Zum Hauptinhalt springen

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ich habe im Rahmen meines Bachelorstudiums im Fach Politik, Verwaltung und Organisation ein Auslandsaufenthalt mit der Dauer von einem Semester an der University of Birmingham absolviert. Das Wintersemester, bzw. “autumn term” begann im späten September und endete kurz vor Weihnachten. Demnach verbrachte ich drei Monate an der Gastuniversität. Die Zusage für einen Platz an der Gastuniversität erhielt ich bereits wenige Wochen nach Ende der Bewerbungsfrist. Von nun an standen monatliche online Vorträge vom Exchange Team in Birmingham an, die uns bei der Planung des Aufenthaltes unterstützen sollten. Des Weiteren stellte die Partneruniversität zweimal wöchentlich online Sprechstunden für individuelle Anliegen bereit. Diese nutzte ich gelegentlich, sofern es Unklarheiten gab. In diesen Sprechstunden wurden meine Fragen stets respektvoll beantwortet. 

Zusätzlich unterstütze das International Office der Universität Potsdam die Vernetzung der Studierenden untereinander. Dieser Austausch erleichterte mir den Vorbereitungsprozess enorm. 

Auch die Module, die ich an der Gastuniversität belegen möchte, mussten schon vorher ausgewählt werden. Im Vergleich zum Studium in Deutschland, belegt man an der University of Birmingham für gewöhnlich drei, anstelle von fünf Modulen. In meinem Fall beinhaltete ein Modul eine Vorlesung und ein Seminar. Für das Bestehen gibt es dann 20 ECTS, was gleich den 6 ECTS an deutschen Unis entspricht. 

Da für den Aufenthalt kein Erasmus Stipendium zur Verfügung steht, habe ich mich nebenbei um ein Promos-Stipendium beworben. Ein zusätzliches Motivationsschreiben war dafür nicht nötig, jedoch ein Empfehlungsschreiben einer Lehrperson, bei dem es ratsam ist, dieses zeitnah anzufragen. 


Studienfach: Bachelor Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 12/2025

Gastuniversität: University of Birmingham

Gastland: Großbritannien

Studium an der Gastuniversität

Angekommen in Birmingham begann der Aufenthalt mit der sogenannten “Welcome Week”, bevor es mit den Vorlesungen in der zweiten Woche weiter ging. Ich habe Module aus dem Fach Politics and International Relations belegt, da sich diese Module am besten mit denen aus meiner Studienordnung an der Heimuniversität vereinbaren ließen. Dafür war es nötig, eine Priorisierung der Module vorzunehmen. Da ich meine drei Wunschmodule erhalten habe, hat reibungslos zum Semesterstart funktioniert und eine Nachplanung war nicht nötig. Besonders die Kurswahl macht ein Auslandssemester meiner Ansicht nach besonders interessant, da an der Gastuniversität für gewöhnlich Kurse angeboten werden, die es in dem Format an der Heimuniversität nicht gibt. Dadurch kann man sein Fachwissen auf Gebiete erweitern, die man vorher noch nicht in Betracht gezogen hatte. 

Nach meiner Erfahrung nach sind die Unterschiede im Lehrstil nicht besonders groß. Die größe der Seminare unterschied sich auch nicht von dem, was ich in Deutschland gewohnt war. Jedoch hatte ich den Eindruck, dass die Mitarbeit der einzelnen Studierenden stärker gefordert wurde und auch Vorlesungen etwas interaktiver waren als gewohnt. Die Lehrpersonen waren auch gute Ansprechpartner und bei Anliegen immer schnell zu erreichen. Anders als in Deutschland gab es an der University of Birmingham eine Präsenzplicht mit einer bestimmten Anzahl an Fehlstunden, die man sich erlauben durfte. 

Meine Prüfungsleistung musste ich in Form von Vorträgen und Essays ablegen. Die Themen für Vorträge und Arbeiten wurden, anders als gewohnt, durch die Lehrperson vorgegeben. Es gab nur eine Lehrveranstaltung, die ich besuchte, bei der ich das Thema meiner Arbeit selbst erarbeiten musste. Aber auch dafür standen Lehrpersonen für Unterstützung und Feedback regelmäßig zur Verfügung. 

