Helga Kuechly - Wissenschaftskommunikation

Helga Kuechly
Photo: privat
Helga Kuechly arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ).

Steckbrief

  • Diplom Geoökologie in Potsdam, Abschlussjahr 2011
  • seit 2011 selbständig und seit 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ)

Das Interview wurde im April 2020 geführt.

Wo arbeitest du und was ist deine Aufgabe?

Aktuell arbeite ich am GFZ im Bereich Wissenschaftskommunikation und GIS/Fernerkundung. Ich arbeite gemeinsam mit BürgerwissenschaftlerInnen (Citizen Science) zum Thema Lichtverschmutzung/künstliche Beleuchtung in der Nacht. In einem weiteren Projekt im Bereich Öffentlichkeitsarbeit wollen wir eine deutschsprachige eLearning Plattform mit Webinaren und Tutorials zum Thema Copernicus Daten veröffentlichen. Darüber hinaus bin ich noch im Bereich GIS/Fernerkundung im Naturschutz selbständig tätig. Mein letztes großes Projekt war die Kartierung von Mangroven im Rufiji Delta, Tanzania für den WWF/US Forest Service (Online Map Story).

Welches waren deine vorherigen beruflichen Stationen?

Im Bereich GIS/Fernerkundung habe ich davor schon als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der LUP – LUFTBILD UMWELT PLANUNG GmbH (Potsdam), als entsandte Mitarbeiterin am Berliner Umweltatlas der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (Berlin) sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB, Berlin) im Projekt "Verlust der Nacht" gearbeitet. In Neuseeland war ich am Nationalmuseum Te Papa Tongarewa und als Biodiversity Officer am Department of Conservation (Wellington, Neuseeland) beschäftigt.

Wie bist du zu deinem Job gekommen?

Über mein Netzwerk. 

Welches sind die wichtigsten Fähigkeiten, die man für diese Arbeit mitbringen sollte?

Neben dem fachlichen Wissen ganz viel Selbstmotivation. Denn die freie und flexible Arbeit an einem Forschungsinstitut oder selbständig zu arbeiten, erfordert ein hohes Maß an Selbstorganisation und Eigeninitiative. Dazu noch Offenheit und Spaß am Kontakt mit Menschen.

Wie sieht eine typische Arbeitswoche bei dir aus?

In meinen Projekten arbeite ich ziemlich eng mit anderen KollegInnen zusammen. Es gibt also selten einen Tag, an dem ich acht Stunden allein vor dem Rechner sitze. Dazu kommen noch ein paar Treffen, meist virtuell, mit anderen externen Personen. Ins Gelände komme ich aktuell leider nur sehr selten.

Kontakt

Helga Kuechly, Wissenschaftlerin

GFZ, Fernerkundung und Geoinformatik

Habt ihr Fragen an Helga Kuechly? Dann könnt ihr sie gerne kontaktieren: Link

Was gefällt dir an deinem Beruf und was fordert dich am meisten heraus?

Aktuell genieße ich es sehr, dass meine Arbeit kommunikativer geworden ist. Davor war ich eher wochenlang „allein im Kämmerlein“ mit Klassifikationen von Satellitendaten beschäftigt. Als herausfordernd empfinde ich derzeit, Prioritäten für meinen weiteren Berufsweg zu setzten. Mein Vertrag ist befristet und so mache ich mir Gedanken, wo und wie ich in den nächsten Jahren arbeiten werde.

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GFZ, Fernerkundung und Geoinformatik

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Wie viel von dem erlernten Wissen aus deinem Studium brauchst du in deinem Job?

Der interdisziplinäre Ansatz des Studiums hilft mir sehr und von allem vieles irgendwann schon einmal gehört zu haben - neu einarbeiten muss man sich ja in jedes Thema. Unser breites Wissen hilft uns auch mit verschiedenen Akteuren kommunizieren zu können. Und selbstverständlich auch das Handwerkszeug wie R, QGIS, ArcGIS etc…

Wie denkst du rückblickend über dein Geoökologiestudium an der Uni Potsdam?

Ich bin erst zum Hauptstudium nach Potsdam gekommen, davor war ich einige Jahre im Ausland. Ich habe sehr die Freiheit genossen, die man beim Studium hatte. Zum Beispiel auch das Lehrangebote der Berliner Universitäten zu besuchen oder mein interdisziplinäres Studienprojekt, in dessen Rahmen wir vom DAAD gefördert mit Niels Blaum in der Kalahari waren und eine Research Note darüber veröffentlicht haben. Klasse war auch die Einbindung von exzellenten Forschenden aus den in Potsdam ansässigen Forschungsinstituten wie PIK und GFZ in die Lehre. Schade fand ich, dass einige Diplomprüfungen sehr stark von dem Engagement der Lehrenden abhing.

Hast du Tipps für unsere Studierenden für einen erfolgreichen Berufseinstieg?

Auf jeden Fall sollte man sich schon während des Studiums mit der Frage beschäftigen, wo es hingehen könnte. Erste berufliche Erfahrungen während des Studiums helfen, eine neue Sichtweise, Möglichkeiten und Kontakte zu knüpfen. Vorteilhaft ist es auch, potentielle Institutionen/Firmen etc. zu recherchieren und kontaktieren, am besten per Telefon (eine E-Mail kann unter Hunderten untergehen). Und wenn man es sich leisten kann, dort schon vor Studienabschluss ein Praktikum oder die Abschlussarbeit machen. Einige Mitstudierende haben so ihren ersten Job bekommen.  

Aber am Wichtigsten finde ich: Wenn Spaß & Interesse da ist, findet sich der Weg.