Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Während des Prozesses für das Auslandssemester, sprich Bewerbung, Interview etc. gab es meiner Meinung nach eine sehr gute Vorbereitung von der Universität Potsdam. Das internationale Office hat bei Fragen immer geholfen und diese sehr schnell beantwortet. Man konnte auch persönlich Zoom-Meetings vereinbaren, sodass wenn man relative viele Fragen hatte sie nicht per E-Mail schreibt sondern persönlich klären konnte. In Sachen Kontaktaufnahme mit der Gastuniversität hat auch alles gut funktioniert. Egal an welches Department man Fragen hatte, man hat die entsprechenden Adressen gut gefunden und die Fragen wurden schnell und inhaltlich konkret beantwortet. Jedoch war es ab und zu etwas unorganisiert, da die Gastuniversität, SUNY Potsdam, neue Mitarbeiter für den Bereich eingestellt hatte und sie sich erst einmal selber zurecht finden mussten. Zu dem war für mich immer alles gut beschrieben, was ich an Unterlagen einreichen musste, z.B. das Transcript of Records, was bei Bankdaten gefordert war und im Allgemeinen zu den geforderten Formularen.


Studienfach: Lehramt Englisch und WAT

Aufenthaltsdauer: 08/2021 - 12/2021

Gastuniversität: State University of New York, Potsdam

Gastland: USA

Zu dem Visum gab es ein extra Workshop online bzw. ein live YouTube Video, was man sich angucken konnte und live seine Fragen stellen konnte. Meiner Meinung nach war das sehr hilfreich, allerdings haben sich die Studierenden auch untereinander geholfen, die man während des Bewerbungsprozesses kennengelernt hat. Zum Thema Krankenversicherung hätte ich gerne eine andere genommen, da diese relativ teuer war und man definitiv bessere hätte finden können, auch im Hinblick auf die Dauer der Versicherung. Jedoch war das leider nicht vereinbar mit der Gastuniversität, sodass ich im Endeffekt auf ihre zurückgreifen musste.

Studium an der Gastuniversität

Ich habe von August 2021 bis Dezember 2021 mein Auslandssemester an der State University in Potsdam/SUNY Potsdam absolviert. Dabei habe ich 5 Kurse, welche 15 LP ergaben, belegt. Alle Professoren in den jeweiligen Kursen waren sehr nett und hilfsbereit. Einige davon waren jedoch leider etwas unorganisiert und man wusste teilweise nicht, was genau gefordert war für die jeweiligen Wochen. Im Hinblick auf die Anforderungen war es machbar, allerdings hatte man viel mehr Aufwand als an der Uni Potsdam. Während des Semesters musste man viel erledigen im Sinne von Essays schreiben, Präsentationen und im Allgemeinen Hausaufgaben erledigen. Außerdem waren die Kurse nicht wie in Deutschland nur 1x die Woche, sondern 2-3x die Woche mit ca. 50min-2 h Unterricht. Am Ende des Semesters gab es dann nochmal eine Prüfungsleistung, die entweder als Präsentation oder Klausur abverlangt wurde. Im Großen und Ganzen wurde nicht nur die Abschlussprüfung bewertet, sondern auch die Leistungen während des Semesters (Essays etc.), sowie die Anwesenheit als auch die Teilnahme am Kurs. Das Klima in den Klassenräumen war sehr angenehm und man konnte sich mit allen gut verstehen, man wurde akzeptiert und vor allem respektiert. Allgemein die Betreuung der Dozenten und Universitätsmitarbeitern war sehr gut - jeder hat bei Fragen geholfen und war sehr verständnisvoll. Bei der technischen Ausstattung war nichts zu beklagen, sie hatten auf dem Campus WLAN, man konnte jeder Zeit die Drucker in der Bibliothek benutzen und die Bibliotheken hatten meistens bis 23 Uhr offen.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Da ich in mehreren Kursen Gruppenarbeit hatte, fiel es mir nicht schwer Kontakte zu einheimischen Studierenden aufzubauen. Jeder hat mich in der Gruppe sehr gut aufgenommen und war erfreut, mit mir zusammenzuarbeiten und mehr über mich und Deutschland zu erfahren. Zudem hat die Uni sehr viele außerschulische Aktivit äen angeboten, sodass man bei solchen Veranstaltungen, wie z.B. Wandern und Sportveranstaltungen gut mit anderen in Kontakt gekommen ist.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Da ich vor dem Studium schon einige Erfahrungen im Ausland gesammelt habe, war mein Englisch meiner Meinung nach schon vor dem Auslandssemester sehr gut. Allerdings hatte ich immer ein paar Probleme mit dem Schreiben im Englischen, da ich als Au Pair meist nur geredet und zugehört habe. Dadurch, dass ich während des Semesters viel schreiben musste, würde ich behaupten, dass meine Schreibkompetenz definitiv besser geworden ist und ich mich sicherer darin fühle. Im Allgemeinen ist mein Englisch durch diese Erfahrung noch einmal besser geworden und ich fühle mich akademisch gesehen sicherer zu sprechen und zu schreiben.

