Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Um mich an der UTS zu bewerben, musste ich mich zunächst einmal an der Universität Potsdam für ein Auslandssemester in Australien bewerben. Neben Motivationsschreiben, Sprachzeugnis, Empfehlungsschreiben und weiteren Dokumenten, war zudem ein Auswahlgespräch erforderlich. Nachdem diese Hürde geschafft war, wurde ich von der UP an der UTS vorgeschlagen. In diesem Schritt war es notwendig, bereits eine Auswahl an Kursen zu treffen und deren Relevanz im Studienverlauf zu begründen. Im Allgemeinen wurden hier die gesamten Dokumente erneut eingereicht mit dem Unterschied, dass diese natürlich auf englischer Sprache vorliegen mussten.


Studienfach: Informatik/Computational Science (B.Sc.)

Aufenthaltsdauer: 02/2022 - 07/2022

Gastuniversität: University of Technology Sydney

Gastland: Australien

Der gesamte Bewerbungsprozess für mein Auslandssemester war sehr turbulent. Nachdem ich im Sommer 2021 die Zusage der Universität Potsdam und der UTS hatte, kam relativ bald die ernüchternde Nachricht, dass die australischen Universitäten aufgrund von Covid nun doch keine Internationals für 2022 annehmen konnten. Somit blieb ich bis Ende November in dem Glauben, dass ich virtuell Kurse an der UTS belegen würde. Als dann plötzlich die Nachricht kam, dass eine Einreise nun doch möglich sei, ging alles ganz schnell. Das International Office der Universität Potsdam sowie der UTS haben auf Hochtouren daran gearbeitet, das Auslandssemester für uns doch noch zu ermöglich! Auf jede Frage kam eine schnelle Antwort. Es gab viel zu erledigen: Ich brauchte ein Visum und Krankenversicherung, wollte mich auf das Stipendium bewerben, benötigte eine neue Bleibe in Sydney sowie einen Flug. Bei dem Visum habe ich mich für das Studentvisa (Subclass 500, immi.homeaffairs.gov.au/visas/getting-a-visa/visa-listing/student-500) entschieden, da ich in dessen Rahmen auch die Medibank OSHC Krankenversicherung (https://www.medibank.com.au/overseas-health-insurance/oshc/) für die Zeit meines Studienaufenthaltes in Anspruch nehmen konnte. Das Ausfüllen der Visa-Angelegenheiten ist relativ aufwendig, die Bestätigung kam jedoch innerhalb eines Tages. Als das geschafft war, konnte ich mich offiziell an der UTS einschreiben. Das Belegen der Kurse über das Online-Portal der UTS war etwas undurchsichtig. Dies lag jedoch auch daran, dass ich zunächst für das Online-Semester eingeschrieben war. Die Auswahl der Kurse ist sehr groß und somit konnte ich genau jene wählen, die in meinen Studienverlauf passten und mein Interesse geweckt haben.

