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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ich wusste seit der 10. Klasse, dass ich in der Uni ein Auslandssemester mit Erasmus machen möchte. Das Land oder der Zielort waren mir zunächst nicht besonders wichtig. Nachdem ich mir die Deadline für die Bewerbung Ende Januar aufgeschrieben hatte, habe ich Ende November angefangen mich zu informieren auf der Erasmus Seite der Uni Potsdam und geschaut, welche Unis für mich in Frage kommen würden.

Hier habe ich zunächst die Verfügbarkeit im Bachelor, dann die Landessprache und Unterrichtssprache und zuletzt die Uni an sich und die entsprechende Stadt angesehen.
Aus den entsprechenden Möglichkeiten habe ich mir dann meine 3 Wünsche ausgesucht und mich dann mit der Bewerbung beschäftigt.
Infos zu den Gasthochschulen: [https://www.uni-potsdam.de/de/international/outgoing/studium/erasmus
Erforderlich für die Bewerbung sind ein Motivationsschreiben, ein Lebenslauf, eine aktuelle PULS-Leistungsübersicht, eine Immatrikulationsbescheinigung und ein Sprachnachweis. Die Gastunis haben sehr unterschiedliche Ansprüche, wenn es um den Sprachnachweis geht. Für die UCL in London, worauf ich mich ursprünglich beworben hatte, waren die Kriterien wesentlich strenger als die für Grenoble.
Infos zu der Bewerbung für Erasmus an der UGA: [https://www.univ-grenoble-alpes.fr/education/programs/exchange-programs/come-on-exchange/come-on-exchange-784754.kjsp?RH=1580400394754]
Das Internationale Office in Grenoble:
[https://international.univ-grenoble-alpes.fr/getting-organized/service-centers-on-campus/international-students-scholars-office/international-students-scholars-office-isso--903075.kjsp]


Studienfach: Geowissenschaften/ Earth Science

Aufenthaltsdauer: 09/2025 – 01/2026

Gastuniversität: Universitè Grenoble Alpes

Gastland: Frankreich

Studium an der Gastuniversität

Das Studiensystem in Frankreich ist etwas anders orientiert als in Deutschland. Es gibt keine Prüfung Nebenleistungen, stattdessen gibt es 1-2 Midterms in jedem Modul. Diese können Berichte, Vorträge oder Klausuren sein. Bedeutet auch das die Endklausur teilweise nur 30% der Endnote ausmacht. Also ist viel Arbeit während des Semesters fast immer erforderlich. Der Aufwand unterscheidet sich hierbei extrem je nach Modul. Persönlich war der Zeitaufwand nicht repräsentativ in den ECTS. Ein 3 ECTS Kurs im Bachelor kann zeitaufwendiger sein als ein 6 ECTS Kurs im Master.

Ich habe in meinem 3. Bachelor Jahr auch Master Module belegt, was ich persönlich sehr interessant fand und diese werden anders als die Bachelor Module in Englisch unterrichtet. Von den Anforderungen her gab es Master Module, die einfacher waren als Bachelor Module, also gibt es hier auch Diskrepanz .
 Die Organisation läuft okay, es ist aber wichtig, sich bei Fragen direkt und sofort an die verantwortlichen Professoren zu wenden. Das Internationale Office konnte mir bei Fragen nicht immer helfen. Die Bewertung ist ein 20 Punkte System, 10 um zu bestehen.

Das Studienklima war sowohl im Bachelor als auch im Master hervorragend. Sehr nette und hilfsbereite Leute, aktive WhatsApp-Chats wo alle hilfsbereit sind. Vom ersten Tag an hat man sich mit Leuten angefreundet.

Andere Erasmus Studenten lernt man bei jedem von der IntEGre organisierten Events kennen. Eine studentische Vereinigung, die internationale Studierende bei der Ankunft und Integration unterstützt. Außerdem in Bars oder bei Events im EVE (dem Studentencafé/Bar/Partylocation auf dem Campus).
Instagram Seite des EVE: https://www.instagram.com/eve.grenoble/?hl=de

Der Campus bietet unzählige Orte zum Lernen oder Chillen. Zwei Bibliotheken und in jedem Gebäude gibt es zusätzliche Lern- und Sitzplätze. Außerdem natürlich die unendlichen Cafés in der Stadt. Die Bibliothek im Kunstgebäude ist besonders schön und man lernt mit Blick auf die Berge.


