Zum Hauptinhalt springen

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Von August 2025 bis Januar 2026 habe ich mein Auslandssemester an der Wageningen University & Research in den Niederlanden gemacht.

Den Wunsch, während meines Studiums ins Ausland zu gehen, hatte ich schon von Beginn des Studiums an, sodass ich mich schon entsprechend früh mit den verschiedenen Möglichkeiten auseinandergesetzt habe. Im fünften Fachsemester (B.Sc.) war es dann so weit. Die Vorbereitung war, alles in allem, wenig problematisch und sehr leicht, denn es gab viele Informationen, Veranstaltungen und Möglichkeiten, Fragen zu stellen. Allerdings fand ich es teilweise schwierig, die Liste der Gasthochschulen meines Studienfachs zu finden, und einige Infos, beispielsweise zu erbringenden Leistungen, widersprüchlich, sodass man mehrfach nachfragen musste und es letztendlich doch etwas gedauert hat, bis diesbezüglich alles klar war. 

Insgesamt war das International Office der UP aber immer gut zu erreichen. 

Die bereitgestellten Informationen von der Uni in Wageningen waren mehr als vielfältig und umfassend und nach Kontaktaufnahme bekam man sehr schnell eine Antwort. Alles Wichtige zur Bewerbung ließ sich auf der Internetseite nachlesen und nach der Nominierung der UP kam auch recht zeitnah eine E-Mail aus den Niederlanden mit allen wesentlichen Informationen. 


Studienfach: 

Aufenthaltsdauer: 08/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Wageningen University and Research

Gastland: Niederlande

Wohn- und Lebenssituation

Die Wohnungssituation gestaltet sich recht schwierig, schwieriger als in Potsdam, denn die Wohnungsnot ist groß und in Wageningen selbst gibt es nicht viele Optionen. Es ist nicht unüblich, in einer WG mit 15 anderen zu leben und dabei noch mindestens 500 Miete zu zahlen. Da geht dann meist auch schon die gesamte Erasmus-Förderung bei drauf, die Lebensunterhaltungskosten kommen noch dazu. 

Mein Zimmer habe ich letztendlich über kamernet.nl, etwa drei Monate vor Semesterbeginn, gefunden. Über die ebenfalls beworbene Internetseite room.nl ist es dagegen eher schwierig, eine Unterkunft zu erhalten, da die Plätze nach Wartezeit vergeben werden, welche (ohne Sonderbedingungen) mehrere Jahre beträgt. Obwohl internationale Studierende hier Vorrang haben sollten, hat das nicht so gut funktioniert.

Grundsätzlich sollte man in den Niederlanden ein Fahrrad besitzen, ich würde aber nicht unbedingt empfehlen, das eigene teure Fahrrad von zuhause mitzubringen, man kann auch problemlos eines vor Ort kaufen. Außerdem gibt es, von der Uni aus, auf dem Campus einen Bike Sale während der Einführungswoche. 

Weitere Reisen, beispielsweise nach Utrecht, Amsterdam oder Rotterdam, kann man problemlos mit dem Zug unternehmen. Leider gibt es kein „Semesterticket“ oder sonstige Vergünstigungen, aber im Gegensatz zur Deutschen Bahn sind die Fahrpreise nicht fix und nicht an Zeit und Nachfrage gebunden, sodass man auch problemlos ganz spontan fahren kann.

Was die Lebensunterhaltungskosten betrifft, sollte man hier deutlich mehr einplanen als in Deutschland. Es gibt zwar häufig Angebote wie „Zahl 2, nimm 3“, aber wirklich ausgleichen tut dies die Ausgaben nicht. Vor allem frische Produkte, wie Obst und Gemüse, aber auch Hygieneprodukte, sind deutlich teurer. Ich habe viele Dinge, insbesondere Nudeln, Reis, Tomatensoße oder Shampoo und Waschmittel, einfach aus Deutschland mitgebracht.

Außerdem dachte ich, mit einem deutschen Bankkonto in der EU keine großen Probleme erwarten zu müssen, leider hat sich diese Hoffnung aber nur bedingt bestätigt. Zwar lässt sich mit VISA vor Ort eigentlich überall bezahlen, im Internet sieht das dann aber schon schwieriger aus. Die Niederländer bevorzugen ihre eigenen Zahlungsmethoden, etwa „iDEAL“ (die niederländische Version von PayPal) oder Bol (die niederländische Version von Amazon). Da wird dann in der Regel ein niederländisches Bankkonto benötigt, sodass man manchmal etwas kreativ sein muss, was das Bezahlen angeht. Vor allem aber muss man vorher sehr genau recherchieren, welche Zahlungsoptionen es gibt. Allerdings habe ich auch nicht eingesehen, für das halbe Jahr ein neues Bankkonto zu erstellen. Letztendlich kommt man schließlich immer irgendwie durch. 

Was die Krankenversicherung angeht, gibt es viele Möglichkeiten, etwa über den DAAD oder bei diversen Versicherungen direkt für Auslandsstudierende und auch speziell für Erasmusstudierende. Wichtig ist, sich frühzeitig zu informieren. Auch fand ich es sehr praktisch, dass es auf dem Campus selbst einen Arzt gibt, sodass man sich diesbezüglich nicht groß Gedanken machen musste und direkt eine Anlaufstelle hatte. 

