Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Nach meinem Auslandsjahr in den USA - zwischen Abitur und Studium - war für mich klar, dass ich eines Tages für ein Auslandssemester nach Amerika zurückkehren möchte. Dabei war es mir bei der Wahl des Standortes wichtig, eine neue Region dieses vielfältigen Landes kennenlernen zu können. Meine Wahl fiel auf die University of West Florida (UWF). Das vielfältige akademische Angebot und der wunderschöne Campus waren dabei entscheidend. Alle zur Auswahl stehenden Universitäten oder Colleges sind auf der Seite des International Office verlinkt. Ich kann nur empfehlen, sich frühzeitig mit der Vielfalt an Optionen auseinanderzusetzen, um zu schauen, was für einen persönlich in Frage kommt. Insbesondere der Kontakt zu ehemaligen Austauschstudierenden und deren Erfahrungsberichte empfand ich als sehr hilfreich, um diese wichtige Entscheidung zu treffen.


Studienfach: Lehramt Englisch und Politische Bildung

Aufenthaltsdauer: 08/2021 - 12/2021

Gastuniversität: University of West Florida

Gastland: USA

Ich werde hier nicht noch einmal auf den gesamten Bewerbungsprozess eingehen. Alle Informationen und Fristen sind auf der Website des International Office hinterlegt. Je früher man anfängt – umso besser! Den Zeitaufwand für die Bewerbung und auch die spätere Planung habe ich eher unterschätzt. Nach Platzierung trat das International Office der UWF mit mir umgehend in Kontakt. Ich erhielt detaillierte Informationen, in welcher Reihenfolge welche Dinge zu erledigen sind. Bei Fragen oder individuellen Anliegen waren sie immer per E-Mail erreichbar. Ich hatte bei keinerlei Dingen – Visum, Versicherung, Impfungen, etc. – das Gefühl, uninformiert oder allein gelassen zu sein. Zusätzlich organisierten sie vorab Zoom-Meetings mit allen internationalen Studierenden, wo man bereits die Möglichkeit hatte, Kontakt zu anderen zu knüpfen. Ähnlich wie an der UP gab es auch die Möglichkeit, sich für ein Buddy-Programm zu bewerben. Von dem, was ich von Studierenden an anderen amerikanischen Universitäten mitbekommen habe, kann man hier wirklich von einem überdurchschnittlichen Service des International Office der UWF sprechen.

Studium an der Gastuniversität

Wie in vielen anderen Erfahrungsberichten bereits erwähnt wurde, ist das akademische System in den USA deutlich anders als in Deutschland. Es erinnerte mich sehr an meine Schulzeit am Gymnasium. So gibt es beispielsweise statt einer großen Prüfungsleistung am Ende des Semesters viele kleine Abgaben, Tests und Co auf das Semester verteilt. In einigen Fächern gab es sogar Noten für die Mitarbeit im Unterricht, ebenso wurde die Anwesenheit kontrolliert und dokumentiert. Insgesamt empfand ich das Anspruchslevel der Kurse geringer als in Deutschland, doch sollte man den Workload und die Masse an einzureichenden Aufgaben nicht unterschätzen. Das Studienklima an der UWF ist sehr offen und herzlich. Die Kursgruppen sind eher klein (ca. 20 Personen), weshalb ich zu all meinen Dozierenden ein sehr persönliches Verhältnis hatte. Die Gebäude sind technisch sehr gut ausgestattet. Die große Bibliothek zentral auf dem Campus war oft Treffpunkt für Studierende und Lerngruppen, so dass ich dort besonders viel Zeit innerhalb der Woche verbracht habe. Der Campus und alle Gebäude sind generell sieben Tage die Woche geöffnet. In der Größe der Universität sehe ich im Nachhinein einen großen Mehrwert. Sie war so groß, dass viele Erwartungen an den amerikanischen Lifestyle an einer Universität erfüllt werden konnten und eine Vielzahl ausländischer Studierender - zu vergleichsweise angemessenen Konditionen - vor Ort waren. Und doch so klein, dass ein Gemeinschaftsgefühl entstehen kann und man den Überblick nicht verliert.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Es ist wirklich einfach, Kontakt zu anderen Studierenden zu finden. Mein Freundeskreis bestand aus amerikanischen und anderen internationalen Studierenden. Die kulturelle Mischung habe ich sehr genossen!

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Als Lehramtsstudentin für das Fach Englisch waren meine Englischkenntnisse auch schon vor dem Auslandssemester sehr gut. Es hat einem aber natürlich geholfen, wieder selbstverständlicher mit der Sprache umzugehen und mehr den amerikanischen Akzent anzunehmen.

