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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Die Vorbereitung begann sehr früh. Alles in Bezug auf die Gastuniversität war sehr leicht. Man entschied sich sehr früh in welchem Wohnheim man wohnen möchte und welche Kurse man belegen möchte. Auch die Kontaktaufnahme bei Fragen ging ohne Probleme und die Universität in Örebro antwortet sehr schnell. Teilweise in 5min. Danach musste man alle Unterlagen für Erasmus+ einreichen, was etwas mehr Zeit in Anspruch genommen hat. Vor allem, um sich Kurse anrechnen zu lassen, sollte man den Dozierenden so früh wie möglich Mails schicken, da sie teilweise sehr lang zum Antworten brauchen und man ohne eine Antwort keine Dokumente abgeben kann. Zudem ist es für Lehramt etwas komplizierter, da man, wenn man sich in allen Fächern was anrechnen lassen möchte, jedes Fach einzeln anschreiben muss.


Studienfach: Biologie und Geschichte auf Lehramt

Aufenthaltsdauer: 08/2025 – 01/2026

Gastuniversität: Universität Örebro

Gastland: Schweden

Studium an der Gastuniversität

Das Studium an der Universität in Örebro ist recht einfach gehalten. Man belegt normalerweise für einen Monat einen Kurs, wo man in der letzten Woche des Monats dann ein paper abgibt oder eine Klausur schreibt. Manchmal belegt man auch für zwei Monate einen Kurs, welcher aber weniger Anforderung hat bzw. für den man in den zwei Monaten weniger machen muss. Einen Monat die eine Hälfte und den zweiten Monat die andere Hälfte. Die Bewertung läuft meist so ab, dass man ein bis drei ECTS für ein Seminar oder ähnlichem bekommt, wo man etwas Kleines vorbereiten muss (ein Text oder ähnliches), damit man für die Prüfungsleistung zugelassen wird. Diese „Prüfungsnebenleistung“ ist unbenotet. Die restlichen ECTS und die Note erhält man dann durch die Prüfungsleistung am Ende. Die Bewertung mit Noten ist hier von A-F. Das Studienklima ist sehr angenehm. Man kann gefühlt überall entspannt sitzen und etwas für die Uni machen. Die Dozierenden sind sehr hilfsbereit und die Mehrheit der Studierenden in den Kursen sind international. Für Fragen jeglicher gab es mehr als genug Ansprechpartner. Man konnte alle Personen von Nexus fragen, welche sehr hilfsbereit sind. Ansonsten gab es für Housing, mental health, international/Erasmus oder für Universitätsangelegenheiten Kontaktpersonen. Allgemein sind die Menschen in Schweden sehr offen und hilfsbereit, so dass man bei Problemen immer jemanden hat, den man alles Mögliche fragen kann. 

Die technische Ausstattung ist ähnlich wie in Deutschland. Überall gibt es Beamer und Drucker. In der Bibliothek kann man außerdem Computer finden. Zudem hat die Bibliothek jeden Tag geöffnet.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Um schnell Kontakte zu sowohl internationalen Studierenden als auch zu einheimischen aufzubauen, kann ich sehr empfehlen, sich für das OP (Orientation Programm) anzumelden. Man wird von Anfang von schwedischen Studierenden oder internationalen Studierenden aus dem Semester davor begleitet und das Programm beinhaltet eine Menge an Aktivitäten um seine Gruppe mit anderen internationalen Studierenden besser kennenzulernen und unvergessliche Momente zu erleben. Selbst nach dem OP gibt es noch sehr viele andere Aktivitäten, wodurch es sehr leicht fällt Beziehungen zu vertiefen oder andere Gruppen kennenzulernen. Ansonsten gibt es auch Events mit Studierenden von anderen Section an der Uni, was auch eine gute Möglichkeit ist, um Kontakte zu einheimischen zu knüpfen. Ansonsten ist es, ohne das OP schwieriger Kontakte zu knüpfen, da eigentlich jeder internationale Student daran teilnimmt.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Natürlich hat sich meine Sprachkompetenz in Englisch etwas verbessert und man lernt auch, wenn man interessiert ist, ein paar schwedische Phrases, aber ich würde sagen, dass sich vor allem mein Selbstbewusstsein zum positiven entwickelt hat. Vorher hätte ich bspw. nie im Leben Reden auf Englisch gehalten. Im Erasmus hatte ich dann einen Rhetorik Kurs und ich hatte keine Zweifel oder Angst eine Rede in diesem Kurs zu halten. Selbst spontane argumentative Diskussion in diesem Kurs waren für mich kein Problem mehr.

