Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Die Universität Potsdam bzw. das International Office führen eine Reihe an Veranstaltungen durch, die einen bestens über das Programm Erasmus+ informieren. Auch auf der Internetseite finden sich viele hilfreiche Informationen. Wenn trotz alldem etwas unklar ist, kann man sich auch immer an das International Office per E-Mail wenden und bekommt schnell eine Rückmeldung. Die Kontaktaufnahme mit der Andrássy-Universität verlief sehr entspannt und problemlos. Die Universität meldete sich zwar erst relativ spät bei einem per E-Mail zurück, die Erasmuskoordinatorin vor Ort ist jedoch sehr freundlich und hilfsbereit und schreibt meistens sehr schnell zurück. Die Bewerbungsunterlagen für die Gasthochschule findet man alle auf der Seite der Andrássy-Universität, sodass diesbezüglich eigentlich keine Probleme auftreten sollten. Auch hier kann man sich immer im Notfall an die Erasmuskoordinatorin der Andrássy-Universität wenden.


Studienfach: Verwaltungswissenschaft (M.A.)

Aufenthaltsdauer: 09/2021 - 01/2022

Gastuniversität: Andrássy-Universität Budapest

Gastland: Ungarn

Studium an der Gastuniversität

Insgesamt war ich mit den Lehrveranstaltungen (MA Internationale Beziehungen), welche ich besucht habe, zufrieden. Alle Kurse waren auf Deutsch und sind ähnlich aufgebaut wie an der Universität Potsdam, vom Niveau her jedoch niedriger. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass man an der Andrássy-Universität einen Master in z.B. Internationalen Beziehungen machen kann, auch wenn man im Bachelor etwas ganz anderes studiert hat. Daher habe ich in den politikwissenschaftlichen Kursen leider nicht besonders viel dazu gelernt, weil ein Großteil der Kurse mit Grundlagenwissen anfing, welches man schon im Bachelor an der Universität Potsdam hatte. Eine Ausnahme stellten jeweils die Kurse dar, die sich mit ungarischen Themen beschäftigten (z.B. mit der Innen- und Außenpolitik oder auch mit gesellschaftlichen und kulturellen Themen). Ich würde jedem/jeder Erasmus-Studierenden empfehlen, sich auch den Kurskatalog der Doktorandenschule der Andrássy-Universität anzuschauen. Da man sich als Erasmusstudent:in auch in diese Kurse einschreiben darf, konnte ich z.B. einen Kurs zu „Design Thinking“ belegen, der sehr interessant war.  Aufgrund dessen, dass das Niveau an der Andrássy-Universität niedriger als das an der Universität Potsdam ist, war der Aufwand, welchen man für die einzelnen Kurse (und für gute Noten) betreiben musste, auch geringer. Die Leistungsbewertung erfolgt nach ungarischem System (Note 1 – 5), wobei die Note 5 einer 1,0 im deutschen System gleichzusetzen ist. Die Betreuung durch die dortige Studierendenschaft als auch die Erasmuskoordinatorin waren sehr gut. Die Erasmuskoordinatorin bietet jede Woche Sprechstunden an und ist immer über E-Mail erreichbar, sodass man bzgl. organisatorischen Themen sehr gut betreut ist. Die Studierendenschaft kann man darüber hinaus auch immer fragen, wenn es um Probleme in Lehrveranstaltungen oder mit Dozierenden gibt. Die Hörsäle der Andrássy-Universität sind wie auch in Deutschland mit allem Wichtigen ausgestattet. Eine Unibibliothek sowie einen Computerpool gibt es auch, diese hatten jedoch meist nur ein paar Stunden am Tag auf, sodass die meisten Studierenden zum Lernen sowieso in andere größere Bibliotheken gegangen sind (davon gibt es sehr viele in Budapest) oder eine der vielen Copyshops in der Stadt zum Ausdrucken oder Scannen von Material und Dokumenten genutzt haben. Eine Mensa besitzt die Universität nicht, daher gehen die Studierenden in den kleinen Restaurants rund um die Universität mittags essen (ein Mittagsmenü kostet meist nur ein paar Euro).

