Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ich studiere im Hauptfach Soziologie und im Ergänzungsfach Philosophie an der Uni Potsdam im siebten Semester. Da die soziologische Fakultät keine Partneruniversitäten im anglofonen Raum hat, habe ich gleich zu Beginn angefangenm über die philosophische Fakultät nach Partnerunis zu suchen. Da diese eine Partneruni in UK und Irland hat, habe ich beide unter meinen drei Wunschmöglichkeiten angegeben. Da so die Auswahl der Gastuniversitäten enorm wächst, kann ich nur empfehlen, bei Doppelstudiengängen über beide Fakultäten zu suchen. Ich habe auch sehr früh im International Office der Uni Potsdam angerufen, um Fragen zum Bewerbungs- und Vergabeverfahren sowie zu den jeweiligen Anforderungen meiner Wunschunis zu stellen. Das hat mir im gesamten Prozess sehr geholfen, da so keine großen Überraschungen aufkamen. Zudem habe ich so gleich wichtige Links zu Fristen, Anforderungen etc. der Gastuni erhalten. Da ich nur für einen Term an die Universität Kent gegangen bin, habe ich gleich das Angebot einer Campus-Unterkunft angenommen. Was für mich für 3 Monate total ok war, jedoch würde ich allen die länger bleiben raten, sich was in der Stadt zu suchen, da es etwa 30-50 % günstiger ist. Zudem ist es generell auch nicht schwer, eine Unterkunft zu finden.


Studienfach: Soziologie und Philosophie

Aufenthaltsdauer: 09/2022 - 12/2022

Gastuniversität: University of Kent

Gastland: Großbritannien

Man bekommt schon viele Wochen vor Ankunft Mails zu Angeboten wie Wellbeing, Buddy-Systemen und zu diversen Angeboten für neue Studierende und Internationals. Daher hatte ich bei der Anreise damit gerechnet, dass es eine gewisse Infrastruktur für Neunkömmlinge vor Ort zur Orientierung geben wird. Leider war dem nicht so, so bin ich am Bahnhof in Canterbury angekommen und musste mich erst mal durchfragen, wo es zur Uni geht und wo der richtige Bus fährt etc. In der Arrival Week fanden bedauerlicherweise noch keine Society-Veranstaltungen oder Unikurse statt, somit gab es hauptsächlich Partys und es wurde sehr viel getrunken. Die Zeit kann aber gut zur Orientierung und zur Erkundung der Gegend genutzt werden. Aber es gab neben zahlreichen Trinkveranstaltungen auch diverse Kennenlern- und International-Treffen, Poster Sales und ähnliches. In der Woche haben sich auch die Societies vorgestellt. Dort gibt es von allen erdenklichen Sportarten über politische Gruppen bis Fanclubs alles. Ich kann sie nur empfehlen, da man so schnell Leute kennenlernt und sich mal in neuen Sachen ausprobieren kann.

Studium an der Gastuniversität

Die Dozierenden, mit denen ich zu tun hatte, waren außerordentlich hilfsbereit und wirklich sehr toll. Mir hat wirklich sehr gut gefallen, dass Dozierende in ernsten Austausch auf Augenhöhe gehen und auch bereit sind, engagierte Personen im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu fördern. Die Seminare sind kleiner als meine meisten in Potsdam, somit ist mehr Beteiligung der Einzelnen angedacht, was ich gut fand, was aber, wie in einem meiner Seminare, auch fordernd sein kann, wenn ein Großteil kein Interesse an einer Beteiligung hat. So konnte ich mich jedoch verstärkt mit der Dozentin austauschen und habe so davon profitiert. Auch sonst war das Unipersonal freundlich und hilfsbereit. Auch beim Erbringen von Leistungen wurden schnell Lösungen gefunden, da in meinem Fall die regulären Prüfungen erst im nächsten Semester stattfanden. Bezüglich Engländer*innen kennenlernen ist es glaube ich ähnlich wie bei uns, niemand wartet darauf, endlich Erasmus-Studenten kennenzulernen, aber wenn man kontaktfreudig ist und sich in den Societys engagiert, kommt man schnell in Kontakt mit netten Menschen. Die Bibliothek hat 24 Stunden geöffnet und ist so für alle Lerntypen geeignet und mit allem ausgestattet, was Studis brachen, von Cafeteria, Gruppenräumen bis Ruhebereichen ist alles gegeben und ein kleines Highlight ist die Aussicht aus dem dritten Stock, da der Campus auf einem Hügel liegt.

