Sandra Timmke - Wirtschaft (Immissionsschutz)

Sandra Timmke
Photo: privat
Sandra Timmke arbeitet im Ingenieurbüro sfi an Genehmigungsverfahren des Immissionsschutzes.

Steckbrief

  • Master of Science Geoökologie in Potsdam, Abschlussjahr 2019
  • Bachelor der Geographischen Wissenschaften an der Freien Universität Berlin
  • seit 2019 Projektassistentin im Ingenieurbüro sfi - Sachverständige für Immissionsschutz GmbH

Das Interview wurde im November 2020 geführt.

Wo arbeitest du und was ist deine Aufgabe?

Ich arbeite als Projektassistentin in dem Ingenieurbüro sfi - Sachverständige für Immissionsschutz GmbH. Erstellt werden bei uns Genehmigungsanträge nach Bundes‑Immissionsschutzgesetz, sowie die dazugehörigen Unterlagen wie Umweltverträglichkeits- oder FFH-Prüfungen und Immissionsgutachten, wie Schall-, Ammoniak oder Staubgutachten. Zu meinen Aufgaben gehört die Erarbeitung der Anträge mit den dazugehörigen Formularen, aber auch die Erstellung der naturschutzfachlichen Gutachten, wie Eingriffs-Ausgleichs-Planungen oder Umweltprüfungen. Außerdem bin ich bei der Durchführung von Biotopkartierungen, der Erarbeitung von Schutzkonzepten für z.B. Zauneidechsen und deren Umsiedlung im Zuge von Bauvorhaben beteiligt.

Was hat dich da an dem Job gereizt?

Tatsächlich ging es mir in erster Linie darum, nach dem Studium einen schnellen Einstieg in das Berufsleben zu finden. Dabei war mir jedoch wichtig, einen abwechslungsreichen Job zu bekommen. Da es sich bei dem Büro um ein kleines Team handelt, bearbeite ich verschiedenste Bereiche. Und auch unsere Auftraggeber sind sehr vielseitig, wodurch die Bearbeitung der Anträge nie langweilig wird.

Kontakt

Sandra Timmke arbeitet im Ingenieurbüro sfi: www.sfimm.de/content/sandra-timmke

Welches sind die wichtigsten Fähigkeiten, die man für diese Arbeit mitbringen sollte?

Man sollte offen, vielseitig interessiert und motiviert sein, sich immer wieder in neue Sachverhalte einzuarbeiten. Außerdem benötigt man Geduld und ein gewisses Durchsetzungsvermögen, da man mit vielen verschiedenen Gewerken, wie Architekten und Behörden zusammenarbeitet. Daher sind auch Kommunikation und eine strukturierte Arbeitsweise wichtig. In stressigen Phasen sollte man einen kühlen Kopf bewahren können.

Wie sieht eine typische Arbeitswoche bei dir aus?

Da wir ein kleines Team sind, sprechen wir uns viel miteinander ab und große Projekte werden immer mindestens zu zweit bearbeitet. Meine Arbeitswoche ist je nach Jahreszeit sehr unterschiedlich. Im Winter sitze ich eher am Schreibtisch. Vom Frühling bis Herbst geht es auch immer wieder ins Feld für Vegetationskartierungen, der Aufnahme von Bodenprofilen oder ähnliches. Es wird vor allem im Herbst stressig, da nun alle Auftraggeber noch die naturschutzfachlichen Arbeiten erledigt haben wollen, bevor die Vegetationsperiode vorbei ist. Generell ist man aber auch viel am Telefon, bespricht die Projekte mit den verschiedenen Akteuren, erinnert an bestehende Fristen und telefoniert Unterlagen hinterher.

Was gefällt dir an deinem Beruf und was fordert dich am meisten heraus?

Mir gefällt die Abwechslung besonders. Ich verfasse Gutachten und kann aber auch im Feld arbeiten. Durch die verschiedenen Auftraggeber bekomme ich Einblicke in viele unterschiedliche Sachverhalte. Darin liegt jedoch auch die Herausforderung. Gerade am Anfang muss man sich viel Anlesen und kein Projekt ist wie das davor. Man sucht ständig nach Lösungen, die die Interessen der Auftraggeber und geltende Gesetze vereinen. Auch die Kommunikation mit Behörden und Auftraggebern kann kompliziert und anstrengend sein. Wenn man mit vielen verschiedenen Menschen zu tun hat, kann es hin und wieder auch etwas frustrierend sein, wenn etwas nicht so vorangeht, wie man das gerne möchte.

Wie viel von dem erlernten Wissen aus deinem Studium brauchst du in deinem Job?

Tatsächlich hat man im Studium, auch in meinem Masterstudium,  eigentlich nur die Grundlagen gelernt und wurde, zumindest in meinem Fall, eher auf eine akademische Karriere vorbereitet.

Trotzdem habe ich von vielen Dingen bereits gehört und kann mich dadurch schneller in Sachverhalte einarbeiten. Die Vielseitigkeit in meinem Bachelor- und Masterstudium  erleichtert mir die Kommunikation mit den anderen Gewerken. Häufig weiß ich, wovon sie sprechen und muss zumindest keine Grundlagen-Fragen klären.

Wie denkst du rückblickend über dein Geoökologiestudium an der Uni Potsdam?

Im Nachhinein kann ich sagen, dass mir der Bezug zum „richtigen“ Berufsleben etwas gefehlt hat. Dennoch bereue ich mein Bachelor- und Masterstudium keinesfalls. Ich wollte mich nie in eine Richtung festlegen und ich hatte das Glück, dies durch meine Studienwahl nicht tun zu müssen und nun einen Job gefunden zu haben, der abwechslungsreich ist und in dem mir die Vielseitigkeit der Studieninhalte zugutekommt.

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Sandra Timmke arbeitet im Ingenieurbüro sfi: www.sfimm.de/content/sandra-timmke

Hast du Tipps für unsere Absolvent*innen für einen erfolgreichen Berufseinstieg?

Ich würde sagen, man sollte hinter dem stehen, was man im Studium tut und das belegen, was einen interessiert. Dabei ist es egal, ob man sich auf eine Sache spezialisiert oder nicht. Offenheit, Interesse und Motivation sind sehr wichtig. Außerdem kann ich jedem empfehlen, wenn möglich, Praktika zu machen. Bei einem guten Praktikum lernt man sehr viel über das Berufsleben und kann abschätzen, was einem Spaß macht und interessiert. Mir hat außerdem mein Nebenjob in einem Ingenieurbüro sehr viel geholfen. Gerade als Berufsanfänger ohne richtige Erfahrung schauen viele Arbeitgeber auch, wo bereits zumindest als Nebenjob gearbeitet wurde.

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