facebookgruppe „Demenz und Kommunikation für (pflegende) Angehörige“. Wir sind mittlerweile 400 Mitglieder aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und anderen Teilen der Welt. Vernetzung wird in der Community ganz großgeschrieben und ich bin begeistert davon, welches Wissen wir bisher gemeinsam zusammengetragen haben. Gerade plane ich mit einigen Community-Mitgliedern das Online-Charity-Event „Symposity“ – eine Onlinekonferenz nur für pflegende Angehörige. Durch das Deutschlandstipendium war es mir möglich neben meinem Studium viele kostbare Erfahrungen in meinem Ehrenamt und auf zahlreichen Tagungen und Workshops zu sammeln. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken!"

Valeska Stein
Foto: Michael Carruthers
Valeska wird seit Oktober 2019 durch das Potsdamer Universitätsstipendium gefördert.

Julia Joch
Foto: Luise Großmann
Julia ist seit Oktober 2019 Stipendiatin an der Universität Potsdam und wird von SAP gefördert.

Julia Joch, Bachelor IT-Systems Engineering

Julia studiert im vierten Bachelor-Semester IT-Systems Engineering. Dabei begeistert sie sich gerne für die unterschiedlichsten Themen ihres Fachbereiches. Doch auch an den Grenzen ihres Studiengangs macht ihre Neugierde nicht halt. So gibt es eine zweite Welt, die auf den ersten Blick überhaupt nichts mit der Informatik zu tun hat, die sie begeistert: Das Musiktheater! Schon in der Schulzeit hat sie in einem Jugendtheater jedes Jahr in verschiedenen Produktionen mitgespielt. „Hier in Potsdam in der English Drama Group habe ich die Möglichkeit diese Seite von mir auszuleben“, so Julia.

„Auf den zweiten Blick sind die beiden Welten dann tatsächlich doch nicht mehr so unterschiedlich und harmonisieren sogar sehr gut. Beide brauchen ein hohes Maß an Kreativität und gerade in großen Softwaresystemen, genauso wie bei der Inszenierung eines Theaterstücks, ist Teamarbeit angesagt. Nicht zuletzt lassen sich die vielen Stunden am Rechner auch gut durch Gesang und Tanz ausgleichen. So ergibt diese ungewöhnliche Kombination für mich dann doch immer wieder auf eine neue Art und Weise Sinn. Wenn nicht gerade sämtliche Proben ausfallen müssen, gefällt mir an der Theaterarbeit vor Allem auch der interdisziplinäre Austausch. Denn in der Drama Group kommen Studierende aller Fachrichtungen zusammen. Das ist auch etwas, das ich an den regelmäßigen Treffen mit anderen Stipendiat*innen des Universitätsstipendiums zu schätzen weiß.

Durch das Universitätsstipendium habe ich außerdem meinen Förderer SAP SE kennengelernt. Im Oktober vergangenen Jahres wurden wir vier Stipendiat*innen, die in dieser Förderperiode von SAP gefördert werden, ins Innovation Center Potsdam eingeladen. Dabei erhielten wir Einblicke in die verschiedenen Abteilungen. Fast ein Jahr später, im September dieses Jahres, werde ich nun tatsächlich meinen ersten Arbeitstag als Werksstudentin im Innovation Center Potsdam absolvieren. Somit hat mir das Universitätsstipendium eine bei meiner Bewerbung noch völlig unverhoffte Chance aufgezeigt. Ich bedanke mich herzlich bei allen, die das Universitätsstipendium möglich machen, für all eure und Ihre Unterstützung und kann nur jedem Studierenden empfehlen, sich ebenfalls zu bewerben!“

Julia Joch
Foto: Luise Großmann
Julia ist seit Oktober 2019 Stipendiatin an der Universität Potsdam und wird von SAP gefördert.

Sebastian Lesken
Foto: privat
Sebastian ist seit Oktober 2019 Stipendiat an der Universität Potsdam.

Sebastian Leskien, Masterstudiengang Verwaltungswissenschaft

Sebastian Leskien ist ausgebildeter Politik- und Verwaltungswissenschaftler (B.A.) und absolviert derzeit seinen Master (M.A.) in der Disziplin Verwaltungswissenschaft an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Potsdam. Neben dem Studium arbeitet er für verschiedene Forschungsinstitute in den Bereichen Politik- und Verwaltungsberatung sowie im Bereich der Nachhaltigen Entwicklung. Er wird seit Oktober 2019 im Rahmen des Universitätsstipendiums als Stipendiat der Volkswagen AG unterstützt.