Studium an der Gastuniversität

Meine Erfahrungen, die ich während des Semesters an der UTS gesammelt habe, sind durchweg positiv, sowohl auf infrastruktureller als auch auf persönlicher Ebene. Zunächst einmal war es toll, an einer technischen Uni zu studieren, und somit an einer Institution zu lernen, die sich auf meinen Studienbereich fokussiert hat. Die Gebäude waren nicht nur modern, sondern boten auch eine unglaubliche Vielzahl an Arbeitsplätzen für individuelle oder auch Gruppenarbeiten. Zudem gab es unendlich viele Computer, Computer-Räume sowie Räume mit extra Monitoren. Das hat das Lernen deutlich erleichtert. Zudem waren alle Mitarbeitenden der Universität sehr freundlich und hilfsbereit. Generell gibt es für Studierende viele Anlaufstellen bei Fragen oder Problemen. Zudem war das Arbeitsklima mit den Dozierenden sehr angenehm. Es gab immer klare Leistungsanforderungen, nach denen man sich richten konnte. An der UTS setzen sich die Modulnoten etwas anders zusammen als ich es aus Deutschland kannte. Keine Prüfungsleistung darf mehr als 50% der Gesamtnote zählen, wodurch man während des Semesters eine Vielzahl an „Assignments“ hat. Insbesondere da man sich generell erst einmal einfinden muss, ist dies etwas überwältigend, aber man stellt schnell fest, dass alles gut zu bewerkstelligen ist. Zudem hatte ich dadurch den Vorteil, dass ich nur eine Klausur am Ende des Semesters schreiben musste, da ich in allen anderen Fächern meine Assignments bereits abgeschlossen hatte.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Das International Office-Team der UTS hat direkt in der Orientation-Week ein Picknick für die Internationals organisiert. Besonders toll daran war, dass wir aufgrund von Covid eine relativ kleine Gruppe waren und man somit schnell mit den anderen Studierenden in Kontakt treten konnte. Da die meisten von uns vorher noch nicht in Sydney bzw. Australien waren, bietet es sich somit auch an, die Stadt und das Land gemeinsam zu erkunden (z.B. während der Student Vacation). Zudem gab es in den Einführungswochen viele Veranstaltungen und Kennenlerntreffen für Studienanfänger*innen und ausländische Studierende. Des Weiteren ist es an den australischen Unis üblich, sogenannten „Societies“ beizutreten. Hier ist für jeden etwas dabei und man kommt schnell mit anderen Leuten in Kontakt (https://www.activateuts.com.au/clubs/?orderby=featured). Eine weitere gute Gelegenheit, andere einheimische Studierende kennenzulernen, ist durch Gruppenarbeiten. Diese Möglichkeit hatte ich in meinen Kursen leider nicht. Zudem waren meine Vorlesungen noch online. Allerdings gab es in allen Fächern auch sogenannte „Labs“ oder „Tutorials“, in denen man die Inhalte der Vorlesungen praktisch angewandt hat. Hier konnte man sich gut mit anderen Studierenden austauschen und ich habe überall Anschluss finden können. Hierbei habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich mich nicht nur über Inhalte der Kurse austauschen konnte, sondern auch noch Tipps über die Uni generell und auch über Sydney bekommen konnte.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Mein Englisch war vor meinem Semester an der UTS aufgrund von einigen Auslandsaufenthalten im englischsprachigen Raum recht gut. Dennoch habe ich gemerkt, dass ich einige neue Fachbegriffe im Rahmen der Lehrveranstaltungen zu meinem Wortschatz hinzufügen konnte. Weiterhin habe ich mich durch das Zusammenleben mit Australier*innen ein Stück dem „Aussie-Slang“ annähern können.  