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Der Kontakt zu einheimischen oder ausländischen Studierenden erwies sich als relativ schwierig, da man an einer deutsch-internationalen Universität studiert und sich dementsprechend schnell in einer „deutschen Bubble“ befindet. Da ich viele Studierende an der Andrássy-Universität noch aus dem PVO-Bachelor in Potsdam kannte und mit drei weiteren deutschen Studierenden in einer WG gewohnt habe, hatte ich somit hauptsächlich Kontakt zu deutschen Studierenden. Wer jedoch lieber auch internationale oder eben ungarische Studierende kennen lernen möchte, hat sicherlich die Möglichkeit dazu, da Budapest viele Veranstaltungen für internationale Studierende – insbesondere am Anfang des Semesters – bereithält.

Wohn- und Lebenssituation

Meine WG habe ich relativ frühzeitig durch private Kontakte gefunden. Allerdings ist es nicht besonders schwierig, eine bezahlbare Wohnung oder WG in der Nähe der Uni zu finden. Ein breites Angebot findet man auf deutschen Seiten wie wggesucht.de oder auch in Facebookgruppen. Auch auf der Seite der Andrássy-Universität findet man immer wieder ein paar Wohnungsanzeigen. Ich würde jedem empfehlen, eine WG in der Nähe der Uni bzw. im Zentrum zu suchen, da dort die meisten Studierenden wohnen und man von allem etwas abgeschieden ist, wenn man in einem Studierendenwohnheim weiter draußen wohnt. Da ich in einer WG mit deutschen Mädels gewohnt habe und den Eltern der einen Mitbewohnerin die Wohnung gehört hat, gab es hier keine Besonderheiten zu beachten. Der Mietvertrag wurde mir kurz vor Einzug in die Wohnung zugeschickt, ich musste eine Kaution überweisen und habe die Miete immer auf ein deutsches Konto überwiesen. Bei den Kommiliton:innen, die ungarische Vermieter hatten, war es ähnlich – diese mussten jedoch meist die Miete in bar monatlich bezahlen. Das öffentliche Verkehrssystem in Budapest ist sehr gut ausgebaut, sodass man eigentlich fast überall in höchstens einer halben Stunde ist (Tram, Metro, S-Bahn, Bus usw.). Das Studierenden-Ticket kostet monatlich umgerechnet ca. 10 Euro und ist in Verbindung mit einem Studierendenausweis der Andrássy-Universität gültig. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, eine Krankenversicherung für das Ausland abzuschließen. In Budapest gibt es viele deutsche Ärzt:innen, am besten man fragt immer Kommiliton:innen, die schon etwas länger in Budapest sind, ob diese jemanden empfehlen können. Ärzt:innen, die auf der Seite der deutschen Botschaft zu finden sind, würde ich meistens nicht unbedingt empfehlen, da diese teilweise das zehnfache an Geld verlangen, als dies in Ungarn eigentlich typisch ist (das bedeutet, dass die Versicherung sich dann manchmal weigert, den vollen Betrag zu zahlen). Auch hier sollte man sich einfach davor bei Kommiliton:innen erkundigen, ob jemand schon Erfahrungen mit dem/der ein oder anderen Arzt/Ärztin gemacht hat. Insgesamt sind die Lebenshaltungskosten in Budapest geringer als in Deutschland bzw. Potsdam/Berlin. Es ist deutlich einfacher, ein günstiges Zimmer in einer WG zu finden und auch für Restaurant- und Barbesuche muss man weniger Geld einplanen. Lebensmittel, Hygiene- und Kosmetikartikel sowie weitere Produkte (Klamotten, Wohnausstattung usw.) sind ungefähr so teuer wie in Deutschland, da sehr viele deutsche Marken auch im großen Stil in Ungarn vertreten sind (z.B. Aldi, Lidl, DM, usw.).

Studienfach: Verwaltungswissenschaft (M.A.)

Aufenthaltsdauer: 09/2021 - 01/2022

Gastuniversität: Andrássy-Universität Budapest

Gastland: Ungarn


Rückblick

Im Großen und Ganzen war es ein sehr schönes Semester, in dem ich viele tolle neue Menschen kennen lernen durfte und in einer sehr lebenswerten Stadt gewohnt habe. Die Andrássy-Universität ist eine sehr kleine und familiäre Uni, sodass man jeden beim Namen kennt, was mal eine ganz gute Abwechslung zu den großen und anonymen Universitäten in Deutschland war.

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