„Wie sind Bund, Länder und Kommunen strukturiert?  Auf welche Art und Weise wirken Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung zusammen? Wie und mit welchen Instrumenten können eigentlich tradierte organisatorische Strukturen und Abläufe in öffentlichen Bereichen innovativ weiterentwickelt werden? – mit Fragen wie diesen setze ich mich als Verwaltungswissenschaftler auseinander. An meinem Studium begeistert mich vor allem die Vielfältigkeit des Forschungsgegenstandes, der öffentlichen Verwaltung, die mit ihren Strukturen, Behörden und Beschäftigten, ein besonders weites und anspruchsvolles Forschungsfeld darstellt und aus dem sich vielschichtige Forschungsfragen ableiten lassen. Gleichzeitig ermöglicht mir mein Verwaltungsstudium an der Universität Potsdam eigene inhaltliche Akzente im Studium zu setzen. So beschäftige ich mich gezielt mit Mehrebenensystemen, Funktionsweisen von Organisationen und Policy-Analysen, wobei mir die Ausrichtung in Potsdam auf eine interdisziplinäre Wissensvermittlung von sozial- und rechtswissenschaftlichen Kenntnissen dabei sehr hilft, komplexe Verwaltungsproblemstellungen zu diesen Themen mit einer Vielfalt an Methoden zu bearbeiten. Durch eine ganze Reihe von Praktika in öffentlichen Einrichtungen habe ich gelernt, dass unterschiedliche methodische Fähigkeiten im Behördenalltag sehr nützlich sein können. Des Weiteren spielt auch das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung eine wichtige Rolle in meiner persönlichen wissenschaftlichen Spezialisierung. Unter anderem befasse ich mich mit Fragen, wie etwa die Anforderung einer nachhaltigen Entwicklung das Potential haben, auch den gesamten öffentlichen Sektor „nachhaltig“ zu transformieren und welche individuellen Handlungsstrategien, angesichts der Unterschiedlichkeit von Behörden, genutzt werden können, um diesen Anforderungen zu entsprechen. Die öffentliche Verwaltung besitzt hier ein wirklich großes Forschungspotential. Dank der Förderung durch das Deutschlandstipendium konnte ich im vergangenen Jahr zudem ein Zertifikatsprogramm für Nachhaltigkeit absolvieren, um mein Wissen in diesem Bereich zu erweitern. Sowohl persönlich als auch beruflich wird mich diese eingeräumte Möglichkeit weiterbringen."  

Sebastian Lesken
Foto: privat
Sebastian ist seit Oktober 2019 Stipendiat an der Universität Potsdam.

Reemi Mukherjee
Foto: Karthik Iyengar
Reemi ist seit Oktober 2018 Stipendiatin an der Universität Potsdam.

Reemi Mukherjee , Masterstudiengang Data Science

Das ist Reemi Mukherjee. Sie zog 2018 von Indien nach Deutschland und studiert nun den Masterstudiengang Data Science. Seit Beginn ihres Studiums wird sie durch das Potsdamer Universitätsstipendiums und dem regionalen Unternehmen Veinland gefördert.

„Data Science is a perfect blend between statistical knowledge and implementing it in real life with the help of programming. It was an honour to be chosen for this scholarship! My course is hectic and there comes the important role of  Universitätsstipendium Potsdam. It helped me balance my studies with  financial need.  Because of the scholarship, I didn't ever  have to compromise with my study hours! This scholarship has motivated me to study hard and has been a very strong support since 2018. Also, I cannot thank enough the scholarship especially in the time of pandemic, it gave an assurance of financial security. Not only that, this scholarship has  made me overcome financial difficulties many times in the past as well. The best part of the scholarship: I think the best part of this scholarship is the way it has organized sponsors-scholars meet up!  We are given an opportunity to meet our sponsors  and interact with them, and the assistance we always get from organizers are very appreciable! My Sponsor is Veinland GmbH. I want to thank my sponsor and University of Potsdam for giving me this amazing opportunity. Regarding my future goal: I have been working on very interesting projects in my Masters and I am on my way to start my master's thesis. After my masters I wish to work in a research institute and wish to apply my studies in some innovative project."  

