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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Die Vorbereitung auf das Auslandssemester sind immer etwas aufregend, aber ich hatte das Gefühl, dass es bei mir etwas turbulenter als „üblich“ war. Von der Uni Potsdam wurde ich sehr gut über alles informiert und habe mich sehr gut abgeholt gefühlt. Alle Informationen kamen rechtzeitig. Allerdings erwies sich die Kurswahl im Ausland als kompliziert. Mein ursprüngliches Learning Agreement habe ich basierend auf der Kursübersicht des letzten Jahres erstellt, da es die neue noch nicht gab. Letztendlich musste ich es noch einmal komplett ändern, weil die meisten Kursen dann doch nicht angeboten wurden. Das war eine ganz schöne Puzzelei, v. A., weil die Kursbeschreibungen teilweise nicht existent waren. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass es sich bei den ursprünglich gewählten Kursen um Kurse aus einem Erasmus Mundus Master (Mediterranean Forestry and Resource Management, MedFor) gehandelt hat, für welchen die Uni Lleida in diesem Jahr keine Finanzierung bekommen hat. Daher konnten viele Kurse nicht so stattfinden, wie in den letzten Jahren. Leider hat das auch die Kursauswahl stark eingeschränkt, was für mich ein bisschen schade war, weil ich mir die Uni anhand der Kurse der letzten Jahre ausgesucht hatte. Nichtsdestotrotz war ich im Nachhinein aber sehr zufrieden mit den Kursen, die ich gewählt hatte. 

Die Kontaktaufnahme zur Gasthochschule war sehr niedrigschwellig. Sie haben immer sehr schnell geantwortet und waren sehr unterstützend. Auch die Bewerbung an der Gasthochschule verlief ohne Probleme.


Studienfach: Geoökologie

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Universitat de Lleida

Gastland: Spanien

Studium an der Gastuniversität

Das Studiensystem an der Uni Lleida war ähnlich zu dem in Potsdam. Die Kurse waren ECTS basiert, allerdings gab es im Gegensatz zu meinem Studium an der Uni Potsdam auch viele kleine Kurse mit 2-3 ECTS. Dadurch hatte man tendenziell etwas mehr Kurse als in Potsdam. Die Lehrveranstaltungen selbst waren sehr vielfältig. Wenige klassische Vorlesungen, dafür viele Seminare, Exkursionen und angewandte Praxisstunden im Labor oder Arboretum, was ich sehr cool fand. Etwas ungewöhnlich war, dass der Stundenplan für die MedFor Kurse vorgegeben war und jede Woche unterschiedlich war. Er ist darauf abgestimmt, dass alle Kurse eines MedFor Semesters sich nicht überschneiden. So gab es nie wirklich einen „Alltag“, aber es wurde auch nicht langweilig. Aufpassen musste man dann aber, wenn man Kurse aus anderen Studiengängen wählt, da Überschneidungen dann sehr wahrscheinlich waren.

Die Anforderungen und der Leistungsaufwand waren sehr unterschiedlich von Kurs zu Kurs. In manchen nur ein 10 min. Vortrag in anderen wöchentlich Abgaben + Vortrag + Bericht. Die Dozierenden waren dabei aber immer sehr entgegenkommend, flexibel und unterstützend. Ich hatte das Gefühl, dass sie auf jeden Fall wollen, dass man besteht, aber auch dass man möglichst viel lernt.

Unterstützung hatten wir auch von einigen lokalen Studierenden, mit denen wir eine Whatsapp-Gruppe hatten. Dort konnte man alles nachfragen, was sehr hilfreich war. 

Allgemein war das Studienklima dort sehr angenehm. Ich hatte das Gefühl, dass der Großteil motiviert war neue Dinge zu lernen, auch wenn meine Mitstudierenden und ich aus sehr verschiedenen Fachrichtungen kamen.