Wohn- und Lebenssituation

Wie schon oben kurz erwähnt würde ich bei längerem Aufenthalt empfehlen, was Off-Campus zu suchen. Das Angebot für eine Unterkunft on Campus habe ich direkt von der Uni per Mail bekommen, also musste ich mich nicht groß darum kümmern, zudem konnten Wünsche angegeben werden, was ich auch genutzt habe, da ich gerne mit ruhigeren, älteren Personen wohnen wollte, was wie ich glaube auch berücksichtigt wurde. Ich hatte eine Unterbringung in Park Wood, was ich von allen Unterkünften on Campus am meisten empfehlen kann, da ihr so in kleinen Häuschen mit 4-5 Mitbewohner*inne im Grünen wohnt. Somit kommt ein bisschen WG-Flair auf und zudem sind es die günstigsten Unterbringungen on Campus. Was ich bei der Unterkunft nicht so toll fand, war, dass, wenn etwas repariert werden sollte oder ähnliches, sich das Personal einfach Zutritt zum Haus sowie nach kurzem klopfen zu den Zimmern verschafften und auch keine Nachrichten hinterlassen, wenn sie da waren. Somit kommt es vor, dass du aus der Dusche kommst und einfach eine Person in Gemeinschaftsräumlichkeiten oder privaten Räumen steht und teils auch erst mal nicht viel auf Ansprachen reagieren. Zudem machen sie einmal pro Term sogenannte Sicherheitschecks, bei denen unieigenes Sicherheitspersonal unangekündigte Begehungen der Unterbringungen macht. Was bedeutet, dass sie sich Zutritt zu allen Räumen verschaffen und nachsehen, ob dort Verbotenes herumliegt. Leider wird auch nach Begehung nicht darüber informiert, dass sie deinen privaten Raum betreten haben. Das habe ich und viele andere als einen starken Eingriff in die Privatsphäre empfunden. Lieder gab es nach einer Beschwerde nur die Rückmeldung, dass das mit Unterschrift des Vertrags hierzu zugestimmt wurde. Am Campus gibt es theoretisch alles, was man braucht, von zwei Supermärkten bis zu diversen Cafés, zwei Bars und sogar einen Club. Jedoch lohnt es sich zu größeren Einkäufen in die Stadt zu fahren, da am Campus, bis auf Kantinenessen, vieles etwas teurer ist. Wer regelmäßig kocht und nicht viel trinkt, kann günstig leben. Jedoch ist es auch einfach, schnell viel Geld auszugeben, z.B. die günstigste Unterkunft in Park Wood kostete etwa 700 € (Stand Herbst 2022), ein Café etwa 3 und Essen zwischen 7,5- 14 Euro ohne Getränk (on Campus). Zur Umgebung: Das Umland ist sehr Idyllisch und es können viele keine Städte am Meer problemlos mit Bus und Zug erreicht werden. Die nächste kleine Stadt mit Strand ist Whitstable, es dauert dorthin mit dem Bus vom Campus nur etwa 15 min. Wer plant, öfter in London Zeit zu verbringen, sollte sich eine Bahncard kaufen, da es sonst recht teuer werden kann. Da es sich bei den Zugunternehmen um private handelt, variieren die Preise teils stark (13- 65 Pfund pro Fahrt ohne Bahncard). London ist etwa eine Stunden entfernt und wer Großstädte mag, wird es lieben. Alle, die neu an der Uni sind, bekommen eine Gratis-Mitgliedschaft für das Sportcenter, das heißt man kann dort verschiedene Kurse besuchen, das Fitnessstudio nutzen, aber auch vergünstigt Physiotherapie und ähnliches in Anspruch nehmen. Da ich in der Zeit Rückenschmerzen hatte, habe ich das auch genutzt und meine Krankenkasse hat es sogar problemlos übernommen (BKK VBU). Ich habe sogar extra, wie in einer Outgoing-Infoveranstaltung geraten, eine Zusatzversicherung abgeschlossen, welche leider nutzlos war, da diese nur bei kürzeren Urlaubsaufenthalten gegriffen hätte. Daher kann ich hierbei nur empfehlen, sich da im Vorfeld genau zu informieren, ob die zusätzliche Versicherung auch in deinem exakten Fall greift.

Studienfach: Soziologie und Philosophie

Aufenthaltsdauer: 09/2022 - 12/2022

Gastuniversität: University of Kent

Gastland: Großbritannien


Rückblick

Alles in allem war es eine tolle Erfahrung und ich kann es nur wärmstens empfehlen! Ich werde in meinem anstehenden Master bestimmt wieder einen Austausch anstreben.

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