Reemi Mukherjee
Foto: Karthik Iyengar
Reemi ist seit Oktober 2018 Stipendiatin an der Universität Potsdam.

Julia Zimmermann
Foto: Stefan Wieland
Julia Zimmermann ist seit Oktober 2018 Stipendiatin an der Universität Potsdam.

Julia Zimmermann , Masterstudiengang Wirtschaftsinformatik und Digitale Transformation

"Egal ob in der Hauptstadt oder Potsdam, überall schreit es nach Digitalisierung und Digitaler Transformation! Dabei ist oft unklar, was genau damit gemeint ist: ein neues Geschäftsmodell, eine Prozessoptimierung oder doch „nur“ eine Selbstoptimierung? Und was heisst eigentlich: „Get future proofed!“?" Diese und noch viele andere Fragen, sowie eine ordentliche Portion Wissensdurst und Neugierde brachten Julia dazu im September letzten Jahres ihren Master in “Wirtschaftsinformatik und Digitaler Transformation“ anzutreten und ihr selber ein Bild von der Gesellschaft von morgen zu machen.

"Der interdisziplinäre Studiengang schafft es auf spielerische Art und Weise mehrere, scheinbar fachfremde Domänen miteinander zu verbinden und gleichermaßen unter sozialen, wirtschaftlichen und technischen Aspekten zu betrachten. Wer seine logischen Denk- und Programmier-Skills in wissenschaftlich vielseitigen Kontext einbringen möchte, dem kann ich diesen Studiengang absolut ans Herz legen. Er bildet für mich die Basis für zahlreiche Projekte und Seminararbeiten, die ich innerhalb meines Studiums an der Universität Potsdam umsetzen kann. So ergeben sich spannende qualitative und quantitative Forschungsarbeiten u.a. zu Themen wie „Open Source & Nachhaltigkeit“ aber auch sehr praktische Arbeiten mit Development Boards und Prototypen zum Thema „Smart City“. Das Deutschlandstipendium entlastet mich dabei nicht nur finanziell, sondern hilft mir darüber hinaus, mich gänzlich auf mein Studium, meine Forschungsarbeiten und meine Arbeit beim CityLAB Berlin zu konzentrieren. Noch stehe ich nicht am Ende meiner Wissensreise, kann aber jetzt schon festhalten: Förderformate wie das Deutschlandstipendium bilden die perfekte Grundlage, um Hürden im Bildungs- und Lebensweg erfolgreich zu meistern. Denn: sie schaffen Raum für geistige Freiheit. Für diese Möglichkeit möchte ich meinem privaten Förderer und dem Bund danken.“

Julia Zimmermann
Foto: Stefan Wieland
Julia Zimmermann ist seit Oktober 2018 Stipendiatin an der Universität Potsdam.

Sophie Domres
Foto: privat
Sophie Domres ist eine Stipendiatin von fünf der Dr. Hermann Schmitt-Vockenhausen Stiftung.

Sophie Domres , Masterstudiengang Internationale Beziehungen

Sophie Domres studiert Internationale Beziehungen an der UP und arbeitet neben dem Studium für die United Nations. 2019 gründete sie mit einer Kommilitonin ihr Herzensprojekt: „neitherBluenorPink“. Damit kämpft sie für Women Empowerment frei von Hierarchien und Ungleichheiten. Sophie wird seit Oktober 2019 durch die Dr. Hermann Schmitt-Vockenhausen Stiftung im Rahmen des Potsdamer Universitätsstipendiums gefördert.

