Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes
Die Informationen zum Erasmus+ Programm erhielt ich hauptsächlich über das International Office meiner Heimuniversität sowie über Informationsveranstaltungen und Online-Materialien. Der Bewerbungsprozess war insgesamt gut strukturiert, erforderte aber eine frühzeitige Planung, insbesondere in Bezug auf das Learning Agreement und die Kurswahl.
Die Kontaktaufnahme mit der Gasthochschule verlief überwiegend unkompliziert per E-Mail. Teilweise waren die Rückmeldungen jedoch zeitverzögert, weshalb Geduld und Eigeninitiative hilfreich waren.
Studium an der Gastuniversität
Das Studiensystem an der Universität Pisa unterscheidet sich deutlich von dem an der Universität Potsdam. Insgesamt wirkte das Studium stärker strukturiert, mit z.B. angefertigten Stundenpläne und teilweise „schulischer“. Die Lehrveranstaltungen bestanden überwiegend aus Vorlesungen, auch wenn die Teilnehmergröße recht klein war. Viele Kurse hatten mehrere wöchentliche Termine (meist zwei bis drei a 1 Stunde 30), was einen hohen Arbeitsaufwand bedeutete.
Die Leistungsbewertung erfolgte über eine mündliche Prüfung am Ende des Semesters. Die Anforderungen waren klar, aber teilweise sehr prüfungsorientiert.
Das Studienklima war insgesamt positiv. Die Dozierenden waren fachlich sehr kompetent, wenn auch nicht immer leicht erreichbar.
Die technische Ausstattung war insgesamt gut. Bibliotheken und Lernräume standen zur Verfügung, allerdings mit teilweise begrenzten Öffnungszeiten und Sitzmöglichkeiten.
Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden
Während meines Aufenthalts konnte ich viele einheimische Studierende kennenlernen, was ich als besonders bereichernd empfunden habe. Der Austausch mit lokalen Studierenden hat mir sehr geholfen, mich im Alltag zurechtzufinden und die italienische Kultur besser kennenzulernen. Auch mit anderen internationalen Studierenden kam ich in Kontakt, insbesondere über universitäre Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten.
Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt
Vor meinem Aufenthalt verfügte ich bereits über grundlegende bis gute Kenntnisse der italienischen Sprache. Durch den Alltag, das Studium und den Kontakt mit Einheimischen konnte ich meine Sprachkenntnisse deutlich verbessern, insbesondere im Hörverstehen und im mündlichen Ausdruck.
Wohn- und Lebenssituation
Die Wohnungssuche gestaltete sich als schwierig und stressig. Zu Beginn meines Aufenthalts hatte ich noch keine feste Unterkunft und musste vorübergehend zwischen Hostelaufenthalten und Übernachtungen auf Sofas wechseln. Eine dauerhafte Unterkunft zu finden war herausfordernd, weshalb ich empfehle, sich sehr frühzeitig um Wohnmöglichkeiten zu kümmern.
Öffentliche Verkehrsmittel sind in Pisa vorhanden, allerdings ist die Stadt relativ kompakt und vieles gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar.
Freizeitmöglichkeiten gibt es viele, darunter kulturelle Veranstaltungen, Ausflüge in andere Städte sowie zahlreiche Möglichkeiten, das studentische Leben zu genießen.
Studienfach: Französisch u. Geschichte auf Lehramt
Aufenthaltsdauer: 09/2025 – 02/2026
Gastuniversität: Università di Pisa
Gastland: Italien
Rückblick
Mein Erasmus-Aufenthalt in Pisa war insgesamt eine sehr positive und bereichernde Erfahrung. Besonders wertvoll waren die internationalen Begegnungen und die vielen Kontakte zu einheimischen Studierenden.
Tipps für zukünftige Erasmus-Studierende:
Frühzeitig um eine Unterkunft kümmern
Geduldig bei organisatorischen Abläufen sein
Offen auf andere Studierende zugehen
Das lokale Studiensystem kennenlernen und sich darauf einstellen
Sonstige Hinweise
Der Aufenthalt in Pisa hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Ich habe viele Einheimische kennengelernt und wertvolle persönliche Erfahrungen gesammelt. Die Wohnungssuche war zu Beginn zwar schwierig, aber rückblickend ein Teil der intensiven Anfangsphase des Auslandsaufenthalts.
Das Universitätssystem unterscheidet sich deutlich von dem, was ich gewohnt war: Es ist strukturierter und stärker vorlesungsorientiert, mit weniger seminarartigen Veranstaltungen. Trotzdem war es interessant, ein anderes akademisches System kennenzulernen und neue Perspektiven auf das Studium zu gewinnen.