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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Zum Zeitpunkt meiner Bewerbung für ein Auslandssemester war die Hankuk University of Foreign Studies (HUFS) die einzige Hochschulpartnerschaft der Uni Potsdam in Südkorea. Wenn man nach Südkorea über eine Hochschulpartnerschaft möchte, ist die HUFS also die „einzige“ Option: Die Uni ist im Univergleich in Seoul eine eher kleinere Uni (das heißt nicht das sie klein ist, ich finde die Größe des Campus ist mit unserem Campus Am Neuen Palais vergleichbar).

Aber zur Einordnung, die vielleicht bekanntesten Unis, wie Seoul National, Yonsei University, Hanyang, Kyung Hee oder Ewha Womans University sind deutlich größer.

Die Kontaktaufnahme lief im ersten Schritt über das interne Bewerbungsverfahren an der Uni Potsdam, das war in meinem Fall ein Motivationsschreiben mit anschließenden Interviews im Kreis weiterer Bewerber:innen. Die Kontaktaufnahme mit der HUFS folgt erst Anschluss an das Interne Bewerbungsverfahren.

Den weiteren Kommunikationsprozess mit der HUFS habe ich als recht unkompliziert empfunden. Fristen, Anmeldungen und notwendige Unterlagen werden per Mail kommuniziert und alle Uploads findet über ein Internes Portal der HUFS statt. Bei Rückfragen wurde einem schnell geantwortet und geholfen. 

Teil der Unterlagen sind deine persönlichen Daten, dazu dein Academic Transcript eine Vorauswahl an Kursen die dich interessiert (dazu kannst du den Kurskatalog des vergangenen Jahrs durchgehen) und ein weiteres Motivationsschreiben.

Fristen für Visum und Krankenversicherung wurden früh mitgeteilt, auch hier wurden Rückfragen immer schnell beantwortet. Den Visumantrag stellst du über die Koreanische Botschaft. (achte darauf das dein Reisepass die notwendige Gültigkeit hat, ich brauchte beispielsweise einen neuen).

Für Impfungen bin ich einmal mit meinem Impfausweis zu meinem Hausarzt und habe abgesprochen ob Auffrischungen oder neue Impfungen notwendig/empfohlen werden.

Ich arbeite als Werksstudent in Berlin. Mit dem Wissen, das es für mich in ein Auslandssemester geht, habe ich mit meinem Arbeitgeber gesprochen und es war möglich, mich für diese Zeit beurlauben lassen.


Studienfach: Angewandte Kulturwissenschaft und Kultursemiotik

Aufenthaltsdauer: 08/2025 - 12/2025

Gastuniversität: Hankuk University of Foreign Studies

Gastland: Südkorea

Studium an der Gastuniversität

Die Semester sind zu unserem Rhythmus nach vorne versetzt, das Wintersemester ist an der HUFS im September gestartet im Vergleich zu unserem Oktoberstart.

Grundsätzlich gibt es Midterms, das kann eine Klausur oder andere Leistungsform sein. Die Professor:innen entscheiden aber, ob und wie sie die Midterms gestalten, ich hatte auch einen Kurs in dem wir die Midterms ausgelassen haben. Ähnlich wie bei uns kann in den Kursbeschreibungen eingesehen werden, welche Prüfungsformen (Präsentation, Paper, Klausur etc.) im Kurs anstehen.

Die Belegung der Kurse ist leider „first come, first serve“. Es gab eine Belegungswoche zum Start des Semesters, wir mussten die Professor:innen der Kurse per Mail anschreiben um eine Bestätigung zu bekommen, erst mit diesen Bestätigungen konnten wir unser Formular im Examination Office abgeben. Wer unbedingt einen bestimmten Kurs belegen möchte, kann sich schon im Vorfeld der „offiziellen“ Belegungswoche an die Professor:innen der Kurse wenden, der Kurskatalog ist im Voraus einsehbar. Hier ist es wichtig, dass du darauf achtest das die Kurse auch auf englisch angeboten werden.

Die Kursgrößen würde ich vergleichen mit unseren in den Masterkursen an der Uni Potsdam. Es kann variieren von unter 10 Personen bis ca. 20.

Auch die Anforderungen habe ich ähnlich empfunden wie bei uns, wobei das von Kurs zu Kurs teilweise recht groß variiert hat. Das Studienklima hat mir schon einen Campus-Vibe gegeben. Dadurch das ich hier zwischen Berlin und Potsdam pendle, war ich an der HUFS näher dran am Campusleben. Es gibt viele Clubs/initiativen und Veranstaltungen auf dem Campus, bei den Clubs musst man finde ich etwas über seinen Schatten springen, wenn man in einem Semester wirklich daran teilhaben möchte (hier spielt auch die Sprachbarriere eine Rolle). Wer sich ein bisschen mit Koreanischen Unis beschäftigt hat, hat vielleicht von den großen Unikonzerten in jedem Semester gehört, an den großen Unis treten da auch die großen K-Pop Bands auf. Wie angesprochen ist das an der HUFS deutlich kleiner, es gibt aber wirklich viele kostenlose Konzerte & Veranstaltungen auf dem Campus über das Semester verteilt.