In den Bibliotheken von Lleida habe ich sehr viel Zeit verbracht. Sie hatten eine gute Ausstattung und auch Gruppenarbeitsräume, die man sich Mieten konnte. Leider waren die Öffnungszeiten teilweise sehr knapp. Eine der zentralen Bibliotheken hatte unter der Woche nur bis 17 Uhr auf – andere bis 20 Uhr. Am Sonntag hatte leider keine Bibliothek auf. Da musste man dann auf Cafés oder Wohnung ausweichen. 

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Da die Kurse, die ich belegt habe, alle innerhalb des Erasmus Mundus Masterprogramms stattgefunden haben, hatte ich auch nur mit Erasmus Studierenden Unterricht. Wir waren eine überschaubare Gruppe von ca. 15 internationalen Studierenden – in manchen Kursen jedoch auch nur 6 Personen. Dadurch hatte es ein sehr familiäres Gefühl und hat den Zusammenhang unter den Studierenden gestärkt. Nichtsdestotrotz wäre es schön gewesen, wenn der MedFor Master die Finanzierung bekommen hätte, sodass man noch mehr Studierende mit den gleichen Interessen kennengelernt hätte.

Außerhalb meiner Kurse hat sich noch ein anderer Freundeskreis durch verschiedene Aktivitäten entwickelt. Ich kann es wirklich sehr empfehlen am Anfang alle Ausflüge mitzunehmen, um die anderen Studierenden kennenzulernen. Außerdem haben sich auch viele schon in dem Katalanisch-Crashkurs vor Beginn des Semester gefunden. Auch wenn ich ihn nicht belegt hatte, hatte ich nicht das Gefühl, den Anschluss verpasst zu haben. Durch die vielen Aktivitäten findet man sehr schnell Anschluss.

Zu einheimischen Studierenden hatte ich eher weniger Kontakt, dadurch dass ich nicht mit ihnen zusammen studiert habe. Einige Kontaktpunkte waren die Language Volunteers, mit denen wir Ausflüge Events gemacht haben, sowie über Hobbys, wie z.B. Klettern. 

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Die Kurse, die ich gewählt hatte, waren alle auf English. Auch wenn ich keinen Einstufungstest gemacht habe und auch kein Zertifikat hatte, konnte ich mich problemlos an der Gastuni bewerben. Ein Nachweis darüber, dass ich auch an meiner Heimatuni Kurse in Englisch belegt hatte, hat gereicht. Dadurch, dass ich auch bereits einige Kurse in Potsdam auf Englisch hatte, hatte ich auch keine Bedenken, dass die Sprache zu einem Problem werden könnte. 

Im Laufe des Aufenthalts habe ich gemerkt, dass mein Englisch Wortschatz und Aussprache sich stark verbessert haben. Es hat sich sehr schnell natürlich angefühlt. 

Eigentlich bin ich mit dem naiven Gedanken nach Spanien gegangen, um dort auch ein wenig mein Spanisch zu verbessern. Vor Ort habe ich jedoch schnell gemerkt, dass dort kaum Spanisch, sondern nur Katalanisch gesprochen wird – immerhin sind wir hier in Katalonien. Aufgrund der Vergangenheit ist die Spanische Sprache nicht sonderlich beliebt dort. 

Ein wenig konnte ich mein Spanisch dennoch in einem Sprachkurs vom Sprachinstitut verbessern. Außerdem habe ich festgestellt, dass BlaBlaCar-Fahrten zum Sprachenlernen super sind! Man kann die Sprache üben und erfährt etwas über Land und Leute! Und das, wo BlaBlaCar meist die günstigste Option ist, um in Spanien von A nach B zu kommen.

Wohn- und Lebenssituation

Meine Wohnsituation war etwas speziell, da ich in meinem Van gelebt habe. Mit diesem Stand ich auf einem kleinen Hof, den ich über die WWOOF-Plattform gefunden habe. Auf dem Hof gab es auch unbeheizte Wohnwägen, in denen man auch hätte wohnen können. Der Hof war etwas außerhalb der Stadt, aber mit dem Fahrrad war man in 15 Minuten im Zentrum und in 20-25 am weit entferntesten Campus. Ich habe es geliebt in der Natur zu sein, auch wenn der Winter schon recht kalt war. Die vielen Sonnenauf- und -untergänge und Katzen haben das jedoch wieder wett gemacht.

