Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes
Mein Auslandssemester in Seoul ist nun vorbei und ich kann euch vorab nur das Folgende mitgeben, wenn Ihr ebenfalls einen Auslandsaufenthalt plant: Unterschätzt nicht den Aufwand, den ein Auslandssemester mit sich bringt, insbesondere, wenn man außerhalb von Europa studieren möchte! Wenn Ihr meinen Bericht lest, interessiert ihr Euch vermutlich für das Auslandssemester in Seoul oder ihr habt bereits die Bestätigung erhalten, dass ihr einen Platz an der HUFS bekommen habt. Daher hier kurz meine Einschätzung und Tipps allgemein zur Universität und zum Leben dort.
Die HUFS nimmt Deadlines sehr genau. Gerade was das Thema „Einschreibung in die Seminare“ betrifft, solltet ihr euch dementsprechend die Deadlines genaustens durchlesen, dazu gehe ich aber später noch einmal ein. Die Betreuung durch den Exchange-Beauftragten, Mr. Choi, ist jedoch exzellent und er ist bemüht schnellstmöglich auf alle Fragen und Anliegen zu antworten. Erreichen könnt ihr ihn unter exchange@hufs.ac.kr.
Lest euch außerdem den HUFS-Guide aufmerksam durch, da dort auch viele Sachen stehen, auf die ich in diesem Bericht eingehe. Außerdem würde ich euch für Südkorea empfehlen bereits Koreanisch lesen zu können, das macht euch das Leben von Anfang an etwas leichter. Da sie viele Sachen auf Englisch übernehmen und ihr so schon eine grobe Ahnung z.T. Orientierung oder Bestellungen habt.
Zur Vorbereitung
Südkorea ist eines der günstigsten Länder, die ihr auswählen könnt, wenn es um die täglichen Dinge, wie Lebensmittel, Essen, oder allgemein Einkäufe geht. Rechnet jedoch mit höheren Ausgaben für eure Unterkunft, denn alles, was halbwegs günstig ist, hat nicht denselben Standard, den wir bei uns in Deutschland kennen und erwarten. Überlegt euch also genaustens 1., wo ihr wohnen wollt, 2., was euer Standard ist und 3., wie ihr das ganze finanzieren wollt. Über die Uni Potsdam könnt ihr euch z.B. neben dem Auslands-BAföG für PROMOS oder ERASMUS+ bewerben. Denkt aber auch daran, dass diese Finanzierungsquellen ebenfalls ihre eigenen Deadlines, Antrags- und Berichtsdokumente haben!
Als Unterkunft könnt ihr Euch zwischen mehreren Optionen entscheiden: Wohnheim, Wohnung, Goshiwon (sehr kleine 1-Raum-Wohnungen) oder AirBnB (siehe HUFS-Guide). Das Areal um die HUFS herum wird aktuell urbanisiert und attraktiver gemacht. Dort zu wohnen ist also gar nicht so schlecht. Die Bus- und Metroverbindungen sind jedoch überall in der Stadt sehr gut, also könnt ihr notfalls auch pendeln, wenn euch die Gegenden um z.B. Hongdae oder Itaewon mehr gefallen. Bei der Bewerbung auf einen Wohnheimplatz würde ich empfehlen einen Plan B zu haben, falls die Rückmeldung zu lange dauert oder ihr doch keinen Platz bekommt. daran. Ich hatte z.B. erst Ende Juni eine Rückmeldung erhalten, was mir schon zu spät war für die Bewerbung das Visum.
Denn ihr solltet das Thema Unterkunft geklärt haben, bevor ihr euren VISA-Antrag abschickt oder in Berlin direkt bei dem Korea Visa Application Center (KVAC) abgebt. Ich weise deswegen darauf hin, da ihr hier bereits eure Wohnadresse in Südkorea angeben müsst. Bedenkt auch, dass in den Monaten Dezember bis Februar und Juni bis August die Bearbeitungszeiten bis zu 8 Wochen dauern können! Ihr müsst außerdem euren Reisepass mit zur Bearbeitung des Antrages abgeben.