Es gibt die Möglichkeit an einem Buddy-Programm teilzunehmen, was den Uniablauf angeht läuft alles über ein Portal ähnlich zu Moodle. Dort werden alle Dokumente hochgeladen, die Syllabus ist abrufbar etc.

Es gibt eine Mensa, hier bekommst du günstiges und wie ich finde gutes Essen. Es gibt Mahlzeiten, die immer verfügbar sind und täglich wechselnde. Dazu gibt es, typisch für Korea convenient stores und verschiedene Student Cafés auf dem Campus. Das größte Student Café ist gleichzeitig im Eingangsbereich der Bibliothek, diese ist während des Semesters ab 08:00 Uhr geöffnet, in den Klausurvorbereitungsphasen (Mid und Endterms) hat die Bib auch bis spät in die Nacht auf. Es gibt Arbeitsplätze und Computer, die für jedem zur Verfügung stehen.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

In den internationalen (englischen) Kursen sind sowohl einheimische als internationale studierende. Es liegt an dir, wie eng du Kontakt zu anderen studierenden aufnimmst, das Buddy-Programm, die Uni-Clubs und das grundsätzliche Campusleben bieten die Möglichkeit mit einheimischen studierenden zu connecten. Aus meiner Erfahrung war es immer einfacher, mit der internationalen Bubble der studierenden zu connecten, weil die Austauschstudierenden alle in einer ähnlichen Situation sind (neu in einem „fremden“ Land, allein unterwegs etc.). Die einheimischen studierenden haben natürlich schon ihr etabliertes soziales Umfelde.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Das ist bei mir sehr simpel, ich habe mich dagegen entschieden einen Sprachkurs zu belegen, weil diese meist deutlich Zeitintensiver sind als „reguläre“ Kurse. Im Nachhinein hätte ich das glaube ich anders gemacht, aber aus anderen Erfahrungsberichten weiß ich auch, dass nach dem Auslandssemester, sofern du nicht aktiv weiter Koreanisch lernst, sehr schnell deine Kenntnisse wieder verloren gehen. Die Sprache ist vom Grundsatz verschieden zu romanischen Sprachen, daher lernen die meisten langsamer und bis es wirklich zu Gesprächen kommt, dauert seine Zeit.

Wohn-  und Lebenssituation

Ich habe in einem Wohnheim ca. 10 Minuten zu Fuß von der Uni gewohnt. Es gibt auch On-Campus Housing, das ist aber in Korea mit regeln verbunden (Ausgangszeiten in der Vorlesungszeit, klar Geschlechtergetrennt etc.)

Auf das Wohnheim bin ich Online gestoßen, es ist aber finde ich nicht einfach und braucht Zeit, bis du dich durch den Jungle an Websites und Anbieter geklickt hast. Eine Empfehlung ist vielleicht, nicht davor zu scheuen während des Semesters umzuziehen, achte hier also auf Sachen wie Kündigungsfristen. Es gibt Wohnheime und Apartments, die du, sobald du in Seoul bist auch persönlich besichtigen kannst, die Kommunikation läuft viel über KakaoTalk (das koreanische WhatsApp).

Ich habe am Ende ca. 250 Euro Monatsmiete für mein Zimmer gezahlt, das war Wohnheim-Style 6 m2 mit gemeinschaftsduschen und Küche. Ähnlich wie in Deutschland, finde ich das Finden der Unterkunft mit am kompliziertesten in der Vorbereitung, auch weil es aus der Ferne immer ein gamble bleibt, wie das Zimmer/Wohnheim tatsächlich ist.

Die öffentlichen Verkehrsmittel (Bahn und Bus) sind alle mit einem System verbunden (TMoney Card/Climate Card) da gewöhnst du dich schnell dran und alles ist dann recht unkompliziert, mit den öffentlichen (Gerade Bus) durch die Stadt zu fahren ist finde ich der beste Weg, um ein erstes Gefühl von der Stadt zu bekommen. Ein bisschen darauf achten musst du, dass die Bahnen immer „nur“ bis ca. 24:00 Fahren (das unterschätzt man vielleicht in dem Gedanken, dass in Seoul alles rund um die Uhr abrufbar ist) es fahren dann Nachtbusse oder du nimmst die ein Taxi/Uber. (Uber kannst du über die App nutzen, die du auch in Deutschland nutzt, bezahlt wird dann im Taxi und nicht über die App)

Bankgeschäfte sind schwieriger als hier in Deutschland, auch PayPal funktioniert zischen deutschen und Koreanischen Konten nicht wie wir es hier gewohnt sind, auch ist alles mit gebühren verbunden inkl. Bargeldabheben mit einer Visa Karte. Ich habe auch öfter erlebt, dass meine Visa Karte in Geschäften nicht funktioniert hat und es war immer hilfreich Bargeld mitzuhaben.