Studium

Bevor das Semester beginnt, gibt es eine freiwillige Kennlern- und Einführungswoche. Hier geht es erstmal weniger darum, die Uni kennenzulernen, sondern Wageningen selbst und natürlich, um Kontakte zu knüpfen. Um teilnehmen zu können, muss man leider ein wenig extra zahlen, aber ich würde sagen, das ist es definitiv wert. Außerdem ist dann zwischen der Ankunft und dem Studienbeginn noch etwas Zeit, sodass man entspannt die notwendigen Vorkurse belegen und letzte Dinge besorgen kann. Die Zeit lässt sich aber natürlich auch wunderbar nutzen, um mit Freunden rauszugehen und ein bisschen zu reisen. 

Während dieser Einführungswoche wird aber auch das Studiensystem vorgestellt und was es zu beachten gibt, wenn man in den Niederlanden und spezifisch an der WUR studiert.

Das Studieren selbst würde ich als umfangreicher und fordernder beschreiben als in Deutschland, aber das ist vermutlich auch von den gewählten Kursen und den eigenen Ansprüchen abhängig. Insgesamt gibt es deutlich mehr Vorlesungen und Übungen und es ist nicht unüblich mindestens die gleiche Zeit nochmal mit dem Lesen von Research Papers und/oder dem Erarbeiten von Projekten zu verbringen. Anders als an der UP basiert die Endnote dann nicht nur auf der Klausur am Ende des Semesters, sondern wird aus mindestens einer Klausur, einer Projektarbeit, Präsentation und diversen Nebenleistungen berechnet. Zu Beginn hat mich das alles sehr gestresst und zurück in die Schule versetzt, allerdings habe ich so auch deutlich mehr Zeit investiert und deutlich mehr mitgenommen. 

Grundsätzlich bin ich immer gerne in der Uni gewesen, zu Veranstaltungen, aber auch zum Lernen. Die Atmosphäre empfand ich eigentlich immer als sehr angenehm, vor allem, weil man sich nicht nur mit Kommilitonen, sondern auch mit den Dozierenden auf Augenhöhe unterhalten konnte. Unterstützungsangebote, etwa ein Äquivalent zur „Langen Nacht des Schreibens“ oder auch Sprachkurse, Workshops und Studienpsychologen.

Kontakte zu anderen Studierenden

Obwohl die niederländische Gesellschaft insgesamt recht offen gegenüber Nicht-Einheimischen ist und auch Englisch nie ein Problem dargestellt hat, kann es sehr schwierig sein, Kontakte mit niederländischen Studierenden zu knüpfen, da diese gerne unter sich bleiben. Hierfür ist es sehr hilfreich, ausreichend niederländische Sprachkenntnisse zu haben. Der Kontakt zu internationalen Studierenden ist dagegen deutlich einfacher, vor allem über das Erasmus Student Network (ESN) oder die International Student Organisation Wageningen (ISOW).

In den Niederlanden ist die Studierendenschaft in sogenannten „Associations“ organisiert, welche etwa mit Hochschulgruppen zu vergleichen sein, nur auf einem ganz anderen Level. Für mich waren ESN und ISOW am wichtigsten. Jede Woche gab es (natürlich freiwillige) Aktivitäten, aber auch viele Trips wurden organisiert, etwa nach Prag, Paris oder zum Oktoberfest nach München. 

Was meine niederländischen Sprachkenntnisse angeht, waren diese vorher eigentlich gar nicht vorhanden, obwohl ich im Februar angefangen habe, zu lernen. Aus deutscher Sicht ist Niederländisch aber recht gut zu verstehen, wenn es nicht darum geht, superkomplexe Konversationen zu führen. Leider hat das aber auch dafür gesorgt, dass es kaum noch einen Grund gab, Niederländisch zu lernen, sodass es den Lernerfolg nicht unbedingt begünstigt hat.

Ich habe vorher schon viel Zeit im Ausland verbracht und würde meine Englischkenntnisse daher als sehr gut beschreiben. Da ich aber eigentlich nahezu ausschließlich in Englisch kommuniziert habe und die Kurse selbstverständlich auch alle in Englisch gehalten werden, hat sich hier, denke ich, auch einiges getan, vor allem, was den Fachwortschatz angeht. 

Studienfach: 

Aufenthaltsdauer: 08/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Wageningen University and Research

Gastland: Niederlande

Rückblick

Alles in allem würde ich sowohl ein Auslandssemester nochmal machen als auch die WUR wieder wählen. Besonders angenehm fand ich die internationale Atmosphäre auf dem Campus und in der Stadt selbst. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch die nicht so schönen Aspekte, etwa das Drama um die Wohnungssuche und die hohen Lebensunterhaltungskosten, aber insgesamt überwiegen die Nachteile auf jeden Fall den Vorteilen, vor allem wenn ich meine persönliche und akademische Entwicklung betrachte. Ein Auslandsjahr würde ich also auf jeden Fall wieder machen, aber es ist ratsam, sich sehr früh um alles zu kümmern, an den Einführungsveranstaltungen teilzunehmen und natürlich immer offen für Neues zu sein. 


Niederlande

Niederlande

Zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

Studium im Ausland

Hier finden Sie alle Informationen zum Studium im Ausland

Finanzen

Finanzierung & Stipendien

Wie Sie Ihr Auslandsstudium finanzieren können und welche Stipendien Sie erhalten können, erfahren Sie hier