Karsten Voigt - Praktischer Naturschutz

Photo: A. Futterer
Karsten Voigt arbeitet als Ranger im Naturpark Nuthe-Nieplitz.

Steckbrief

  • Bachelor und Master Geoökologie in Potsdam, Abschlussjahr 2015
  • Seit 2016 Mitarbeiter bei der Naturwacht der Stiftung Naturschutzfond Brandenburg

Das Interview wurde im April 2020 geführt.

Wo arbeitest du und was ist deine Aufgabe?

Ich arbeite als Ranger im Naturpark Nuthe-Nieplitz südlich von Potsdam. Unser Slogan ist “Mittler zwischen Mensch und Natur”. Meine Aufgabengebiete umfassen die Umweltbildung (Führungen und Vorträge zu Themen wie z.B. Elbebiber, Brutvögel, Wolf), die Umweltbeobachtung (Datenerfassung zu Tierbeständen wie heimische Brutvögel,  Elbebiber und Wasserhaushalt) und die Schutzgebietsbetreuung (Gebietskontrollen mit Sensibilisierung von Touristen, Arten - und Biotopschutz wie z.B. der Feuchtwiesenmahd). Zusätzlich bin ich naturparkweit für das Biber- Konfliktmanagement zuständig. 

Was hat dich da an dem Job gereizt?

Für mich ist es eine ideale Symbiose zwischen meinen berufsbezogenen Interessen. Der direkte Bezug zur Natur, der Kontakt mit der Bevölkerung und das Draußen sein haben mich gereizt. Diese Vielfältigkeit sowie Naturschutz an vorderster Stelle betreiben zu können, haben mich überzeugt.

Welches sind die wichtigsten Fähigkeiten, die man für diese Arbeit mitbringen sollte?

Verhandlungsgeschick, Überzeugungsfähigkeit und gute Kommunikationsfähigkeiten. Die Umsetzung von Naturschutzprojekten kann mitunter lange dauern und dann ist Durchhaltevermögen gefragt. Seit der ersten Anstellung von Rangern in Brandenburg Anfang der 90er Jahre hat sich der Beruf stetig weiterentwickelt und ist vielseitig und anspruchsvoll. Erfahrungen in der Umweltbildung und Zusammenarbeit mit Behörden und der regionalen Bevölkerung sind gefragt. Aber auch die Artenkenntnis und das Naturschutzrecht sowie neuste naturschutzfachliche Entwicklungen sind wichtig.

Wie sieht eine typische Arbeitswoche bei dir aus?

Die Arbeit ist  jahreszeitenabhängig und die Schwerpunkte unterscheiden sich über das Jahr. Es gibt Projekte, die an einem Tag erledigt werden können, aber auch Projekte, die über mehrere Wochen und Monate hinweg laufen. Ungefähr die Hälfte der Zeit bin ich draußen unterwegs. Aber jede Woche ist im Prinzip anders strukturiert. Typische Bestandteile einer Woche sind das Monitoring (Wasserpegel, Biber oder Vögel), die Gebietskontrolle (Überprüfung der Einhaltung der Naturschutzverordnung) und Zusammenarbeit mit Partnern und Experten (z.B. Naturparkverwaltung, Untere Naturschutzbehörde). Auch das Vorbereiten und Durchführen von Führungen ist Teil der Arbeit. Insgesamt gibt es eine gute Mischung zwischen Team- und Einzelarbeit. Aktuell versuche ich Eigentümer und Landnutzer zu sensibilisieren, Maßnahmen der FFH-Managementplanung umzusetzen und sie u.a. bei der Beantragung von Fördermitteln zu unterstützen. 

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Was gefällt dir besonders an deinem Beruf?

Der tägliche Kontakt mit der Natur gefällt mir besonders und dass jeder Tag unterschiedlich sein kann. Außerdem die gute Mischung aus Team- und Einzelarbeit.

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Wie viel von dem erlernten Wissen aus deinem Studium brauchst du in deinem Arbeitsalltag?

Vor allem das im Studium vermittelte Prozessverständnis und der interdisziplinäre Ansatz helfen mir heute, neue Zusammenhänge schnell zu verstehen. Die Lehrinhalte der Landschaftsplanung, des  Naturschutzrechts und der Biotopkartierung helfen mir aktuell am meisten.

Wie denkst du rückblickend über dein Geoökologiestudium an der Uni Potsdam?

Rückblickend denke ich, dass mir der Bachelor eine sehr gute Grundausbildung in den Naturwissenschaften gegeben hat. Am schönsten waren die Ausflüge und die praktischen Exkursionen sowie die inspirierende Zeit mit KommilitonInnen und DozentInnen.

Wenn du dir im ersten Semester einen Rat hättest geben können, welcher wäre das?

Mach Erasmus (im Bachelor und im Master möglich) und sammle Auslands - und Lebenserfahrung! Mein Erasmusjahr in Schottland war die beste Zeit meines Studiums.

Hast du Tipps für unsere Studierenden für einen erfolgreichen Berufseinstieg?

Keine Angst vor dem Berufseinstieg, GeoökologInnen werden gebraucht und gesucht. Durch Hiwi-Jobs kann man einfach Erfahrung und Referenzen sammeln und bekommt eine Orientierung.


Eindrücke von der Arbeit