Es gibt die Möglichkeit sich eine Koreanisches Bankkonto anzulegen, oder Angebote wie Revolut, ich finde das ist auf jeden Fall sinnvoll.

Krankenversicherung ist verpflichtend, mittlerweile ist es vorgegeben, auch in Korea eine nationale Krankenversicherung für die Zeit abzuschließen, das passiert nach deiner Einreise. Ich finde es macht dazu aber Sinn, eine Internationale Krankenversicherung abzuschließen.

Freizeitangebote sind wahrscheinlich der Hauptgrund für viele, um nach Südkorea zu gehen, hier gibt es kulturell sehr viel. Alles rund um K-Culture ist natürlich präsent, und der mix aus historischen (Tempel, Museen) und modernem ist finde ich etwas Besonderes. Man muss sich darauf einstellen, dass außerhalb des Uni-Umfelds schneller eine Sprachbarriere existiert, englisch ist definitiv nicht die Norm. Die Stadt und Korea zu „erkunden“ ist, finde ich, eine der faszinierendsten Erfahrungen, die jede/jeder ganz individuell gestalten kann (ich als Kinofan habe beispielsweise die Filmlocations aus Parasite oder Past Lives besucht.

Es gibt am Fluss (Han River) super viele Möglichkeiten, öffentliche Sportstätten und immer wieder Veranstaltungen die kostenlos zu besuchen sind.

Ein Punkt, den ich aber wichtig finde, ist das ich Korea als sehr heteronormative Gesellschaft kennengelernt habe, Queere Communities und Subkulturen existieren, nach meiner Erfahrung niemals mit Berlin oder auch Deutschland zu vergleichen.

Lebenshaltungskosten

Meine Mietkosten habe ich oben angegeben, der öffentliche Transport ist ebenfalls günstiger als in Deutschland und liegt bei unter 1€ pro Fahrt.

Versorgung, Essen & Trinken habe ich als vergleichbar mit Deutschland empfunden (tendenziell etwas günstiger), es gibt die Möglichkeit in den Convenient Stores sehr günstig zu essen, aber genauso kann ein Getränk in einer Bar auch über 5 € kosten.

Shopping für Klamotten etc. ist finde ich auch mit Deutschland vergleichbar, auch hier kommt es natürlich darauf an, in welche Geschäfte man geht.

Freizeitangebote wie Kino sind etwas günstiger (5-10€ pro Ticket).

Studienfach: Angewandte Kulturwissenschaft und Kultursemiotik

Aufenthaltsdauer: 08/2025 - 12/2025

Gastuniversität: Hankuk University of Foreign Studies

Gastland: Südkorea

Rückblick

Ich finde weiter das Seoul und Südkorea unglaublich spannend sind, gerade kulturell/gesellschaftlich und wenn man sich dafür interessiert, wie sich die Identität der Stadt/Menschen und des Landes gebildet hat, ist es ein großer Kontrast zu Europa.

Diesen Kontrast muss man aber auch wollen, es gibt denke ich größere Barrieren als sie einem im Erasmus-Raum begegnen. Wenn man sich da aber durchlebt, kann das sehr „rewardend“, lehrreich und schön sein.

Bezüglich des Visumantrags gibt es finde ich keinen speziellen Tipps, vielleicht das die Koreanische Botschaft auch in Berlin sitzt, und es dadurch die Möglichkeit gibt die Anträge auch vor Ort auszufüllen. Wie bei jedem Visum muss sich früher darum gekümmert werden als bei einem Auslandsemester in Europa.

Meine schönsten Erfahrungen kommen mit dem „Erkunden“ der Stadt. Seoul mit seiner Größe, den engen Seitengassen und so vielen Vierteln gibt viele Möglichkeiten neues zu entdecken. Für mich schöne, interessante, spannende Orte und Menschen kennenzulernen und mit der Zeit für sich seine „Spots“ in der Stadt zu finden hat mir sehr viel gegeben. Die Convenient-Stores an jeder Ecke haben etwas Späti vibes, auch das finde ich cool. Nachtleben, Shopping, Musik etc, sind allgegenwärtig, da kann man sich echt austoben.

Ich habe aber auch mit Einsamkeit hin und wieder zu kämpfen gehabt, zwar war ich mit international und einheimischen Studierenden unterwegs, ich habe aber auch gemerkt, dass es schwierig war, daraus enge Freundschaften zu schließen.


Südkorea

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