Die HUFS wird von euch eine Information zu eurer Auslandsversicherung verlangen, die die Dauer eures Aufenthaltes dort abdeckt. Dieser Punkt hat mir am meisten Stress noch kurz vor Abreise bereitet, da ich davon ausgegangen bin, dass das bei meiner Versicherung der Fall war. Prüft also vorher, welche Konditionen eure Versicherung hat. Gleichzeitig werdet ihr mit der Beantragung der Residence Card, automatisch in die nationale Versicherung von Südkorea mit aufgenommen, die knapp die zweite Hälfte eures Aufenthaltes abdeckt. Dennoch wollen Sie sehen, dass ihre eine habt – keiner prüft jedoch die Dauer. Das Risiko liegt also letzten Endes bei euch.
Bevor ihr fahrt, schaut auch welche Konditionen eure Kreditkarte hat. Nicht jede Kreditkarte funktioniert gut in Südkorea. Ich habe ganz gute Erfahrungen mit Wise und dem WOW-Pass gemacht. Auch gibt es die Option in Südkorea nach Ankunft, ein Bankkonto über HireVisa bei der IBK zu machen. Ich hatte das gemacht und es war tatsächlich etwas leichter mit den Überweisungen der Krankenversicherung, dem Bezahlen in allen Läden und untereinander, wenn man sich gegenseitig Geld schuldet (jedenfalls, wenn diese auch ein koreanisches Konto haben).
Vor Ort
Wenn ihr in Incheon Airport ankommt, solltet ihr zunächst schauen, dass ihr ein passendes Transportmittel für eure Fahrt nach Seoul bekommt. Ihr könnt den Airport-Bus nutzen, der an den größeren Stationen in Seoul hält, mit der Bahn bis nach Seoul-Station oder mit einem Taxi. Das Taxi kostet ca. 63000 KRW (ca. 30 EUR). Für die Bahn benötigt ihr definitiv die T-Money-Card oder die Climate Card. Diese könnt ihr euch in einem CU, GS25 oder 7-Eleven kaufen. Die Climate Card ist nur für Seoul gültig, ihr könnt dann aber unbegrenzt den kompletten Monat mit dem Bus und der Metro fahren. Die T-Money Card und Climate Card müsst ihr dann jedoch erstmal an den Stationen aufladen. Eine Option, die ich genutzt hatte, ist den WOW-Pass zu kaufen. Dieser hat die T-Money Card schon mit inklusive und kann ebenfalls als Kreditkarte genutzt werden. Diesen könnt ihr vorab in Deutschland schon kaufen und dann am Incheon Airport abholen und erstmalig aufladen. Dafür benötigt ihr aber Bargeld! Ihr könnt den Pass an größeren Stationen oder in dem größeren GS25 an der HUFS mit Bargeld aufladen oder ihr ladet euch die App runter und ladet ihn mit einer kleinen Gebühr online auf. Praktisch ist, dass ihr dann euer Guthaben auf die T-Money Card transferieren könnt. Ich fand das tatsächlich bequemer als immer Bargeld abzuheben und dann die Karte an dem Schalter aufzuladen.
An der HUFS könnt ihr im Master nur 12 HUFS-CP belegen, dass sind ca. 4 Seminare. HUFS-CP sind etwas anders als ECTS und zählen mehr. 12 HUFS-CP sind etwa 30 CPs in Deutschland. Zwischen Bachelor und Master bestehen Unterschiede in der Belegung der Kurse. Im Bachelor müsst ihr euch online in die Kurse eintragen und dieser Vorgang ist sehr kompetitiv und die Seminare sind schnell voll. Achtet da also genaustens auf die Einschreibefristen und habt eine gute Internetverbindung. Für die Masterstudenten ist es etwas einfacher. Da müssen die Professoren direkt angeschrieben werden. Ihr benötigt ihr OK, füllt die Form der HUFS für die Eintragung in die Seminare aus und gebt diese bei Herrn Choi physisch oder per Mail ab. Wichtig ist jedoch, ihr könnt nur an englisch-sprachigen Seminaren teilnehmen. Die koreanisch-sprachigen Seminare haben sehr hohe Sprachhürden, daher werden sie grundsätzlich internationalen Studierenden nicht angeboten.
Die Mensa der HUFS bietet gutes Essen für wenig Geld. Ein Essen kostet ca. 2-3 EUR. Wenn ihr keine Lust auf die Mensa habt, würde ich euch empfehlen in die 2. Etagen der Häuser hinter dem 24h-Twosome zu gehen. Diese haben sehr gutes Essen für wenig Geld. Aktuell sind die Preise pro Essen bei 4-5 EUR. Andere sehr gute Alternative mit vielen Restaurants und Cafés sind die Nachbarschaften um Hoegi Station, Kyunghee University und Korea University. Da das Essen überall recht billig ist, müsst ihr nicht mal zwingend zuhause kochen. Falls ihr das jedoch tun wollt, gibt es in der Nähe der HUFS einen größeren e-MART.
