Schwerpunkt 2: Schulpraktische Studien

Der Schwerpunkt Schulpraktische Studien beschäftigt sich mit Fragen zur Wirksamkeit praktischer Ausbildungsanteile in der Lehrkräftebildung an der Universität Potsdam. Praktische Ausbildungsanteile machen an der Universität Potsdam 10% der Credit Points in lehramtsbezogenen Studiengängen aus. Die Lehramtsstudierenden durchlaufen in ihrer Ausbildung fünf schulpraktische Studien, die im Sinne eines Spiralcurriculums systematisch professionelle Kompetenzen in für Lehrkräfte relevanten Handlungsfeldern vermitteln sollen.

Allerdings sind Mechanismen der professionellen Entwicklung durch schulpraktische Erfahrungen bisher nicht gut verstanden. Um eine systematische Untersuchung der schulpraktischen Studien an der Universität Potsdam zu implementieren, werden verschiedene Forschungs- und Evaluationsstrategien umgesetzt. Bereits in der 1. Phase von PSI-Potsdam wurde im PSI-Teilprojekt „Kompetenzerwerb in Schulpraktischen Studien – Spiralcurriculum“ begonnen, ausgewählte Facetten des Kompetenzerwerbs einer Kohorte Lehramtsstudierender im Verlauf ihres Bachelor- und Masterstudiums zu untersuchen. Dieses Teilprojekt wird in der 2. Phase von PSI-Potsdam fortgeführt mit dem Ziel, die Schulpraktischen Studien der Potsdamer Lehrkräftebildung auf der Basis des Modells des Spiralcurriculums evidenzbasiert weiterzuentwickeln.

Weitere Teilprojekte, die mitunter bereits in der 1. Phase von PSI Potsdam angelegt waren, untersuchen spezifische Zusammenhänge von Wissen und Handelns im Kontext schulpraktischer Ausbildungsphasen. So wird im Teilprojekt aus dem Bereich Empirische Unterrichts- und Interventionsforschung die Entwicklung des pädagogischen Wissens angehender Lehrkräfte untersucht. In den Teilprojekten „Reflexionskompetenz im Fach Physik“ sowie „Situatives Klassenmanagement im Fach Sport“ werden domänenspezifische Zusammenhänge von Wissen und Handeln im Praxissemester, bspw. in Form von Reflexionstagebüchern oder Seminarkonzepten, untersucht. Schließlich werden im Teilprojekt „Reflexionskompetenz in den Bildungswissenschaften“ Zusammenhänge von Selbstreflexion sowie Fremdreflexion zu unterrichtspraktischen Erfahrungen und motivationalen Konstrukten wie der Selbstwirksamkeitserwartung untersucht. Im Teilprojekt „Automatische Sprachverarbeitung von Reflexionstexten“ werden erhobene Daten zu studentischen Reflexionen als Trainingsdaten in eine Machine-Learning-Pipeline integriert, die das Ziel verfolgt ein Feedbacksystem für die Studierenden in Bezug auf ihre Reflexionstexte zu implementieren.

Ziel des Schwerpunktes Schulpraktische Studien in der 2. Phase von PSI-Potsdam ist es, einen gemeinsamen konzeptuellen Rahmen für Zusammenhänge von professionellen Handlungskompetenzen und schulpraktischen Ausbildungsphasen abzuleiten, der in der weiteren Lehrkräfteausbildung an der Universität Potsdam als Rahmenmodell genutzt werden kann, um Gestaltungsprinzipien der schulpraktischen Studien theoriebasiert zu implementieren.

Schwerpunktleiter

Prof. Dr. Andreas Borowski

Telefon: 0331/ 977-1025

E-Mail: andreas.borowskiuni-potsdamde

 

Schwerpunktkoordinator

Dr. Peter Wulff

Telefon: 0331/ 977-5481

E-Mail: peter.wulffuni-potsdamde