Wohn- und Lebenssituation

In Australien leben viele Studierende – insbesondere die Internationals – in Wohnheimen. Diese befinden sich oft sehr dicht am Campus, was sehr praktisch ist. Ich hatte mich allerdings dagegen entschieden, da ich eine WG finden wollte, wo ich mit Australier*innen zusammenleben konnte. Hierfür habe ich sowohl in Facebook-Gruppen als auch auf Flatmates (https://flatmates.com.au) nach WGs geschaut. Aus Deutschland raus ist dies natürlich nicht ganz einfach. Daher bietet es sich an, etwas früher anzureisen, sich erst einmal eine Unterkunft (Hostel, Airbnb, etc.) zu buchen und dann nach einer Wohnung zu schauen. Ich hatte sehr großes Glück, denn ich habe bereits nach 2 Tagen eine wirklich tolle WG gefunden. In Sydney ist es nicht unüblich, viel Geld für Wohnung/WG-Zimmer zu zahlen (mindestens zwischen 200-300$AUD pro Woche). Miete zahlt man meist für zwei Wochen (per fortnight). Es gibt beim öffentlichen Nahverkehr keine Kooperation mit der Universität oder Abos für Studierende. Das bedeutet, man muss für jede Fahrt einzeln zahlen. Dies geht entweder mit Kreditkarte oder aber mit einer „Opal Card“. Diese bekommt man in vielen Supermärkten und kann sie einfach online aufladen. Das Verkehrsnetz in Sydney ist durchwachsen. Im Zentrum und „Inner-West“ gibt es einige S-Bahn Linien, die auch sehr regelmäßig fahren (normalerweise alle 15 Minuten). Im Osten, Richtung Strand, ist dies jedoch nicht mehr der Fall. Hier ist man auf das Bus-Netz angewiesen. In der Regel fahren die Busse jedoch auch hoch frequentiert. Ich persönlich war auch viel mit dem Fahrrad unterwegs. Je nach Bezirk sind die Wege mehr oder weniger gut ausgebaut. Man sollte jedoch beachten, dass Sydney durchaus recht hügelig ist. ;-) Bezüglich Banken und Mobilfunkanbieter gibt es diverse Möglichkeiten (z.B. Commonwealth Bank, ANZ – oft müssen Studierende keine Gebühren bezahlen). Sydney ist eine Millionenstadt und dementsprechend ist das Freizeitangebot. Surfen und Wassersport sind dabei nur ein kleiner Ausschnitt aus dem, was die Stadt zu bieten hat. Rundherum gibt es viele Nationalsparks, in denen man kleine Bushwalks machen kann. Besonders sehenswert sind die Blue Mountains (mit dem Auto ca. eine Stunde westlich von Sydney gelegen). Darüber hinaus gibt es viele Theater, natürlich das bekannte Opera House und Kinos. Ich persönlich bin gerne in kleine Buchläden, in denen man auch einen Kaffee genießen kann, oder in Pubs zu den beliebten Trivia-Nights gegangen. Generell ist Kaffeetrinken in Australien essentieller Bestandteil des Lebens (auch wenn man zunächst einmal verwundert ist, dass alle Coffeshops bereits um 13 oder 14 Uhr die Türen schließen).

Lebenshaltungskosten

Im Vergleich zu Deutschland ist das Leben in Australien relativ teuer. Insbesondere beim Essen- und Trinkengehen sollte man mehr Geld einkalkulieren. Ebenso für die Miete und den öffentlichen Nahverkehr. Das Studierendenwerk der UTS hatte aus diesem Grund 2x pro Woche kostenloses Essen für die Studierenden zur Verfügung gestellt. Die Freizeit- und Sportaktivitäten der Uni waren zudem auch oft kostenlos. Wer sich neben der Uni deswegen etwas dazu verdienen möchte, kann mit dem Studentvisa bis zu 20h pro Woche in Australien arbeiten.

Studienfach: Informatik/Computational Science (B.Sc.)

Aufenthaltsdauer: 02/2022 - 07/2022

Gastuniversität: University of Technology Sydney

Gastland: Australien


Rückblick

Alles in allem hatte ich ein unvergessliches Semester in Sydney. Ich habe viele Leute kennengelernt, die mir neugierig und herzlich begegnet sind. Dies lag mit Sicherheit auch daran, dass viele Australier*innen sich gefreut haben, dass nach 2 Jahren Covid wieder ausländische Studierende und Tourist*innen ins Land kommen konnten. Auch die Uni hat mir sehr gut gefallen. Sowohl auf inhaltlicher Ebene, als auch in Bezug auf den Kontakt mit den Mitarbeitenden. Bei jeder Frage wird schnell eine freundliche Antwort gefunden. Die größte Herausforderung ist wahrscheinlich – wie so oft – die Wohnungssuche. Wer hier auf der sicheren Seite sein möchte, sollte wahrscheinlich das Wohnheim bevorzugen. Dies ist zwar im Vergleich zu einem WG-Zimmer recht teuer, dafür hat man jedoch einen Platz sicher. Ich habe hierbei von vielen positiven Erfahrungen gehört. Dennoch denke ich, dass man mit etwas Glück auch ein gutes (günstigeres) Zimmer finden kann. Am besten, wenn man bereits vor Ort ist. Ich würde all meine Erfahrungen nicht missen wollen und kann jeder*m nur empfehlen, sich für ein Auslandssemester zu bewerben!

                                              

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