An und um der HUFS gibt es recht viele Möglichkeiten, wo ihr lernen könnt. Die Bibliothek ist sehr gut mit 5 Etagen (bis 21 Uhr geöffnet), das Cyberbuilding hat in der 2. Etage (bei uns 1. Etage) einen größeren Studienraum (bis 23 Uhr geöffnet) und das Artisée-Café (bis 22 Uhr geöffnet). Es gibt das Ability-Café (bis 3 Uhr morgens geöffnet) und einen größeren Twosome (24h geöffnet) direkt neben der Uni. Falls ihr Sachen ausdrucken müsst, gibt es neben Artbox an der HUFS und Richtung HUFS-Metro-Station Printshops und in der Bibliothek Drucker.
Die Internationale Studienorganisation (ISO) bietet am Anfang des Semesters neben dem ATTI-Programm, die Möglichkeit sich für das Buddy-Programm und den Sprachaustausch zu bewerben. Das Buddy Programm (GAT) ist wie eine Art Wettbewerb, wo ihr zusammen Aufgaben erledigen könnt (z.B. Attraktionen oder Events besuchen) und dann könnt ihr am Ende Preise gewinnen. Der Sprachaustausch ist in einer Art Lehrer-Schüler-Format. Ihr unterrichtet dann euren Schüler und müsst das auch belegen, wie ihr das tut (Formate, Material, etc.). Diese Formate sind recht gut, um koreanische Studierende kennenzulernen, ansonsten kann es sein, dass ihr mehr in einer internationalen Bubble auch aufgrund der Seminare sein werdet.
Je nach eurem Level an Koreanisch und eurem Interesse an der Sprache kann ich euch folgendes empfehlen: Der Survival-Kurs ist kostenlos und für jeden gut, der bisher Koreanisch im Selbststudium gelernt hat und die Basics festigen oder einfach anfangen möchte die Sprache zu lernen. Der Intensiv-Kurs ist für alle gut, die wirklich studieren möchten und nicht reisen. Der Kurs ist innerhalb der Woche täglich mit á 4 Stunden und die Prüfungen recht schwierig. Außerdem haben sie die Kosten geändert. Es ist seit diesem Semester nicht mehr kostenlos. Versichert euch also vorher, ob die Uni Potsdam die Kosten übernimmt. Ansonsten gibt es vor Ort auch den oben genannten Sprachaustausch durch ISO oder ihr könnt auch selbstständig nach Sprachschulen schauen.
Studienfach: Politikwissenschaft
Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 12/2025
Gastuniversität: Hankuk University of Foreign Studies
Gastland: Südkorea
Sonstige Hinweise
Die nationale koreanische Krankenversicherung meldet sich postalisch bei euch, ca. Ende Oktober bis Mitte November – je nachdem in welcher Runde der RC-beantragung ihr drin wart. Ihr könnt diese dann entweder per Überweisung bezahlen (würde ich nur empfehlen, wenn ihr ein koreanisches Bankkonto habt) oder bei einem 7-Eleven, GS25 oder CU. Da müsst ihr aber den Beitrag bar bezahlen. Wichtig ist hier, dass ihr vermutlich nur einmal den Beitrag zahlen müsst, wundert euch aber nicht, dass der Beitrag beim ersten Mal doppelt so hoch ist, wie die HUFS ihn in der Guideline drin hat. Ihr bezahlt einen Monat rückwirkend.
Wenn ihr zurückfliegt, müsst ihr eure Residence Card am Flughafen abgeben. Ihr müsst euch dann unter Immigranten einordnen und nicht unter Foreigners. Falls es euch doch passiert, dass ihr die RC mitnehmt, würde ich euch empfehlen diese schnellstmöglich nach Ankunft in Deutschland abzugeben. Das könnt ihr in den Konsulaten oder der Botschaft per Einschreiben oder persönlich tun. Wenn ihr das nicht macht, kann es passieren, dass ihr Gebühren nachzahlen müsst oder Probleme bekommt, wenn ihr nochmal ein koreanisches Visum beantragen wollt/müsst.
Ich hoffe mein Bericht hat euch geholfen euch ein besseres Bild zur HUFS und zu einem Aufenthalt in Südkorea zu machen.