Von den anderen internationalen Studierenden habe ich mitbekommen, dass sich viele erst vor Ort um die Unterkunft gekümmert haben. Ein bisschen musste man wohl aufpassen mit Scammern, aber da kann ich leider nicht wirklich mitreden. Die Mieten waren im Allgemeinen aber sehr human. Meist zwischen 200-350 € (so wie ich es mitbekommen habe). 

Die öffentlichen Verkehrsmittel haben Verbesserungspotential. Die Busse waren zwar günstig, aber kamen sehr unregelmäßig. Ein Fahrrad war daher, zumindest für mich, die deutlich praktischere Variante. Fahrräder zum Ausleihen gab es wohl bei Decathlon für mehrere Monate und nicht allzu viel Geld. Außerdem haben einige Studierende von ihren Vermietern Fahrräder zur Verfügung gestellt bekommen. Ich hatte mein Fahrrad von Zuhause mit dabei.

Bei den Zügen nach Barcelona gab es die Wahl zwischen einem langsamen (3h) und günstigen (8-14€) oder einem schnellen (1h) und teureren (30-40€). Außerdem, wie oben genannt, ist BlaBlaCar in Spanien weit verbreitet und praktisch. 

Wir haben viele Ausflüge in die Berge gemacht, waren Wandern, Klettern, haben Klettersteige gemacht oder sind auch einfach so ans Meer nach Tarragona gefahren. In Lleida selbst gibt es Boulderhallen, Schwimmbäder, Sportvereine und eigentlich alles, was man in einer Stadt dieser Größe erwartet. Geprägt ist die Stadt zum einen von der Seu Vella, einer Kathedrale, die über der Stadt wacht, und dem Fluss, an dem man bis in den November/Dezember sehr schön verweilen und picknicken kann. Das direkte Umland von Lleida ist sehr stark landwirtschaftlich geprägt. Die Berge sind mit Zug okay zu erreichen, mit Auto teilweise deutlich einfacher. 

Die Lebenserhaltungskosten sind etwas geringer als in Deutschland. Dafür gibt es leider an der Uni kein subventioniertes Mittagessen, wodurch ich gar nicht so viel weniger Geld für Essen ausgegeben habe. Außerdem kommt hinzu, dass man natürlich deutlich mehr unternimmt als im gewöhnlichen Alltag.

Studienfach: Geoökologie

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Universitat de Lleida

Gastland: Spanien

Rückblick

Ich würde empfehlen an dem Katalanisch-Kurs teilzunehmen. Ich hatte mich damals dagegen entschieden, da ich noch eine Abgabe für Potsdam machen musste und parallel noch gearbeitet habe. Zum Kennenlernen der anderen Studierenden eignet es sich sehr gut! Außerdem freuen sich die Einheimischen wirklich sehr, wenn man ein paar Wörter auf Katalanisch kann. 

Außerdem ist Katalonien kulturell sehr interessant! Ich kann wirklich empfehlen in die Geschichte ein wenig einzutauchen und die kulturellen Ereignisse mitzunehmen.

Auch ein Fahrrad würde ich euch in dieser Stadt sehr ans Herz legen. Die Fußwege können schnell sehr lang werden und man ist einfach sehr unabhängig und flexibel. Zu Beginn wurde immer davor gewarnt, dass in Lleida viele Fahrräder gestohlen werden. Davon habe ich nichts mitbekommen. Wer sicher gehen möchte, kann zwei Schlösser verwenden. 

Alles in allem war es eine super Erfahrung! Ich würde es genau so wieder machen und kann es sehr empfehlen! 


Spanien

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