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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Die Entscheidung für ein Auslandssemester an der Panteion Universität in Athen fiel aufgrund meines Interesses an der südeuropäischen Gesellschaftsstruktur und der renommierten sozialwissenschaftlichen Ausrichtung der Gastuniversität. Die Vorbereitung über das Erasmus+ Programm der Universität Potsdam verlief insgesamt reibungslos. Nach der internen Nominierung erfolgte die Kontaktaufnahme mit dem International Office in Athen primär via E-Mail. Die Einreichung der Bewerbungsunterlagen, wie das Learning Agreement wurde über direkten E- Mail Kontakt mit der Erasmus+- Beauftragten der Panteion, welche immer für Fragen zur Verfügung stand. Hilfreiche Informationen finden sich vorab unter erasmus.panteion.gr. Insgesamt lief der gesamte Austausch mit der Gastuniversität ziemlich gut, auf Antworten von Professor*innen musste man teilweise etwas länger warten, jedoch unterstützte einen auch hier das Erasmus Team.


Studienfach: Soziologie

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 02/2026

Gastuniversität: Panteion University of Social and Political Science

Gastland: Griechenland

Studium an der Gastuniversität

Das Studium an der Panteion Universität unterscheidet sich strukturell stark vom deutschen System an der Universität Potsdam. Als Soziologiestudentin konzentrierte ich mich auf Kurse im Bereich der Kriminologie, insbesondere auf die „Vergleichende Kriminologie“, da solche nicht direkt an meiner Heimuniversität angeboten werden, mich jedoch sehr interessieren. Eine zentrale Besonderheit für Erasmus-Studierende ist hierbei, dass ein Großteil der Fachkurse primär auf Griechisch abgehalten wird. Dies führte dazu, dass ich in den regulären Vorlesungen kaum physische Präsenz zeigen konnte. Stattdessen vereinbarte ich mit den Dozent*innen individuelle Ersatzleistungen in Form von englischsprachigen Hausarbeiten. Diese Form der Leistungsbewertung erfordert ein gewisses Maß an Selbstorganisation und Eigeninitiative, bot mir jedoch gleichzeitig die Freiheit, mich sehr tiefgehend und wissenschaftlich mit spezifischen soziologischen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Die Betreuung durch die Dozenten war dabei fast durchweg positiv, sie zeigten sich sehr verständnisvoll gegenüber der Sprachbarriere und waren für Rücksprachen meist immer gut erreichbar. Das Studienklima an der Panteion ist insgesamt sehr politisch, lebendig und diskursfreudig, was den Campus zu einem spannenden Ort für Sozialwissenschaftler macht, gerade die Demonstrationen am Unigelände direkt, haben mich beeindruckt. Die technische Ausstattung und die Bibliotheken sind funktional, wobei die Öffnungszeiten und Bestände manchmal etwas unübersichtlich organisiert sind, weshalb ein eigener Laptop für die Recherche unerlässlich bleibt.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden                 

Trotz der geringen Präsenzzeit innerhalb der Universität war der soziale Anschluss in Athen ziemlich leicht. Die Stadt verfügt über eine riesige und sehr aktive internationale Studierendengemeinschaft. Über Organisationen wie das Erasmus Student Network (ESN) wurden zahlreiche Events initiiert, die den Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden fördern sollten, allerdings habe ich eher weniger darüber Kontakte geknüpft und über andere Wege Bekanntschaften gemacht. Insgesamt man wird schnell in Gespräche integriert, sei es in den zahlreichen Cafés rund um den Campus oder bei politischen Veranstaltungen in den Stadtteilen. Meine Sprachkompetenz hat sich während des Aufenthalts vor allem im Englischen signifikant verbessert, da dies die Arbeitssprache für meine Hausarbeiten war. Zwar habe ich im Alltag einige Brocken Griechisch aufgeschnappt, für den akademischen Diskurs reichte dies jedoch verständlicherweise nicht aus, dafür konnte ich mich im Supermarkt verständigen.

Wohn- und Lebenssituation

Meine Wohn- und Lebenssituation gestaltete sich besonders angenehm, da ich bereits vor der Abreise gemeinsam mit zwei Kommilitoninnen meiner Heimatuniversität Potsdam eine 3er-WG gründen konnte. Wir fanden unsere Unterkunft selbstständig und waren mehr als zufrieden mit unserer schönen Wohnung im Stadtteil Exarcheia. Beim Vergleich zwischen Berlin/Potsdam und Athen fiel mir auf, dass Athen entgegen der allgemeinen Erwartung nicht unbedingt „günstig“ ist. Die Lebenshaltungskosten, insbesondere die Preise in Supermärkten und die Mieten in beliebten Vierteln wie Koukaki oder Exarcheia, sind in den letzten Jahren stark gestiegen und bewegen sich teilweise auf Berliner Niveau. Während das Auswärtsessen und der Kaffee in der Sonne deutlich günstiger sind als in Deutschland, sollte man die Kosten für den täglichen Bedarf nicht unterschätzen. Die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ist hingegen sehr unkompliziert. Das Metrosystem ist hervorragend ausgebaut und für Studierende mit der vergünstigten „Ath.ena Card“ sehr preiswert und hat man sie einmal aktiviert lässt sie sich problemlos weiter aufladen. Bankgeschäfte und Krankenversicherung ließen sich dank des Euro-Raums und der EHIC-Karte völlig problemlos über meine deutschen Konten und Versicherungen abwickeln.

Auffällig empfand ich die doch eher wenig vorhandenen Grünflächen in Athe, wir hatten Glück und wohnten gerade mal 5 Minuten von einem Park entfernt, andere Freunde mussten allerdings deutlich länger laufen um mal ein wenig abschalten zu können.

Rückblick

Rückblickend war die Zeit in Athen eine der prägendsten Erfahrungen meines Studiums. Der Kontrast zwischen meinem Leben in Berlin und der lebendigen, manchmal ebenfalls chaotischen Metropole Athens war eine enorme Bereicherung. Mein wichtigster Tipp für nachfolgende Studierende ist es, aktiv auf die Dozenten zuzugehen und sich nicht von der griechischen Sprache abschrecken zu lassen – die akademischen Freiheiten, die man durch die Hausarbeiten gewinnt, sind eine große Chance. Athen ist eine Stadt, die man am besten zu Fuß und mit anderen Studierenden entdeckt. Auch wenn es finanziell nicht so günstig war wie erhofft, war jeder Cent in diese Erfahrung und die neu gewonnenen Freundschaften bestens investiert.


Griechenland

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