Wohn- und Lebenssituation

Man hört häufig, dass Erasmusstudenten Probleme haben eine Unterkunft zu finden. Dieses Problem hat man glücklicherweise nicht in Örebro. Die Universität stellt extra für internationale Studenten Unterkünfte zur Verfügung und jeder bekommt garantiert einen Platz. Man kann dazu zwischen drei verschiedenen Unterkünften wählen. Zum einen das Oak, wo man mit mehreren Leuten (bis zu 6) zusammenwohnt und einen großen gemütlichen Aufenthaltsraum hat. Kann ich sehr empfehlen, wenn man in einer WG wohnen möchte. Dann gibt es das Brick Lane, was eine ältere Version des Oak ist und bis zu 8 Studierende in einer WG wohnen. Sehr empfehlenswert, wenn man gern Party macht. Außerdem haben sie eine sehr große Küche. Und dann kann man noch das Pine auswählen, wobei man hier auch ins Forsskaren eingeteilt werden kann. Beides sind gut ausgestattet sehr große Einzelapartments. Ich persönlich habe im Pine gewohnt und fand es sehr angenehm. Auch hier war immer was los und man konnte sehr leicht Freunde besuchen, weil sie häufig ein paar Türen weiter gewohnt haben und quasi deine Nachbarn waren. Die Miete ist im Pine höher und ein sehr hoher Teil des Erasmus+ Geldes geht für die Miete drauf. Oak oder Brick Lane ist etwas billiger. Ansonsten investiert man das restliche Geld für öffentliche Verkehrsmittel und Lebenshaltungskosten/Essen. Um Bus zu fahren, kauft man meistens ein Tagesticket in LT (die Bus App), was billiger ist als zwei Einzeltickets, weil man Studentenrabatt über Mecenat bekommt. Ansonsten kann ich sehr empfehlen, ein billiges Fahrrad zu Beginn zu kaufen. Die Wege sind meistens 10-15min mit Fahrrad. Ansonsten macht es auch Sinn einen E-Roller zu benutzen. Insgesamt ist Schweden etwas teurer als Deutschland. Man sollte sich daher etwas angespart haben. Auch die Freizeitangebote sind teurer. Zum Beispiel der Eintritt in Schwimmbädern. Um dies etwas auszugleichen, sollte man alle Angebote der Uni mitnehmen. Das angesprochene OP oder die Events danach, welche auch teilweise nichts kosten, oder Aktionen der Uni, wie gratis Tickets für ein Eishockeyspiel. Des Weiteren kann man viel in der Umgebung unternehmen. Es gibt Feuerstellen im Wald oder man kann sich Schlittschuh oder andere Sportmaterialien ausleihen, ohne etwas zu zahlen. 

Rückblick

Insgesamt lohnt es sich absolut nach Örebro zu gehen. Ich hätte mir keinen besseren Ort vorstellen können und kann mit Sicherheit sagen, dass ich hier die Zeit meines Lebens hatte. Ich hatte mir davor sehr viele Gedanken gemacht, ob ich das hinbekomme auch sprachlich, aber jetzt im Nachhinein kann ich sagen, dass es deutlicher leichter ist und alle Sorgen unberechtigt waren. Ein paar Tipps für zukünftige Studierende:

-kaufe ein Fahrrad

-gehe immer, wenn du kannst ins Karen. Es ist sehr billig und das Essen und der Club/das Pub ist sehr gut

-versuche nicht krank zu werden. Es ist sehr schwierig Arzttermine zu bekommen

-gehe nach Lappland über die Timetraveler Trips (du wirst mehr davon hören, wenn du dort bist)

- Nehme alles mit was du kannst. Es lohnt sich auf jeden Fall. Von zu jedem Event gehen (OP und auch danach), mit Freunden Trips machen, sich für Committees bewerben oder für Vorteile im Karen arbeiten. Es macht sehr viel Spaß und man lernt schnell viele coole Leute kennen.


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