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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Die Entscheidung ins Ausland zu gehen, war für mich schon lange klar, deswegen hat sich das Erasmus Programm an der Uni sehr gut angeboten. Nach etwas Recherche auf der Webseite der Universität Potsdam, sowie ein Gespräch mit der Austauschkoordinatorin meines Institutes hatte ich entschieden, ein Auslandssemester an der Universität Tallinn in Estland zu machen. Ich wusste nicht viel über das Land, aber die Uni hatte mich schnell überzeugt, zudem waren die Rückmeldungen zu Auslandsaufenthalten dort positiv. Insbesondere bei der Suche nach Informationen für Auslandsstudierende war die Internetseite der Uni Tallinn sehr hilfreich. Auch das International Office hat schnell auf Fragen geantwortet und alle wichtigen Informationen bereitgestellt. Ich kann eigentlich nur raten, dass man die angebotene Check-Liste im Auge behält, sowie auf die E-Mails und Deadlines des Erasmus-Programms achtet, dann kann eigentlich wenig schief gehen. Auch bei der Bewerbung an der Gasthochschule war dieser Link (https://www.tlu.ee/en/long-term-mobility-2-12-months) ein perfekter Guide, wo alle benötigten Unterlagen angegeben sind. 


Studienfach: Kulturwissenschaft

Aufenthaltsdauer: 08/25 –01/26

Gastuniversität: Tallinn University

Gastland: Estland

Studium an der Gastuniversität

Wenn ihr euch entscheidet nach Tallinn zu gehen, müsst ihr euch zunächst nochmal bewerben. Dies erfolgt über eine externe Seite von der Universität Tallinn. Ihr werdet dort auch schon gleich Kurse angeben müssen, die ihr möglicherweise belegen wollt. Es gibt ein Vorlesungsverzeichnis extra für Auslandsstudenten, welches ihr euch anschauen könnt. Wichtig hier zu beachten ist, dass die Annahme oder Absage für die ausgesuchten Kurse nicht hundert Prozent feststeht. Ich wurde für drei meiner ausgewählten Kurse angenommen, wusste aber, dass ich noch mehr Kurse belegen muss, um die geforderten Leistungspunkte/ECTS zu erreichen. Keine Panik schieben, wenn ihr noch nicht alle Kurse zur Abgabe des Learning Agreements wisst/belegen konntet, ihr könnt dies ändern, sobald ihr im Ausland seid. Allgemein lassen sich viele Unklarheiten mit einer E-Mail an die verantwortlichen Personen klären, also scheut nicht davor, einfach nachzufragen!

Das Studieren an der Universität Tallinn war gut geregelt. Anfangs wird man allerdings mit sehr viel Informationen überrannt. Insbesondere die Anmeldungen können etwas viel erscheinen, aber ich fand im Großen und Ganzen, dass die Organisation gut war. So ziemlich alles ist an der Universität (und auch in der Stadt) ist digitalisiert, was vieles einfacher macht. Von den Lehrveranstaltungen und den Anforderungen war es ähnlich zu dem, was man auch hier gewohnt ist. Mit der Zeit haben sich aber doch ein paar Unterschiede angehäuft, an die man sich erst gewöhnen musste. In der Kulturwissenschaft bin ich es eher gewohnt, dass wir einzelne, größere Leistungen pro belegte Veranstaltung haben, es war eine Umstellung für mich, dass ich in den Kursen in Tallinn oft kleine Abgaben über das Semester verteilt hatte. Manchmal werden Dozenten mit Vornamen angesprochen, was eine komische Umstellung für mich war und ich auch nie wirklich übernommen habe. An sich wurden Auslandsstudenten aber gut betreut und man konnte sich eigentlich immer an Professoren oder Mitarbeiter wenden.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Viele der Kurse waren hauptsächlich von anderen Auslandsstudenten belegt, weshalb die Interaktion mit anderen Studenten von dort nicht so häufig von meiner Seite aus standfand, aber grundsätzlich war es nicht anders als wenn man normalerweise mit Kommilitonen interagiert. Mit internationalen Studenten hingegen hat man eigentlich dauerhaft zu tun. Insbesondere im Wohnheim der Universität findet man immer jemanden, nicht zuletzt, weil man sich Wohnraum teilt. Zudem gibt es vor allem am Anfang viele Events, wo man Studenten von überall auf der Welt kennenlernen kann, sowie Angebote zu Ausflügen, Partys oder ähnlichem, um etwas mit anderen zu erleben. 