Nachdem ich 2013 aus Mexiko wiederkam, war für mich klar in welche Richtung mein Weg führen soll. Ich möchte die Welt ein kleines Stückchen besser machen. Ich möchte etwas zurückgeben! Mit meiner Mutter und meinen beiden Schwestern bin ich im kleinen Fröndenberg (im Ruhrpott) in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen. Von dort aus ging es für mich nach Kleve, Santiago de Chile, Berlin und New York, um meine Ziele und Träume zu verwirklichen. Auf meinem Weg lernte ich nicht nur viele Länder und Kulturen, sondern auch wertvolle Menschen kennen, die mich bis heute auf meiner Reise begleiten. Mein Herzensprojekt „neitherBluenorPink“ gründete ich 2019 mit einer Kommilitonin. Den Kampf für Gleichberechtigung möchte ich aktiv mitgestalten, denn Gleichberechtigung ist keine Option, sondern ein Recht! Mir ist es seit 2017 möglich bei „UN im Klassenzimmer“ ehrenamtlich mitzuwirken. Für mich ist es besonders wichtig, dass junge Menschen, trotz der fehlenden Auseinandersetzung mit Menschenrechten im Kernlehrplan, mit diesem Thema in Kontakt kommen. Ein Mensch kann sich schließlich nur für seine Rechte einsetzen, wenn er oder sie diese kennt! Zurzeit arbeite ich für die United Nations von Zuhause aus. Aufgrund der momentanen Situation und den Auswirkungen des Corona-Virus musste ich New York verlassen und von nun an im Home-Office arbeiten. Ich bin davon überzeugt, dass gerade in dieser Situation die UN besonders wichtig ist, da sie sich für Solidarität unter Staaten und Gesellschaften einsetzt und eine objektive und nicht politisierte Informationsquelle darstellt! Den Zusammenhalt und die Solidarität der Menschen, die ich zu diesem Zeitpunkt beobachten kann, wünsche ich mir auch für die Zeit nach der Krise. Ich habe die Hoffnung, dass die Menschen an dieser Situation wachsen und die Welt irgendwann ein friedlicherer Ort wird.“

Sophie Domres
Foto: privat
Sophie Domres ist eine Stipendiatin von fünf der Dr. Hermann Schmitt-Vockenhausen Stiftung.

Elias Krössin
Foto: Luise Schäfer.
Elias Krössin ist einer von 30 Stipendiat*innen der Volkswagen AG.

Elias Krössin , Angewandte Kulturwissenschaft und Kultursemiotik

Elias Krössin studiert seit Oktober 2018 im Masterprogramm „Angewandte Kulturwissenschaft und Kultursemiotik“ und absolviert derzeit sein Pflichtpraktikum in der Kulturabteilung des Goethe-Instituts in Tokyo. Neben dem Studium arbeitet er als studentischer Mitarbeiter bei der Menschrechtsorganisation Reporter Ohne Grenzen und baut mit seinem Projektleiter ein neues Stipendienprogramm auf, welches Medienschaffenden aus Kriegs- und Krisengebieten die Möglichkeit bietet, zumindest für eine kurze Zeit, unabhängig zu arbeiten und sich in Themen der digitalen Sicherheit weiterzubilden.

„Kurz nach meiner Ankunft in Tokyo Ende Februar erreichte die Corona-Pandemie mit einer unglaublichen Geschwindigkeit und Wucht Europa. Japan ist dahingegen scheinbar von einer übergroßen Welle von Infizierungen bisher verschont geblieben. Zwar sind auch hier die Schulen geschlossen und größere Veranstaltungen abgesagt worden, jedoch ist das tägliche Leben ansonsten weitestgehend gleichgeblieben. Ob die geringe Anzahl der bisherigen Infizierten an verhältnismäßig wenigen durchgeführten Tests liegt, ist schwer einzuschätzen. Aufgrund der zunehmenden Grenzschließungen und Flugstreichungen nimmt die Zahl der kommerzielle Flugverbindungen nach Deutschland rasant ab. Ob und wann ich mein Praktikum abbrechen muss, kann ich derzeit nicht wirklich einschätzen. Wir werden fast täglich von der deutschen Botschaft über die neuesten Entwicklungen informiert und dementsprechend angewiesen.
Nun zu mir: Ich hatte glücklicherweise bereits 2016/2017, nach meinem Auslandsemester in China, die Möglichkeit, für ein Jahr praktische Erfahrungen in internationaler Kulturarbeit zu sammeln, denn das kulturweit-Programm der Deutschen UNESCO-Kommission entsandte mich damals in die Kulturabteilung des Goethe-Institut Bangalore in Indien. Wie Kunst- und Kulturprojekte, aktuelle gesellschaftliche Prozesse aufnehmen, verarbeiten oder erst in Gang bringen und somit Ausdruck einer mündigen Zivilgesellschaft darstellen, habe ich dort hautnah erleben können. Mein Masterstudium gibt mir die Möglichkeit, meine analytischen und methodischen Fähigkeiten in Hinblick auf aktuelle kulturelle Dynamiken zu erweitern und mein semiotisch ausgerichtetes kulturwissenschaftliches Wissen zu vertiefen. Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis gefällt mir an dem Masterprogramm besonders, da wir stets im Zweiten Schritt, auf Grundlage unserer theoretischen Überlegungen, uns direkt an Projekte in der Praxis wagen. Beispielsweise hatten 11 Kommiliton*nnen und ich im Rahmen einer Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt die Möglichkeit, selbstständig ein interaktives Vermittlungskonzept für die letztjährige Ausstellung bauhaus imaginista zu entwickeln und mit diesem für einen Tag das HKW bei regulärem Publikumsbetrieb zu übernehmen. Mit diesem Großprojekt, bei dem ich mich speziell mit der inhaltlichen Konzeption befasst habe, gelang es uns, die Besucher*innenanzahl des letzten Jahres zu verdoppeln und einen sehr spannenden Tag mit ca. 250 Teilnehmenden auf die Beine zu stellen. 
Das Deutschlandstipendium hat mir in den vergangenen drei Semestern die finanzielle Freiheit gegeben, sowohl mein Masterstudium erfolgreich und fokussiert zu verfolgen, als auch meine Arbeit bei Reporter Ohne Grenzen in vollem Umfang auszuführen."