Kontakte zu Einheimischen und Internationalen Studierenden

Zu Beginn meines Auslandsaufenthaltes beschränkte sich der Kontakt auf Internationale Studierende, aber besonders auf Deutsche. Dies hat zum einen damit zu tun, dass wir drei Deutsche in einer WG von sechs Leuten waren, die jeweils andere Leute aus ihrer Uni kannten. Sofern ich informiert bin, werden Studierende, die nur ein Semester an der University of Birmingham verbringen zusammen untergebracht, während jene Studierende, die ein ganzes Jahr bleiben, zusammen mit den “Freshers” wohnen. Durch die Lehrveranstaltung und die Socities hatte ich im Laufe des Semesters zunehmend mehr mit Einheimischen, als mit Internationalen Studierenden zu tun. Ich war Mitglied in drei Socities, darunter ein Sportverein. Dabei habe ich den Polo-Sport für mich entdeckt. Auch hier waren die Internationalen Studierenden im Vergleich zu den Einheimischen deutlich in der Minderheit. 

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Zu Beginn meines Aufenthaltes hatte ich anfängliche Schwierigkeiten, meine Scham vor dem englisch Sprechen, insbesondere vor den Einheimischen, zu überwinden. Davon versuchte ich mich aber nicht einschüchtern zu lassen und habe dennoch aktiv soziale Kontakte gesucht. Da ich mich also mit der Zeit an das Englischsprechen gewöhnte und auch gelegentlich positives Feedback erhielt, viel es mir immer leichter und fand Spaß daran, dass Englisch nun die Sprache war, die ich vorranging im Alltag verwendete. Die größte Herausforderung sah ich jedoch im akademischen Schreiben auf Englisch. Ich habe zum ersten Mal meine Hausarbeiten auf englisch verfassen müssen und habe festgestellt, dass mir der akademische Schreibstil auf englisch weitgehend unbekannt war. Jedoch stellte die Gastuniversität wöchentliche Angebote bereit, dies zu erlernen. 

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe in den Mason Halls, einem Teil des Studentenwohnheims der University of Birmingham, gewohnt, der ca. fünfzehn Minuten zu Fuß vom Campus entfernt war. Zusammen mit fünf anderen Internationalen Studierenden, davon zwei aus Deutschland, ein Australier, eine Thailänderin und eine Italienerin, habe ich mir eine Wohnung geteilt. Ich hatte ein eigens Zimmer und auch ein eigens Bad. Über die Entscheidung ins Studentenwohnheim zu ziehen, anstelle einer WG in der Innenstadt, bin ich auch sehr froh, da ich einen sehr guten Draht zu meinen Mitbewohnern hatte. Wir haben regelmäßig gemeinsame Abende verbracht. Dabei gemeinsam gekocht, Brett- oder Kartenspiele gespielt oder uns einfach nur ausgiebig unterhalten haben. 

Es ist wichtig sich darüber bewusst zu sein, dass die gesamten Kosten für die Miete für den vollen Zeitraum im Voraus zu zahlen ist. Darüber wurden die Studierenden erst spät in Kenntnis gesetzt. 

Des Weiteren habe ich das Angebot “Student Living Plus” in Anspruch genommen. Dabei wird mein Studentenausweis wöchentlich mit einem festgelegten Betrag aufgeladen, der an verschiedenen Lebensmittelgeschäften auf und um den Campus ausgegeben werden kann. Bei der Nutzung dieses Angebots gab es zusätzlich einen Rabatt von 10% bei jedem Einkauf.

Rückblick

Rückblickend war mein Auslandssemester an der University of Birmingham eine lohnende und prägende Erfahrung. Trotzdem ich zunächst mit etwas Unbehagen anreiste, weil ich nicht nur zum ersten Mal im Ausland lebte, sondern auch zum ersten Mal außerhalb meines Elternhauses wohnte. Meine Sorge bezog sich zum Großteil darauf, den sozialen Anschluss an meine Kommilitonen und Mitbewohner nicht finden oder halten zu können. Diese Sorge erwies sich jedoch schnell als unberechtigt, da sich viele in der gleichen Situation befanden und auch zum ersten Mal wo anders als zu Hause lebten. Durch diese Gemeinsamkeit entstand schnell ein Miteinander, besonders zu jenen, mit denen ich zusammenwohnte. Zu Beginn des Aufenthaltes sind wir viel zusammen durchs Land gereist, bis die Fristen für die Abgaben enger wurden. Den Kontakt zu einigen Leuten konnte ich bisher aufrechterhalten. Das betrifft sowohl Internationale als auch einheimische Studierende.


Großbritannien und Nordirland (UK)

Großbritannien

Zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

Studium im Ausland

Hier finden Sie alle Informationen zum Studium im Ausland.

Finanzen

Finanzierung & Stipendien

Wie Sie Ihr Auslandsstudium finanzieren können und welche Stipendien Sie erhalten können, finden Sie hier.