Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Da ich schon einmal einige Zeit im Ausland verbracht habe, wusste ich seit Beginn meines Studiums, dass ich ein Auslandssemester machen möchte. Da es bei mir im 5. Semester aufgrund von Corona nicht möglich war, verschob ich es in das 7. Semester. Mein erster Schritt vor Beginn der Planung war es, mich über Partneruniversitäten meiner Fakultät, an denen mein Studiengang auch angeboten wird, zu informieren. Ich entschied mich für Frankreich, da ich die Sprache festigen wollte. Nach dieser Entscheidung informierte ich mich über alle nötigen Schritte und Deadlines auf der Seite des International Office. Nachdem fest stand, dass ich den Platz bekomme, gab es verschiedene Informationsveranstaltungen, in denen nochmal alles erklärt wurde, wodurch die ganze Vorbereitung sehr unkompliziert war. Das einzige worum man sich unabhängig davon noch kümmern muss, ist das Auslands-Bafög. Für die Anträge ist eine andere Stelle als das Studentenwerk Potsdam zuständig. Der Kontakt mit der Universität in Nantes war auch unkompliziert, da die Koordinatorin sehr schnell auf Anfragen reagierte und Englisch konnte.


Studienfach: Sportmanagement

Aufenthaltsdauer: 09/2021 - 01/2022

Gastuniversität: Université de Nantes

Gastland: Frankreich

Studium an der Gastuniversität

Das Studium ist in Frankreich anders aufgebaut als in Deutschland. Es wird in Licence 1, 2 und 3 aufgeteilt. Die Studierenden haben vorgegebene Kurse, die sie in dem jeweiligen Jahr in festen Klassen belegen. Da ich schon im 7. Semester war, hatte ich wenig Kurse übrig, weshalb es kompliziert war, Kurse zu finden, die in meine Studienlaufbahn passen. Ich habe dann Kurse aus Licence 1 und 3 gewählt und war in 3 verschiedenen Klassen. Die Planung meines Stundenplans war sehr aufwändig und hat eine Woche gedauert. Wenn man jedoch nicht so anspruchsvoll bei der Kurswahl ist, kann man auch dem Stundenplan einer Klasse folgen, wodurch es deutlich unkomplizierter wird. Nachdem ich die ersten Wochen hinter mich gebracht habe und wusste, wann ich wo sein muss, wurde es entspannter. Ich habe in den Klassen auch schnell Anschluss gefunden, da ich praktische Sportkurse hatte, in denen es leicht war, Mitstudierende kennenzulernen. Diese halfen mir immer, wenn ich Fragen oder Probleme hatte. Die Vorlesungen an der Uni in Nantes sind auch anders als in Potsdam, da die Dozierenden ohne Präsentationen sprechen und man alles mitschreiben muss (auf Französisch!) Da hilft es nur, Mitstudierende nach ihren Mitschriften zu fragen. An meiner Fakultät gab es keine Bibliothek, aber man konnte die Bibliotheken der anderen Fakultäten nutzen, welche nicht weit entfernt sind.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Durch das Sportstudium hat man die besten Vorraussetzungen, mit französischen Studierenden in Kontakt zu treten. Man darf jedoch nicht zu große Erwartungen haben, da viele eher zurückhaltend sind, wenn sie merken, dass man kein perfektes Französisch spricht. Trotzdem habe ich mich sehr willkommen gefühlt und es gab in jedem Kurs eine Person, die mich in die Klasse integriert hat. Da wir zusammen Sportkurse wie Zirkus oder Tanzen hatten, war es leicht, ins Gespräch zu kommen. Bei anderen Studiengängen ist es jedoch schwieriger, französische Studierende kennenzulernen, da sie in ihren Gruppen sind und eher skeptisch gegenüber Erasmus-Studierenden reagieren. Zu anderen Erasmus-Studierenden Kontakt aufzubauen war sehr leicht, da wir eine große WhatsApp-Gruppe hatten, in der regelmäßig Veranstaltungen des ESN-Netzwerks reingeschickt wurden. Dort konnte man viele Leute aus der ganzen Welt kennenlernen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich habe vor dem Aufenthalt einen Sprachkurs an der Uni Potsdam absolviert, um das erforderliche Niveau B1 zu erreichen. In Frankreich habe ich dann auch einen B1 Sprachkurs belegt, da ich mich noch nicht gut genug für einen B2 Kurs gefühlt habe. Durch die französischen Vorlesungen und den Kontakt zu französischen Mitstudierenden hat sich mein Hörverständnis deutlich gesteigert. Ich fühle mich auch etwas sicherer im Sprechen, jedoch nicht so viel wie erwartet, da ich mich oft auf Englisch unterhalten habe.

Wohn- und Lebenssituation

Bei der Bewerbung konnte ich auswählen, ob ich in ein Wohnheim möchte. Ich entschied mich dafür und bekam dann auch einen Platz im Wohnheim Cité Launay Violette, welches sich nur 5 Minuten zu Fuß von meiner Fakultät entfernt befindet. Die Tram, welche 20 Minuten in die Innenstadt braucht, ist auch nur wenige Minuten zu Fuß entfernt. Das Wohnheim ist modern und hat einen Lern- und Aufenthaltsraum. Für die geringe Miete von ca. 250€ kann ich jedem empfehlen, einen Wohnheimplatz zu nehmen. Hat man jedoch mehr Geld zur Verfügung, ist es besser, sich eine WG in der Innenstadt zu suchen. Nantes ist eine Stadt, die viel zu bieten hat. Es gibt viele Restaurants, Bars, Clubs, Museen und Parks. Die Altstadt ist sehr schön und man hat es auch nicht weit zum Atlantik mit dem Zug. Es gibt nur einen negativen Aspekt und das ist die steigende Kriminalität in der Stadt. Uns wurde geraten, abends nie alleine nach Hause zu gehen und auch tagsüber lieber in Gruppen zu bleiben. Dadurch fühlte ich mich sehr eingeschränkt, weil ich immer darauf angewiesen war, dass jemand aus meinem Wohnheim zur gleichen Zeit nach Hause geht. Auch dafür gab es immer eine Lösung, aber es war mir vor Ankunft nicht bewusst.

Studienfach: Sportmanagement

Aufenthaltsdauer: 09/2021 - 01/2022

Gastuniversität: Université de Nantes

Gastland: Frankreich


Rückblick

Ich lege es jedem ans Herz, ein Auslandssemester in Nantes zu machen. Die Stadt ist sehr gut für Studierende und das Meer ist auch nicht weit. Es ist nur wichtig, dass einem bewusst ist, dass es nicht die sicherste Stadt ist. Aber wenn man mit Bedacht handelt und etwas aufpasst, ist auch das kein Problem. Im Auslandssemester lernt man sehr viel fürs Leben, vor allem, dass es für jedes Problem irgendeine Lösung gibt.

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