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe mich ca. drei Monate vor Ausreise um eine Unterkunft bemüht. An der UWF steht es einem frei, ob man „on-campus“ oder „off-campus“ wohnen möchte. Die Entscheidung muss, je nach Budget und Erwartungen, jeder für sich selbst treffen. Da das Preis-Leistungsverhältnis bei „off-campus“ Apartments aber deutlich besser und die Freiheiten erheblich größer sind, habe ich mich entschieden, bei the Next zu wohnen. Diese bieten gegen einen Aufpreis auch ein sogenanntes „Short term leasing“ an. Andere „off-campus“ Möglichkeiten wären z.B. The Edge, The Fountains oder College Vue. Öffentliche Verkehrsmittel sind so gut wie nicht vorhanden. Ich habe mir daher für alle kurzen Wege auf und um den Campus ein Fahrrad gemietet ($70 für ein Semester). Ansonsten ist man zwangsläufig auf Freunde und Bekannte mit Autos angewiesen, da Uber/Lyft über kurz oder lang sehr teuer werden kann. Rund ums Thema Konto und Bank kann ich nur jedem empfehlen, ein amerikanisches Konto zu eröffnen. Es ist wirklich vielen in meinem Umkreis passiert, dass die europäischen Karten gesperrt oder doch höhere Umrechnungsgebühren berechnet wurden als erwartet. Bank of America und Wells Fargo bieten eine kostenlose Kontoführung für alle unter 24 Jahren. Es ist dadurch deutlich einfacher, einmal eine etwas höhere Summe auf das amerikanische Konto zu überweisen und dann diese zu nutzen. Zum Thema Geld kann ich nur sagen, dass man am besten nicht schon mit Geldsorgen in die USA kommen sollte. Es ist alles deutlich teurer, als man es erwartet und der an der UWF nachzuweisende Finanzstatus ist wirklich das Mindeste, was jeder in meinem Umkreis ausgegeben und benötigt hat. Natürlich richten sich die Ausgaben auch danach, wie viel man reisen oder unternehmen möchte. Das Thema Versicherung war in der Planung eher lästig und zeitaufwendig. Da es mir aber tatsächlich passiert ist, dass ich während meines Aufenthalts an der UWF ins Krankenhaus musste, möchte ich noch einmal vertieft Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit dieses Themas lenken. An der UWF ist eine Auslandskrankenversicherung verpflichtend. Diese muss bestimmte Kriterien und Anforderungen erfüllen. Man hat entweder die Wahl, eine eigene Versicherung zu suchen, die diesen Anforderungen entspricht, oder eine empfohlene der UWF zu nehmen. Die der UWF zu nehmen ist in der Planung und Bürokratie zwar deutlich einfacher, doch ist das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser Versicherung - nach Einschätzung (m)eines unabhängigen Versicherungsberaters - eher schlecht. Auf dem deutschen Versicherungsmarkt lassen sich doch deutlich bessere Angebote finden. Die UWF Versicherung (und generell viele amerikanische Versicherungen) decken nur ein Minimum und bieten keine 100% Absicherung – es bleibt oft ein prozentualer Selbstanteil. Im Falle eines Krankenhausaufenthalts, wo wir von Kosten regelmäßig über $50.000 sprechen, kann schon ein Selbstanteil von 10% zum finanziellen Problem werden. Ich empfehle daher, sich ausführlich mit der Thematik Versicherung auseinanderzusetzen und eine umfangreiche Versicherung zu wählen, die ggf. auch Vorerkrankungen und Co inkludiert. Du wirst es dir im Falle, dass doch etwas passiert, selbst danken! Auch möchte ich die überdurchschnittliche Fürsorge der UWF während meines Krankenhausaufenthalts hervorheben. Sie haben sich wirklich um alles gekümmert und alles für mein Wohl getan!

Studienfach: Lehramt Englisch und Politische Bildung

Aufenthaltsdauer: 08/2021 - 12/2021

Gastuniversität: University of West Florida

Gastland: USA


Rückblick

Ich habe meine Zeit an der UWF wirklich sehr genossen und würde es jederzeit wieder tun. Florida war, insbesondere während Corona-Zeiten, die beste Location, die man sich hätte vorstellen können. Pensacola ist eher klein, aber punktet mit wunderschöner Natur! Wer eine Stadt wie Miami erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht. Wer Lust hat, die „American country side“-Erfahrung in einem Südstaat zu erleben, wird es lieben!

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