Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Georgien als Ziel meines Auslandssemesters hat mich besonders angesprochen, da ich das Land bereits 2018 für vier Wochen besuchte und die Natur, die Menschen und die Kultur mich sehr begeistert haben. Dementsprechend hatte ich einiges an Vorwissen, z.B., dass man als europäischer Bürger für ein Jahr ohne vorher zu beantragendes Visum in dem Land bleiben darf. Mit doppelter COVID-Impfung war die Einreise zudem unkompliziert und problemlos. Die Studierenden an der TSU haben sich bereits zuvor über Facebook- und WhatsApp-Gruppen organisiert, sodass man sich bei dringenden Fragen auch immer an die Mitstudierenden wenden konnte. Zudem war es kein Problem, mit der Verwaltung der TSU vorab Kontakt aufzunehmen, um administrative Fragen zu klären. In Georgien kann man auch ohne umfassende Georgisch-Kenntnisse in weiten Teilen auf Englisch und einem gewissen Grad an Pragmatismus gut kommunizieren. Dementsprechend war die Vorbereitung recht problemlos und nicht sehr kompliziert.


Studienfach: Politikwissenschaft (M.A.)

Aufenthaltsdauer: 09/2021 - 02/2022

Gastuniversität: Tbilisi State University

Gastland: Georgien

Studienaufenthalt in Georgien

Basierend auf meinen Vorerfahrungen in Georgien wusste ich, dass sich über Facebook-Gruppen verhältnismäßig leicht (verglichen zu Berlin und Potsdam) erschwingliche und zentral gelegene Wohnungen finden lassen. So konnte ich ein Zimmer in einem Haus mieten, das im Zentrum der Stadt lag und das ich mit zwei Mitbewohnern geteilt habe. Grundsätzlich ist die Kommunikation mit der Partneruniversität formlos und es lassen sich alle Fragen, wie z.B. Absprachen hinsichtlich des Learning Agreements, einfach klären. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Kommunikation in den meisten Fällen etwas Zeit einnimmt. Bei der Kurswahl sollte man sich bewusst sein, dass die vorab zugesandte Auswahl in der Regel nicht den tatsächlich angebotenen Seminaren entspricht. Zwar haben Seminare in der Regel auch stattgefunden, wenn die Teilnehmerzahl an Studierenden sehr gering war, die Auswahl vor Ort, zumindest im politikwissenschaftlichen Bereich, war jedoch deutlich eingeschränkter als vorab ersichtlich.  Aufgrund der COVID-Situation war das Studium vollumfänglich online, was insgesamt zu einigen Problemen geführt hat. Zum einen haben internationale Studierende nur eingeschränkt Zugang zu den Systemen der TSU, weshalb der Großteil der Kommunikation per E-Mail stattfand. Dies hat dazu geführt, dass die Kommunikation von Informationen häufig über Mitstudierende erfolgt ist. Zudem ist die tatsächliche Durchführung der Vorlesungen oft mit einer gewissen Unsicherheit verbunden gewesen, da diese oft verschoben oder ausgesetzt wurden. Insgesamt waren die Lehrinhalte äußerst spannend und als Student der Politikwissenschaft konnte man viel über die Besonderheiten der Kaukasus-Region lernen, dies erfolgte jedoch mehr über die zur Verfügung gestellten Materialien als über die Vorlesungen an sich. Da an der TSU sowohl Midterms als auch Finals durchgeführt werden, ist der Arbeitsaufwand konstant, jedoch insgesamt vom Schwierigkeitsgrad nicht überfordernd. Mit fünf Seminaren während meines Auslandssemesters hatte ich trotzdem noch Zeit ausführlich das Land zu bereisen und viele Freizeitaktivitäten zu unternehmen. Man sollte jedoch beachten, dass sowohl der Leistungsumfang als auch der Schwierigkeitsgrad sehr stark zwischen den Seminaren variiert. Zu den Prüfungsleistungen zählen vor allem Präsentationen, Klausuren und Hausarbeiten. Trotz der COVID-Situation hat es keinerlei Probleme dargestellt, sich mit anderen Studierenden zu vernetzen und Freundschaften zu knüpfen. Dies hat auch dabei geholfen, immer auf dem aktuellen Stand hinsichtlich der Lehrinhalte und Prüfungsvorbereitung zu sein. Die Studierendenschaft hat sich durch eine große internationale Diversität ausgezeichnet, primär jedoch aus dem EU-Raum. Zudem gibt es vor Ort ein Erasmus-Netzwerk, das ebenfalls Veranstaltungen und Möglichkeiten der Vernetzung anbietet und was das Leben vor Ort weiter vereinfacht. Aufgrund des Umstandes, dass die Vorlesungen digital waren, viele georgische Studierende tagsüber arbeiten (weshalb die meisten Vorlesungen abends stattfinden) und bei ihren Eltern wohnen, ist es jedoch schwierig, Freundschaften mit lokalen Studierenden zu knüpfen. Insgesamt war das Leben in Tiflis, eine vielfältige und lebendige Stadt, eine einzigartige Erfahrung, die ich nur weiterempfehlen kann. Auch während des Semesters bleibt einem in der Regel genug Zeit das Land zu bereisen und die Vielfalt an Städten und Natur einfach und weitestgehend problemlos zu bereisen. Aufgrund der im Vergleich zu Deutschland geringen Kosten stehen einem eine Vielzahl an Ausflugszielen und Aktivitäten zur Verfügung, die man unbedingt nutzen sollte.

Studienfach: Politikwissenschaft (M.A.)

Aufenthaltsdauer: 09/2021 - 02/2022

Gastuniversität: Tbilisi State University

Gastland: Georgien


Rückblick

Zusammenfassend kann ich ein Auslandssemester an der TSU nur empfehlen, da insbesondere Tiflis als Studienstandort und Georgien als Land mit seiner vielfältigen Kultur, Natur und gastfreundlichen Bevölkerung jederzeit große Freude bereitet. Das Leben in Tiflis ist verhältnismäßig unkompliziert und Georgien zu erkunden wird, trotz der kleinen Größe des Landes, nie langweilig. Trotz vieler kleiner Hindernisse an der Universität lernt man viel über die Besonderheiten und Herausforderungen des Landes, die einem aus deutscher Perspektive in der Regel so nicht bekannt sind. Das Auslandssemester habe ich somit mit besonderen Freundschaften, Reiseerfahrungen und Kenntnissen über Georgien und die Kaukasus-Region beendet und bin sehr froh über die Wahl meines Studienstandortes. Mit einer gewissen Flexibilität und Offenheit für die Besonderheiten vor Ort ist ein Auslandssemester an der TSU eine sehr bereichernde Erfahrung, die ich nur weiterempfehlen kann.

Georgien

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