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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Da dies nicht mein erster ERASMUS-Aufenthalt war, verlief der Bewerbungsprozess relativ reibungslos. Das Portal, das man zur Bewerbung nutzt, ist sehr hilfreich und man sollte sich einfach an den einzelnen Schritten orientieren. Vor Beginn des Aufenthalts haben wir auch E-Mails vom International Office der Sorbonne Nouvelle bekommen, es fanden zwei Zoomsitzungen statt, in denen man Fragen stellen konnte und ein bisschen über den Bewerbungsprozess informiert wurde. Wirklich notwendig sind diese Sitzungen aber nicht, da man alle Informationen auch im Internet erfahren kann.

Für Frankreich benötigt man die üblichen Bewerbungsunterlagen, die man für ERASMUS-Aufenthalte braucht. Man braucht aber auch einen Sprachnachweis, oft für das Niveau B2 (zumindest an der Sorbonne). Man sollte sich deshalb frühzeitig um Nachweise oder einen Sprachkurs kümmern. Ich habe zwei Semester vor dem Aufenthalt die Französischsprachkurse vom ZESSKO-Institut der Uni Potsdam belegt. D.h. ich habe WiSe 2024/25 den Kurs B2.1 und im SoSe2025 den Kurs B2.2 gemacht. Man sollte unbedingt darauf achten, dass man mit Abschluss des B2.1 Kurses noch kein B2 hat! 


Studienfach: Germanistik und Anglistik

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Université Sorbonne Nouvelle

Gastland: Frankreich

Studium an der Gastuniversität

Das Unisystem in Frankreich ist im Bachelor viel verschulter als in Deutschland. Es wird nicht so sehr auf wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben geachtet, sondern viel mehr auf Auswendiglernen und das Wiedergeben des Gelernten. Ich hatte mehrere Klausuren, in denen ich sehr viel auswendig lernen musste, vor allem Kurse, die Geschichte und Kultur betrafen.
Außerdem ist das Semester sehr kurz. Es dauerte nur 12 Wochen, davon waren eine Woche Mid-Terms (Prüfungen in der Mitte des Semesters) und die letzte die Final Exams. Es gab noch eine Reading-Week in der Mitte des Semesters vor den Mid-Terms, in der man sich vorbereiten konnte. Ich empfand das Tempo des Semesters als zu schnell. Man musste sehr viele Hausaufgaben erledigen und hatte nicht wirklich Zeit für Übungen, sondern man musste die ganze Zeit mit dem Stoff vorankommen, damit man es bis zu den Final Exams schafft.
Das Studienklima war auch sehr schulisch. Der/die DozentIn gilt als Autoritätsperson. Manche DozentInnen fand ich etwas überheblich, andere waren aber auch sehr sehr nett. Es gab also einen Mix von allem. 

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Ich hatte vor allem Kontakte zu anderen ERASMUS-Studierenden und auch Studierenden aus anderen internationalen Programmen. Das war oft eine große Bereicherung, da man auf sehr viele Kulturen und Sprachen gleichzeitig gestoßen ist. Zu französischen Studierenden hatte ich in der Debating-Society der Universität Panthéon-Assas Paris II Kontakt, da ich dort an den Sitzungen teilgenommen habe und eben auch Einheimische kennengelernt. 

Ich kann zum Kennenlernen auf jeden Fall die Welcome-Week, die eine Woche vor Beginn der Vorlesungszeit stattfindet, empfehlen, da viele Events von der studentischen ERASMUS-Gruppe der Uni organisiert werden. Man kann so viele Kontakte in den ersten Tagen knüpfen und gleichzeitig die Stadt erleben.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich studiere kein Französisch, weshalb mein Französisch nicht besonders gut war, bevor ich nach Frankreich ging. Außerdem habe ich nicht so viel Französisch geredet, weil ich größtenteils mit internationalen Studierenden unterwegs war. Trotzdem würde ich sagen, meine Kompetenzen haben sich verbessert und ich bin jetzt definitiv selbstbewusster im Französischen geworden.

Wohn-  und Lebenssituation

Ich habe mein Zimmer über die Seite Lodgis (https://www.lodgis.com/en/paris,long-term-rentals/?source=ADWENMARQUE&gad_source=1&gad_campaignid=601185000&gbraid=0AAAAADgYgdmQyuqQeoBonBEgIHaUI_c4t&gclid=CjwKCAiAssfLBhBDEiwAcLpwfp1p8xndesXPhpuIP_57b-XtJTj2rBHviAHSXXFTCIWQv5rFMpmdYRoCsTAQAvD_BwE)  gefunden. Das ist eine vertrauensvolle Agentur, die zwar eine hohe agency fee verlangt, aber sicher kein Scam ist, was in Paris oft der Fall sein kann. Ich habe in einem chambre des bonnes gewohnt, tatsächlich in einem sehr kleinen 9 Quadratmeter Zimmer auf dem sechsten Stock ohne Fahrstuhl, aber dafür genau vor dem Eiffelturm im 16. Arrondissement (das ist etwas außerhalb des Zentrums, dafür aber sicher). Ich kann nicht empfehlen, im Norden bei Saint-Ouen zum Beispiel zu wohnen, weil das keine sichere Gegend ist.

In Paris habe ich größtenteils die Metro benutzt. Dafür habe ich mir den Pass Navigo für ein ganzes Jahr gekauft (weil ich nach dem Semester noch für drei weitere Monate für ein Praktikum in Paris geblieben bin). Der kostet fast 400 Euro, hat sich für den Zeitraum aber gelohnt.

Insgesamt muss man sagen, dass Paris sehr teuer ist, aber machbar. Meine Miete war ziemlich niedrig (400 Euro), was für Paris extrem billig ist, man muss eher mit 600-800 rechnen. Auch Cafés und Restaurants sind teuer. Dafür sind staatliche Museen für unter 26-Jährige in der Regel kostenlos (also Louvre, Musée d’Orsay) und es gibt manchmal Studierendentickets für die Oper. Wenn man sich im Voraus informiert und die Tickets frühzeitig kauft, kann man für das Palais Garnier Tickets für 10 Euro bekommen (normalerweise kosten Tickets dort 70-200 Euro).


Rückblick

Ich habe meinen Aufenthalt extrem genossen und kann ihn nur weiterempfehlen. Die Menschen, die man kennenlernt und Trips, die man unternehmen kann (z.B. Mont Saint-Michel, Fontainebleu, Versailles, Marseille) sind unvergessliche Erfahrungen fürs Leben. 

Ich kannte aber auch Leute, die auf mentale Probleme gestoßen sind und den Aufenthalt abbrechen mussten. Man sollte wirklich eine offene Person sein, um sich auf einen Auslandsaufenthalt einzulassen und keine Angst vor Neuem und vor anderen Menschen haben.

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