Elias Krössin
Foto: Luise Schäfer.
Elias Krössin ist einer von 30 Stipendiat*innen der Volkswagen AG.

Hatim Shehata
Foto: Hatim Shehata
Hatim Shehata ist einer von fünf Stipendiat*innen der Dr. Hermann Schmitt-Vockenhausen Stiftung.

Hatim Shehata , Internationale Beziehungen

Hatim Shehata studiert den gemeinsamen Masterstudiengang „Internationale Beziehungen“ an der Freie Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universität Potsdam. Sein bisheriger Werdegang hat ihn in verschiedenste Länder für Studienaufenthalte und Praktika geführt; darunter Belgien, Frankreich, Kanada und die USA. Auch künftig plant Hatim im internationalen politischen Kontext tätig zu sein. Neben seinem Studium versucht er Kindern und Jugendlichen, die Europäische Union und ihre Funktionsweise näher zu bringen.

„Am Studium der Internationalen Beziehungen begeistert mich vor allem die stetige Themenaktualität, mit der wir als Studierende konfrontiert werden. Das Weltgeschehen unterliegt einem dynamischen Wandel und so muss auch die Disziplin auf Herausforderungen globalen Ausmaßes schnell adäquate Lösungsansätze finden. Durch mein Studium habe ich festgestellt, dass es ein äußerst schwieriges aber zugleich unheimlich spannendes Unterfangen ist, die Komplexität einer globalisierten Welt vollends verstehen zu wollen. Deshalb habe ich mir Schwerpunkte gesetzt: die Beziehungen der EU zum Nahen und Mittleren Osten, Sicherheitspolitik und die Friedens- und Konfliktforschung. Zugleich bietet die Universität Potsdam die einzigartige Möglichkeit, sich am Lehrstuhl für Internationale Organisationen in ein Studium der Vereinten Nationen hinsichtlich ihrer Administration, Legitimation und letztlich Wirkmächtigkeit zu vertiefen. Ich danke der Universität Potsdam und meinen Förderern von der Dr. Hermann Schmitt-Vockenhausen Stiftung für die Förderung im Rahmen des Deutschlandstipendiums. Dadurch ist es mir möglich, mich vollends auf mein Studium zu konzentrieren, mich mit anderen engagierten Studierenden zu vernetzen und beruflich zu orientieren.“

Hatim Shehata
Foto: Hatim Shehata
Hatim Shehata ist einer von fünf Stipendiat*innen der Dr. Hermann Schmitt-Vockenhausen Stiftung.

Jonathan Janetzki
Foto: privat
Jonathan Janetzki widmet sich einem seiner Studienschwerpunkte: Design Thinking.

