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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Vorbereitung: Ich muss gestehen, dass ich mich nicht besonders intensiv auf meinen Aufenthalt in England vorbereitet habe. Ich hatte zwar einiges an Vorwissen über das Vereinigte Königreich, wusste aber nur wenig über das Studieren im Land. Die Bewerbung an der University of Southampton verlief jedoch problemlos. Auch die Kontaktaufnahme mit der Universität verlief ohne Probleme, und offene Fragen konnten schnell geklärt werden. Für die Bewerbung wird ein Sprachnachweis benötigt, der von der Universität Potsdam ausgestellt werden kann. Studierende, die zwei Semester an der Gasthochschule studieren möchten, müssen allerdings einen offiziellen Sprachtest absolvieren. Zusätzlich ist ein Visum erforderlich, was jedoch ebenfalls kein Problem darstellte, da deutsche Staatsbürger mit einer ETA bis zu sechs Monate im Vereinigten Königreich bleiben dürfen. 


Studienfach: Englisch

Aufenthaltsdauer: 09/25 – 01 /26

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien

Studium an der Gastuniversität

Studium an der Gastuniversität: Das Studium an der University of Southampton unterscheidet sich in mehreren Punkten vom Studium an der Universität Potsdam. So erstellt man seinen Stundenplan nicht selbst, sondern wählt Module aus, aus denen anschließend ein Stundenplan für einen zusammengestellt wird. Dies hat den Nachteil, dass teilweise mehrere Stunden zwischen einzelnen Veranstaltungen liegen. Zwar kann man versuchen, Seminare zu wechseln, jedoch ist dies nicht immer erfolgreich. Zudem dauern die Seminare in der Regel nur 45 Minuten. Der größte Unterschied besteht jedoch im Arbeitsaufwand während der Vorlesungszeit. Während in Potsdam Hausarbeiten häufig in den Semesterferien geschrieben werden, müssen diese in Southampton bereits während des Semesters angefertigt werden, was mitunter zu einem hohen Stresslevel führen kann. Die Universität unterstützt internationale Studierende jedoch aktiv. So war ich beispielsweise verpflichtet, einen Kurs zu besuchen, in dem vermittelt wurde, wie Essays verfasst werden. Dies gilt allerdings nicht für alle Fächer. Positiv hervorzuheben ist außerdem, dass die Hauptbibliothek rund um die Uhr geöffnet ist und der Kontakt zu den Dozenten sehr unkompliziert ist. Bei Problemen oder Fragen stehen diese jederzeit für Gespräche zur Verfügung.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden: Wer in einem Studentenwohnheim lebt, hat es leicht, neue Kontakte zu knüpfen. Ich habe mit sechs englischen Studierenden zusammengewohnt, die ebenfalls neu an der Universität waren. Dadurch fiel es sehr leicht, sich kennenzulernen. Ein kleiner Nachteil ist, dass viele Studierende noch sehr jung sind und zum ersten Mal von zu Hause wegziehen. Besonders im Wintersemester gibt es außerdem zahlreiche Möglichkeiten, neue Menschen kennenzulernen, da die erste Woche ausschließlich dem Ankommen, der Orientierung und dem Austausch dient. Dazu gibt es zahlreiche Veranstaltungen. Außerhalb des Wohnheims ist es jedoch schwieriger, Kontakt zu einheimischen Studierenden aufzubauen. Den meisten Kontakt hatte ich letztlich zu anderen Erasmusstudierenden.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Sprachkompetenz vor und nach dem Aufenthalt: Meine Sprachkompetenz hat sich durch den Aufenthalt definitiv verbessert. Vor allem im mündlichen Bereich bin ich deutlich selbstbewusster geworden und mir fällt es nun wesentlich leichter, Englisch im Alltag und im Studium anzuwenden. Für eine deutliche Verbesserung des Sprachniveaus ist aber wahrscheinlich ein längerer Aufenthalt notwendig.

Wohn- und Lebenssituation

Wohn- und Lebenssituation: Wie bereits erwähnt, habe ich in einem Studentenwohnheim gewohnt. Mein Wohnheim hieß Glen Eyre und lag nur etwa zehn Minuten vom Hauptcampus entfernt, sodass ich den Weg täglich zu Fuß zurücklegen konnte. Die Universität garantiert internationalen Studierenden einen Wohnheimplatz, sofern man sich rechtzeitig bewirbt. Der größte Nachteil der Wohnheime sind jedoch die hohen Mietkosten. Allerdings sind im Preis ein Busticket für Southampton sowie die Nutzung der Waschräume enthalten. Wer Kosten sparen möchte, kann auch private Unterkünfte in der Stadt finden, von denen es viele gibt. Die Lebenshaltungskosten in England sind insgesamt höher als in Deutschland, was man unbedingt einplanen sollte, insbesondere, da man an der Universität Potsdam keine Erasmus-Förderung für England erhält. 

Außerdem bietet die Universität zahlreiche Freizeitmöglichkeiten an. Man kann sich einer Society anschließen, das universitätseigene Fitnessstudio nutzen oder das universitätseigene Kino besuchen. Zusätzlich gibt es eine Studentenkneipe (Stag’s), in der es jeden Dienstag ab 19 Uhr zwei Pizzen zum Preis von einer gibt und jeden Donnerstag Karaoke-Abende stattfinden (für Mutige :D).

Rückblick

Mein wichtigster Tipp für nachfolgende Studierende ist, offen für Neues zu sein und sich nicht ausschließlich auf das Studium zu konzentrieren. Nutzt die Zeit, um das Land zu erkunden. Empfehlenswert sind zum Beispiel Tagesausflüge nach Winchester, London, Oxford oder nach Bournemouth an den Strand. Auch Stonehenge ist nicht weit entfernt, allerdings ist es sehr teuer, sodass man sich einen Besuch gut überlegen sollte. Generell sind Zugfahrten in England sehr kostspielig. Es lohnt sich daher, Tickets frühzeitig zu buchen oder auf Busse auszuweichen. Mit Fernbussen wie FlixBus oder National Express kommt man sehr gut und vergleichsweise günstig durch das gesamte Land. 

Wichtige Information: Ich möchte niemandem Angst machen, halte es jedoch für wichtig, diesen Punkt zu erwähnen. Während meiner Zeit in Southampton kam es zu drei Mordfällen in der Nähe der Universität. Eines der Opfer war ein Erstsemesterstudent der University of Southampton. Mir ist bewusst, dass es in jedem Land und jeder größeren Stadt gewisse Risiken gibt, und ich hoffe sehr, dass zukünftige Studierende solche Erfahrungen nicht machen müssen. Trotz dieser Ereignisse habe ich mich insgesamt sicher gefühlt und kann ein Studium an der University of Southampton weiterhin empfehlen.


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