Sprachkompetenzen

Nachdem man erfolgreich an der UGA angenommen wurde, bekommt man eine Email für das Einschreiben in einem Sprachkurs. Man macht einen online Test für die Einordnung in eine Kurs je nach Sprachniveau, kann das aber in den ersten beiden Wochen des Kurses vor Ort noch ändern. Der Kurs war sehr hilfreich um mehr französisch zu lernen, da der Alltag doch hauptsächlich auf Englisch abläuft, vor allem wenn man eher ein internationale Freundesgruppe hat. Aber der alltägliche Gebrauch und das Benutzen oft gehörter Sätze und Redewendungen schul gelerntem französisch weiterzuentwickeln.


Wohn- und Lebenssituation

Nach der Annahme bekommt man außerdem per Mail Infos von Crous. Das französische staatliche Studentenwerk, das soziale Dienste für Studierende anbietet. Darunter Wohnheime, Stipendien und kulturelle Angebote. Sie bieten Zoom Infoveranstaltungen an, die sehr hilfreich sind. Dort wird alles erklärt zur Wohnungssuche, Deadlines, Versicherung und mehr.

Crous Grenoble: https://www.crous-grenoble.fr/ 
Ich habe im Crous Wohnheim OUEST gewohnt, das ist zusammen mit Tailles, Berlioz und Condillac die Wohnheime, die auf dem Hauptcampus liegen. Die Wohnheime sind okay, aber sehr basic. Man bezahlt für ein 11 m² mit Bad und geteilter Küche ca. 300€. Die Gemeinschaftsküchen sind oft dreckig, aber zum Nudeln kochen reicht es aus. Ich habe mich aufgrund von Zeitgründen für dieses Wohnheim entschieden. Aber die 3 min Weg mit dem Fahrrad zum Universitäts Gebäude waren besser als jede Küche. Es lohnt sich aber, die privat angebotenen Wohnheime anzuschauen.


Öffentliche Verkehrsmittel

Apropos Fahrrad, Mvélo bietet Fahrräder an. Typisch Gelb und die ganze Stadt ist damit voll. Kann ich sehr empfehlen, da andere Fahrräder gerne geklaut werden und es Studenten Deals am Anfang vom Semester gibt für 3-12 Monate.
Webseite: https://www.veloplus-m.fr/ 

Grenoble ist sehr gut mit dem Fahrrad zu befahren, ca. 10 min vom Hauptcampus bis ins Zentrum. Sonst gibt es die Tram und Busse. Es gibt außerdem Linienbusse, die oft morgens und abends in die verschiedenen Wandergebiete fahren, perfekt, wenn man ohne Auto da ist.


Freizeitangebote

Es ist schwer jemanden in Grenoble zu finden, der nicht jedes Wochenende wandern, bouldern oder Skifahren geht. Für jede Sportart gibt es Gruppen den man sich anschließen kann. Wandern in den 3 Bergmassive um Grenoble ist perfekt fürs Wochenende, sonst das 4DX Kino (Pathé Échirolles, habe Avatar 4 dort gesehen) oder fast wöchentliche Rugby- und Hockey Spiele. Sonst gibt es das Museum Grenoble und die Jam und Jazz Session für Abends.

Einige meiner besten Erinnerungen:
Tagesausflug nach Annecy, Herbstferien in Marseille, Barabende in O’Callaghans, Hockeyspiel: Grenoble vs. Mont Blanc, Sonnenuntergänge auf dem Campus, Wanderung: Dent de Crolles, Fahrrad fahren durch die Innenstadt, Silvester auf der Bastille

Rückblick

Das Vorlesungsverzeichnis bietet nur bedingt Informationen und aufgrund des Stundenplans (Manche Kurse beginnen erst Okt/Nov, andere ende dann schon) kann man sich nicht wie in Deutschland anfangs des Semesters in alle Kurse rein setzen die einen interessieren und sich dann entscheiden. Der Vorlesungsbeginn variiert je nach Studienfach, das Datum auf der UGA Webseite zählt nicht für alle, also am besten direkt an der Fakultät nachfragen.

Ich bin mit recht wenig Recherche in mein Auslandssemester gestartet und es hat sich gelohnt. Kaum Erwartungen und jetzt 6 Monate später nur gute Erinnerungen. Also alles auf sich zukommen lassen lohnt sich.


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