Jonathan Janetzki, IT-Systems Engineering

Jonathan studiert den Masterstudiengang IT-Systems Engineering am Hasso-Plattner-Institut. Seit 2018 wird er bei der Verwirklichung seiner Ausbildungsziele durch die Volkswagen AG im Rahmen des Deutschlandstipendiums unterstützt. Perspektivisch strebt er Praktika bei internationalen Tech-Unternehmen und das anschließende Gründen eines IT-Startups an.

„An meinem Studium fasziniert mich die interdisziplinäre Auffassung von Informatik. Zusätzlich zu den fachlichen Kernkompetenzen werden hier sprachliche, betriebswirtschaftliche, juristische und auch interkulturelle Kenntnisse vermittelt. Mein Spezialgebiet ist die Datenbankoptimierung, mit der ich mich in meinem Masterprojekt am Lehrstuhl von Prof. Plattner befasst habe. Design Thinking ist mein zweiter, ergänzender Studienschwerpunkt. Im Basic und Advanced Track der HPI D-School wird dieser Innovationsansatz in multidisziplinären Teams angewandt, um reale, wirtschaftliche Probleme zu lösen. Zusammen mit dem Schraubenhersteller Kamax haben wir benutzerfreundliche Wege für den verstärkten Wissensaustausch zwischen seinen Mitarbeitern erarbeitet. Dazu habe ich beispielsweise einen Workshop mit Personen aus mehreren Hierarchieebenen geleitet: vom Schraubenpresser bis zum Produktionsleiter.“

Jonathan Janetzki
Foto: privat
Jonathan Janetzki widmet sich einem seiner Studienschwerpunkte: Design Thinking.

Iuliia Mozhina
Foto: Elena Mozhina
Iuliia Mozhina, 2001 in Moskau geboren, studiert seit dem Wintersemester 2018/19 Computerlinguistik an der Universität Potsdam.

Iuliia Mozhina, Computerlinguistik

Iuliia Mozhina, 2001 in Moskau geboren, studiert seit dem Wintersemester 2018/19 Computerlinguistik an der Universität Potsdam und wird seit dem von dem Deutschlandstipendium gefördert. Die Idee in einem anderen Land zu wohnen und zu studieren ließ Iuliia nicht mehr los. Aufgrund ihrer Faszination für die deutsche Sprache und Kultur, galt Deutschland für sie als Traumland. So traf Iuliia bereits mit 16 Jahren die Entscheidung Russland zu verlassen und alleine nach Deutschland umzuziehen, um an einer deutschen Hochschule studieren zu können. Neben ihrem Studium ist sie ehrenamtlich in einem Verein tätig und bringt sich als Campleiterin bzw. Sprachmittlerin in einem Sprachworkcamp für Jugendliche aus dem Ausland ein. Es macht sie glücklich, die sprachlichen Fortschritte der Jugendlichen beobachten zu können.

„Ich finde den Studiengang Computerlinguistik sehr interessant und vielfältig, weil er sich nicht nur mit der Sprachwissenschaft befasst, sondern auch mit der Informatik und Mathematik. So kann ich Kompetenzen aus den verschiedensten Disziplinen erwerben. Die maschinelle Übersetzung und Erstellung von automatischen Dialogsystemen finde ich dabei besonders spannend. Obwohl dieser Studiengang ziemlich neu und für die meisten Menschen völlig unbekannt ist, wird immer mehr von künstlicher Intelligenz gesprochen. Deswegen bin ich überzeugt, dass diese interdisziplinäre Wissenschaft in der näheren Zukunft sehr gefragt sein wird.  Als ich als Deutschlandstipendiatin angenommen wurde, dachte ich, dass sich alle Anstrengungen und bisher erbrachten Leistungen gelohnt haben. Das Stipendium hilft mir, die finanziellen Schwierigkeiten zu überwinden, motiviert fleißig zu studieren und mich neben dem Studium gesellschaftlich zu engagieren. Neben der finanziellen Unterstützung ermöglicht mir das Deutschlandstipendium Kontakt mit meinem Förderer, der Volkswagen AG, zu knüpfen. Es ist eine große Ehre für mich Stipendiatin zu sein und ich möchte mich bei meinem Förderer für diese Möglichkeit ganz herzlich bedanken!“

Iuliia Mozhina
Foto: Elena Mozhina
Iuliia Mozhina, 2001 in Moskau geboren, studiert seit dem Wintersemester 2018/19 Computerlinguistik an der Universität Potsdam.