Tipps für Studierende wären von meiner Seite aus, dass man Veranstaltungen besucht und Freunde findet, die einen unterstützen. Man muss nicht alles mitmachen, aber man sollte sich auch nicht abschotten, sonst kann es sehr einsam werden. Die Uni bietet außerdem Student Buddys an, welche vor allem am Anfang sehr hilfreich sein können (https://www.tlu.ee/en/peer-support-and-student-buddies#new-student-at-tallinn-university---apply-for-a-buddy). Es wird nicht immer alles super sein, die Umstellung plötzlich mit anderen Leuten dauerhaft zusammen zu wohnen, war nicht einfach und manchmal kann einen alles überfordern, aber es gibt eigentlich immer Leute, an die man sich wenden kann. Für mich hat es sehr geholfen, Dinge zu unternehmen, ob alleine oder mit Freunden, einfach rausgehen und mehr von der Welt sehen, dabei hatte ich eigentlich die schönsten Momente. 

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Falls ihr noch einen offiziellen Sprachnachweis für Englisch braucht, kann ich sehr empfehlen, euch an das Zessko der Universität Potsdam zu wenden. Die unterstützen euch bei den Sprachtests:

www.uni-potsdam.de/de/zessko/sprachen/englischschluesselkompetenzen/daad-tests

Wohn- und Lebenssituation

Ich kann hier jetzt nur von der Wohnsituation im Wohnheim berichten, aber sollte einem das gar nicht ansprechen, gibt es auch immer andere Möglichkeiten. Das Wohnheim ist die einfachste Option, wenn man einen Platz bekommt. Man teilt sich ein Zimmer mit einer Person, zu viert ein Badezimmer und zu acht eine Küche. Utensilien in der Küche sind eigentlich immer vorhanden, das Wohnheim bietet einen Waschraum, Toilettenpapier, Schwämme, Putzutensilien, Müllsäcke, sowie eine Putzkraft, die einmal in der Woche durchwischt. Ich habe 205 Euro für die Miete pro Monat bezahlt, was vollkommen klar ging, ich weiß, dass sie höher ausfallen kann, wenn man in renovierte Zimmer kommt. Das Wohnheim liegt nahe an der Uni und des Zentrums, man kann innerhalb der Stadt vieles zu Fuß erreichen und auch das Straßenbahn- bzw. Bussystem ist super ausgebaut. Leider gibt es bisher noch keine spezifische App mit der man z.B. Tickets kaufen kann, aber diese können auch innerhalb der Transportmittel mit Karte für zwei Euro bezahlt werden. Es gibt genug diversen Einkaufsläden in der Nähe und auch das Freizeitangebot ist gut ausgebaut, durch Einkaufszentren sowie Sport- und Kulturangebote. 

Studienfach: Kulturwissenschaft

Aufenthaltsdauer: 08/25 –01/26

Gastuniversität: Tallinn University

Gastland: Estland


Rückblick

Alles in Allem kann ich es eigentlich nur empfehlen ein Auslandssemester zu machen und Tallinn definitiv eine Reise wert. Nicht nur bietet die Stadt an sich vieles für Studenten, sondern gibt dir die Möglichkeit noch viel mehr zu sehen. Ich bin mehrmals nach Finnland mit der Fähre gereist, was durch die gute Verbindung von Tallinn und Helsinki sehr einfach und schnell ging, und jedes Mal war es ein absolutes Highlight. Zudem ist Estland gut mit den anderen baltischen Staaten verbunden, wodurch man mit Bus und Bahn auch weitere Städte besuchen kann. 

Als letzte Anmerkung: Solltet ihr nach Estland gehen, kann ich euch nur empfehlen Kohuke auszuprobieren, eines der besten Snacks, die ich je hatte.

Estland

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