Wohn- und Lebenssituation

Bereits vor dem Auslandssemester konnte ich 3 Wünsche abgeben, in welchem Wohnhaus ich währenddessen leben will und wurde im Endeffekt einem Wohnheim dann zugeteilt. Was heißt, dass ich das komplette Semester auf dem Campus gelebt habe, was für mich eine komplett neue Erfahrung war, da ich in Deutschland noch zuhause lebe. Ich habe in Bowman West gelebt, was man sich gerne im Internet angucken kann. Zudem musste ich mir ein Zimmer mit einer weiteren Person teilen. Im Zimmer stand außerdem ein Bett, ein Schreibtisch und Stuhl, sowie ein Kleiderschrank zur Verfügung. Des Weiteren gab es ein Gemeinschaftsbad, welches man sich mit den Anderen auf der Etage teilen musste. Zu den öffentlichen Verkehrsmitteln zählte nur ein Shuttle Bus für die Uni an sich. Man musste dafür auch nichts bezahlen, sondern einfach seinen Studentenausweis gezeigt. Der Shuttle hat einen nach Downtown Potsdam gebracht, zum Kino, Walmart und anderen Einkaufsläden. Zu den Freizeitangeboten, die die Uni angeboten hat, zählten Wanderungen, Sportveranstaltungen, wie z.B. Ice Hockey, Fussball, Volleyball (man konnte also die Unimannschaften unterstützen: GO BEARS!), sie haben aber auch Do It Yourself angeboten. Hier konnte man seine eigene Spotify Plaque, eine eigene Fußmatte erstellen und vieles mehr. Dazu gab es auch eine eigene App, wo man jegliche Events einsehen konnte. Bei einigen Events musste man sich auch vorher anmelden, da nur begrenzt Plätze zur Verfügung standen. Ein Auto hatte ich per se nicht, aber ich habe mir ab und zu eins bei dem naheliegenden Enterprise ausgeliehen um Roadtrips nach Kanada, Vermont und im Staat New York zu unternehmen. Da ich auf dem Campus gelebt habe, musste ich für das Zimmer als auch das Essen Geld einplanen. Die Miete für das Zimmer betrug ca. $4000 für das komplette Semester. Außerdem musste man sich für einen Meal Plan entscheiden. In meinem Meal Plan gab es jede Woche 14 Meals (1 Meal entspricht $6,50) und 500 Flex (=$500) für das Semester. Meals benutzt man für Gerichte mittags und abends zum Beispiel. Flex ist eher was für Snacks, Getränke, Kaffee etc. Dieser Meal Plan hat für das Semester $2900 gekostet und war eine der "günstigeren" Varianten. Die Krankenversicherung belief sich auf rund $800. Da man für manche Kurse Bücher braucht, sollte man auch dafür Geld einrechnen. Manche Bücher findet man allerdings auch online oder in der Bibliothek. Andere jedoch muss man kaufen, welche man auf bestimmten Plattformen günstig kaufen kann. Für Bücher und Utensilien (wie z.B. Blöcke, Stifte, etc.) würde ich mit ca. $200-$300 rechnen. Wenn man ausgehen möchte, z.B. in Restaurants und Bars etc. würde ich mit max. $400 rechnen, dazu könnte man auch zählen, wenn man sich extra was zu Essen oder Wasser kaufen will. Diese Zahl kann aber auch abweichen, es kommt darauf an, wie oft man einkaufen und in Restaurants etc. geht. Außerdem sollte man sich eine Sim-Karte zulegen, sodass man auch außerhalb des Campus Internet hat. Zumindest habe ich das getan. Das günstigste, was ich gefunden habe, war eine Prepaid Sim-Karte für $30 im Monat vom Anbieter AT&T. Hierbei hat man 5GB Internet und kann so viele SMS und Anrufe tätigen wie man will.

Studienfach: Lehramt Englisch und WAT

Aufenthaltsdauer: 08/2021 - 12/2021

Gastuniversität: State University of New York, Potsdam

Gastland: USA


Rückblick

Positiv war vor allem das Akademische, die Dozenten und die Studierenden. Ich habe während des Semester sehr viel gelernt, akademisch als auch über mich selbst noch einmal einiges. Die Dozenten waren immer hilfreich, nett und verständnisvoll und haben einen so gut es geht unterstützt. Auch die Studierenden waren nett, hilfsbereit und haben einem auch immer unter die Arme gegriffen. Auch die Veranstaltungen, die angeboten wurden, um sich mit anderen zu verbinden, habe ich als sehr positiv empfunden und sie waren eines meiner Highlights. Eher negativ war vor allem das Organisatorische. Der erste Tag war sehr chaotisch und stressig und habe ich mir definitiv anders vorgestellt. Ich habe mir darunter vorgestellt, dass man willkommen geheißen wird und alles so gut es geht vorbereitet ist (also Studentenausweis ist parat, in welchem Wohnhaus man ist, Meal Plan etc.). Dies war leider nicht der Fall und man musste erstmal nach der jeweiligen Person suchen und warten bis diese einem hilft sich zurecht zu finden. Auch wenn man organisatorische Fragen hatte, konnten einige im Internationalen Office diese nicht wirklich beantworten, was in den kommenden Jahren hoffentlich besser laufen wird, da sie jetzt mehr Erfahrungen sammeln konnten. Im Großen und Ganzen kann ich aber sagen, dass es mir gefallen hat und ich die Zeit genossen habe. Ich kann es jedem wirklich nur ans Herz legen, diese Erfahrung zu nutzen und das Beste daraus zu machen!

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