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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Vor der Bewerbung an meiner Gasthochschule in Liverpool erhielt ich relevante Informationen zum einen durch das von der Uni Potsdam bereitgestellte Infomaterial als auch durch Gespräche mit Kommiliton:innen, die bereits an einem Austausch in Liverpool teilgenommen hatten. Die weitere Kontaktaufnahme nach der Bewerbung lief per Mail, wo ich Schritt für Schritt durch alle weiteren Bewerbungsschritte geführt wurde. Bei Fragen rund um den Bewerbungsprozess konnte ich sowohl die Erasmuskoordinatorin aus meiner Fakultät, Uta Meyer, als auch den Koordinator aus Liverpool, Lee Tsang, unproblematisch erreichen und so alle anstehenden Fragen klären. 


Studienfach: Musik und Politische Bildung für Lehramt (Sek. I+II)

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 01/2026

Gastuniversität: University of Liverpool

Gastland: Großbritannien

Studium an der Gastuniversität

Da es teilweise unklar war, welche Kurse ich mir für mein Studium an der UP überhaupt anrechnen lassen konnte, lief die Kurswahl teilweise etwas chaotisch ab. Dies hatte für mich allerdings den Vorteil, dass ich mich relativ frei in der Wahl fühlte und mich deshalb für Seminare einschrieb, die sonst in meinem regulären Studienverlaufsplan nicht vorgekommen wären. Auch wenn der Belegungsprozess etwas chaotisch und kompliziert schien, konnte ich bei offenen Fragen immer meinen Koordinator in Liverpool erreichen, der mir schnell Hilfe leistete. 

Die Anforderungen für die Kurse waren für mich sehr gut leistbar. Da die Teilnahme an den Kursen nur relativ wenig Zeit in der Woche einnahm hatte man genügend Zeit, die regelmäßig anfallenden Aufgaben zu erledigen. 

Die Leistungsbewertung erfolgte ausschließlich auf der Basis von Anonymität, da die Dozierenden nicht einsehen konnten, von wem eine Abgabe eingereicht wurde. Dies gab mir ein einerseits ein Gefühl von Sicherheit, andererseits hätte ich mir teilweise gewünscht, dass meine besondere Position als nicht-muttersprachlicher Austauschstudent bei den Abgaben etwas mehr Berücksichtigung gefunden hätte (bspw. bei der Abgabe von Essays). Die Bewertung an sich erfolgte fair auf Basis eines nachvollziehbaren Kriterienkatalogs. Das Feedback zu einzelnen Abgaben war umfangreich und half meiner individuellen Verbesserung stark.

Das Studienklima gestaltete sich als sehr offen und angenehm. Bei allen Fragen und Anliegen standen die Dozierenden stets als Ansprechpartner:innen bereit und auch meine Kommiliton:innen waren bei Fragen und Unklarheiten sehr hilfsbereit. 

Die Ausstattung der Universität und meiner Fakultät war unglaublich gut. Mir stand in den Öffnungszeiten eine umfangreiche Auswahl von Proberäumen, Equipment, Computern und Musikinstrumenten zur Verfügung, die ich problemlos online ausleihen konnte. Die meisten Bibliotheken hatten 24 Stunden geöffnet und boten eine angenehmen Lernatmosphäre. 

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Da ich in einem Wohnheim mit vor allem internationalen Studierenden wohnte, wurde dies natürlich stark in meinem sozialen Umfeld abgebildet. Kontakt mit einheimischen Studierenden hatte ich vor allem bei Seminaren und Vorlesungen. Da ich hier aber, beispielsweise im Rahmen von Bandprojekten, vermehrt mit Studierenden aus der UK zusammenarbeiten konnte, gestaltete sich der Kontakt intensiver als ich es erwartet hätte. Darüber hinaus hatte meine Fakultät eine relative kleine Zahl von Studierenden, wodurch man immer wieder bekannten Gesichtern über den Weg lief. 

Allgemein war es sehr leicht, Kontakt zu Studierenden (international oder lokal) aufzubauen, da uns viele Möglichkeit für den Austausch geboten wurden, beispielsweise durch viele verschiedene Aktivitäten der Guild oder des Wohnheims, sowie einer großen Anzahl von Societies und sportlichen Aktivitäten. 

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Bevor mein Austausch begann, war mein Sprachniveau im Englischen bereits auf einem hohen Level, zumindest was das Verständnis anging. Kleinere Probleme hatte ich noch bei der sprachlichen Anwendung. Ich denke in diesem Punkt hat sich meine Sprachkompetenz deutlich verbessert, da ich im Alltag ständig darauf angewiesen war Englisch zu sprechen. 

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe über die interne Wohnheimsvergabe der Uni Liverpool schnell und unproblematisch ein Zimmer gefunden. Dies lief über ein Losverfahren. Mein Zimmer war für meinen Aufenthalt völlig ausreichend ausgestattet. Ich war im Wohnheimskomplex „Tudor Close“ in einem kleinen Haus in zentraler Nähe zum Campus in einer WG mit 4 weiteren Studierenden untergebracht. Tudor Close war, trotz Nähe zum Campus und der Innenstadt sehr gemütlich und bot einen guten Rückzugsort. Dadurch, dass hier viele Austauschstudierende untergebracht waren konnte man schnell Menschen kennenlernen und das Wohnheim war definitiv meine soziale Basis während des Aufenthalts. Das einzige Manko, was ich anbringen würde ist der Preis, der mit 170 Pfund pro Woche extrem hoch (der nebenbei nur ausschließlich in Gänze gezahlt werden kann) angesetzt ist und sich definitiv nicht in der Ausstattung des Hauses widerspiegelt. Für einen Austausch kann ich das Wohnheim trotz des hohen Preises sehr empfehlen.

In der Stadt ist man nicht unbedingt auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, fast alle Wege können gut zu Fuß bewältigt werden. Es gibt allerdings ein weitreichendes Busnetz, was mit 2 Pfund pro Fahrt auch bezahlbar ist. Für weitere Strecken ins Umland gibt es die Merseyrail Metro.

Liverpool hat eine Menge an Freizeitangeboten zu bieten. Ich kann vor allem empfehlen in der Stadt nach einem Pub mit guter Livemusik zu suchen, wovon es wirklich viele gibt. Sonst gibt es Theater, Kinos, Museen (mit kostenlosem Eintritt) und vieles mehr. Ich würde unbedingt empfehlen einige Wandertrips nach Wales oder Richtung Manchester in den Peak District zu machen, die Natur hat wirklich einiges zu bieten!

Rückblick

Ich kann im Rückblick empfehlen, sich nicht zu viel Stress damit zu machen, was man alles verpassen könnte, gerade weil das Überangebot an Aktivitäten sich teilweise überfordernd anfühlen kann. Ich kann deshalb nur empfehlen auf das eigene Bauchgefühl zu hören und sich auf die Sachen zu fokussieren, die man gerade interessant findet. Ich hatte eine tolle Zeit in Liverpool und kann die Stadt wirklich jedem für einen Austausch empfehlen!


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